Klimaschutz und soziale Verantwortung für sauberes Trinkwasser

Gastbeitrag. Zum Autor: 

Martin Wesian

Martin Wesian hat HELIOZ 2010 gegründet, nachdem er in Südamerika an Cholera erkrankt ist. Auf der Suche nach einer Lösung um Menschen aus Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und wasserbedingte Krankheiten zu reduzieren, entwickelte er WADI, ein Messgerät für die Solare Wasserdesinfektion (SODIS) sowie das Konzept eines Social Enterprise für die Umsetzung von Klimaprojekten.

Unternehmen betreiben heute mit Hinblick auf die Pariser Klimaziele umfangreiche CO2-Reduktionsmaßnahmen sowie häufig freiwilligen Klimaschutz. Dabei steht besonders die Förderung von technologischen Maßnahmen im Vordergrund, die den Emissionsausstoß in Ländern des globalen Südens reduzieren. Im Folgenden stellt uns Gastautor Martin Wesian vor, welche Art von Projekte HELIOZ umsetzt, um Sustainability Development Goals 6 (Sauberes Wasser) und 13 (Klimaschutz) zu erreichen sowie CO₂-Zertifikate für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt zu generieren, die nach „The Gold Standard“ zertifiziert sind. 

Verschmutztes Trinkwasser und die Folgen für Mensch und Klima

Weltweit leben ca. 3,6 Milliarden Menschen (fast die Hälfte der Weltbevölkerung) in Gebieten mit potenzieller Wasserknappheit und es wird geschätzt, dass diese Zahl bis 2050 auf 4,8 bis 5,7 Milliarden ansteigen wird (UNESCO, 2018). Durch Wasser übertragene Krankheiten wie Typhus, Cholera und Ruhr sind für viele Familien in Afrika und Asien nach wie vor eine große Bedrohung. Dies ist auf den Verbrauch von kontaminiertem Wasser und schlechten Sanitär- und Hygienebedingungen zurückzuführen. Die wenigen verfügbaren Wasserquellen werden zum Waschen schmutziger Kleidung, zum Baden, als Toilette und als Trinkstelle für Tiere genutzt. Um darüber hinaus Wasser zum Trinken und Kochen von Lebensmitteln sammeln zu können, müssen Menschen teilweise weite Wege gehen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen verbringen 40 Milliarden Frauen in Afrika südlich der Sahara zusammen etwa 40 Milliarden Stunden pro Jahr damit, Wasser zu sammeln. Kindern – und insbesondere Mädchen – wird das Recht auf Bildung verwehrt, weil sie die meiste Zeit damit verbringen, Wasser für das Überleben im Haushalt zu holen. 

Durch das Abkochen von verschmutztem Wasser entstehen pro Haushalt und pro Jahr ca. 2 Tonnen CO2.

Ohne mehr sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen ist eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich. Denn verschmutztes Trinkwasser hat neben gesundheitlichen Folgen auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Insbesondere das Abkochen mit Feuerholz führt in Summe zu starker Luftverschmutzung durch CO2-Emissionen. Dies kann zudem zu Atemwegserkrankungen führen und so zusätzliche Krankheitskosten verursachen. Weiterhin wird in ländlichen Regionen des globalen Südens der Zugang zu sauberem Trinkwasser durch die Folgen der Klimakrise zusätzlich erschwert.

Solare Wasserdesinfektion löst ein globales Problem

Solare Wasserdesinfektion ist ein natürlicher Prozess, bei dem die UV-Strahlung der Sonne schädliche Krankheitserreger im Wasser deaktiviert. Hierfür werden lediglich PET- oder Glasflaschen benötigt, die mit kontaminiertem Wasser gefüllt und dann der Sonne ausgesetzt werden. Die Dauer dieses Desinfektionsprozesses variiert und wird durch die UV-Intensität der Sonne bestimmt. Die SODIS-Methode wurde vom Schweizer Institut Eawag erforscht und ist von der WHO und UNICEF anerkannt. Heute wird diese Technik von rund fünf Millionen Menschen weltweit genutzt.  

Da Solare Wasserdesinfektion von einem günstigen Klima abhängt, wird empfohlen, die Methode überall zwischen 35° nördlich und 35° südlich des Äquators anzuwenden – hier sind im Durchschnitt die jährlichen Sonnenstunden reichlich vorhanden. Dies schließt den größten Teil Lateinamerikas, ganz Afrika und Süd- und Südostasien ein und deckt damit die Mehrheit der Länder ab, in denen die Menschen keinen Zugang zu sicheren Trinkwasserquellen haben. 

Die wichtigste Herausforderung bei SODIS: die Zeit abzuschätzen, die die Sonne benötigt, um das kontaminierte Wasser zu desinfizieren. Das österreichische Social Enterprise HELIOZ hat sich diesem Problem angenommen und eine simple, aber effektive Lösung entwickelt: das WADI (Water DIsinfection). 

Solare Wasserdesinfektion mit dem WADI 

WADI ist ein einfach zu bedienendes, solarbetriebenes UV-Messgerät, das den Prozess von SODIS visualisiert. Ein lachendes Smiley auf dem WADI-Display zeigt den Zeitpunkt an, an dem die UV-Strahlung der Sonne kontaminiertes Wasser in einer PET-Flasche trinkbar gemacht hat.  

