2020 Klimaerfolge – versus 2030 Vision.

Wie #ClimateActionNow die Welt von morgen kreiert.

2020 lässt sich schwer in Worte fassen. Alles wurde einmal auf den Kopf gestellt und nur nach und nach verstehen wir, wie wir das Ganze wieder zusammenfügen wollen. Was bleibt ist der Eindruck von Transformation, in allen Lebensbereichen. Wirtschaft, Klima, Gesellschaft – alles wurde hinterfragt. Wo stehen wir nun?

Am Anfang. Jede Zeit hält ihren Zauber inne, unsere einen ganz besonderen. Wir gestalten gerade wortwörtlich die Chancen des Jahrhunderts! Die nächsten Jahre entscheiden darüber wie unser Leben in naher Zukunft aussehen wird. 2020 führte zu Wandel, Aufruhr und Reflexion, nun geht es in die Gestaltung der gemeinsamen Vision und Umsetzung der Ziele.

2020 ein Aufbruch der Klimatransformation.

Schauen wir dabei besonders auf die Klimatransformation. Klimagerechtigkeit, wissenschaftlich basierte Zielsetzungen und konkrete Klimaaktionen rückten trotz oder gerade wegen der Pandemie in den Vordergrund. Besonders aber entstand eine globale Gemeinschaft, welche danach strebt die Transformation entschlossen umzusetzen. 2020 war der Anstoß für ein ganzheitliches Verständnis dafür, wie sehr wir auf die Welt um uns angewiesen sind. Und: Dass sich eine klimafreundliche Transformation auszahlt. Für alle. Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der UN dienen dabei als Leitfaden.

Was bislang geschah

Was ist in Sachen Klima geschehen? Seit der Verabschiedung des wegweisenden Pariser Abkommens und der Entwicklung der 17 SDGS in 2015 hat das globale Bewusstsein der Klimakrise extrem zugenommen. Auf fast allen Seiten wurden Fortschritte erzielt, angefangen bei unternehmerischen Klimazielen, der umfangreichen Verlagerung von Investitionen aus Kohle und co. in ESG-basierte Anlagen bis hin zu einem zunehmenden Klimabewusstsein.

Rückblick einiger Schritte auf dem Weg der Klimatransformation.

Gleichzeitig waren die Fortschritte der Klimaschutzmaßnahmen nicht annähernd schnell genug. Die Pandemie führte zwar zu einem historischen Rückgang der globalen CO2-Emissionen, dieser Rückgang wird aber leicht ein Ausrutscher im anhaltenden Trend steigender Treibhausgasemissionen sein, sofern dieser nicht durch geänderte Richtlinien und wirtschaftliches Handeln unterstützt wird. Das vergangene Jahr hat es mit Leichtigkeit in die Klima-Rangliste geschafft, als zweitwärmstes Jahr seit der Aufzeichnung der Wetterdaten.

Blick in die Zukunft, durch Maßnahmen der Vergangenheit

Die Zukunft lebt davon, dass wir sie aktiv gestalten und uns trauen eine Vision zu entwickeln. Eine Vision für 2030 und darüber hinaus. Wie wollen wir leben, welche Veränderungen sollen normal geworden sein und wie möchten wir unsere Gesundheit und den Zustand unseres Planeten beeinflusst haben? Schauen wir dabei noch einmal zurück auf 2020, dann zeigen diese folgenden 5 Klimaerfolge, dass wir für eine ehrgeizige Klimavision bereit sind.

5 Klimaerfolge

  1. Über 1.000 Großunternehmen weltweit haben erhebliche Emissionsreduzierungen zugesagt.
  2. Großstädte verbessern das städtische Leben und schaffen gleichzeitig Klimaresilienz.
  3. Die Finanzierung fossiler Brennstoffe wurde von zahlreichen Finanzinstituten als zu risikoreich abgestraft.
  4. Erneuerbare Energie ist günstiger zu produzieren als Kohle.
  5. Klimaziele auf Länderebene werden erneuert und beginnen sich zu beschleunigen.

2030 Vision. 5 Klimapotentiale

Was bedeuten diese Klimaerfolge für unsere 2030 Vision? In 10 Jahren..

