3 Vorteile der CO2-Product-Footprint Analyse für Unternehmen.

Millionen von Produkten müssen CO2-neutral werden. Wie geht das?

Um die CO2-Werte eines Produktes, die einzelnen Emissionsquellen sowie Optimierungspotenziale zu bestimmen, bedarf es zunächst einer genauen Product-Carbon-Footprint (PCF) Analyse. Viola Hasani und Dr. Andreas Rennet von worldwatchers stellten dazu in unserem CHOICE Webinar #10 die Grundlagen, bestehende Normen sowie wirtschaftliche Einflüsse der PCF Analyse vor. Im Folgenden findest Du einige der wichtigsten Punkte und die gesamte Aufnahme des CHOICE Webinars.

Viola Hasani und Dr. Andreas Rennet, worldwatchers

Wofür brauchen wir eine CO2-Product-Footprint Analyse?

Das ist einfach zu beschreiben: Um Produkte zu optimieren und ihren CO2-Fußabdruck zu senken benötigen wir Transparenz. Diese Transparenz erhalten wir durch eine schrittweise Analyse der Produkte. Was nicht gemessen wird, kann nicht optimiert werden.

3 Gründe für CO2-Product-Footprints

  1. Steigende Nachfrage CO2-neutraler Produkte am Markt, unterstützt von der Politik durch CO2-Steuer und Klimaziele
  2. Eine glaubhafte Transparenzstrategie der HerstellerInnen, welche Maßstab für KäuferInnen wird und so zukünftige Risiken reduziert
  3. Mehrkosten für Unternehmen durch eine steigende CO2-Steuer

Vorgaben für die CO2-Product-Footprint Analyse

Die übliche Vorgehensweise von PCFs orientiert sich an dem GHG Protocol (2001), wobei anschließend die ISO14000 – Familie weitere Standards definierte.

Nach GHG Protocol wird zunächst bestimmt welche Prozessschritte als Input in die Berechnung aufgenommen und somit welche Daten gesammelt werden müssen.

Quelle: worldwatchers

Materialströme, Stromverbrauch und Verarbeitungsschritte werden einzeln aufgelistet, um anschließend die Daten bestimmen zu können. Schließlich werden alle Einzelwerte zusammen gezählt und als Output in CO2e bestimmt.

Durchführung der CO2-Product-Footprint Analyse in 3 Schritten

Schritt 1

Festlegung der Ziele sowie des Untersuchungsrahmens: Zu aller erst sollte sehr genau und detailliert festgelegt werden, was genau untersucht werden soll. Geht es um die Fertigungsschritte im eigenen Haus, soll eventuell auch die Produktion der Lieferkette betrachtet werden?

Schritt 2

Darstellen des gesamten Produktionsablaufs und Untersuchung von Inputs und Outputs: Hier wird der komplette Produktionsablauf in seine Einzelteile zerlegt und analysiert. Dieser Vorgang ist sehr komplex, vor allem bei aufwendig hergestellten Produkten bestehend aus vielen verschiedenen Einzelteilen und Stoffen.

Schritt 3

Aufaddieren aller Inputs und Outputs zum finalen Ergebnis: Hier werden die verschiedenen Einzelteile des Produkts wieder zu einem Produkt zusammengefügt was den gesamten CO2-Product-Footprint ergibt. Nun wird sichtbar in welchen Bereichen Optimierungspotentiale sind und wo genau angesetzt werden muss, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

Vor- und Nachteile der CO2-Product-Footprint Analyse

Vorteile

Nachteile

So funktioniert’s – die Details

Dein CHOICE Webinare

Du möchtest auch deine Innovation oder Best-Practice der Klimatransformation vorstellen? Dann melde Dich gerne bei uns!

Oder nimm an dem nächsten kostenlosen CHOICE Webinar teil und werde Teil der #TeamClimate Community. Melde dich dazu gerne für unsere CLIMATE News an und werde frühzeitig eingeladen.

Wird das Klima zur Schwachstelle in der Lieferkette?

Im Zusammenhang mit der globalen COVID-19-Pandemie sowie akuten Wetterereignissen werden immer weitere Fragen zu Risiken und Belastbarkeit der Lieferkette aufgeworfen. Da der Klimawandel extreme Wetterereignisse häufiger auftreten lässt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Produktionsanlagen und lokale LieferantInnen durch intensive Veränderungen beeinflusst werden. Wertschöpfungsketten sind daher einem breiten Spektrum von Risiken ausgesetzt, einschließlich Klimaereignissen.

Undurchsichtige Lieferketten zwischen Wirtschaft und Klima

Der Großteil der globalen Wirtschaftsproduktion, 20 Billionen USD pro Jahr, finden in einer global organisierten Lieferkette statt. Dieser internationale Austausch von Waren hat den Zugang zu Produkten und Materialien extrem erleichtert und zum Beispiel Computer, Autos, Medikamente und Lebensmittel erschwinglich gemacht. Gleichzeitig wurden allerdings Lieferwege immer intransparenter und Umweltkosten sowie soziale Missstände externalisiert. Für Endprodukte, die aus vielen tausend Teilen aus aller Welt bestehen, können so kaum noch die Ursprünge geschweige denn die entstandenen Emissionen zurückverfolgt werden. Da die CO2-Emissionen von Produkten allerdings aus bis zu 80% aus der Lieferkette stammen, sind diese Informationen entscheidend. Die Beziehung zu LieferantInnen, besonders um ihre Bedingungen vor Ort und ihre verursachten Emissionen zu verstehen, werden daher immer wichtiger.

Extreme Wetterereignisse beeinflussen die Lieferkette

Neben den undurchsichtigen Klimaauswirkungen, werden die Lieferketten selbst zum Risiko. Laut McKinsey gibt es hauptsächlich drei klimabedingte Gründe für kurzfristige Ausfälle bei LieferantInnen:

  1. Physische Schäden an Einrichtungen, Produktionsanlagen und Lagerbeständen.
  2. Umsatzrückgang, entweder weil die Produktion gestört ist oder weil Waren nicht auf den Markt gebracht werden können.
  3. Höhere Kosten in der Wiederaufbauphase der Anlage, da die Marktpreise für Arbeit, Energie und Logistik nach extremen Wetterevents steigen können.

Die Kombination dieser Auswirkungen kann auch die Fähigkeit der LieferantInnen einschränken, die Produktion schnell und effizient wiederherzustellen, da sie weniger Kapital für Reparaturen beschaffen können oder den kurzfristigen Cashflow drosseln müssen.

