7 Trends der Lieferkette – für eine nachhaltige Zukunft

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahren, aber vor allem auch durch die  Pandemie besonders präsent geworden. Viele Unternehmen weltweit haben sich das Ziel gesetzt bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden. Hierbei zählt die Lieferkette als Schlüssel der Klimatransformation.

Das Potenzial liegt in der Lieferkette

Die Dekarbonisierung der Lieferkette eines Unternehmens bietet einen guten Ansatzpunkt. Dort entstehen bis zu 80% der Treibhausgasemissionen und somit ein Großteil der Umweltbelastung in einem Unternehmen. Die Entwicklung eines nachhaltigen Lieferkettenmanagements trägt nicht nur zur Reduktion von Treibhausgasen bei, sondern bietet auch Vorteile für Unternehmen und ihre Stakeholder*innen. Das Management von sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Faktoren innerhalb der Lieferkette birgt großes Potenzial für die globale Klimatransformation.

Daher erweist sich eine Lösungsstrategie, welche an der Reduktion von CO2-Emissionen in der Lieferkette ansetzt als effizient. Gleichzeitig kann damit dazu beigetragen werden, unternehmerische Ziele zu verfolgen. Vor allem auch Kund*innen und Konsument*innen legen zunehmend Wert auf die nachhaltige Produktion der Waren. Dementsprechend kann Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensstrategie auch die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen steigern (UN Global Compact).

Stellschrauben in der Lieferkette

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen innerhalb der Lieferkette beinhaltet jede Stufe der Wertschöpfung: Von den Roh- und Ausgangsstoffen, dem Einkauf, über Prozesse der Herstellung und dem Transport und sogar bis hin zur Nutzung und Entsorgung der Produkte. Für die nachhaltigere Gestaltung der Lieferkette gibt es demnach zahlreiche Stellschrauben. Dies stellt weder massive ökonomische Herausforderungen für Unternehmen dar, noch hat es große Auswirkungen auf den Endpreis des Produkts für Konsument*innen (BCG).

Die Lieferkette bietet ein breites Handlungsspektrum und somit großes Potenzial für das Unternehmen, einen Beitrag zur Klimatransformation zu leisten.

Im Folgenden stellen wir 7 praktische und innovative Technologien vor, die helfen die individuelle Lieferkette umweltfreundlich zu gestalten.

1. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zur Vermeidung von Ressourcenverschwendung

Neue Technologien, welche effektiveres Arbeiten und die effizientere Nutzung von Ressourcen ermöglichen, entwickeln sich heute schneller als je zuvor. Besonders bezüglich der Zulieferung und dem Transport kann die Automatisierung vieler Prozesse helfen, Fehler zu vermeiden und Ressourcen zu sparen. Statistiken zeigten, dass die Nutzung von künstlicher Intelligenz die globalen Treibhausgasemissionen bis 2030 um bis zu 4 %, das bedeutet 2,4 Milliarden Tonnen CO2 reduzieren kann (Microsoft).

2. Automatisierung von Prozessen für energieeffizientes Arbeiten

Vor allem durch die Pandemie wurde das Online-Shopping mehr als doppelt so häufig genutzt als vorher. Die Nachfrage von Kund*innen nach einer schnellen und effizienten Lieferung steigt. Die Automatisierung einiger Prozesse ermöglicht die Optimierung der Produktivität sowie der Qualität. So werden beispielsweise Drohnen oder automatisierten Roboter für Lieferungen oder die Produktion von Waren eingesetzt. Dadurch wird nicht nur akkurateres Arbeiten ermöglicht, es erweist sich auch energieeffizienter. Im Jahr 2020 setzten schon knapp 20% der Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigen im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland Industrie- oder Serviceroboter ein (Destates – Statistisches Bundesamt).

Automatisierung durch Roboter in der Lieferkette.

3. 3D-Druck und alternative Produktion

Technologien, wie beispielsweise der 3D-Druck bieten neue Produktionsmöglichkeiten. Vor allem größere Unternehmen scheinen von der Technologie zu profitieren. Knapp ein Viertel der Unternehmen ab 250 Beschäftigten in Deutschland nutzten im Jahre 2020 entweder firmeneigene 3D-Drucker oder nahmen Leistungen anderer Anbieter in Anspruch. In den meisten Fällen wird die Technologie verwendet, um beispielsweise Prototypen oder Modelle zur internen Verwendung zu erstellen oder um Waren zum Verkauf zu produzieren (Destates – Statistisches Bundesamt).

Die Möglichkeit, recyceltes Material als Grundmaterial für Produktion zu verwenden kann Ressourcen sparen und Kosten reduzieren. Laut Analysen kann der Einsatz von 3D-Druckern in der industriellen Produktion den CO2 Ausstoß vermutlich bis zum Jahre 2025 um bis zu 5% reduzieren.