  1. Leben wir klimaneutral – durch CO2-Reduktion und freiwilligen Klimaschutz. Gemeinsam übernehmen wir Verantwortung für die globalen Auswirkungen unserer Kaufentscheidungen und verfolgen diese transparent anhand von Daten und Zertifikaten nach.
  2. Gestalten wir Städte um Mensch, Natur und Gemeinschaft herum. Autos weichen öffentlichen Verkehrsmitteln und der Weg zur Arbeit wird mit dem (E-)Bike gemeistert.
  3. Investieren wir in GreenTech und ein nachhaltiges Finanzsystem. Jeder Euro zählt und zahlt auf klimafreundliche Anlagen, Bildung und Menschenrechte ein.
  4. Leben wir autark. Häuser, Infrastruktur und Arbeitsräume arbeiten zusammen und speisen sich gegenseitig mit erneuerbarer Energie.
  5. Setzen wir gemeinsam Klimaziele um. Länder, Unternehmen und wir selbst messen uns an wissenschaftlich basierten Klimazielen und feiern gemeinsame Reduktionserfolge.
Weltweite Klimaziele. Quelle: www.climatewatchdata.org

Den globalen CO2-Fußabdruck zu reduzieren ist dabei der messbare Schritt in Richtung Klimatransformation, der Raum schafft, um umfangreich die Nachhaltigkeitsziele umzusetzen.

Wir freuen uns gemeinsam auf dem Weg zu sein! Unter #ClimateActionNow oder #climatechallenge2021 kannst Du deine Klimawünsche und Neujahrsvorsätze für 2021 teilen. Danke Markus Sudhoff für die Inspiration.

Klimadaten sind das neue Must-Have der Wirtschaft. Wie KMUs mit Science-Based Targets ihre Klimaziele erreichen.

Autorin: Lara Obst, Gründerin von theclimatechoice.com.

Zahlreiche, internationale Konzerne setzen sich Klimaziele, um eine klimaneutrale Wirtschaft und vor allem eine Welt unter 2°C Erderwärmung zu ermöglich. 942 Großunternehmen weltweit nutzen dazu „Science-based Targets“ (SBTs). Nur 10 davon kommen aus Deutschland, so unter anderem SAP, Thyssenkrupp und Zalando. Was zunächst aber nur für Unternehmen ab 500 MitarbeiterInnen möglich war, steht nun auch klein- und mittelständischen Unternehmen offen. Die SBT Initiative brachte kürzlich extra einen KMU-Antrag heraus, um die Vereinbarkeit von wissenschaftsbasierten Klimazielen und Unternehmensstrategie zu vereinfachen.

Wie erreichen Unternehmen die Ziele des Pariser Abkommens?

Die Science Based Targets Initiative – 2015 vom World Resource Institute, WWF, UN Global Compact und CDP ins Leben gerufen – ermöglicht es Unternehmen sich wissenschaftsbasierte Klimaziel zu setzen, die im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens stehen. Sie zielen also darauf ab die globale Erderwärmung auf 1,5° C bzw. deutlich unter 2° C zu beschränken. Dies bedeutet, dass Firmen ihre Emissionsreduktionen an einer konkreten Zielsetzung ausrichten und sich effektiver auf wandelnde wirtschaftliche, soziale und ökonomische Transformationsprozesse einstellen können.

Warum sind SBTs für Unternehmen wichtig?

Die Beweggründe von Firmen sich SBTs zu setzen sind vielfältig. Die Motivation das eigene Wirken in Einklang mit zukunftsorientierten und klimarelevanten Maßstäben zu bringen, liegt auf der Hand. Unternehmen, die sich bereits der Initiative angeschlossen haben, geben darüber hinaus an Innovationen, Vertrauen und Glaubwürdigkeit gegenüber InvestorInnen sowie Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit stärken zu wollen. Gleichzeitig streben sie danach regulatorische Risiken und Kosten zu senken.

Vorteile der wissenschaftsbasierten Klimaziele

  1. Innovation
  2. Vertrauen und Glaubwürdigkeit
  3. Profitabilität und Wettbewerbsvorteile
  4. Stabilität
  5. Klimaschutz

Unternehmen sehen sich durch SBTs inspiriert innovative Produkte und Services sowie transformative Veränderungen voranzutreiben und zeitgleich eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen. Eine Datenanalysen vom CDP zeigt außerdem, dass Unternehmen mit öffentlichen Emissionszielen profitabler sind als Firmen, die ihre CO2eq-Daten nicht messen oder veröffentlichen.

Welcher Prozess steht hinter SBTs?