Nachhaltiger Einkauf in einer transparenten Lieferkette

Wie stellen sich Unternehmen auf zunehmende Risiken im Einkauf ein und sorgen gleichzeitig für sinkende CO2-Emissionen in ihrer Lieferkette? Die Antwort kann nur in einem gewandelten Verständnis des Einkaufs liegen. Früher lag die primäre Aufgabe des klassischen Einkaufs in der kostengünstigen Beschaffung von Materialen zur bestmöglichen Qualität. In Zeiten steigender Umweltvorgaben und KonsumentInnenanforderungen hat der Einkauf weitere Aufgaben. Kosten senken zu jedem Preis, das lässt heute das Risiko steigen. Wer jedoch „Nachhaltigkeit“ in seine Lieferkette integriert, differenziert sich im Wettbewerb und kann Umsätze steigern.

Umstieg auf Zusammenarbeit und Integration

Laut Jaro Institut ist der Einkauf heute daher ein Multiplikator, der das Wirtschaften der eigenen Firma und die Beziehung zu LieferantInnen deutlich verändern kann und somit einen großen Mehrwert für die Umsetzung der Nachhaltigkeit liefert! Eine strategische Ausrichtung der Beschaffung, auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung, stellt somit die Weichen, um nachhaltige Beschaffung umzusetzen. Das Jaro Institut empfiehlt hierzu die folgenden vier Schritte:

1. Basis für eine nachhaltige Beschaffung im Unternehmen legen

2. Integration nachhaltiger Aspekte in die Beschaffungsprozesse

3. Kontinuierliche Leistungsausarbeitung und -verbesserung mit LieferantInnen

4. Steuern und lernen

Wer noch weitere Klimaziele in sein Lieferketten-Management integrieren will, kann sich den „Supply Chain Leaders“ anschließen. Diese setzen sich das Ziel, ihre absoluten Treibhausgasemissionen vor 2030 zu halbieren und ihre Lieferketten vor 2050 klimaneutral zu gestalten.

Fazit

Alle Ansätze zeigen auf dasselbe Ergebnis: EinkäuferInnen und Führungskräfte müssen mit ihren LieferantInnen zusammenarbeiten, um die gemeinsamen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und dabei ihre Treibhausgasemissionen tatkräftig zu reduzieren.

2020 – Das Jahr der Klimatransformation. Über 1500 Unternehmen wollen klimaneutral werden

Die Zahl der Unternehmen und Regierungen, die sich verpflichtet haben, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden, hat sich laut dem neusten Report von EnviroLab und NewClimate Institute vergangenes Jahr mehr als verdoppelt.

Mehr als 1500 Unternehmen weltweit setzen sich Netto-Null-Klimaziele

Im Rahmen des jährlichen Klimagipfels wurde verkündet, dass die Anzahl der Unternehmen, die sich „Netto-Null-Ziele“ gesetzt haben, von 500 Ende 2019 auf derzeit 1.541 gestiegen ist. Diese Unternehmen repräsentieren gemeinsam 19,5 Millionen MitarbeiterInnen sowie ein Umsatzvolumen von 11,4 Billionen US$.

In ähnlicher Weise ist die Zahl der Regionalregierungen mit Netto-Null-Zielen im Jahr 2020 von 11 auf 101 angestiegen. Die Zahl der stadtweiten Netto-Null-Verpflichtungen hat sich von 100 auf 823 vervielfacht.

Städte und Regionen, die sich Kimaziele setzen.

Race-To-Zero fordert Organisationen auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen

Das „Race to Zero-Programms“ der UN stellt zusätzlich sicher, dass in Zukunft ein beträchtlicher Teil des globalen GDPs durch umfassende Dekarbonisierungsmaßnahmen umgestaltet wird. Die Race to Zero-Kampagne fordert weltweit Regierungen, Unternehmen und Organisationen auf, noch vor dem COP26-Gipfel Netto-Null-Emissionsziele festzulegen. Aktuell stellen die UnterzeichnerInnen 25% der globalen CO2-Emissionen sowie 50% des globalen GDPs dar. Die tatsächlichen Klimaziele, Zielsetzung der Reduktionsmaßnahmen und Zeitpunkte, unterscheiden sich allerdings bei allen UnterzeichnerInnen.

Zeitpunkt der „Netto-Null-Ziele“ und Anzahl der UnterzeichnerInnen

Gerade 2020 mehr Klimaschutz umsetzen

Einige der jüngsten Netto-Null-Zusagen unterstreichen, inwieweit die vollständige Klimatransformation bis spätestens 2050 selbst bei kohlenstoffintensiven Unternehmen und Regionen zum Maßstab für erfolgreichen Klimaschutz wird. Zu den wichtigsten Zusagen seit Jahreswechsel werden die Klimazielsetzungen von New South Wales in Australien, New Delhi, Kolkata und Chennai sowie von dem Zement- und Asphalthersteller LafargeHolcim, dem Technologieriese Facebook und dem Autohersteller Ford gezählt.

„Die Welt kann es sich nicht leisten, im Stich gelassen zu werden. Es geht darum, jetzt – im Jahr 2020 – Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.“

Patricia Espinosa, Klimachefin der Vereinten Nationen.  

Gemeinsam mit KMUs und ZulieferInnen Klimaziele erreichen

Das neu ins Leben gerufene SME Climate Hub soll Millionen von Kleinunternehmen, die weltweit 90% der Unternehmen repräsentieren, dabei helfen Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen. Die Initiative wird von einer Reihe globaler Akteure wie IKEA, BT Group und Ericsson sowie der Exponential Roadmap unterstützt. Diese haben angekündigt ihre Bemühungen zu verstärken, um kleinen Unternehmen in ihren Lieferketten zu helfen, ebenfalls Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Höhepunkt der aktuellen Klimazielsetzungen wird am 10.10.2020 der Ted Countdown darstellen, wo zahlreiche Initiativen und Akteure ihre Klimamaßnahmen einem breiten Publikum vorstellen.

Jetzt deine Klimatransformation starten!

2020 ist und bleibt das Jahr der klimaneutralen Wirtschaft. Wir bleiben mehr als gespannt und freuen uns, auch dein Unternehmen bei seiner erfolgreichen Klimatransformation zu begleiten. Schreib uns einfach an oder sende gleich deine kostenlose Anfrage.

Emissionsfreie Flottenziele. Wie Unternehmen Schritt für Schritt ihren Fuhrpark umstellen

Brauchen wir noch einen Beweis dafür, dass ganze Fahrzeugflotten emissionsfrei fahren können? Wenn ja, dann ist es dieser: Walmart kündigt an, dass alle seine Fahrzeuge, einschließlich Langstrecken-LKWs, bis 2040 elektrifiziert und auf „Null Emissionen“ gesetzt werden sollen. Dazu gehören mehr als 10.000 Fahrzeuge.