WADI misst kontinuierlich die Strahlung der Sonne und vergleicht diese Messungen mit wissenschaftlich geprüften Daten. Sobald die einfallende UV-Dosis die der in WADI gespeicherten Referenzwerte erreicht, zeigt das Gerät ein lachendes Gesicht. Zu diesem Zeitpunkt sind mindestens 99,9 % der üblichen coliformen Bakterien im Wasser inaktiviert, vorausgesetzt, das verwendete Wasser war nicht trüb. WADI ermöglicht solare Wasserdesinfektion auf Haushaltsebene und stellt eine zuverlässige und praktikable Lösung für Betroffene in einkommensschwachen Ländern dar. 

Der Umstieg von Abkochen auf die Solare Wasserdesinfektion spart pro Haushalt und pro Jahr ca. 2 Tonnen CO2 ein. So konnten im Jahr 2020 allein in der HELIOZ Projektregion in Bangladesch 10.625 Tonnen CO2 eingespart werden, das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoß von 1.194 Deutschen. 

WADI zeigt zuverlässig den Zeitpunkt an, an dem die UV-Strahlung der Sonne kontaminiertes Wasser in einer PET-Flasche trinkbar gemacht hat.

HELIOZ verfolgt einen ganzheitlichen Projektansatz. Es geht nicht nur darum, Gemeinden mit einer Wasseraufbereitungslösung zu versorgen, sondern es wird auch sicherstellen, dass Klimaprojekte auch sozialen und langfristigen Mehrwert haben. Dieses Engagement umschließt zahlreiche Aktivitäten von der Einrichtung von inklusiven Gruppenmeeting, Ausbildung von Community Workern, Kampagnen zu Hygienemaßnahmen, Unterstützung bei der Errichtung von Wassertanks in Schulen und viele weitere.

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Bildquellen: HELIOZ, Annette Etges

Emissionsfreie Flottenziele. Wie Unternehmen Schritt für Schritt ihren Fuhrpark umstellen

Brauchen wir noch einen Beweis dafür, dass ganze Fahrzeugflotten emissionsfrei fahren können? Wenn ja, dann ist es dieser: Walmart kündigt an, dass alle seine Fahrzeuge, einschließlich Langstrecken-LKWs, bis 2040 elektrifiziert und auf „Null Emissionen“ gesetzt werden sollen. Dazu gehören mehr als 10.000 Fahrzeuge.

Klimaziele und Kostenreduktion

Der Einzelhändler wählt die radikale Transformation, um seine ambitionierten Klimaziele zu erreichen, aber auch, um Betriebs- (weniger Dieselkraftstoffverbrauch) und Wartungskosten zu senken. Damit steht Walmart nicht alleine da. Im vergangenen Jahr gab Amazon das Ziel bekannt, alle seine Waren über Netto-Null-Lieferungen zustellen zu wollen. Dafür ist geplant 100.000 Elektrofahrzeuge zu kaufen.

Deutsche entdecken Vorteile

Elektromobile in Fahrzeugflotten leisten einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Minimierung, senken Kosten bei Kfz-Steuer, Versicherung und Betrieb und transportieren ein umweltbewusstes Bewusstsein. Die Krise der Automobilindustrie hat somit einen klaren Gewinner: das Elektroauto. Während die weltweiten Autoverkäufe der deutschen Hersteller in Q2 2020 um ein Drittel eingebrochen sind, steigen die Kurven für Fahrzeuge mit Elektromotor stark an. Stromer kamen so im August auf einen Marktanteil von mehr als 13% bei den Neuzulassungen – es wurden 16.076 reine Elektroautos und 17.095 Plug-in-Hybride angemeldet.

Was ist mit der Reichweite?

Die heutige Generation E-Autos schafft 400 km und mehr. Im Rahmen des „Tesla Battery Day“ stellte Elon Musk kürzlich sogar das neue Tesla Spitzemodedl S Plaid vor, welches laut Angaben des Herstellers bei unglaublichen 840 km liegen soll. Damit wäre die typische Reichweitenangst kein Thema mehr. Eingeschränkte Reichweiten lassen sich zusätzlich durch ein kluges Management von Fahrzeugen, Ladevorgängen und Energieressourcen auffangen. In Städten ist der elektrische Antrieb somit nicht nur ein Kostenvorteil, sondern unterstützt auch Umwelt- und Lärmschutz.  

Förderung (gewerblicher) E-Mobilität

Seit 2015 hat sich in Deutschland die Anzahl von Elektro-Autos auf der Straße mehr als verdreichfacht. Ein Grund für den aktuellen Elektroboom dürfte die deutlich gestiegene Kaufprämie sein. Sie ist Teil des Konjunkturpakets, das die Bundesregierung nach einem Gipfeltreffen mit der Automobilbranche im Mai beschlossen hat. Bis zu 9.000€ beträgt die Förderung für Batteriefahrzeuge seitdem.