Um sich der Initiative anzuschließen und ihre Klimaziele überprüfen zulassen, folgen Unternehmen diesen 4 Schritten:

  1. „Commitment Letter“ ausfüllen und sich in eine Sektorkategorie einordnen.
  2. Innerhalb von 24 Monaten Reduktionsziele für Scope 1, 2 und 3 (wenn Scope 3 Emissionen mehr als 40% der Emissionen des Unternehmens ausmachen) festlegen. Wichtig: Offsetting ist nicht als Reduktionsmaßnahme erlaubt.
  3. Einreichung der Ziele zum Qualitätscheck durch SBTi.
  4. Ergebnisse veröffentlichen.

Die Herausforderung, die sich aus diesem Prozess ergibt: Scope 3 Emissionen finden sich maßgeblich in der Lieferkette von Großunternehmen wieder. Die Festlegung von Reduktionszielen, wie sie BOSCH, BMW oder Zalando erst kürzlich ankündigten, haben also direkte Auswirkungen auf zahlreiche ZulieferInnen.

Klimadaten als wirtschaftliches „Must-Have“

SBT-Verpflichtungen großer Unternehmen betreffen direkt die eigene Einkaufsabteilung, aber auch Vergabeentscheidung von Aufträgen sowie die Auswahl von Produkten und Dienstleistungen entlang der Lieferkette. ZulieferInnen stehen der Aufgabe gegenüber CO2eq-Daten zu ihren Angeboten anzugeben und darüber hinaus Reduktionsziele vorzuweisen. Folglich ergibt sich für KMUs der Bedarf ebenfalls ambitionierte Klimaziele aufzustellen und so sicherzustellen, dass sie weiterhin zur Wertschöpfung in der jeweiligen Lieferkette beitragen. Großunternehmen fordern somit nicht nur einen Nachweis über CO2eq-Werte, sondern auch über die Anpassungsfähigkeit und Resilienz ihrer PartnerInnen. In Anbetracht der wandelnden Marktsituation, Klimarisiken und regulatorische Änderungen werden Klimadaten zum sektorübergreifenden „Must-Have“ der Wirtschaft.

Wie legen KMUs und ZulieferInnen ihre Klimaziele fest?

Jedes Unternehmen, jede Branche und jeder Sektor sollte sich an der Klimawissenschaft und dem Klimaabkommen von Paris orientieren und in Kooperation Maßnahmen umsetzen. So leistet die Wirtschaft ihren Teil zu Deutschlands Klimaschutzzielen und ist zukunftsfähig aufgestellt.“

Andrea Dreifke-Pieper, Leiterin Wirtschaft und Märkte beim WWF
Gemeinsame Veränderung entlang der Lieferkette schaffen.

Um KMUs bei ihrer Transformation zu unterstützen, stellte die SBT-Initiative kürzlich eine vereinfachte Roadmap speziell für klein- und mittelständische Unternehmen vor. Diese Kurzversion simplifiziert den Prozess der SBT-Zielsetzung und gibt Firmen die Möglichkeit zwischen dem 1,5° C- und „Well-Below-2° C“-Ziel zu wählen. Ebenso verpflichten sich Unternehmen hier zwar ihre Emissionen zu messen und zu reduzieren, müssen aber keine quantifizierten Ziele für Scope 3 angeben. Verantwortung und Umsetzung der Klimatransformation ganzer Lieferketten soll so gerecht unter einzelnen ZulieferInnen und ProduzentInnen aufgeteilt werden, ohne übermäßige Hürden für Kleine-und Kleinstunternehmen aufzubauen.

Prozess für KMUs

Der Antrags- und Erstellungsprozess sieht für KMUs ähnlich aus wie für Großunternehmen. Auch hier muss ein Target Setting Letter ausgefüllt werden, in dem sich KMUs verpflichten Emissionen entlang des GHG Protocols zu messen, die gesetzten Klimaziel in einem spezifischen Zeitraum umzusetzen und die Ergebnisse in einer jährlichen Klimabilanz zu veröffentlichen.  

Wie fange ich mit dem ersten Schritt an?

Wenn dein Unternehmen bereit ist den ersten Schritt zu gehen und die Klimatransformation jetzt aktiv zu gestalten, dann bist du hier goldrichtig! Gerne unterstützen wir dich bei der Auswahl passender PartnerInnen, um ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel zu setzen und zeigen dir weitere Reduktionsmöglichkeiten auf. Stell uns unverbindlich eine kostenlose Anfrage.