Klimaziele und Kostenreduktion

Der Einzelhändler wählt die radikale Transformation, um seine ambitionierten Klimaziele zu erreichen, aber auch, um Betriebs- (weniger Dieselkraftstoffverbrauch) und Wartungskosten zu senken. Damit steht Walmart nicht alleine da. Im vergangenen Jahr gab Amazon das Ziel bekannt, alle seine Waren über Netto-Null-Lieferungen zustellen zu wollen. Dafür ist geplant 100.000 Elektrofahrzeuge zu kaufen.

Deutsche entdecken Vorteile

Elektromobile in Fahrzeugflotten leisten einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Minimierung, senken Kosten bei Kfz-Steuer, Versicherung und Betrieb und transportieren ein umweltbewusstes Bewusstsein. Die Krise der Automobilindustrie hat somit einen klaren Gewinner: das Elektroauto. Während die weltweiten Autoverkäufe der deutschen Hersteller in Q2 2020 um ein Drittel eingebrochen sind, steigen die Kurven für Fahrzeuge mit Elektromotor stark an. Stromer kamen so im August auf einen Marktanteil von mehr als 13% bei den Neuzulassungen – es wurden 16.076 reine Elektroautos und 17.095 Plug-in-Hybride angemeldet.

Was ist mit der Reichweite?

Die heutige Generation E-Autos schafft 400 km und mehr. Im Rahmen des „Tesla Battery Day“ stellte Elon Musk kürzlich sogar das neue Tesla Spitzemodedl S Plaid vor, welches laut Angaben des Herstellers bei unglaublichen 840 km liegen soll. Damit wäre die typische Reichweitenangst kein Thema mehr. Eingeschränkte Reichweiten lassen sich zusätzlich durch ein kluges Management von Fahrzeugen, Ladevorgängen und Energieressourcen auffangen. In Städten ist der elektrische Antrieb somit nicht nur ein Kostenvorteil, sondern unterstützt auch Umwelt- und Lärmschutz.  

Förderung (gewerblicher) E-Mobilität

Seit 2015 hat sich in Deutschland die Anzahl von Elektro-Autos auf der Straße mehr als verdreichfacht. Ein Grund für den aktuellen Elektroboom dürfte die deutlich gestiegene Kaufprämie sein. Sie ist Teil des Konjunkturpakets, das die Bundesregierung nach einem Gipfeltreffen mit der Automobilbranche im Mai beschlossen hat. Bis zu 9.000€ beträgt die Förderung für Batteriefahrzeuge seitdem.

Bund und Länder setzen zusätzlich auf zahlreiche Förderprogramme, um die gewerbliche Nutzung von E-Fahrzeugen zu steigern. In Berlin wird das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (WELMO) ab dem 01.10.2020 mit geänderten Fördervoraussetzungen wieder für die Antragstellung geöffnet. Künftig werden elektrisch betriebene leichte Nutzfahrzeuge ab einem Nettolistenpreis von 40.000€ mit 25% des Nettolistenpreises, maximal 15.000€ je Fahrzeug, gefördert. Zudem werden mit der Wiederaufnahme von WELMO auch elektrische Klein- und Leichtfahrzeuge gefördert.

Einblicke in E-Mobilität für Unternehmen

eeMobility unterstützt Unternehmen dabei, Elektrofahrzeuge in bestehende Fuhrparks zu integrieren, oder diese Schritt für Schritt umzustellen. Ziel ist es, individuelle Mobilitätsanforderungen zu erfüllen und die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. Im CHOICE Webinar #9 stellt uns Geschäftsführer Robin Geisler die reibungslose Transformation des firmeneigenen Fuhrparks vor.

CHOICE Webinar, 15.10.2020, 13.00 – 14.00 Uhr.

Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

CO2- Kompensation. Darauf sollten Unternehmen achten.

Im CHOICE Webinar #8 stellte Vera Bünte von KlimaKollekte das Thema CO2-Kompensation für Unternehmen vor. Sie zeigte auf, welche CO2-Preise sie für Qualität und Fairness als wichtig erachtet, welcher Standard hilft, um gute Projekte zu erkennen und wie sich Greenwashing von Offsetting unterscheidet. 

Das aufgezeichnete CHOICE Webinar findest Du unten, hier folgt eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Klimagerechtigkeit: Die Besonderheiten der CO2-Kompensation

Ganzheitlicher Klimaschutz sollte mit sozialer Gerechtigkeit verbunden werden, so das Konzept von KlimaKollekte und zahlreichen, zertifizierten Klimaprojekten. 

Nach Kyoto-Protokoll ermöglichen es freiwillige Kompensationsmaßnahmen unvermeidbare CO2-Emissionen in Industrieländern, durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern zu kompensieren. Ziel dabei ist es Menschen vor Ort zu unterstützen Klimaschutz voranzubringen und gleichzeitig lokale Lebensbedingungen zu verbessern. Klimaschutzprojekte setzen daher besonders dort an, wo der Klimawandel schon heute stark zu spüren ist, aber auch „kostengünstig“ angegangen werden kann. In Ländern des globalen Südens.

Daraus resultiert allerdings der Vorwurf des Greenwashings. Warum setzen wir nicht gleich vor der eigenen Haustüre an?

Gegen Greenwashing – Qualitätsstandard sichern

Der von WWF und anderen Umweltverbänden entwickelte Gold Standard (GS), strebt danach Kompensationsprojekte überprüfbar und fair zu gestalten.

  • Es handelt sich um den weltweit strengsten Zertifizierungsstandard für Klimaschutzprojekte, der sicherstellt, dass diese zusätzlich, permanent und effektiv sind.
  • Der GS regt Unternehmen an „Klima positiv“ zu werden und neben starken CO2-Reduktionsmaßnahmen, auch Kompensation als Klimaschutz zu betreiben.
  • Neben der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen und Klimaschutz, sichert er ebenso soziale Entwicklung. Der GS führt dazu u.a. auf wie stark die jeweiligen Klimaprojekte auf einzelne soziale, wirtschaftliche und ökologische Werte einzahlen.
  • Derzeit wird an der Entwicklung eines neuen Standards gearbeitet, dem “Gold Standard for the Global Goals (GS4GG)”, der verstärkt die Auswirkungen auf Bereiche wie Gesundheit und Wasserversorgung messen soll.

Greenwashing und Offsetting können nah beieinander liegen. Ergreifen Unternehmen allerdings umfangreiche Reduktionsmaßnahmen, folgen anerkannten Standards und erkennen Klimaschutzprojkete als Teil ihrer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie, so kann Offsetting ein wertvoller Schritt für sichtbare und greifbare, unternehmerische Verantwortung sein.