Bund und Länder setzen zusätzlich auf zahlreiche Förderprogramme, um die gewerbliche Nutzung von E-Fahrzeugen zu steigern. In Berlin wird das Förderprogramm „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (WELMO) ab dem 01.10.2020 mit geänderten Fördervoraussetzungen wieder für die Antragstellung geöffnet. Künftig werden elektrisch betriebene leichte Nutzfahrzeuge ab einem Nettolistenpreis von 40.000€ mit 25% des Nettolistenpreises, maximal 15.000€ je Fahrzeug, gefördert. Zudem werden mit der Wiederaufnahme von WELMO auch elektrische Klein- und Leichtfahrzeuge gefördert.

Einblicke in E-Mobilität für Unternehmen

eeMobility unterstützt Unternehmen dabei, Elektrofahrzeuge in bestehende Fuhrparks zu integrieren, oder diese Schritt für Schritt umzustellen. Ziel ist es, individuelle Mobilitätsanforderungen zu erfüllen und die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. Im CHOICE Webinar #9 stellt uns Geschäftsführer Robin Geisler die reibungslose Transformation des firmeneigenen Fuhrparks vor.

CHOICE Webinar, 15.10.2020, 13.00 – 14.00 Uhr.

Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung.

Best Practice Beispiele der Klimatransformation: Insights und Highlights vom #CTS2020.

Dank dem Pariser Abkommen reden wir heute nicht mehr über ein „Ob“, sondern über das „Wie“ der Klimatransformation. Wie können wir es schaffen, bis 2050 eine klimaneutrale Wirtschaft aufzubauen?

Der Best Practice Guide zum #CTS2020

Beim Climate Transformation Summit Ende Juni, haben wir mit 50 Expert*innen und 500 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland über Lösungen für eine erfolgreiche Klimatransformation entlang folgender 7 CLIMATE Kategorien diskutiert: Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales und Umwelt. Mit dabei waren ClimatePartner, Climeworks, Eaternity, Ecosia, Klima.Metrix, Plan A, SirPlus und viele mehr!

Highlights und Beispiele

Die Highlights stellen wir nun im Best Practice Guide #Klimatransformation vor.

Ein Key-Learning aus dem #CTS2020 war für uns, dass sich Klimabeauftragte gerade heute mehr Vernetzung und transparentes Wissen wünschen. Mit dem Best Practice Guide #Klimatransformation wollen wir Wissen der Klimatransformation für die Praxis anwendbar machen.

THE CLIMATE CHOICE Gründerin Lara Obst.

Emissionen einsparen, aber wie?

Viele Unternehmen setzen schon heute auf umfangreiche CO2-Reduktion als langfristiges Klimaziel, sowie die eigene Klimaneutralität. Laut IPCC Report müssen wir zunächst 50% unserer Emissionen bis 2030 einsparen, um so die Weichen für eine Erderwärmung deutlich unter 2°C zu stellen.

„Für eine vollständige Berechnung des unternehmerischen CO2-Fußbadrucks, ist der Einbezug von Emissionen entlang der eigenen Lieferkette unabdingbar. Diese sind durchschnittlich 5,5-mal höher als direkte Emissionen und müssen daher in jeder umfassenden Klimastrategie, im GHG-Accounting und der Berichterstattung berücksichtigt werden.“

Linda Kannenberg, CDP

Jetzt loslegen!

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, diese Ziele in konkrete Handlungen zu überführen. Die Exponential Roadmap zeigt dazu 36 skalierbare Maßnahmen in 7 Industrien auf, die wir in die 7 Climate Impact Kategorie überführt haben. Gerade kleineren Unternehmen fehlen jedoch oft die Ressourcen, um ins Handeln zu kommen – dafür bündelt der Best Practice Guide konkrete Ansätze und Inspirationen um direkt loszulegen.

Der vollständige Guide steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung!

Klimastrategie: Der Unterschied zwischen Anpassung an und Minderung von Klimaveränderungen.

Klimabeauftragte in Unternehmen müssen ihre Klimastrategie gegenüber internen EntscheidungsträgerInnen, KundInnen, PartnerInnen und häufig auch der eigenen Überzeugung rechtfertigen. Dabei tauchen ganz am Anfang Fragen zu Begrifflichkeiten, aber auch zu Ausgangspunkten auf. Einer davon ist die Definition der unternehmenseigenen Klimastrategie, soll sie sich auf langfristige Ziele oder auf mittelfristige Maßnahmen stützen? Beide Ansätze werden hier als „Anpassung“ an Klimaveränderungen versus „Minderung“ von diesen beleuchtet.  

Zwei Antworten auf eine Herausforderung

Der Hauptunterschied zwischen Anpassung (engl. „Adaptation“) an den Klimawandel und Minderung (engl. „Mitigation“) des Klimawandels besteht darin, dass sich die Anpassung auf die Maßnahmen zur Verringerung der negativen Folgen von Klimaveränderungen beziehen, während sich die Minderung auf Bemühungen zur Begrenzung der Emission von Treibhausgasen bezieht.

Man stellt also schnell fest: Anpassung und Minderung sind zwei – schon fast politische – Antworten auf den akuten Klimawandel. Politik lässt sich aber meistens schlecht ins Unternehmen tragen. Daher hier ein Versuch eines rationalen Überblicks.

Was versteht man unter Anpassung an den Klimawandel?

