Unser Top 10 des #CTS2021! Wie Du die Klimatransformation umsetzt.

Lesedauer: 10 Minuten

Danke CLIMATE Community! Hinter uns liegen zwei erlebnisreiche Tage, voll spannender Einblicke in die unternehmerische Klimatransformation, Austausch in der CLIMATE Community und Best-Practices zur CO2-Reduktion. In insgesamt 3 Keynotes, 6 Fireside Chats und 11 Workshops – sowie in individuellen Gesprächen auf der online Messe – konnten wir gemeinsam das geballte Branchenwissen erleben! Wir sind überglücklich und teilen gerne mit Dir im Folgenden die wichtigsten Ergebnisse des Summits.  

Der CLIMATE TRANSFORMATION Summit war ein voller Erfolg!

100% online vernetzte der ClimateSummit.de dieses Jahr über 600 Teilnehmer:innen aus der DACH Region mit 50 Expert:innen aus der Praxis und 50 Klimalösungsanbieter:innen. Gemeinsam stellten wir Best-Practices zur Klimatransformation vor, diskutierten aktuelle Herausforderungen und stellten zukünftige Kontakte zur Zusammenarbeit her. Dabei konnten wir viel Neues lernen. Wir bedanken uns bei allen Speaker:innen, Partner:innen, Aussteller:innen und Teilnehmer:innen, die den #CTS2021 ermöglicht und vor allem mit gestaltet haben! Lasst uns direkt im Anschluss gemeinsam in die Klimatransformation einsteigen, das Gelernte umsetzen und einen Unterschied für eine nachhaltige Zukunft machen!

Was konnten wir beim #CTS2021 lernen? 

Im Folgenden stellen wir Dir unsere wichtigsten Learnings und Einblicke vom Summit vor. Dabei gehen wir der Frage nach: Wie können wir nun nach dem 2-tägigen Auftakt für die erfolgreiche Klimatransformation praktisch werden und Klimaziele konkret umsetzen? 

Unsere 3 wichtigsten Learnings

1.  Konkrete Best-Practices für die Umsetzung von Klimazielen 

Unternehmen suchen erprobte Best-Practices der Klimatransformation für die eigene Anwendung. Dabei ist spannend: Wie gehen andere Unternehmen vor und wie haben sie ihre ersten Schritte in die Klimatransformation hinein gemeistert? Um Klimaschutz und Nachhaltigkeit gezielt in die eigene Unternehmenstätigkeit zu integrieren braucht es daher konkrete Tipps von Unternehmen, die schon erste Erfahrungen im eigenen Unternehmen sammeln konnten. Wichtig sind hier nicht nur die Erfolgsgeschichte, sondern gerade auch die Fehler und neu gewonnenen Erkenntnisse in der Umsetzung. Was waren Herausforderungen und welche Maßnahmen haben in der Vergangenheit nicht funktioniert? Hieraus lässt sich der Wandel durch die Klimatransformation der Wirtschaft ableiten und neue Chancen für die eigene Positionierung gewinnen. 

2. Grundlage für die Klimatransformation: Vernetzung

Es wird deutlich: Klimabeauftragte wollen sich vernetzen! Unzählige Unternehmen sind bereit, die Klimatransformation umzusetzen, häufig fehlen allerdings Ressourcen, Wissen um konkrete Lösungen oder Kontakte zu Akteur:innen der Branche. Die gute Nachricht dabei ist: Lösungen und Anbieter:innen gibt es schon! Die Vernetzung von KIimabeauftragten untereinander und mit Lösungsanbieter:innen bildet daher die Grundlage dafür, Klimaziele gemeinsam schnellstmöglich umzusetzen. Die CLIMATE Community bietet über den Summit hinaus Austausch, die Möglichkeit zur Vernetzung – damit wir weiterhin voneinander lernen und gemeinsam handeln können.