Mit diesen CO2-Preisen kannst Du rechnen

Die Kosten von Kompensationsprojekten variieren stark. Bei der KlimaKollekte kostet der Ausgleich von einer Tonne CO2, also einem Zertifikat, 23€. Dabei gehen 89% (19€) direkt an die Projekte, 2,50€ fließen in die Administration und 1,50€ in einen Kleinstprojektefond. Als gGmbH strebt die KlimaKollekte danach Qualität und Standard der Projekte sicherzustellen und arbeitet daher hauptsächlich mit Goldstandard Projekten.

Ein Beispiel eines Klimaschutzprojekts

Ruanda

Hier wird üblicherweise auf offenen Feuerstellen gekocht. Weite Strecken müssen zurückgelegt werden, um das knappe Brennholz zu beschaffen.  Durch das Projekt entstehen nun 6.000 energieeffiziente Brennholzöfen. Darüber hinaus werden 6.000 Wasserfilter installiert, um verschmutztes Wasser reinigen zu können. 

Nun wird 45% weniger Brennholz benötigt und durch eine geringere Rauchentwicklung werden Atemwegserkrankungen reduziert. Durch den Bau und die Wartung der Öfen, werden Arbeitsplätze geschaffen.

Dieses Projekt läuft über sechs Jahre und führt zu einer CO2-Einsparung von 173.000 t CO2.

Der CHOICE Workshop in ganzer Länge

Du hast Fragen an Vera Bünte oder suchst nach weiteren AnbieterInnen, um dein Unternehmen klimaneutral zu gestalten? Gerne helfen wir dir weiter.

Best Practice Beispiele der Klimatransformation: Insights und Highlights vom #CTS2020.

Dank dem Pariser Abkommen reden wir heute nicht mehr über ein „Ob“, sondern über das „Wie“ der Klimatransformation. Wie können wir es schaffen, bis 2050 eine klimaneutrale Wirtschaft aufzubauen?

Der Best Practice Guide zum #CTS2020

Beim Climate Transformation Summit Ende Juni, haben wir mit 50 Expert*innen und 500 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland über Lösungen für eine erfolgreiche Klimatransformation entlang folgender 7 CLIMATE Kategorien diskutiert: Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales und Umwelt. Mit dabei waren ClimatePartner, Climeworks, Eaternity, Ecosia, Klima.Metrix, Plan A, SirPlus und viele mehr!

Highlights und Beispiele

Die Highlights stellen wir nun im Best Practice Guide #Klimatransformation vor.

Ein Key-Learning aus dem #CTS2020 war für uns, dass sich Klimabeauftragte gerade heute mehr Vernetzung und transparentes Wissen wünschen. Mit dem Best Practice Guide #Klimatransformation wollen wir Wissen der Klimatransformation für die Praxis anwendbar machen.

THE CLIMATE CHOICE Gründerin Lara Obst.

Emissionen einsparen, aber wie?

Viele Unternehmen setzen schon heute auf umfangreiche CO2-Reduktion als langfristiges Klimaziel, sowie die eigene Klimaneutralität. Laut IPCC Report müssen wir zunächst 50% unserer Emissionen bis 2030 einsparen, um so die Weichen für eine Erderwärmung deutlich unter 2°C zu stellen.

„Für eine vollständige Berechnung des unternehmerischen CO2-Fußbadrucks, ist der Einbezug von Emissionen entlang der eigenen Lieferkette unabdingbar. Diese sind durchschnittlich 5,5-mal höher als direkte Emissionen und müssen daher in jeder umfassenden Klimastrategie, im GHG-Accounting und der Berichterstattung berücksichtigt werden.“

Linda Kannenberg, CDP

Jetzt loslegen!

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Ziele in konkrete Handlungen zu überführen. Die Exponential Roadmap zeigt dazu 36 skalierbare Maßnahmen in 7 Industrien auf, die wir in die 7 Climate Impact Kategorie überführt haben. Gerade kleineren Unternehmen fehlen jedoch oft die Ressourcen, um ins Handeln zu kommen – dafür bündelt der Best Practice Guide konkrete Ansätze und Inspirationen um direkt loszulegen.

Der vollständige Guide steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung!

Science Based Targets entwickelt den ersten Standard für Net-Zero Klimaziele

Die Initiative Science Based Targets (SBTi) startete Anfang der Woche die Entwicklung des ersten wissenschaftsbasierten, globalen Standards für die Festlegung von Net-Zero-Zielen für Unternehmen. Dieser soll sicherstellen, dass die „Netto-Null“-Klimapläne zahlreicher Unternehmen in Maßnahmen umgesetzt werden, die mit der Erreichung des 1,5°C-Ziels vereinbar sind und eine klimaneutrale Wirtschaft bis spätestens 2050 sicherstellen. Der neu veröffentlichte Report stellt konzeptionelle Grundlagen für wissenschaftlich fundierte CO2-Reduktions-Ziele dar und wurde in einem online Webinar den Klimabeauftragten dieser Welt vorgestellt. Hier in Kürze die wichtigsten Hinhalte.

Neu erschienener Report zeigt Grundlage für Reduktionsziele auf

„Während die Regierungen daran arbeiten, sich von den verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zu erholen, haben wir die einmalige Gelegenheit, eine gesunde, belastbare und kohlenstofffreie Wirtschaft aufzubauen, die zukünftige Bedrohungen abschwächt, menschenwürdige Arbeitsplätze schafft und nachhaltiges Wachstum ermöglicht.“

Nigel Topping, UK High Level Climate Action Champion für die COP26.

Emissionen müssen auf Netto-Null sinken

Der Report bezieht sich zunächst darauf, dass der Sonderbericht 2018 des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) betont, dass die globalen Emissionen bis 2050 auf null sinken müssen, um die katastrophalsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Daher legt der neue Bericht des SBTi – in Absprache mit einer Vielzahl von Interessengruppen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Naturschutz und Finanzen – die Grundlagen für die Festlegung von Netto-Null-Zielen von Unternehmen. Diese werden in detaillierte Richtlinien und Kriterien übersetzt, die nun von der Initiative im Rahmen eines fortgesetzten Multi-Stakeholder-Prozesses entwickelt werden.

„Die Klimawissenschaft muss den Unternehmenssektor über Netto-Null-Ziele informieren, um sicherzustellen, dass die wachsende Dynamik hinter den Plänen auch in Maßnahmen umgesetzt wird, die mit der Erreichung der Klimaneutralität bis spätestens 2050 vereinbar sind.“, so die Autoren des Papiers.

Voraussetzungen für wissenschaftsbasierte Klimaziele

Damit ein Reduktionsziele von Unternehmen nach SBTi wissenschaftlich fundiert sind, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  1. Sie müssen zu einer Dekarbonisierung führen, die mit der tiefgreifenden Reduzierung der Emissionen in der Weltwirtschaft vereinbar ist, um die Erwärmung auf 1,5 ° C zu begrenzen.
  2. Die Auswirkungen von Rest-Emissionsquellen müssen klimawirksam neutralisiert werden.