Die Anpassung an den Klimawandel bezieht sich auf die Maßnahmen zur Verringerung der nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels. Selbst wenn die Treibhausgas Emission durch Klimaschutz langfristig stabilisiert werden, würden bereits stattgefundene Auswirkungen der globalen Erderwärmung (ca. 0,8°C) viele Jahre anhalten. Eine Anpassung ist somit unbedingt erforderlich, um den fortschreitenden Klimaveränderungen zu begegnen. Zur Anpassung gehört es daher geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Schaden durch Wetterbedingte Schäden, Wassermangel oder Ressourceknappheit zu verhindern bzw. zu verringern.

Als Maßnahmen der Anpassung werden z.B. genannt:

Was versteht man dann aber unter Minderung, Klimaschutz?

Minderung bezieht sich auf die Bemühungen, die Emission von Treibhausgasen zu verhindern oder zu stoppen. Ganz konkret vereinbart das Pariser Klimaabkommen eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter 1,5°C. Minderungsmaßnahmen dienen daher dem aktiven Klimaschutz und können auch die Bindung und Speicherung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre beinhalten.

Als Maßnahmen der Minderung werden z.B. genannt

Mit anderen Worten, die Eindämmung des Klimawandels beinhaltet sowohl die Reduzierung von Treibhausgasen als auch die Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre. Die Minderung von Klimaveränderungen wird daher im Allgemeinen als Klimaschutz bezeichnet.

Was ist der Unterschied zwischen Anpassung und Minderung des Klimawandel?

Der entscheidende Unterschied zwischen Anpassung und Abschwächung des Klimawandels besteht zunächst darin, dass sich die Anpassung an den Klimawandel auf die Maßnahmen bezieht, die ergriffen wurden, um die bestehenden negativen Folgen bzw. vergangenen Schäden von Klimaveränderungen zu verringern. Die Minderung des Klimawandels bezieht sich hingegen auf Bemühungen zur aktuellen und zukünftigen Begrenzung der Emissionen.

Anpassung versus Klimaschutz

Um den Unterschied zwischen Anpassung und Eindämmung für Klimabeauftragte in Unternehmen zusammenzufassen: Es stellt sich die Frage nach dem zeitlichen Rahmen der eigenen Klimamaßnahmen. Jede Firma wird sich auf kurz oder lang mit Folgen des Klimawandels beschäftigen, viele fühlen die Veränderungen schon aktiv in der Lieferkette oder sogar vor der eigenen Haustüre. Entscheidet man sich zunächst diesen Folgen zu begegnen, so sind Maßnahmen zur Schadensbegrenzung zu priorisieren. Möchte sich das Unternehmen zukunftsorientiert positionieren, neue Marktchancen erschließen und Klimaschutz vollständig in das eigene Handeln integrieren, so ist eine klare CO2-Reduktionsstrategie der logisch folgende Schritt.

Ist Klimaneutralität Teil des Klimaschutzes?

Klimaneutralität versteht den Prozess aus: CO2 messen, reduzieren und ausgleichen und liegt somit im Spektrum zwischen Anpassung und Minderung. Verbleibt ein Unternehmen bei CO2 messen und ausgleichen, so werden diese Maßnahmen zum Beispiel nicht von der Science-Based-Target Initiative als CO2-Reduktionsmaßnahme anerkannt.

Die umfangreiche Analyse der eigenen CO2-Emissionen und das Überprüfen einzelner Emissionsquellen ist jedoch Grundstein jeder CO2-Reduktionsmaßnahme. Im Vergleich zu herkömmlichen Ansätzen werden ebenso Einsparungspotentiale sichtbar. Sind diese teilweise erst nach langen Transformationsprozessen umsetzbar, empfiehlt die UN „nicht vermeidbare“ Emissionen auszugleichen, um klimaneutral zu werden. Stand heute: allein durch CO2-Reduktion kann keine Firma auf „Netto Null“ Emissionen kommen.

Wie geht es weiter?

Sprich uns gerne an, wenn du die Klimaziele deiner Firma definieren und Reduktionsmaßnahmen umsetzen möchtest.

Bildquelle: USGS auf Unsplash

Upcycling in Unternehmen. Das Konzept der wiederbelebten Möglichkeiten.

Gastbeitrag von Up-Preneurs

Claudia Allonas, Gründerin von Up-Preneurs, hat sich bereits an der Hochschule wissenschaftlich mit nachhaltigen Geschäftsprozessen beschäftigt. Ihr Weg über die Prozessoptimierung von Dienstleistungen in internationalen Logistikkonzernen und im Vertrieb von High-End-Produkten geht mit Up-Preneurs den konsequenten, nächsten Schritt. Hier verbindet sie ihre Erfahrung mit dem Wissen über erfolgreiche Geschäftsprozesse und ihrer Leidenschaft für nachhaltiges Design.

Upcycling in Unternehmen – ein Weg mit hohem Potential und vielfältigen Möglichkeiten

„Rund 20 Millionen Retour-Artikel landeten in Deutschland 2018 im Müll“. Solche Schlagzeilen erscheinen seit einigen Jahren regelmäßig in der Presse und häufen sich. KonsumentInnen wundern sich und frage, ob das tatsächlich notwendig ist. Schenkt man den Unternehmen glauben, so landet der größte Teil der Retouren wieder im Verkauf. Entweder werden sie wieder so aufbereitet, dass sie regulär in den Handel gebracht werden können oder werden preisreduziert verkauft. 

