Green Lamps

TRILUX: “Unsere Verantwortung hört nicht an der Arnsberger Stadtgrenze auf.”

14.12.2021 | Lesedauer: 5 Minuten

Katrin Discher

Interviewpartnerin: Katrin Discher ist seit 2020 für den Bereich Nachhaltigkeit innerhalb der TRILUX Gruppe verantwortlich. Der deutsche Marktführer für technische Leuchten hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und arbeitet nun intensiv an deren Umsetzung.

Um eine grundlegende Übersicht und eine vergleichbare Bewertung ihrer Zielsetzungen und entsprechenden Maßnahmen zu erhalten, hat TRILUX den CLIMATE Readiness Check durchgeführt. Wir sprechen mit Katrin Discher über ihre Erfahrungen, die wichtigsten Erkenntnisse sowie die nächsten Schritte auf ihrem Weg der Klimatransformation.

Wir freuen uns, mit TRILUX gemeinsam den CLIMATE Readiness Check durchgeführt zu haben. Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Das inhabergeführte Unternehmen Trilux mit Sitz im im sauerländischen Arnsberg ist ein technisch-orientierter Hersteller von professionellen LED-Beleuchtungslösungen und Steuerungssystemen für Einsatzzwecke in der Industrie, Office, Health & Care, Education, Retail sowie in der Außenbeleuchtung. Wir beschäftigen weltweit ca. 5.000 Mitarbeitende und steuern mit dem Einsatz unserer energieeffizient ausgelegten Produkte zur globalen CO2-Reduktion bei.

Wie positioniert ihr euch in Sachen Klimatransformation? Welche Klimaziele habt ihr für euch definiert?

Wir beschäftigen uns schon seit vielen Jahren mit Energie- und Emissionsreduktion und haben entsprechend ein sehr umfassendes ISO Energie- und Umweltmanagementsystem. Nichtsdestotrotz haben wir uns auf Basis der Science Based Targets (SBTs) ein klares Klimaziel gesetzt: Wir wollen an allen deutschen Produktionsstandorten bis 2025 klimaneutral sein, mit einem Reduktionsziel von mindestens 2,5 bis 4,2 % pro Jahr. Im zweiten Schritt gehen wir die europäischen Produktionsstandorte an. Als Unternehmen haben wir dabei erkannt, dass wir uns fokussieren müssen, um schnell ins Handeln zu kommen. Deswegen starten wir mit dem deutschen Produktionsstandort, da wir hier mit Abstand den größten Impact haben. 

Wie hat euch der CLIMATE Readiness Check dabei geholfen? Welche wichtigsten Learnings nehmt ihr mit?

Der CLIMATE Readiness Check hilft uns zu verstehen, wo wir in der Klimatransformation stehen und wie wir entsprechend bewertet werden. Mit dem Check konnten wir intern gegenprüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind und ob die Ziele in allen Bereichen ambitioniert genug sind. So lässt sich unser aktueller Stand nun ganz konkret verorten.  

Es ist wichtig für Kund:innen, Lieferanten und Partner:innen, dass es ein einheitliches, vergleichbares Scoring gibt, das auch einfach zu handhaben ist. Denn es gibt einige international anerkannte, aber sehr komplexe Scorings, die der Mittelstand gar nicht in dieser Form bedienen kann. Daher finde ich es ganz toll, dass wir schon lange intensiv mit THE CLIMATE CHOICE im Austausch sind und den Readiness Check durchführen konnten.

Dabei haben wir gemerkt: Wir müssen in einigen Bereichen die Zahlen konkretisieren. Der Readiness Check hat uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber wir wollen natürlich noch weiter gehen. Das Feedback aus dem Scoring nehmen wir intern mit auf den Prüfstand, um zu schauen an welcher Stelle wir uns verbessern müssen. Wir haben auf jeden Fall noch einige Schritte zu gehen!

Was sind die nächsten Schritte, die ihr im Rahmen der Klimatransformation angehen wollt?

Aktuell befinden wir uns in der Strategiephase. Das bedeutet, wir haben unsere Nachhaltigkeitsstrategie für 2023 intern mit dem Vorstand besprochen sowie abgesegnet und sind jetzt dabei, diese konkret mit Meilensteinen zu versehen. Ein großes Element davon ist unsere Klimastrategie: Momentan sind wir dabei, unseren CO2-Fußabdruck von 2020 zu ermitteln, um dann in internen Workshops mit den betroffenen Fachabteilungen zu schauen, wo konkretes und weiteres Potenzial zur Reduktion liegt. 

Wie geht ihr dabei mit eurer Lieferkette und den hier entstehenden Emissionen um?

Die Lieferkette ist ein extrem wichtiger Punkt, der uns sehr umtreibt – denn unsere Verantwortung hört nicht an der Arnsberger Stadtgrenze auf. Wir haben ein relativ großes Lieferantennetzwerk und es ist uns wichtig, mit den Partner:innen kooperativ zusammenzuarbeiten und alle mitzunehmen. Seit diesem Jahr sind wir verstärkt mit unseren größten Partner:innen im Dialog, um gemeinsam die Klimaziele voranzutreiben und uns zu fragen, wie wir neben der CO2-Reduktion auch andere Nachhaltigkeitsziele etablieren können. 

Zusammen mit dem Einkauf werden wir daher in den nächsten Monaten konkrete Maßnahmen angehen. Der CLIMATE Readiness Check stellt hier ebenfalls eine gute Möglichkeit dar, unserem Lieferkettenmanagement den Spiegel vorzuhalten. Ganz klar ist die Lieferkette also eines unserer Fokusthemen im nächsten Jahr.

Welche Tipps und Best Practices wollt ihr anderen Unternehmen mit auf den Weg geben?

Als erstes hilft es auf jeden Fall, sich einen Moment Zeit zu nehmen und zu fokussieren. Als ich die Funktion im Nachhaltigkeitsbereich übernommen habe, wurde ich mit vielen verschiedenen Aufgaben konfrontiert und bin dann in alle Richtungen losgelaufen. Da ist mir schnell der Atem ausgegangen. Daher musste ich mich anfangs wirklich gut sortieren. Wir verfügen als mittelständisches Unternehmen über begrenzte Ressourcen und müssen uns fragen: Wie können wir diese nutzen, um ambitionierte Klimaziele zu erreichen? Es ist also wichtig, gut zu planen und festzulegen, bis zu welchem Zeitpunkt das Unternehmen welches Zwischenziel konkret erreichen kann. Themen, die vielleicht noch eine Nummer zu groß sind, können dann im nächsten Schritt angeschaut werden. 

Ebenfalls wichtig sind Netzwerke und Partnerschaften. Gemeinsam Best Practices für die konkrete Umsetzung zu entwickeln, von- und miteinander zu lernen und sich über Herausforderungen auszutauschen, ist extrem hilfreich. Dabei können auch wichtige Synergien entstehen – ob nun regional, deutschlandweit oder global. Gerade da hat uns das Netzwerk von THE CLIMATE CHOICE sehr geholfen, uns auch mit weiteren Expert:innen auszutauschen und ganz konkret ins Handeln zu kommen. 

Vielen Dank für das interessante Interview, Frau Discher. Wir freuen  uns sehr über die Zusammenarbeit mit Trilux und darauf, gemeinsam die Klimatransformation der Wirtschaft voranzutreiben.