Kompensation und CO2-Reduktion

Hierzu können Unternehmen ihre Emissionen beim Übergang zu einem Netto-Null-Zustand ausgleichen. Dies kann dazu beitragen, dringend benötigte Finanzmittel von Unternehmen auf Klimaaktivitäten zu lenken, mit denen Emissionen vermieden oder die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre gesenkt werden können. Durch die Kompensation von Emissionen entfällt jedoch nicht die Notwendigkeit, die Emissionen im Einklang mit der Wissenschaft zu reduzieren. Die CO2-Reduktion muss also die übergeordnete Priorität für Unternehmen und der zentrale Schwerpunkt jeder glaubwürdigen Netto-Null-Strategie sein.

„Net-Zero bis 2050 ist unser Nordstern, aber jede Sekunde, die bis dahin vergeht, wird bestimmen, ob wir dort ankommen. Es ist keine Zeit zu verlieren. Neben den langfristigen Ambitionen müssen wir jetzt und in allen Bereichen der Weltwirtschaft aggressive Emissionsreduzierungen im Einklang mit der Klimawissenschaft realisieren. Hunderte von Unternehmen auf der ganzen Welt zeigen bereits, dass dies möglich ist, und vertrauen auf die Wissenschaft, um die CO2-freie Wirtschaft der Zukunft aufzubauen.“

Alberto Carrillo Pineda, CDP.

Erstmals werden soziale Einflüsse auf Klimaziele mit Gold Standard integrierbar

Gold Standard kooperiert mit sozialen Standards

Zum ersten Mal können Standards wie Better Cotton Initiative, Fairtrade, FSC und der Roundtable für nachhaltige Biomaterialien die Reduzierung der CO2-Emissionen ihrer zertifizierten Waren so quantifizieren, dass EinkäuferInnen auf ihre Klimaschutzwirkung zählen können.

Neues Verfahren im Bereich Landwirtschaft

Angesichts der steigenden Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten und Dienstleistungen arbeiten die ISEAL-MitgliederInnen mit dem Gold Standard zusammen, um gängige Verfahren zur Berechnung der Reduzierung und Bindung von CO2-Emissionen zu definieren. Das Ziel ist es ökologische Nachhaltigkeit auch im Bereich Landwirtschaft durch zertifizierte Rohstoffe zu fördern. Unternehmen sollen diese Angaben nutzen können, um leichter ihre wissenschaftlich fundierten Ziele definieren und ihre Klimaauswirkungen messen zu können.

Waren sollen Emissionsfaktoren gemäß dem Greenhouse Gas Protocol aufzeigen

Ein Unternehmen, das Fairtrade-zertifizierten Kaffee kauft oder seine Baumwolle als „Better Cotton“ von lizenzierten Landwirten bezieht, soll so beispielsweise niedrigere Emissionsfaktoren für diese Waren gemäß dem Greenhouse Gas Protocol nicht nur annehmen, sondern auch nachverfolgen können. Für die ProduzentInnen erhöht dies den Wert ihrer Ware. Diese sind nun nicht nur als sozialwirksam zertifiziert, sondern zeigen auch einen überprüften CO2-Fußabdruck auf.

 „Wir erwarten, dass diese Initiative Nachhaltigkeitsmaßnahmen und Investitionen in großem Maßstab katalysiert, indem sie mehr Nachfrage nach zertifizierten Waren schafft.“

Paul Chatterton, Gründer und Leiter des WWF Landscape Finance Lab.

Die ersten Schritte im Feldtest

Pilotinitiativen werden begleiten, Ergebnisse überprüfen und Unternehmen dabei unterstützt, die Auswirkungen der neuen CO2-Kennzahlen in ihrer Berichterstattung zu bewerten. Das Konsortium beabsichtigt auch zu untersuchen, wie die Methoden und Leitlinien erweitert werden könnten, um andere kritische Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit (Wassernutzen, Bodenqualität oder Abholzung) zu messen.

Bildquelle. Unsplash.com.

Deine CHOICE Webinare im August. Von CO2-Speichertechnologie zur Klimapolitik.

Der Sommer ist heiß. Wenn auch nicht überall in Deutschland, so doch besonders nördlich von uns und auch im Süden werden Rekordtemperaturen erreicht. Alles keine Seltenheit mehr. Kein Grund das #NewNormal hinzunehmen. Die Klimatransformation wird hier und heute gestaltet und vorangetrieben. Unternehmen weltweit sind Teil davon. Ebenso die Politik, InnovatorInnen und Gesellschaft.

Eine Stunde Klimatransformation in der Mittagspause

In unserer CHOICE Webinar Reihe stellen wir Unternehmen und InnovatorInnen als Klimabeauftragte für Klimabeauftragte vor. Für eine Stunde tauchen wir in ein aktuelles Thema der Klimatransformation ein und erfahren was nun getan wird, um eine klimaneutrale Zukunft aufzubauen. Du wünschst dir ein spezielles Thema oder möchtest deine Lösung vorstellen? Dann schreib uns jetzt an!

CHOICE Webinar #5: CO2-Speichertechnologie, ein Zukunftswunsch oder notwendige Klimainnovation?

Dr. Stefan Max Garzarolli strebt danach in Sachen Klima Zeit zu gewinnen, um Wandel und Innovation für eine klimaneutrale Zukunft möglich zu machen. Nach seiner Promotion in theoretischer Ökologie, spezialisierte er sich daher auf „Sustainability und Purpose“. Als Mit-Gründer der Innovationsberatung Mindfracking stellt er uns im CHOICE Webinar #5 die BECCS Technologie vor.

BECCS als Chance CO2 zu speichern

Am 20.08.2020, 13.00 – 14.00 Uhr, stellt uns Dr. Garzarolli die CO2-Speichertechologie BECCS vor. Theoretisch kann man CO2 der Atmosphäre entziehen und dort einlagern, wo es in Form von Gas, Öl oder Kohle ursprünglich entnommen wurde (Carbon Capture and Storage – CCS). Die These: Damit könnte man quasi an der Klima-Uhr drehen. Nur war dies bisher zu teuer. Jetzt gibt es einen neuen Ansatz der schwedischen Forschungsgruppe um Prof. Lyngfelt, die mit einer thermischen Abscheidung von CO2 die Kosten entscheidend drücken konnten. BECCS (Bio-Energy-CCS) ergänzt das Verfahren um ein weiteres Element: Die Verbrennung von Biomasse, die CO2 konzentriert. Entscheidend ist dabei die nachhaltige Produktion dieser Biomasse, die keine Konkurrenz zu Nahrungsproduktion darstellen darf. Laut Mercator-Institut könnte BECCS so jährlich bis zu 5 Milliarden Tonnen CO2 nachhaltig speichern.

