Zertifiziert nachhaltig. Der Dschungel an Zertifikaten, Normen und Standards.

Lesedauer: 3 Minuten

 Christian Hechler-Wien und Jona Nelson

Im CHOICE Webinar #12 stellten Christian Hechler-Wien von TÜV Rheinland und Jona Nelson des Zentrums für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) den ZNU-Standard vor. Dieser vereint verschiedene Nachhaltigkeitsnormen und setzt einen grundlegenden Baustein zur kontinuierlichen Verbesserung von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit. 

„Nachhaltigkeitszertifikate sind nicht der erste Schritt in der Klimastrategie, können aber der erste Meilenstein sein.“

Jona Nelson

Es folgt hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Anwendungskriterien. Unten findet sich die Aufzeichnung des gesamten Webinars mit allen weiteren Informationen.

Der aktuelle Einblick in den Dschungel von Nachhaltigkeitszertifikaten

Eine große Bandbreite an verschieden Zertifikaten in den Bereichen Produktstandards, Managementsystem Standards und Berichtsstandards macht es der VerbraucherIn aber auch Unternehmen nicht leicht einen Überblick zu bewahren. 

Produktstandards: Blauer Engel, Fair Trade, FSC, UTZ Certified und RSPO sind nur einige wenige Beispiele für Produktstandards. Diese legen ihren Fokus auf die Qualität von Rohstoffen und Einhaltung von sozialen Mindestanforderungen.

Berichtsstandards fokussieren sich auf die qualitative Berichterstattung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Hier ist der national gängigste Standard der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, international anerkannt ist die Global Reporting Initiative.

Management System Standards stellen ein nachhaltige Unternehmensführung sicher. Im Bereich der Umwelt gibt es beispielsweise die ISO 14001 oder EMAS, im Bereich der Energieeffizienz gibt es die ISO 50001 und im Bereich Soziales den SAI oder SA800.

Wo lässt sich der ZNU-Standard einordnen?

Der ZNU-Standard beschreibt sich als ein Management System Standard, vereint jedoch verschiedene Nachhaltigkeitsbereiche. Dieser Standard überprüft 23 Themenfelder aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft.

Quelle: ZNU

Außerdem greift er ebenfalls die Standardaspekte der Berichterstattung und der Produktqualität auf. Er umfasst also ein breites Spektrum an verschiedenen Themenfelder der Nachhaltigkeit sowie der Qualitätssicherung.

Außerdem ist bei diesem Standard zu betonen, dass er die kontinuierliche Verbesserung von Unternehmen sicherstellt, so wird das Zertifikat jährlich ausgestellt.

Voraussetzungen zur Zertifizierung nach dem ZNU-Standard

Die Grundvoraussetzung ist ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement. Zur Überprüfung dessen wird ein erster Selbst-Check empfohlen. Hierbei sollten 3 Bereiche den Fokus darstellen:

  1. Die Unternehmensebene: Wie nachhaltig ist die Unternehmensführung?
  2. Die Produktebene: Überprüfung von Produkten im Nachhaltigkeitskontext (Rohstoffe und Lieferkette), hier kann mit dem Umsatzstärksten oder dem „kritischsten“ Produkt begonnen werden.
  3. Anspruchsgruppenebene: Befragungen und Screenings von Anspruchsgruppenbefragungen können Akzente setzten und Aufdecken was SkateholderInnen wichtig ist, aber auch die interne Befragung wird empfohlen.
Quelle: ZNU

In jedem Unternehmen gibt es unterschiedliche Schwerpunkte zur Zertifizierung nach dem ZNU-Standard, hierfür wird die Wesentlichkeitsmatrix genutzt. Hier finden sich die genauen Anforderungen zur Zertifizierung und somit für einen ersten Selbst-Check.

5 Vorteile des ZNU-Standards

  1. Ganzheitliche Betrachtung: Inbegriffen sind die drei Säulen der Nachhaltigkeit Umwelt, Wirtschaft und Soziales sowie die dazugehörigen Unterkategorien.
  2. International und Branchenübergreifend anwendbar.
  3. Externe Zertifizierung: Jährliche Überprüfung durch aktuell siebn unabhängige Zertifizierungsstellen.
  4. Integration weiterer Nachhaltigkeitsrichtlinien: z.B. SDGs, DNK, ISO 50001, ISO 14001, EMAS, GRI, UN Global Compact u.v.m.
  5. Aktualität und Bezug zu politischen Zielen durch angebundene universitäre Forschung.

Die gesamten Inhalte des CHOICE Webinars #12

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