Retouren sind nicht das Problem, was ist es dann?

Das eigentliche Problem stellen aber nicht die Retouren alleine dar. Es betrifft vor allem unverkaufte Neuware. Es ist nicht nur der Handel, der mit der Thematik angesprochen wird. Es gibt auch die produzierenden Unternehmen, die die Lager und Produktionshallen voller brauchbarer aber brachliegender Produkte haben.

Neuware landet im Müll

Neuware im Lager als Überschuss.

Welche Produkte sind mit Neuware gemeint? Dies können neue Produkte sein, die als Saisonartikel nicht mehr aktuell oder aus der Mode gekommen sind. Auch können es Komplementärprodukte sein, wie z.B. Kamerataschen zu einer bestimmten Kamera, die bereits ausverkauft ist. Auch zählt dazu B-Ware, wo vielleicht in Reißverschluss hakt, an einer Seite eine falsche Naht ist oder die Komponenten bestimmte Qualitätskontrollen nicht passieren, weil ein mit bloßem Auge nicht sichtbarer Fehler gefunden wurde. Zur Verschrottung gelangt auch Ware aus Überproduktion. Ein anderer Bereich sind hochwertige Materialien und Bauteile aus der Produktion, die sich nicht recyceln oder als Wertstoff wie beispielsweise Metalle, verkaufen lassen.

Frankreich verbietet Verschrottung überflüssiger Ware

Außerhalb der Retouren ist es gerade in diesem Bereich sehr schwer, verlässliche Zahlen zu erhalten.  Aus der Abfallbilanz des statistischen Bundesamtes sind die Kennzahlen zu diesem Thema nicht offensichtlich. Durch Umrechnung und ein Schätzverfahren lassen sich die Kennzahlen nur erahnen. Frankreich packt das Problem ebenfalls an und von dort heißt es, dass bislang jährlich neue Produkte im Wert von 600 Millionen Euro mutwillig verschrottet worden sind. Die Forderung der KonsumentInnen nach mehr Transparenz in Richtung Nachhaltigkeit und die Versuche der Politik, dort mehr Druck zu erzeugen,  bringt den einen oder anderen Unternehmer sich die Abfallkennzahlen seines Unternehmens genauer anzuschauen.

Alternativen zur Verschrottung

Im Februar 2020 wurde der Gesetzesentwurf zur Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetztes eingereicht. Das bedeutet für UnternehmerInnen, dass sie prüfen sollten, ob das zu verschrottende Produkt gespendet oder reduziert verkauft werden kann. Auch der Einkauf sollte darauf achten, recycelte Ware zu kaufen. In diesem Gesetzesentwurf sind noch keine Maßnahmen oder Strafen implementiert, doch bringt er die Unternehmen dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Was ist, wenn aber Sonderangebote oder Spende nicht möglich sind? Hier bietet Re- und Upcycling eine Möglichkeit.

Recycling stößt an Qualitätsherausforderungen

Im Recycling müssen Produkte (chemisch) auseinandergenommen werden. Um gleichwertige Produkte zu erhalten, müssen wieder neue Stoffe hinzu geführt werden. Je öfter ein Recyclingprozess durchgeführt wird, desto schlechter wird die Qualität des Endproduktes bzw. desto mehr neue Stoffe müssen hinzu geführt werden. Deswegen spricht man auch in dem Zusammenhang von Downcycling.

Recycling vs. Upcycling, Quelle: Up-Preneurs.

Beim Upcycling werden die Produkte derart verändert, dass sie aufgewertet sind. Durch die Aufwertung entsteht ein wertschöpfender Prozess.

Upcycling für Unternehmen

Upcycling ist nicht gleich Upcycling. Es gibt durchaus auch eine Möglichkeit der Kategorisierung. Diese wird im Folgenden anhand von praktischen Beispielen beschrieben.

Das innovative Upcycling

Eine ProduktdesignerIn kreiert aus einem Produkt etwas gänzlich Neues. Dies kann durch eine leichte Veränderung geschehen oder eine komplette Transformation der Funktionalität und des Ausgangsmaterials bedeuten.

Materialtransformation als Upcycling. Wichtig: Die Produkte müssen recyclingfähig sein.

Wenn das Unternehmen, den Prozess des neuen Designs, der Produktion und des Vertriebs, selbst in die Hand nimmt, bleibt das Produkt im unternehmensinternen Wirtschaftskreislauf. Vorteil dieses Vorgehens ist, dass das Unternehmen, statt Verschrottungskosten zu zahlen, einen Ertrag erzielen kann. Außerdem wird der Energie–, Ressourcen- und Transportaufwand gegenüber der Herstellung eines neuen Produktes minimiert. Dies wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus.

Flaggschiff in diesem Bereich ist nach wie vor Hermès mit seinem Label PetitH. Hier werden Lederstücke in originelle Skulpturen oder Taschen verwandelt. Seidenschnüre halten Ketten aus Nieten oder werden zu Schnürsenkeln verarbeitet. Die Palette reicht von einer Umwandlung von neuen Materialien wie Terrazzo bis hin zur Verarbeitung von Lampen und Möbeln.  Aber auch in Deutschland ziehen Unternehmen wie unter anderem Bionade, Lemonaid oder Vaude im kleineren Rahmen nach. Sporthersteller wie Puma und Adidas versuchen sich auch regelmäßig im Re- und Upcycling.