Die Uhr tickt. Unser Bestes zu tun ist nicht länger gut genug. Wir müssen jetzt das scheinbar Unmögliche tun.

Der „Greta-Effekt“ hatte in den letzten 2 Jahren für ein gesteigertes Klimabewusstsein und mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die Corona-Krise zeigte jedoch, wie Krise wirklich geht. Internationale Sondergremien werden berufen, Politik und Wirtschaft stellen sich hinter das Wohl der Allgemeinheit und Umstellungen im privaten und beruflichen Raum werden schnell akzeptiert. Für die voranschreitende Klimatransformation kein Rückschritt, wohl aber ein Hinweis, dass Wandel auch anders geht. Kollektiv, entschlossen und mit „Wums“.

EU-Gipfel ringt um Einigung. Wird das Klima zum Thema?

Nun, da in Brüssel die 27 Mitgliedsstaaten das 750 € Milliarden schwere EU-Konjunkturpaket gestalten, werden die Stimmen der Klimabewegung wieder lauter. Heute, hier und jetzt wird Zukunft gestaltet. Der 7-jährige Finanzrahmen der EU festgelegt und darüber hinaus ihre Ausrichtung in Sachen #GreenNewDeal. Pünktlich zu den Verhandlungen haben Luisa Neubauer und Greta Thunberg einen offenen Brief an die EU verfasst, indem sie fordern Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sofort zu stoppen. 50.000 Menschen haben den Brief bereits unterzeichnet. Darüber hinaus rufen sie die EU-Mitgliedstaaten dazu auf schwere Umweltzerstörung – auch „Ökozide“ genannt – als Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu ahnden. Schließlich soll ein jährliches CO2-Budget festgelegt werden, um die Zweidrittelchance auf eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs unter 1,5° C (berechnet durch das IPCC) zu wahren.

„Die EU hat dazu die wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten, weshalb es unsere moralische Pflicht ist etwas zu tun“,

heißt es im offenen Brief.
Klimaaktivistinnen Neubauer und Thunberg (Bildquelle: Oliver Berg/dpa)

Was tut die Wirtschaft schon heute?

Diese wirtschaftlichen Möglichkeiten, haben wir allerdings nicht erst seit heute. Beim #CTS2020 haben wir gemeinsam mit 50 ExpertInnen entlang der 7 Climate Impact Kategorien aufgezeigt, wie wir die klimaneutrale Wirtschaft von morgen jetzt aufbauen können. Dazu bedarf es einer klaren Abkehr vom bisherigen System: Fossile Brennstoffe, ineffiziente Industrieprozesse und Verbrennermotoren gehören genauso der Vergangenheit an, wie ressourcenintensives Bauen, Lebensmittelüberproduktion und ungleiche Bildungschancen.

„Unser derzeitiges System ist nicht ‚kaputt‘ — das System tut genau das, was es soll. Es kann nicht länger ‚repariert‘ werden. Wir brauchen ein neues System.“

Offener Brief an die EU.

Ein klimaneutrales Wirtschaftssystem

Wie ein solches System aussehen soll, steht heute noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sich die Wirtschaft bereits in ihrer Klimatransformation befindet. In Deutschland alleine treiben Wirtschaftsverbände wie LeadersforClimateAction, UnternehmensGrün, GreenTechAlliance, Klima-Allianz, BUND und viele mehr den Wandel an. Dem entgegen stehen Subventionen in fossile Brennstoffe in Höhe von 50 € Milliarden pro Jahr in Deutschland und über 300 € Milliarden in der EU. Ein neues System muss für Unternehmen Anreize schaffen, ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Steuervorteile für Firmen mit nachhaltigem Geschäftszweck, ein fairer CO2-Preis, die Förderungen von klimarelevanten Lösungen sowie ein einheitliches Lieferkettengesetz sind denkbare Schritte hin zu einer erfolgreichen Klimatransformation. Die EU denkt außerdem über eine deutliche Plastikabgabesteuer, die Ausweitung des Emissionshandels auf Flugzeuge und Schiffe, eine Digitalsteuer oder ein Sonderzoll auf Produkte aus Drittländern, die es mit dem Klimaschutz nicht so genau nehmen, nach. 

Welche Möglichkeiten zeigt uns die Forschung auf?

“The next few years are probably the most important in our history.”

