Wie Unternehmen das europäische Emissionshandelssystem nutzen können

Lesedauer: 3 Minuten

Beim CHOICE Event #21 erklärte Ruth von Heusinger, CEO von ForTomorrow, welche Rolle der europäische Emissionshandelssystem für den Klimaschutz spielt, wieso der traditionelle Handel mit Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten ihrer Meinung nach kritisch zu betrachten ist und was Unternehmen nun tun können.

Foto Referentin, Ruth von Heusinger
Ruth von Heusinger

Unsere Expertin

Ruth von Heusinger gründete ForTomorrow, um die marktgetriebenen Mechanismen des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS) zu nutzen. Das EU-ETS nimmt starken Emittenten durch Verminderung an Emissionszertifikaten die Rechte, weiteres CO2 auszustoßen. Ruth nutzt heute ihre Erfahrung aus ihrem Physikstudium und ihrer Arbeit im Bereich erneuerbaren Energien bei Statkraft sowie ihm freiwilligen CO2-Kompensationsmarkt bei atmosfair.

Das Europäische Emissionshandelssystem – Ein Beitrag zum Klimaschutz?

Der Klimawandel ist real, das wissen wir heute alle. Die Welt hat sich bereits über ein Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau erwärmt. Um das weltweite Ökosystem weitestgehend im Gleichgewicht zu halten, muss die Erderwärmung bei 1,5° C Erwärmung gestoppt werden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu vermeiden. Dafür bleiben bei aktuell gleichbleibendem Emissionsausstoß noch etwa siebeneinhalb Jahre. Ruth von Heusinger hat mit ForTomorrow einen besonderen Ansatz entwickelt, um den CO2-Zertifikathandel der EU zu nutzen, die Preise pro Zertifikat nach oben zu treiben und dadurch langfristig Emissionen einzusparen. Was steckt dahinter?

Die Funktionsweise des Europäischen Emissionshandelssystem

Zu Beginn müssen wir den europäischen CO2-Handel verstehen. Ruth vergleicht das EU-ETS mit einer kleinen Gemeinde, in der jede*r Bürger*in nur eine Mülltonne zur Verfügung haben. Ist die eigene Mülltonne voll, so bleiben zwei Optionen: Entweder man reduziert den eigenen Abfall oder man bezahlt die Nachbar*in, um seine Mülltonne zu nutzen – dann kann die Nachbar*in selbst jedoch nur noch weniger Müll entsorgen.

Das Emissionshandelssystem in Europa funktioniert ähnlich. Ein Emissionsrecht repräsentiert eine Tonne CO2, die ausgestoßen werden darf.  Die Gesamtmenge der Rechte ist begrenzt. Die Zertifikate und Rechte werden von den Regierungen der EU versteigert. Gleichzeitig können Unternehmen mit den Zertifikaten handeln. Wenn also eine Industrieanlage bereits Zertifikate ersteigert hat und dann weniger CO2 ausstößt als vorher angenommen, so können die verbleibenden Emissionsrechte an andere Unternehmen verkauft werden. Die Käufer*in bekommt damit das Recht zusätzliche Emissionen auszustoßen. Um die Emissionen langfristig zu senken, sinkt die Anzahl an verfügbaren Emissionszertifikaten kontinuierlich. 

Emissionsrechte kaufen

Wer Emissionsrechte kauft, nimmt als Unternehmen die Möglichkeit weitere Emissionen ausstoßen. Dieses System nutzt ForTomorrow, indem Zertifikate bei der Auktion gekauft werden. Somit stehen diese Zertifikate keinen anderen Unternehmen zur Verfügung, die sonst diese zusätzlichen Tonnen CO2 ausstoßen dürfen. 

Die Teilnehmer*innen des CHOICE Events konnten am Ende erfahren, dass es sich beim Emissionshandel der EU um ein komplexes System handelt, welches für Privatpersonen und kleine Unternehmen nur selten verständlich bzw. zugänglich wird. ForTomorrow vereinfacht dies und nutzt reguläre Handelsplätze und Mechanismen, indem von Spendengeldern CO2 Rechte gekauft werden. Die Hypothese: Durch die Nachfrage steigen die CO2-Preise und Emissionen sinken.

Mit der gemeinnützigen GmbH ForTomorrow wird es somit Unternehmen auf einfache Art möglich, Klimaschutz zu betreiben und CO2-Emissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen kontinuierlich zu reduzieren. 

Die Aufzeichnung des Webcasts 

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