Das Upcycling mit dem Rücknahmekonzept

Verpackungen wieder zurücknehmen.

Hier geht es darum, dass Produkte von den KonsumentInnen wieder zurückgenommen werden und das Unternehmen sich um die Weiterverarbeitung der Ware kümmert. So handhabt es die jufico GmbH, die die Quetschies der Marke fruchtbar herstellt. Die Kunden können die leeren Quetschies zurückschicken und bekommen daraus kostenlos eine Tasche genäht.

Ein anderes Konzept liefert Nike, dass aus den Sohlen ausgedienter Schuhe der KundInnen Sportplatzbeläge herstellt.

Einen karitativen Ansatz wählt die Gruppe Inditex zu dem u.a. Zara und Massimo Dutti gehören. Die KundInnen können die getragene Ware in den Shops zurückgeben. Die Inditex Group gibt sie Organisationen wie dem Roten Kreuz, etc. weiter. Diese sortieren, waschen und reparieren sie gegebenen falls und geben die Kleidung in ihrem Netzwerk weiter.

Hier geht es definitiv um das Image und um die Intention Verantwortung zu zeigen. Das Unternehmen setzt sich mit der Menge an Müll, die außerhalb ihres eigenen Kreislaufes produziert wird, auseinander.  

Das Bildungs-Upcycling

Beim Bildungs-Upcycling werden die Materialien an eigene Ausbildungsstätten oder an kooperierende Hochschulen weitergegeben.

Für dieses Modell hat sich das französische Handelsunternehmen La Redoute entschieden, aber auch Vaude und der österreichische Schmuckhersteller Swarovski

Material einsetzen, um Kreativität zu beflügeln.

Der Nutzen dieses Ansatzes ist, dass die SchülerInnen /StudentInnen ausreichend Materialien haben um sich ‚auszutoben‘. Sonst müssen die Ausbildungsstätten hierfür neue Materialien einkaufen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Unternehmen damit den Nachwuchs für die eigene Produktion ausbilden. Automatisch wird auch der Nachhaltigkeitsaspekt geschult.

Wie geht es weiter?

Es gibt also durchaus verschiedene Varianten wie man mit vermeintlichen Abfällen, Retouren und „Ladenhütern“ umgehen kann.  Bei der Frage, welchen Upcycling-Weg das Unternehmen einschlagen könnte und welcher kreative Kopf ein herausragendes Produkt entwerfen kann, kann das Team von Up-Preneurs weiterhelfen, deren Datenbank mit qualifizierten DesignerInne gefüllt ist. Beispielrechnungen bezüglich Umsatzpotential und CO2-Ersparnissen können in einem persönlichen Gespräch kalkuliert werden.

Dein Weg zu Upcycling in Unternehmen I

Schau in eurer Lagerliste nach und pack gemeinsam mit deinem Team die „Abfälle“ an!

Dein Weg zu Upcycling in Unternehmen II

Wer von der Idee „Upcycling für Unternehmen“ begeistert ist, kann jetzt für Up-Preneurs beim Public-Voting des Deutschen Logistik-Kongresseses der BVL bis zum 30.08.2020 abstimmen oder gleich eine Kontaktanfrage senden.

Warum kostet eine Tonne CO2 einmal 3€ und dann 1.000€?

Die Irrungen und Wirrungen des CO2-Kompensationsmarktes. Reduzieren kostet Zeit und Einsatz, rettet aber unser Klima.

Klimaneutralität und CO2-Offsetting gehen momentan Hand-in-Hand. Die vermeintlich einfache Lösung für das erschlagende Problem Klimawandel ist einfach zu verlockend. Trotzdem bleibt das schleichende Gefühl, dass das nicht alles sein kann. Und tatsächlich vertritt kaum eine AnbieterIn von CO2-Zertifikaten die Meinung, dass Offsetting alleine DIE Lösung ist – sondern einfach ein erster Schritt für freiwilligen Umweltschutz. Unternehmen wie Privatpersonen können durch die Berechnung ihres “CO2-Fußabdruckes” erstmals ihre Emissionen greifbar machen, nachvollziehen und in Angriff nehmen. Die Preise der Kompensationsmaßnahmen wirken dann allerdings fast willkürlich oder zumindest unübersichtlich. 

CO2-Zertifikate

Mache Projekte zeigen pro t CO2 einen Preis von gerade einmal 3€, andere wiederum 25€ oder sogar 1000€ pro t CO2. Warum ist das so? CO2-Zertifikate werden für zertifizierte, validierte und regelmäßig überprüfte Projekte ausgegeben, die durch die Vorgaben des Kyoto-Protokolls zum Handel von Emissionen erlaubt sind. Diese Projekte befinden sich in “Entwicklungsländern” und erlauben den lokalen Akteuren ihre Umweltschutzmaßnahmen ökonomisch abgesichert zu betreiben. Beispiele sind Solar-, Wind-, Wasserkraft- oder Biogasanlagen sowie Solaröfen oder Landwirtschaftsinnovationen. All diese Projekte benötigen unterschiedlich viel Betreuung, sodass Overhead und Verwaltungskosten variieren können. Die Wirkung und Risiken der Maßnahmen unterscheiden sich ebenfalls.