Debra Roberts Co-Chair of IPCC Working Group II

Die Exponential Roadmap empfiehlt PolitikerInnen genau welche Technologien und Innovationen in den nächsten 10 Jahren weiter ausgebaut werden müssen, um mindestens 50% der weltweiten CO2-Emissionen zu halbieren.

Ein Bild, das Screenshot enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Klimarelevante Lösungen, die 50% unserer Emissionen einsparen

Die 36 Lösungen haben das Potential bereits in 10 Jahren unsere CO2-Emissionen zu halbieren. 29 davon fokussieren sich darauf CO2 zu reduzieren, 7 Lösungen dienen dazu CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen. Die Zahlen auf der rechten Seite der Grafik (zum Vergrößern anklicken) zeigen das Reduktionspotential zwischen 2020-2030 auf. Energie zeigt hier das Reduktionspotential der Energiebranche (6,1 Gt), aber anderer Sektoren durch den Bezug von Wärme und Energie auf.

CO2-Reduktion ist also kein leeres Versprechen, keine Ausgleichszahlung oder politisches Hexenwerk. CO2-Reduktion ist jetzt sofort machbar. Sie muss auch Teil des EU-Gipfels sein. Eine enkeltaugliche und zukunftsorientierte Wirtschaft braucht mutige Entscheidungen und Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen machen die Klimatransformation vor, die Politik hat jetzt die Chance mitzuziehen und entsprechende Rahmenwerke zu setzten.

2020 ist das Jahr des Wandels.

Was macht dein Unternehmen schon in Sachen Klimaneutralität und Transformation? Welche der SDGs sind euer Fokus? Bei Fragen helfen wir gerne weiter.

Konjunkturpaket und die 7 CLIMATE Impact Kategorien von THE CLIMATE CHOICE

Gastbeitrag von Klimaforscherin Kathrine Link (s. Foto).

Die EU machte es 2019 mit dem Green New Deal vor, die Bundesregierung zieht 2020 Corona-bedingt mit dem Konjunkturpaket nach.

„Bei einem Neustart der Wirtschaft muss ein Konjunkturpaket einen klaren Kompass haben“, verspricht Umweltministerin Svenja Schulze Ende April beim Petersberger Klimadialog.

Beide Programme sind ein Versuch, die Wirtschaft nachhaltiger zu machen, um neue Wachstumsstrategien anzustoßen. Nun soll sich das Investitionsvolumen im Konjunkturpaket für Klimaschutz und Zukunftstechnologien auf satte 50 € Milliarden belaufen. Dabei fließen mindestens 30 € Milliarden in den Klimaschutz. UmweltschützerInnen reagieren zurückhaltend. Laut Greenpeace ist das Konjunkturpaket „bestenfalls blassgrün“. The CLIMATE CHOICE teilt Klimaschutz in 7 CLIMATE Kategorien ein. Wir fragen uns welchen Einfluss das Konjunkturpaket in den CLIMATE Kategorien hat. Beim Climatesummit.de diskutieren am 26.06.20 50+ ExpertInnen diese und weitere Fragen, rund um die Klimatransformation.

Energie: Wasserstoffstrategie, Ausbau von Solar- und Windkraft und EEG-Umlagen

Wasserstoffstrategie als zukunftsweisend

Im Energiebereich wird am meisten getan. So setzt die Bundesregierung massiv auf die Förderung von Wasserstoff. Dabei gibt der Staat 7 € Milliarden für eine „Nationale Wasserstoffstrategie“ aus. Wasserstoff soll dort als Energieträger zuerst eingesetzt werden, wo es zurzeit noch keine Alternativen für den Verzicht auf fossile Brennstoffe gibt. Neben dem Schwerlastverkehr in der Stahlproduktion, ist das die Chemieindustrie, sowie Luftfahrt. Die bestehende Gas-Infrastruktur kann für den Transport des Wasserstoffs benutzt werden. Zudem soll der grüne Wasserstoff, das ist der Wasserstoff, der rein mit regenativer Energie hergestellt wird, von der EEG-Umlage befreit werden. Wasserstoff wird also nicht primär für Hybrid Autos vorgeschlagen.