CHOICE Webinar #6: Klimapolitik rund um Konjunkturprogramm und EU-Finanzen

David Wortmann, Gründer und Geschäftsführer der 2012 gegründeten Strategieberatung DWR eco, berät Firmen und Politik im Bereich Cleantech, Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien. DWR eco wirkt an seinen beiden Standorten, Brüssel und Berlin, aktiv an der tagesaktuellen Klimapolitik mit und unterstützt dabei disruptive Technologien und Geschäftsmodellen, um die Klimatransformation voranzutreiben.

Wie beeinflusst Klimapolitik Unternehmen?

Am 27.08.2020, 13.00 – 14.00 Uhr, stellt uns David Wortmann die aktuelle Klimapolitik vor. Im CHOICE Webinar #6 teilt er dazu seine Einblicke aus über 20 Jahren Klimapolitik und speziell die aktuellen Änderungen durch das deutsche Konjunkturpaket sowie die Vorgaben des EU-Plans. Welche Cleantech-Lösungen werden jetzt gefördert, wie stellen sich Unternehmen auf steigende CO2-Steuern oder Umweltkosten ein und wie sieht es mit dem #GreenDeal der EU aus? Fragen, die wir im Webinar David Wortmann stellen können.

Jetzt kostenlos anmelden!

THE CLIMATE CHOICE bietet die kostenlose CHOICE Webinar Reihe an, um Best-Practice Lösungen zur Klimatransformation vorzustellen. Hier kannst du dich für das CHOICE Webinar #5 BECCS anmelden, hier findest du zur Anmeldung für das CHOICE Webinar #6: Klimapolitik.

Die Uhr tickt. Unser Bestes zu tun ist nicht länger gut genug. Wir müssen jetzt das scheinbar Unmögliche tun.

Der „Greta-Effekt“ hatte in den letzten 2 Jahren für ein gesteigertes Klimabewusstsein und mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die Corona-Krise zeigte jedoch, wie Krise wirklich geht. Internationale Sondergremien werden berufen, Politik und Wirtschaft stellen sich hinter das Wohl der Allgemeinheit und Umstellungen im privaten und beruflichen Raum werden schnell akzeptiert. Für die voranschreitende Klimatransformation kein Rückschritt, wohl aber ein Hinweis, dass Wandel auch anders geht. Kollektiv, entschlossen und mit „Wums“.

EU-Gipfel ringt um Einigung. Wird das Klima zum Thema?

Nun, da in Brüssel die 27 Mitgliedsstaaten das 750 € Milliarden schwere EU-Konjunkturpaket gestalten, werden die Stimmen der Klimabewegung wieder lauter. Heute, hier und jetzt wird Zukunft gestaltet. Der 7-jährige Finanzrahmen der EU festgelegt und darüber hinaus ihre Ausrichtung in Sachen #GreenNewDeal. Pünktlich zu den Verhandlungen haben Luisa Neubauer und Greta Thunberg einen offenen Brief an die EU verfasst, indem sie fordern Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sofort zu stoppen. 50.000 Menschen haben den Brief bereits unterzeichnet. Darüber hinaus rufen sie die EU-Mitgliedstaaten dazu auf schwere Umweltzerstörung – auch „Ökozide“ genannt – als Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu ahnden. Schließlich soll ein jährliches CO2-Budget festgelegt werden, um die Zweidrittelchance auf eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs unter 1,5° C (berechnet durch das IPCC) zu wahren.

„Die EU hat dazu die wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten, weshalb es unsere moralische Pflicht ist etwas zu tun“,

heißt es im offenen Brief.
Klimaaktivistinnen Neubauer und Thunberg (Bildquelle: Oliver Berg/dpa)

Was tut die Wirtschaft schon heute?

Diese wirtschaftlichen Möglichkeiten, haben wir allerdings nicht erst seit heute. Beim #CTS2020 haben wir gemeinsam mit 50 ExpertInnen entlang der 7 Climate Impact Kategorien aufgezeigt, wie wir die klimaneutrale Wirtschaft von morgen jetzt aufbauen können. Dazu bedarf es einer klaren Abkehr vom bisherigen System: Fossile Brennstoffe, ineffiziente Industrieprozesse und Verbrennermotoren gehören genauso der Vergangenheit an, wie ressourcenintensives Bauen, Lebensmittelüberproduktion und ungleiche Bildungschancen.

„Unser derzeitiges System ist nicht ‚kaputt‘ — das System tut genau das, was es soll. Es kann nicht länger ‚repariert‘ werden. Wir brauchen ein neues System.“

Offener Brief an die EU.

Ein klimaneutrales Wirtschaftssystem

Wie ein solches System aussehen soll, steht heute noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sich die Wirtschaft bereits in ihrer Klimatransformation befindet. In Deutschland alleine treiben Wirtschaftsverbände wie LeadersforClimateAction, UnternehmensGrün, GreenTechAlliance, Klima-Allianz, BUND und viele mehr den Wandel an. Dem entgegen stehen Subventionen in fossile Brennstoffe in Höhe von 50 € Milliarden pro Jahr in Deutschland und über 300 € Milliarden in der EU. Ein neues System muss für Unternehmen Anreize schaffen, ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Steuervorteile für Firmen mit nachhaltigem Geschäftszweck, ein fairer CO2-Preis, die Förderungen von klimarelevanten Lösungen sowie ein einheitliches Lieferkettengesetz sind denkbare Schritte hin zu einer erfolgreichen Klimatransformation. Die EU denkt außerdem über eine deutliche Plastikabgabesteuer, die Ausweitung des Emissionshandels auf Flugzeuge und Schiffe, eine Digitalsteuer oder ein Sonderzoll auf Produkte aus Drittländern, die es mit dem Klimaschutz nicht so genau nehmen, nach. 

Welche Möglichkeiten zeigt uns die Forschung auf?

“The next few years are probably the most important in our history.”

Debra Roberts Co-Chair of IPCC Working Group II

Die Exponential Roadmap empfiehlt PolitikerInnen genau welche Technologien und Innovationen in den nächsten 10 Jahren weiter ausgebaut werden müssen, um mindestens 50% der weltweiten CO2-Emissionen zu halbieren.

Ein Bild, das Screenshot enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Klimarelevante Lösungen, die 50% unserer Emissionen einsparen

Die 36 Lösungen haben das Potential bereits in 10 Jahren unsere CO2-Emissionen zu halbieren. 29 davon fokussieren sich darauf CO2 zu reduzieren, 7 Lösungen dienen dazu CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen. Die Zahlen auf der rechten Seite der Grafik (zum Vergrößern anklicken) zeigen das Reduktionspotential zwischen 2020-2030 auf. Energie zeigt hier das Reduktionspotential der Energiebranche (6,1 Gt), aber anderer Sektoren durch den Bezug von Wärme und Energie auf.