3. Plattform für industrie- und fachübergreifenden Austausch

Und dies nicht nur in der eigenen “Klima-Bubble”! Austausch sollte fachübergreifend und mehrere Industrien umfassend stattfinden können. Die Klimatransformation braucht daher eine Plattform, die vielschichtigen Austausch und industrieübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht. Genau das ist die Mission von THE CLIMATE CHOICE: Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihre Klimaperformance zu erfassen und ihre Klimaziele umzusetzen. Dazu bieten wir unseren CLIMATE READINESS Check an und machen auf unserer CHOICE Plattform Best-Practices für die Klimatransformation einfach zugänglich. 

Gemeinsam mit der CLIMATE Community konnten wir beim Summit darüber hinaus spannende Erkenntnisse der Klimatransformation erarbeiten.

Entdecke hier unsere Top 10

Die 10 relevantesten Insights zur Klimatransformation

1. Der Wille zum Wandel ist da!

Auf dem diesjährigen Summit ist uns allen klar geworden: Der Wille ist zum Wandel ist da! Gerade jetzt, nach Corona. Viele Unternehmen wollen loslegen, die Chance zum Wandel nutzen und die Klimatransformation praktisch umsetzen. 

 “Wir brauchen schnelle Lösungen und eine Entschlossenheit in der Umsetzung!”

betont Energieökonomin Prof. Claudia Kemfert in einer Eröffnungsrede.

Prof. Claudia Kemfert machte deutlich: Die Grundlage des gemeinsamen Handeln ist die Bereitschaft und die Entschlossenheit, die klimarelevanten Chancen und Möglichkeiten zu erkennen und jetzt in die Umsetzung zu investieren. Nur so können wir zusammen Veränderung schaffen und Klimaziele umsetzen. 

2. Science-Based Targets als Grundlage für die eigene Zielsetzung

Die Grundlage der konkreten Klimazielsetzung bilden sogenannte Science-Based Targets, also wissenschaftlich basierte Klimaziele. Die Wissenschaft dient hier also als starke Orientierung. Sie bietet konkrete Anhaltspunkte dafür, wie Unternehmen im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens die eigenen Emissionen reduzieren können. Die Science-Based Targets sind ein gutes Rahmenwerk für die eigene Zielsetzung. SBT´s in die eigenen Unternehmensziele zu integrieren ist der erste Schritt in Richtung Veränderung, da sie Unternehmen hilfreiche Richtlinien geben, wie viel CO2 sie bis wann reduzieren müssen, um die eigene zukunftsfähige Unternehmenstätigkeit zu sichern. 

Lea Fink

“Um den Wandel der Wirtschaft zu beschleunigen, brauchen wir Hebelmechanismen. Hierfür brauchen wir unternehmerische Transparenz, die es Stakeholdern ermöglicht, überhaupt einsehen zu können was ein Unternehmen macht sowie einen globalen Standard für robuste Emissionsziele, um sagen zu können, ob ein Unternehmen nun „genug“ Emissionen reduziert oder nicht. Eine robuste Klimastrategie ist eine Win-Win Lösung um das Dilemma des kollektiven Handelns zur Klimakrise zu überwinden”

Lea Fink, Global Manager bei CDP

3. Wissen, wo wir in der Klimatransformation heute stehen

Dabei hilft es, sich darüber bewusst zu werden, wo wir aktuell stehen. Wir alle befinden uns noch in den Startlöchern zur Neugestaltung der Wirtschaft. Begriffe wie “Net-Zero”, “Klimaneutralität” oder “Zero-Emission” sind dabei häufig eher verwirrend. Entgegen einer rein optimistischen Kommunikation, sind nämlich besonders auch Fehleinschätzungen der Vergangenheit spannend, um aus ihnen zu lernen. So können wir in Zukunft tatsächlich nachhaltige Alternativen entwickeln und Treibhausgasemissionen reduzieren. 

Unser Fazit: Es ist wichtig ambitionierte Ziele zu setzen, die reale Umsetzung zu messen und Erfolge sowie Missstände zu kommunizieren. So können Entscheider:innen die eigene Unternehmenspraxis im Bezug auf Klimaschutz einordnen und stetig verbessern. 