Die Auswahl und Entscheidung für ein Offsetting-Projekt ist deshalb oft nicht eindeutig. Grundsätzlich gilt daher, Seriosität und Transparenz der AnbieterIn ist am wichtigsten! Persönliche Präferenz für eine Maßnahme sollte ebenfalls bedacht werden. 

Reale CO2-Schadenskosten

Hinzu kommt allerdings die Berücksichtigung der wahren “Schadenskosten” einer t CO2. Abgesehen vom Preis der CO2-Zertifikate bestehender Projekte auf dem Markt, sind die Kosten der Schäden einer t CO2 durchaus messbar und liegen weit von den aktuellen Marktpreisen entfernt. Das Umweltbundesamt berechnet einen Wert von mindestens 180€ pro Tonne, andere nehmen Preise von bis zu 260€ an. 

Beispiel Case

Erzeugt also ein typisches Dienstleistungsunternehmen in Deutschland pro Mitarbeiterin 4t CO2-Ausstoß, so sind das bei 10 MitarbeiterInnen 40t CO2. Diese können auf dem Markt mit 400€ (Durchschnitt: 10€ pro t CO2) kompensiert werden. Ein guter Schritt um ein vertrauenswürdiges Projekt zu unterstützen. Die realen Schäden der erzeugten CO2-Emissionen liegen allerdings bei bis zu 10.400€ (260€ p. t CO2). 

Heute reduzieren

Wie können also diese CO2-Schäden nicht als reine Schulden an die nächste Generation übergeben werden? Reduzieren ist DIE Antwort! Jedes Unternehmen kann durch gezielte Maßnahmen in den 7 CLIMATE Kategorien bis zu 50% der CO2-Emissionen (relativ) schnell reduzieren. Dazu gehören besonders Maßnahmen im Bereich Energie, Mobilität und Gebäudemanagement. 
Wer also schon heute die Schuldenlast abbauen und einen Weg in Richtung 2-Grad-Ziel einschlagen will, kommt um CO2-Reduktion nicht herum. 400€ versus 10.400€ sind ein erschreckender Unterschied, der auch durch Kompensationen nicht so einfach behoben werden kann. Besagtes Unternehmen könnte also 400€ für CO2-Kompensation aufwenden, hätte dann allerdings noch bis zu 10.000€ “CO2-Schulden”. Es könnte sich also überlegen in welche Reduktionsmaßnahmen es diese Summe investieren möchte, um langfristig Kosten zu sparen, zukunftsfähig zu sein, Gewinne zu optimieren und das Klima enkeltauglich zu gestalten.

Bild Quellen: Artur Lysyuk, Kelly Sikkema, Aviv Rachmadian und Aviv Rachmadian auf Unsplash.

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Reduzieren ist das neue Kompensieren. Wie Firmen wirklich klimaneutral werden.

‘We are not telling you to keep talking about reaching “net zero emissions” or “carbon neutrality” by cheating and fiddling around with numbers. We are not telling you to “offset your emissions” by just paying someone else to plant trees…’

Greta Thunberg.
Klimaneutral, heißt das CO2 kompensieren oder reduzieren?

Klimaneutralität

Diesen Weckruf hat Great Thunberg in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum gewohnt eindrucksvoll verkündet. KritikerInnen reagierten allerdings mit gemischten Gefühlen. Was ist also dran an der Aussage, dass Klimaneutralität nicht durch kompensieren allein funktioniert?

Net-Zero Emissionen sind auch Emissionen

Herausforderung Mobilität

Die Wissenschaft ist sich einig, dass ‘Net-zero Emissionen’ nicht das Ziel sind. Das hieße nämlich im schlechtesten Fall weiter CO2 wie gehabt auszustoßen – oder sogar noch mehr (Rebound Effekt) – und dann rückwirkend durch zertifizierte Projekte auszugleichen. Da aber diese Projekte, wie Baum-pflanz-Aktionen oder Solar-Öfen in Off-Grid-Gebieten, ein gewisses Risiko in Umsetzung und Langzeitwirkung aufweisen, würden einige CO2-Emissionen eventuell gar nicht kompensiert oder nur geringfügig und in zu langen Zeiträumen. Man kann daher sagen, dass CO2-Kompensationen lediglich einen Teil der Emissionen reduzieren bzw. ausgleichen können. 

CO2- Reduktion anstatt Kompensation

Was heißt das weiter? Akut ist mehr nötig als nur zu kompensieren. Besonders Unternehmen, die weltweit den größten Anteil der CO2-Emissionen ausmachen, können durch gezielte Maßnahmen ihren Treibhausgasausstoß enorm reduzieren. Bis zu 50% Einsparungspotential versteckt sich in den Themen Energie, Office, Mobilität, Food, Services und IT alleine.  Das eigene Produkt ist dabei im nächsten Schritten natürlich ebenso wichtig. Trotzdem können Firmen im Hier und Jetzt anfangen, im „Headquarter“, lokalen Büro oder bei der Umsetzung einzelner Projekte. 

Jetzt CO2 reduzieren

Herausforderung Flugreisen.