CO2-Reduktion ist also kein leeres Versprechen, keine Ausgleichszahlung oder politisches Hexenwerk. CO2-Reduktion ist jetzt sofort machbar. Sie muss auch Teil des EU-Gipfels sein. Eine enkeltaugliche und zukunftsorientierte Wirtschaft braucht mutige Entscheidungen und Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen machen die Klimatransformation vor, die Politik hat jetzt die Chance mitzuziehen und entsprechende Rahmenwerke zu setzten.

2020 ist das Jahr des Wandels.

Was macht dein Unternehmen schon in Sachen Klimaneutralität und Transformation? Welche der SDGs sind euer Fokus? Bei Fragen helfen wir gerne weiter.

Ein grüner, realwirtschaftlicher Gesellschafts-Deal für die Klimatransformation

Gebannt zuhause die Nachrichten überprüfen und die immer steigende, rote Fallzahl aktualisieren. So sah für Wochen unser aller Alltag im Homeoffice aus. Eine Krise, die die Welt aus ihrem Business as Usual herausriss. Für Einige zwar nicht der erste Wirtschaftsbruch, aber doch einer, der alles anders erscheinen ließ. Die Ordnung von ökonomischen Interessen zu ökologischen und sozialen Herausforderungen wurde auf einmal neu gemischt. Heute, kurz nach einer ersten Erholung, haben vielen Unternehmen und Führungskräfte allerdings Mühe, ihre sozialen oder ökologischen Ideen in die tägliche Realwirtschaft zu integrieren. Gerade jetzt scheint für viele ein plötzlicher Wandel riskant.

Viele Akteure und Institutionen haben jedoch in den letzten Tagen hilfreiche Maßnahmen und Argumente veröffentlicht, um gerade jetzt die Klimatransformation der Wirtschaft zu starten. Hier eine Übersicht.  

5 Gründe, warum Unternehmen jetzt auf Nachhaltigkeit setzen sollten

Gerade heute benötigen Unternehmen und EntscheiderInnen Argumente für die Klimatransformation, um ihre Budgets und Prioritäten an die aktuelle Situation anpassend zu können.  Social Entrepreneurin Claudia Winkler führt hierzu die 5 Gründe, warum Unternehmen jetzt auf Nachhaltigkeit setzen sollten, an.

  1. Durch die Umsetzung der SDGs, entsteht ein weltweites Marktpotential von 12 Billion Dollar. Daraus ergeben sich besonders Geschäftschancen im Bereich Food, Städte, Energie und Gesundheit.
  2. VerbraucherInnen verlangen nach mehr Nachhaltigkeit. Schon im Jahr 2013 wuchsen klimafreundliche Produkte 5,6 Mal schneller als herkömmliche.
  3. MitarbeiterInnen suchen Unternehmen, die ihren Beitrag zur Welt leisten.
  4. Nachhaltigkeit ist der neue Standard für Investitionen. Sogar BlackRock, der weltgrößte Vermögensverwalter, hat die Anzahl seiner auf Nachhaltigkeit ausgerichteten börsengehandelten Fonds verdoppelt und will sein nachhaltiges Vermögen innerhalb eines Jahrzehnts um das Zehnfache auf $1 Billion erhöhen.
  5. Ein sinnstiftender Unternehmenszweck ist zukunftsweisend und macht nicht nur die eigenen MitarbeiterInnen, sondern auch die Geschäftsführung glücklich.

Ein Social-Green Deal als Vertrag zwischen Zukunft, Verteilung und Realwirtschaft

Eine rein wirtschaftliche Perspektive neigt dazu, die Bedürfnisse des sozialen Sektors nicht umfassend abzubilden sowie die täglichen Entscheidungen über langfristige, ökologische Interessen zu priorisieren. Gerade die unterschiedlichen lokalen, nationalen und europäischen Reaktionen auf die Krise machen dies deutlich. Politökonomin Prof. Maja Göpel schrieb dazu, dass bislang unvorstellbare soziale, politische und wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um kurzfristige Verwerfungen zwischen Wirtschaft, Politik und Gesundheitssystem zu vermeiden. Diese Maßnahmen dürften aber die bereits eingeleitete Klimatransformation nicht stoppen. Ein CO2-neutrales Europa, regenerierter Böden, der Schutz von Artenvielfalt und den Weltmeeren sowie einer ganzheitlichen Kreislaufwirtschaft gelten auch während und nach der Corona Krise. Sie führt daher an, dass ein Social-Green Deal die drei Säulen der Solidarität: Zukunftsorientierung, Verteilungsgerechtigkeit und Realwirtschaft so vereinen muss, dass der Gedanke einer lokalen, nationalen und auch europäischen Schicksalsgemeinschaft Substanz erhält.

Klimaneutralität benötigt umfassende CO2-Innovationen

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt bis 2050 klimaneutral zu sein. Viele ForscherInnen sehen dies als zu spät – wollen wir die globale Erderwärmung auf unter 2 Grad eingrenzen. Nichtsdestotrotz ist dies ein ambitioniertes Ziel, zieht man in Betracht, dass Deutschland alleine jährlich knapp 800 Millionen Tonnen CO2 freisetzt. Die Studie „Unkonventioneller Klimaschutz“ der Stiftung Wissenschaft und Politik, betont daher, dass nur durch CO2-Speicherung langfristig ein solches Ziel erreichbar sei (laut SPIEGEL). Bis solche Technologien massentauglich, energiesparsam und kosteneffizient am Markt einsetzbar sind, bedarf es Investitionen in den sozial-ökologischen Umbau der zentralen Transformationssektoren. Diese sind laut Umweltbundesamt: Energie, Mobilität und Gebäude. Ähnlich wie das anstehende Aufbaupaket der EU, will auch die Bundesregierung den Fokus auf bereits vorhandene Innovationen für eine nachhaltige Entwicklung legen. Die nationalen Treibhausgasemissionen sollten nach dem Bericht „Nachhaltige Wege aus der Krise“ um mindestens 70% bis 2030 (gegenüber 1990) gemindert werden. Dazu legte das Amt die folgenden 6 Kernhandlungsfelder vor.