4. Die eigene Klimaperformance verstehen 

Mit den richtig erfassten Daten können Unternehmen die eigene Klimaperformance nach den bestehenden Regelungen und Standards wie z.B. der EU Taxonomie, TCFD und GRI besser nachvollziehen. 

Yvonne Zwick

Yvonne Zwick, Vorständin von B.A.U.M. e.V. weist darauf hin, dass:

“Betriebsabläufe klimakompatibel zu machen (..) eine stufenweise und ganzheitliche Herangehensweise (erfordert), in der alle Bereiche – auch der Produktion – einbezogen werden. Besser als schnelle Lösungen sind langsame mit echten positiven Wirkungen.”

Sich an den klimarelevanten Kriterien zu orientieren sorgt dafür, dass Unternehmen den Anforderungen von Seiten der Politik, Wirtschaft und der Gesellschaft gerecht werden und darüber hinaus zukünftige Risiken und negative Klimaeinflüsse durch nicht eingehaltene Standards vermeiden können.

5. Erfassung der direkt und indirekt ausgestoßenen Emissionen

Es ist unbedingt nötig, die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen zu erfassen. Dies umfasst nicht nur die Messung der direkten CO2-Emissionen, die durch die Unternehmenstätigkeit selbst anfallen (Scope 1 und 2), sondern auch die Emissionen, welche entlang der gesamten Lieferkette eines Unternehmens ausgestoßen werden.

 

Andreas Mals

„Die Nachhaltige Transformation ist noch bedeutender und umfassender als die Digitale Transformation. Gelingen können die beiden großen Aufgaben unserer Zeit allerdings nur gemeinsam und mit guten Daten.“

Andreas Maslo, COE und Co-Founder von VERSO. 

Daten über die eigene Klimaperformance bilden die Grundlage dafür, individuelle Reduktionspotenziale aufzudecken und zu erkennen, in welchen Bereichen Veränderung zielführend und effektiv ist.

6. Zusammenarbeit mit Zulieferant:innen entlang der gesamten Lieferkette 

Neben der eigenen eingeben Kliamperformance sind die Klimamaßnahmen der Akteur:innen innerhalb der gesamten Lieferkette von großer Bedeutung, wenn es um das Reduktionspotential von CO2 geht. Da durchschnittlich mehr als 80% der Treibhausgasemissionen innerhalb der Lieferkette eines Unternehmens ausgestoßen werden, ist die Zusammenarbeit mit allen Zuliefer:innen relevant. 

“Everything is about collaboration – external and internal!”

Karol Gobczynski, Head of Climate and Energy bei IKEA

Nur unter Einbeziehung aller Akteur:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette lassen sich Reduktionsziele umsetzen, verdeutlichte Karol Gobczynski. Wichtig ist es hierbei, die eigenen Zuliefer:innen bewusst zu unterstützen und sie für klimafreundliches Handeln zu sensibilisieren.

7. Transparenz schaffen

Der Erfolg in Sachen Klimaschutz hängt von einer umfassenden und transparenten Berichterstattung ab. Durch zahlenbasierte Analysen und Messverfahren die Klimaperformance des eigenen Unternehmens offenzulegen ist besonders wichtig, um Vertrauen zu schaffen aber auch Handlungsfelder aufzudecken, so Donya Amer, CEO von Bosch Climate Solutions.

Um globale Standards zu setzen, fordert das CSR-Richtliniengesetz seit 2017 Unternehmen dazu auf, Informationen über Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange zu veröffentlichen. Transparenz zu schaffen fördert die Glaubwürdigkeit und trägt dazu bei, dass ambitionierte Klimaziele überprüft und gemeinsam umgesetzt werden können.