Klimaneutralität hat also, laut UN, das Ziel zunächst alle anfallenden CO2-Quellen durch Analyse und Messung zu erkennen. Diese müssen dann nach und nach reduziert und sobald möglich eingestellt werden – idealerweise bis 2030. Erst dann sollten nicht vermeidbare Emissionen ausgeglichen werden. Dies kann rückwirkend geschehen (z.B. für Dienstreisen mit dem Flugzeug) und dient besonders dem Anreiz in Zukunft diese Kosten durch Reduktionsmaßnahmen einzusparen und CO2-neutral oder sogar positiv zu werden. Da wir nur 10 Jahre Zeit haben, um keine 2-Grad-Klimaerwärmung zu erreichen, starten wir gemeinsam heute die Klimatransformation! 

Jetzt die CO2-Quellen in deinem Unternehmen verstehen und gleich eine Anfrage stellen, um Emissionen einzusparen.  Wir beraten dich gerne und helfen mit konkreten Maßnahmen weiter. 

Quelle: Foto von Tim Foster, Giovanni Ribeiro und Andrew Ruiz auf Unsplash.

Maßnahmen in 7 CLIMATE Kategorien für dein klimaneutrales Unternehmen.

Jedes Unternehmen verursacht CO2-Emissionen, egal wie nachhaltig es wirtschaftet. Energieverbrauch, Gebäudenutzung, Transport und selbst die firmeneigene Kantine verursachen neben der eigentlichen Produktion unerwünschte Emissionen. Klimaneutralität bedeutet daher die eigene Umweltbelastung durch kontinuierliche CO2-Bilanzen zu messen, durch gezielte Maßnahmen zu reduzieren und schließlich unvermeidliche CO2 Emissionen auszugleichen. Ressourcen

Unübersichtlicher CO2-Markt

Bislang ist diese eigenverantwortliche Praxis allerdings wenig attraktiv. Die Auswahl an CO2-Rechnern ist unübersichtlich, Maßnahmen sind nicht eindeutig und Kompensationsleistungen unterschiedlich kostspielig. Gleichzeitig nimmt der öffentliche Druck zu und immer mehr Unternehmen anerkennen ihr Verantwortung. In kleinen und mittleren Unternehmen suchen häufig die GeschäftsführerInnen persönlich Lösungen für das Thema Klimaschutz oder beauftragten MitarbeiterInnen. Kosten für Recherchezeit und fehlende Kapazität erschweren allerdings die tatsächliche Umsetzung der Reduktionsmaßnahmen und so enden KMUs nicht selten bei einer vermeintlich schnellen Lösung: CO2-Kompensation

Konsequente CO2-Reduktion

Doch welches Problem wird damit gelöst? Zunächst wird lediglich das schlechte Gewissen beruhigt. Langfristige Kostenersparnisse und Risikominimierung bietet nur die CO2-Reduktion. Vermeidung zusätzlicher Kosten durch CO2-Steuer, Recycling und Abwassermanagement lässt sich nicht durch Kompensationsleistung erreichen. Ebenso liegt der Schlüssel zu Wachstumspotenzialen, Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterhappiness woanders. 

Eine konsequente Reduktion der eigenen CO2-Emissionen ist die Lösung! Dies ist ernanntes Ziel des Pariser Abkommens. Bis 2050 müssen wir weltweit klimaneutral wirtschaften und dafür 50% aller CO2 Emissionen bis 2030 halbieren. Ein ambitioniertes Ziel! Aber eines, dass unzählige Entwicklungschancen und eine gesicherte Zukunft ermöglicht. Wie können wir also wirklich Hand anlegen und die eigene Auswirkung auf das Klima nicht nur kompensieren und somit in eine ungewisse Zukunft transportieren, sondern eventuell sogar “klimapositiv” werden? 

CO2-Emissionen verstehen

Der Schlüssel liegt im Verständnis der eigenen Emissionen. Wo entstehen sie, wo gibt es einfache Einsparpotenziale und wie kann mein Unternehmen schnell auf CO2-arme Prozesse umsteigen? Dieses Wissen erlangen Unternehmen häufig erst durch Beratungsleistung oder langwierige Recherche. Das muss nicht sein. Emissionsquellen sind typischerweise gleich, Einsparmöglichkeiten ähnlich und die Produkt- oder Service-Auswahl vielseitig. Viele der Lösungen wurden allerdings nicht im Kontext beleuchtet oder sind wenig bekannt.  

Unternehmen können schon heute anfangen auf Reduktionskurs zu steuern. Maßnahmen in den 7 CLIMATE Kategorien, entlang der Exponential Roadmap 2030, dienen dabei als erster Schritt. 

  1. Energie: Erneuerbare Energie einkaufen oder erzeugen. 
  2. Office: Smarte Heizungs-, Kühlungs- und Gebäudesysteme anwenden. 
  3. Produktion: Recyclingfähige Materialien verwenden und schonende beschaffen.
  4. Mobilität: MitarbeiterInnenanfahrt und Geschäftsreisen auf öffentlichen Transport und E-Vehicles umstellen. 
  5. Ernährung: Vegetarisches Catering und Events realisieren.
  6. Digitales: Software und Beratungsleistung in Anspruch nehmen. 
  7. Umwelt: Unvermeidliche Emissionen kompensieren und auf Forst- sowie CO2- Projekte setzen. 

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