  1. Klimapolitik konsequent fortführen, European Green Deal umsetzen
  2. Lock-ins durch Investitionen in überholte Technologien vermeiden
  3. Finanzmittel für einen zukunftsorientierten Strukturwandel einsetzen
  4. Zukunftsfähige Arbeit fördern und soziale Folgen beachten
  5. Europäische Solidarität und Zusammenarbeit stärken
  6. Konjunkturprogramme im Hinblick auf Nachhaltigkeit evaluieren

Wirtschaft, Klimaschutz und Politik als Treiber eines neuen Gesellschaft-Deals

Zusammenfassend kann man festhalten: Es ist heute ein extrem spannender und lohnender Zeitpunkt, um in Nachhaltigkeit zu investieren. Die politischen Rahmenbedingungen stehen in den Startlöchern, Unternehmen erkennen ihre Marktchancen durch die Umstellung auf klimarelevante Geschäftsmodelle und CO2-sparende Innovationen werden weltweit vorangetrieben. Ein grüner, realwirtschaftlicher Gesellschafts-Deal befindet sich in seiner Entstehung, entwickelt durch eine aktive Auseinandersetzung und Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Umweltschutz und Politik.

Online Summit zur Klimatransformation

Um weitere konkrete Maßnahmen für Unternehmen vorzustellen, auszutauschen und kennenzulernen, stellen 50+ SpeakerInnen und Workshop Hosts beim climatesummit.de ihre Best-Practices für die Klimatransformation vor. Die interaktive Agenda erlaubt es allen TeilnehmerInnen sich via Chat oder auch persönlich in Breakout Sessions, Online Netzwerk Räumen und Workshops auszutauschen und Erfahrungen einzubringen. Klimabeauftragte in kleinen Unternehmen, EinkäuferInnen, Interessierte, MitarbeiterInnen aus dem öffentlichen Dienst und ForscherInnen sind ebenso eingeladen wie EntscheiderInnen in Corporates.

Sei dabei und werde Teil der Lösung. Bei Fragen, sprich uns gerne an.

Bildquelle: Unsplash.

Die 5 wichtigsten Schritte, um deinen Online-Shop nachhaltig fit zu machen. Jetzt beim CHOICE Webinar mit Christian Schönborn anmelden.

Klimabeauftragter von SugarShape teilt die 5 wichtigsten Schritte, um deinen Online-Shop nachhaltig fit zu machen.

Christian Schönborn ist seit 7 Jahren im Gründerteam von SugarShape im Einsatz: Als Business Developer, Leiter der Lieferantenbeziehungen und schließlich als Sustainability-Beauftragter. Der Job im Startup ist vielseitig und immer eine Herausforderung, aber gerade das Thema Nachhaltigkeit wurde mit den Jahren für Christian immer wichtiger. SugarShape kümmert sich ganzheitlich um die Bedürfnisse ihrer KundInnen, LieferantInnen und schließlich ProduzentInnen und hat daher ganz selbstverständlich soziale Verantwortung und Umweltschutz zur Chefsache gemacht.

Jetzt für das erste CHOICE Webinar mit Christian Schönborn anmelden!

Über die Jahre hat Christian daraufhin den gesamten Bereich Nachhaltigkeit aufgebaut. Was er dabei lernen konnte und welche Tipps er für deinen Online-Shop hat, kannst du im CHOICE Webinar am 16. April um 14h erfahren. Die TeilnehmerInnenanzahl ist begrenzt, bitte daher vorab hier anmelden.

Warum ist Nachhaltigkeit für Online-Shops wichtig?

E-Commerce ist die Innovation der letzten 10 Jahre im Handel. Unternehmen erreichen ihre KundInnen bequem zuhause, bieten Services rund um die Uhr und helfen auch in den aktuellen Zeiten Waren bis an die Türe zu bringen. Ein Klick genügt. Die Prozesse im Hintergrund sind allerdings weitaus komplexer als man meint. Einkauf, Beschaffung, Transport, Produktion, Vertrieb, Verpackung, Versand, Retour, Recycling und „End-of-Life“. Die Lieferkette ist komplex und lässt sich in unzählige Zwischenschritte zerlegen. Ebenso unübersichtlich sind häufig die erzeugten Emissionen und sozialen Auswirkungen. Welche (seltenen) Rohstoffe oder Chemikalien stecken im Produkt? Wer hat das Produkt unter welchen Bedingungen hergestellt? Und wieviel CO2 wurde durch Produktion und Versand hergestellt? Oft gewinnen Unternehmen nur nach und nach den Überblick über ihre Lieferketten und können daher am besten dort anfangen wo sie stehen: im Online-Shop.

Welche Schritte sind im Onlinehandel am kritischsten?

Nachhaltigkeit ist keine festgelegte Kennzahl. Die Messung von CO2 ist zwar weit verbreitet und auf dem Weg zur unternehmerischen Klimatransformation unumgänglich, gerade im Bereich Textilproduktion oder Lebensmittel sind aber besonders auch die sozialen Auswirkungen von großer Bedeutung! Standards wie fairtrade, der Blaue Engel oder FairWear geben Richtlinien an die Hand und versuchen Transparenz zu schaffen. Kinderarbeiten, Lohndumping und gefährliche Arbeitssituationen müssen als Allererstes ausgeschlossen werden! Danach stellt der Onlinehandel aber besonders die Herausforderung Materialbedarf, Produktion, Lieferwege und Verpackung anhand von Nachhaltigkeitskriterien und CO2-Werten kritisch zu beleuchten.

Was sind die ersten Schritten für einen nachhaltigen oder sogar klimaneutralen Online-Shop?

In Deutschland legen 60% der KonsumentInnen großen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit bei ihrem Online-Einkauf. Schwierig ist dabei, dass jedes Päckchen mit einem zusätzlichen CO2-Rucksack von 600g geliefert wird. Darüber hinaus verursacht die Retour von jedem sechsten Packet wiederum eine Menge CO2.

Möchtest du deinen Online-Shop klimaneutral gestalten, musst du daher:

  1. Den CO2-Fußabdruck messen: Für das Unternehmen, dazu gehört vor allem auch IT & Cloudspeicher.
  2. Den Produkt-CO2-Fußabdruck erfassen: Beinhaltet Material, Produktion, Verpackung und Versand etc.
  3. Nach der Berechnung CO2-Reduktionsstrategien für Produkt und Unternehmen festlegen.
  4. Wichtig: Nur die nicht einsparbaren CO2-Emissionen sollten mit Klimaschutzprojekten kompensieren werden.
  5. Klimaneutrales Unternehmen sein und andere inspirieren.

Jetzt für das CHOICE Webinar anmelden

Dein Online-Shop braucht noch etwas Hilfe in Sachen Nachhaltigkeit? Dann erfahre mehr im CHOICE Webinar mit Christian Schönborn von SugarShape. Blicke hinter die Kulissen des Onlinehandels und lerne welche 5 Schritte am wichtigsten sind.

Wann: 16. April, 14-15h.

Was: 5 Schritte für deinen nachhaltigen Online-Shop.

Wer: Christian Schönborn, Klimabeauftragter von SugarShape.

Wie: Hier kostenlos anmelden und einen der limitierten Plätze reservieren.

Bildquelle: USGS, SugarShape, Kira auf der Heide auf Unsplash.