Forcierung von Solar- und Windkraft

Des Weiteren wird der Ausbau von Solar- und Windkraft durch die Abschaffung des Solardeckels und die Anhebung der Ziele für den Offshore-Windenergieausbau forciert. Laut Simone Peter, Chefin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), fehlen die „Maßnahmen für das Erreichen des 65-Prozent-Ausbauziels für Erneuerbare im Stromsektor bis 2030 jedoch weiterhin.“ Damit fehlt die große Linie für die Energiewende im Konjunkturprogramm. Vor allem solange die fossilen Subventionen in Höhe von 57 € Milliarden pro Jahr bestehen bleibt.

Strompreisdeckelung durch EEG-Umlagen

Die EEG-Umlagen ergeben sich aus der Differenz zwischen der garantierten Förderung erneuerbarer Kraftwerke und dem Börsenstrompreis. In den kommenden Jahren soll die EEG-Umlage auf 6 beziehungsweise 6,5 Cent pro Kilowattstunde mithilfe von Bundesmitteln gedeckelt werden. Laut dem Vergleichsportal Verivox fallen die Ersparnis für die StromkundInnen jedoch geringer aus, da die Stromanbieter die Strompreissenkungen bisher nie in ausreichendem Maße an die VerbraucherInnen weitergegeben haben.

Office: CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm wird um eine Milliarde Euro aufgestockt. Dies ist laut BUND-Chef Olaf Bandt viel zu wenig.

Produktion: Konjunkturaufschwung durch Mehrwertsteuersenkung

Die Senkung der Mehrwertsteuer könnte sich als kluger Zug erweisen, da davon vor allem Personen mit kleinen und mittleren Einkommen profitieren sollen. Diese geben einen Großteil ihres Geldes für Konsumausgaben aus, welche die Produktion stärken könnte. Hier ist die Produktpositionierung von Unternehmen mit nachhaltig erzeugten Produkten gefragt. Genauso profitieren jedoch konventionell hergestellte Produkte von der reduzierten Mehrwertsteuer. Ob die Mehrwertsteuersenkung von Gewerbetreibenden tatsächlich an die KonsumentInnen weitergegeben wird ist jedoch noch offen.

Mobilität: Prämie für Elektroautos, Ausbau und Modernisierung des ÖPNV

Die verschriene Abwrackprämie bleibt aus, jedoch wird die Elektroautos-Prämie verdoppelt und die Kfz-Steuer noch mehr an den CO2-Ausstoß gekoppelt. Dazu kommen Programme wie der Ausbau von E-Auto-Ladesäulen (2,5 € Milliarden) oder der Flottenmodernisierung einer Airline (eine Milliarde Euro). Für einen ausreichenden Ausbau und Modernisierung des öffentlichen Verkehrs hätten die vorgesehenen 2,5 € Milliarden deutlich höher ausfallen müssen. Auch die Anhebung der Elektroauto-Prämie ist genauso wenig zielführend, solange alle Vorteile bei einem konventionellen Fahrzeugkauf bestehen bleiben.

Digital: Forschung und Modernisierung

Das Konjunkturprogramm der großen Koalition sieht mehr Geld für Forschung und Modernisierung durch Digitalisierung vor. Wie Firmen diese Förderung nutze, um auch digital ihren Fußabdruck zu erfassen und zu reduzieren bleibt abzuwarten.

Umwelt: Nachhaltige Waldwirtschaft

Verblüffender Weise gibt die Bundesregierung auch 700 € Millionen für die Aufforstung, den Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern aus.

Konjunkturpaket als richtungsweisend

Für ein rein zukunftsweisendes Konjunkturprogramm wären zielgerichtete Maßnahmen, die breitflächige Akzente bewirken, sinnvoll. So hätte man beispielsweise die Mehrwertsteuersenkung besser auf ökologisch Maßnahmen beschränken sollen, etwa im Bereich der energetischen Gebäudesanierung oder für Bahn- und ÖPNV-Tickets. Denn ein konsequent auf Klimaschutz ausgerichtete Konjunkturpolitik kann über 360.000 zukunftsweisende und dauerhafte Jobs entstehen lassen. Dies zeigt das Beratungsunternehmen DIW Econ und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Nichtsdestotrotz beschreibt das Konjunkturpaket eine Zeitenwende in die richtige Richtung. Es muss jedoch noch deutlich nachgelegt werden, um das Pariser Klimaziel zu erreichen.

Am 26.06.2020 ist es endlich soweit! Beim online Climatesummit.de gestalten hunderte Klimabeauftragte aus ganz Deutschland gemeinsam mit 50+ ExpertInnen aus der Klimatransformation, Best-Practices für die klimaneutrale Wirtschaft der Zukunft. Sei dabei! Dein Ticket zum Selbstkostenpreis erhältst du hier.