4. Blockchain Technologien sorgen für Transparenz

Um eine dauerhafte und tragfähige Beziehung zu Kund*innen und Lieferant*innen aufzubauen, ist das Stichwort Transparenz wichtig. Um den Materialfluss genau zu verfolgen, ist ein klares Bild von dem Aufbau und der Funktionsweise der Lieferkette hilfreich. Die wichtigsten Produkt- und Leistungsgruppen werden dargestellt, um die Herkunft aller Eingangsstoffe über die direkten Lieferant*innen hinaus bis zum Ursprung einsehen zu können.

Diese Visualisierung der Lieferkette ist wichtig, um im Folgenden den eigenen Handlungsspielraum einschätzen und Chancen identifizieren zu können. So können Verbesserungsmaßnahmen zielgenauer geplant und umgesetzt werden. Der Einsatz einer Blockchain, in der die Dokumentation von Transaktionen innerhalb der Lieferkette stattfindet, sorgt für Transparenz gegenüber den Kund*innen und Stakeholder*innen. Produkte werden akkurat zurück verfolgt, was Einblick über Herkunft sowie Prozesse der Herstellung und Weiterverarbeitung gewährt. Die Verwendung von Blockchain-Technologien vereinfacht das Management und erzielt Kosten- und Zeiteinsparung.

5. Smart Sensors ermöglichen Echtzeit Daten

Die intelligenten Sensoren helfen Prozesse zu vereinfachen, in dem sie neben der Messung von Daten auch gleichzeitig die Datenverarbeitung sowie die Dokumentation der Vorgänge übernehmen. Zum Beispiel können die Sensoren stetig den Standort, die Temperatur der Fahrzeuge etc messen. Durch das Echtzeit-Tracking können Fehler vermieden werden und die Planung der Prozesse kann effizienter und flexibler gestaltet werden. Dies gewährleistet eine zuverlässigere Dokumentation der Transaktionen und erweist sich zudem als kostengünstiger.

6. Industrial Internet of Things (IIoT) für eine effizientere Produktion

Die Industrial Internet of Things-Software unterstützt vor allem mittelständische seit einigen Jahren bei der Digitalisierung und Automatisierung. Durch die Umsetzung der Konzepte und Technologien des IIoT wird die Produktion sowie der Transport von Gütern effizienter, in dem Fehler früh erkannt und geeignete Maßnahmen angestoßen werden. Durch das schnellere Erfolgen von Datenerhebung, Dokumentierend und Analyse werden Konfigurationsprozesse automatisiert und vereinfacht. Die Leistung von Maschinen kann optimiert werden und die Wartung und Instandhaltung geht automatisiert vonstatten.

Das kann zur Verbesserung der betrieblichen Effizienz sowie zu Kostensenkung in der Produktion führen und schnellere Prozesse und flexiblere Produktionstechniken ermöglichen. Somit konnten 70% der mit IIoT arbeitenden Unternehmen im Jahre 2018 auch Erfolge im Hinblick auf deren Klima Performance erzielen.

IIoT für Innovationen innerhalb der Lieferkette

7. ERP Systeme zur Unterstützung des Ressourcenmanagements

Die Aufgabe von Enterprise-Resource-Planning (ERP) ist das Kontrollieren und die bedarfsgerechte Planung und Steuerung von Ressourcen wie Kapital, Personal und Material.

Ein ERP-System ist eine Vielzahl an miteinander kommunizierenden Anwendungssoftware- bzw. IT-Systeme, welche zur Unterstützung der Ressourcenplanung eines Unternehmens eingesetzt wird. Mit Hilfe von IT-Systemen können alle erforderlichen Materialien für die Herstellung der Erzeugnisse in richtigen Mengen zum geplanten Zeitpunkt am Ankunftsort zur Verfügung stehen. So können Wertschöpfungsprozesse koordinierter und vor allem effizienter gestaltet und die Steuerung von unternehmerischen und betrieblichen Abläufen stetig optimiert werden. Dies ermöglicht eine effiziente Ressourcennutzung.

Dekarbonisierung der Lieferkette als Game-Changer

Die Verwendung dieser Technologien kann die Einsparung von CO2-Emissionen innerhalb der Lieferkette ermöglichen und damit eine umweltfreundliche und nachhaltige Klimaperformance realisieren. Aber auch eigene Produktionskosten können durch Optimierung des Ressourcen-Managements und dadurch geringere Abfallproduktion reduziert werden. Die Dekarbonisierung der Lieferkette mithilfe von innovativen Technologien ist wegweisend für individuelle Unternehmen und kann eine langfristig erfolgreiche Zukunft ermöglichen.

Mehr Informationen zu Reduktion von Treibhausgasen innerhalb der Lieferkette findest du hier.

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Bildquellen: Unsplash