“We have to think about how to focus. It gives us a guideline based on values and shows where we would like to go further”

Donya Amer, CEO von Bosch Climate Solutions

8. Entwicklungen und Erfolge nachvollziehen

Eine transparente Berichterstattung hilft dabei, die Entwicklungen im eigenen Unternehmen nachzuvollziehen. Welche Maßnahmen erweisen sich als effizient und an welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden? Eine regelmäßige Überprüfung der Fortschritte ist wichtig, um die eigenen Best-Practices zu identifizieren und Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen, verdeutlicht Renat Heuberger von South Pole. Um Klimaziele umzusetzen und die Klimatransformation voranzutreiben, müssen wir die bisherigen Entwicklungen einschätzen können, um zu wissen, wie wir von dort aus weiter machen.

 

“Ein Zero-Target ist nur glaubwürdig, wenn Unternehmen aufzeigen, was dieses Jahr schon geplant ist”

Renat Heuberger, CEO und Co-Founder von South Pole

Außerdem sollten sich Unternehmen immer wieder die Frage stellen: Welche Learnings können wir mit anderen teilen? Von den eigenen Erfolgsgeschichten können andere profitieren!

9. Alle Stakeholder:innen einbeziehen

Die meisten Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen! Deswegen ist es wichtig, alle Beteiligten in die Prozesse einzubeziehen. Der Experte für Energieeffizienz Innocenzo Caria von TÜV verdeutlicht, wie wichtig das Zusammenspiel der Stakeholder:innen für die erfolgreiche Umsetzung der Klimaziele ist. 

Katharina Reuter

Ganz nach dem Motto: Fördern und Fordern! Dabei stehen Unternehmen die 7 Impact Kategorien: Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Lebensmittel, Digitales und Umwelt als Orientierungshilfe zur Verfügung.Hier lassen sich gemeinsam mit allen beteiligten Stakeholder:innen Reduktionspotentiale heben.

“Auch aus dem Energie-Bereich werden die Weckrufe lauter, denn die Zeit des Klimaschutz-Winterschlafes ist endgültig vorbei! Der #CTS2021 hat gezeigt, wo die Hebel liegen. Los geht’s!“

Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des BNW. 

10. Last but not least: Andere inspirieren – Gemeinsam die Klimatransformation umsetzen!

Wir haben viel gelernt und Neues erfahren! Spätestens nach dem Summit ist uns allen bewusst, wie entscheidend das nächste Jahrzehnt für den Planeten und unser Klima ist. Zur Klimatransformation der Wirtschaft können wir alle beitragen – egal, ob Klimebeauftrage:r, Entscheider:in oder Einkäufer:in. Nachhaltigkeit in die eigenen Unternehmensstrukturen zu integrieren geschieht in allen Bereichen und im gesamten Team. 

Beth Thoren, Environment Director, Patagonia. London, U.K.Friday, Nov. 13, 2020. Photographer: Jason Alden for Patagonia  Photographer: Jason Alden www.jasonalden.com 0781 063 1642

Auch Beth Thoren, Environmental Action Director bei Patagonia, sieht hier ein großes Potenzial:

“As the Dutch court recently found with Shell, it is well known that Government action alone can’t stop climate change. Businesses must act. So as businesses, we can wait until we are pushed – or we can act now, inspire others and feel pride as leaders and citizens. Let’s collaborate!” 

Lasst uns andere dazu inspirieren, die Chancen der Klimatransformation zu erkennen. Gemeinsam können wir die neu gewonnenen Erkenntnisse und entdeckten Lösungsansätze in die Tat umsetzen und uns für eine Zukunft entscheiden, in der eine klimakompatible Wirtschaft selbstverständlich ist. 

So schließt Dr. Jonathan Foley, Executive Director vom Project DrawDown, die finale Keynote mit den Worten:

“The future of our planet is still a choice, so make a good one!“

Wir können festhalten: Auf dem Climate Summit haben wir viel Neues gelernt, konnten von den Erfahrungen anderer profitieren und die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit schaffen. Nach diesem kurzen Einblick in den Summit werden die wichtigsten Informationen und Erkenntnisse noch detaillierter zusammengefasst und bald veröffentlicht. Finde hier bis dahin erst noch den Best-Practice Guide von letztem Jahr.

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Beitragsbild: Unsplash