CHOICE Webinar #2 mit Klima.Metrix: Welchen Effekt hat die Corona-Zeit auf die Wirtschaft und das Klima?

Jetzt für CHOICE Webinar #2 mit Klima.Metrix und kostenlose CO2-Bilanz anmelden.

Unternehmen geraten ins Stocken, Umsätze brechen weg, Flugzeuge bleiben auf dem Boden und die Arbeit wird im Homeoffice umstrukturiert. Die vielfältigen Reaktionen auf die anhaltende Corona-Zeit hält die Wirtschaft im Bann. Wie aber die realen Effekte auf die Wirtschaft und das Klima aussehen wissen wir noch nicht. Es fehlen quantifizierbare Daten, um aus diesem großen Feldversuch Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Branchen ableiten zu können. Wollen wir also CO2-Emissionen langanhaltend reduzieren, können wir die aktuellen Veränderungen erfassen und auf klimarelevante sowie wirtschaftliche Best-Practice Maßnahmen untersuchen.

Unser Partner Klima.Metrix startet daher eine Studie, an der deutsche Unternehmen kostenlos teilnehmen können und neben einer CO2-Analyse, konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft erhalten. Hier kannst du dich für das CHOICE Webinar #2 mit Klima.Metrix anmelden.

Profitabilität, Risiken und Chancen werden wissenschaftlich analysiert 

Nadine Michalske, COO von Klima.Metrix, sieht in den letzten Wochen eine große Chance. Weltweit sind die CO2-Emissionen stark gesunken und Gewohnheiten wurden aufgebrochen. Nichtsdestotrotz, haben die plötzlichen Veränderungen nicht nur Emissionen eingespart, sondern besonders auch die Profitabilität vieler Unternehmen bedroht. Das Berliner Software-Unternehmen möchte daher seine wissenschaftliche Expertise anbieten, um das Erlebte aufzuarbeiten und die Chancen in dem Bereich „CO2-armes Wirtschaften“ für unterschiedliche Branchen aufzeigen. Eine genaue Analyse soll dabei helfen dauerhaft CO2-Emissionen einzusparen, einen raschen Rebound-Effekt zu verhindern und langfristig eine klimaneutrale Wirtschaft aufzubauen.

Software gestützte Berechnung für vollständige Emissions-Transparenz

Mit "Impact Data Mining" zur Klimatransformation.
Mit „Impact Data Mining“ zur Klimatransformation.

Wie das geht? Normalerweise ist die Berechnung und Analyse von CO2-Emissionen für viele Unternehmen zu kostspielig oder langwierig. Beratungsprozesse können gerade jetzt überfordern oder zu unabsehbar langen Prozessen führen. Klima.Metrix hat daher eine datenbasierte Software-Lösung entwickelt, die Zeit spart und Rechnungsprozesse erleichtert. Das Berliner Startup nennt das “Impact Data Mining” und verbindet in ihrer Analyse Technik mit Wissenschaft. 

Unternehmen ab 75 MitarbeiterInnen können kostenlos und anonym mitmachen 

Wer also den CO2-Fußabdruck seines Unternehmens nach gängigen Standards (Greenhouse Gas Protocol, ISO 14064) errechnen und Handlungsempfehlung erhalten will, kann sich jetzt kostenlos für die Studie anmelden. Nach einem ersten Auswahlgespräch, in dem die Teilnahmebedingungen geklärt werden, können Unternehmen mit mindestens 75 MitarbeiterInnen ihre anonymisierten Daten bereitstellen und an der Studie teilnehmen. Teilnehmende Unternehmen können so ihr Risiko durch beispielsweise ineffiziente Energieverbräuche, Transportnutzung oder Ressourcenbezug bewerten und mit Branchendaten vergleichen. Ganz nebenbei können in Zukunft Geld und Emissionen eingespart werden. 

Jetzt für CHOICE Webinar #2 mit Klima.Metrix anmelden

Nadine Michalske, Gründerinnen von Klima.Metrix.

Nadine Michalske und Max Winkler, Gründerinnen von Klima.Metrix, wollen die Wirtschaft unterstützen und ihre CO2-Emissionen vollständig transparent und somit reduzierbar machen. Dafür entwickelte das Technologie-Unternehmen eine SaaS-Lösung, die schon jetzt automatisiert aus Unternehmensdaten den Firmen-eigenen CO2-Fußabdruck berechnen kann. Wer mehr zu Klima.Metrix, ihrer Studie und dem Thema Risikominimierung durch CO2-Berechnung lernen möchte, kann dies in unserem CHOICE Webinar #2 mit Nadine Michalske am 30. April um 13h tun.

Hier kostenlos für CHOICE Webinar #2 anmelden.

Die Teilnahme ist limitiert, daher bitte frühzeitig anmelden. Bei Interesse und weiteren Fragen, sprecht uns gerne an.

Reduzieren ist das neue Kompensieren. Wie Firmen wirklich klimaneutral werden.

Klimaneutralität erreichen wir nicht alleine durch Kompensation. Firmen können ihre Eimissionen stark reduzieren durch erneuerbare Energie.
Klimaneutral, heißt das CO2 kompensieren oder reduzieren?

‘We are not telling you to keep talking about reaching “net zero emissions” or “carbon neutrality” by cheating and fiddling around with numbers. We are not telling you to “offset your emissions” by just paying someone else to plant trees…’

Greta Thunberg.

Klimaneutralität

Diesen Weckruf hat Great Thunberg in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum gewohnt eindrucksvoll verkündet. KritikerInnen reagierten allerdings mit gemischten Gefühlen. Was ist also dran an der Aussage, dass Klimaneutralität nicht durch kompensieren allein funktioniert?

Net-Zero Emissionen sind auch Emissionen

Die Wissenschaft ist sich einig, dass ‘Net-zero Emissionen’ nicht das Ziel sind. Das hieße nämlich im schlechtesten Fall weiter CO2 wie gehabt auszustoßen – oder sogar noch mehr (Rebound Effekt) – und dann rückwirkend durch zertifizierte Projekte auszugleichen. Da aber diese Projekte, wie Baum-pflanz-Aktionen oder Solar-Öfen in Off-Grid-Gebieten, ein gewisses Risiko in Umsetzung und Langzeitwirkung aufweisen, würden einige CO2-Emissionen eventuell gar nicht kompensiert oder nur geringfügig und in zu langen Zeiträumen. Man kann daher sagen, dass CO2-Kompensationen lediglich einen Teil der Emissionen reduzieren bzw. ausgleichen können. 

CO2- Reduktion anstatt Kompensation

CO2 in der Mobilität einsparen, elektronischer Antrieb aus Ökostrom spart deutlich CO2 Emissionen.
Herausforderung Mobilität

Was heißt das weiter? Akut ist mehr nötig als nur zu kompensieren. Besonders Unternehmen, die weltweit den größten Anteil der CO2-Emissionen ausmachen, können durch gezielte Maßnahmen ihren Treibhausgasausstoß enorm reduzieren. Bis zu 50% Einsparungspotential versteckt sich in den Themen Energie, Office, Mobilität, Food, Services und IT alleine.  Das eigene Produkt ist dabei im nächsten Schritten natürlich ebenso wichtig. Trotzdem können Firmen im Hier und Jetzt anfangen, im „Headquarter“, lokalen Büro oder bei der Umsetzung einzelner Projekte. 

Jetzt CO2 reduzieren

CO2 reduzieren oder kompensieren für Flugreisen
Herausforderung Flugreisen.

Klimaneutralität hat also, laut UN, das Ziel zunächst alle anfallenden CO2-Quellen durch Analyse und Messung zu erkennen. Diese müssen dann nach und nach reduziert und sobald möglich eingestellt werden – idealerweise bis 2030. Erst dann sollten nicht vermeidbare Emissionen ausgeglichen werden. Dies kann rückwirkend geschehen (z.B. für Dienstreisen mit dem Flugzeug) und dient besonders dem Anreiz in Zukunft diese Kosten durch Reduktionsmaßnahmen einzusparen und CO2-neutral oder sogar positiv zu werden. Da wir nur 10 Jahre Zeit haben, um keine 2-Grad-Klimaerwärmung zu erreichen, starten wir gemeinsam heute die Klimatransformation! 

Jetzt die CO2-Quellen in deinem Unternehmen verstehen und gleich eine Anfrage stellen, um Emissionen einzusparen.  Wir beraten dich gerne und helfen mit konkreten Maßnahmen weiter. 

Quelle: Foto von Tim Foster, Giovanni Ribeiro und Andrew Ruiz auf Unsplash.