Wird das Klima zur Schwachstelle in der Lieferkette?

Im Zusammenhang mit der globalen COVID-19-Pandemie sowie akuten Wetterereignissen werden immer weitere Fragen zu Risiken und Belastbarkeit der Lieferkette aufgeworfen. Da der Klimawandel extreme Wetterereignisse häufiger auftreten lässt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Produktionsanlagen und lokale LieferantInnen durch intensive Veränderungen beeinflusst werden. Wertschöpfungsketten sind daher einem breiten Spektrum von Risiken ausgesetzt, einschließlich Klimaereignissen.

Undurchsichtige Lieferketten zwischen Wirtschaft und Klima

Der Großteil der globalen Wirtschaftsproduktion, 20 Billionen USD pro Jahr, finden in einer global organisierten Lieferkette statt. Dieser internationale Austausch von Waren hat den Zugang zu Produkten und Materialien extrem erleichtert und zum Beispiel Computer, Autos, Medikamente und Lebensmittel erschwinglich gemacht. Gleichzeitig wurden allerdings Lieferwege immer intransparenter und Umweltkosten sowie soziale Missstände externalisiert. Für Endprodukte, die aus vielen tausend Teilen aus aller Welt bestehen, können so kaum noch die Ursprünge geschweige denn die entstandenen Emissionen zurückverfolgt werden. Da die CO2-Emissionen von Produkten allerdings aus bis zu 80% aus der Lieferkette stammen, sind diese Informationen entscheidend. Die Beziehung zu LieferantInnen, besonders um ihre Bedingungen vor Ort und ihre verursachten Emissionen zu verstehen, werden daher immer wichtiger.

Extreme Wetterereignisse beeinflussen die Lieferkette

Neben den undurchsichtigen Klimaauswirkungen, werden die Lieferketten selbst zum Risiko. Laut McKinsey gibt es hauptsächlich drei klimabedingte Gründe für kurzfristige Ausfälle bei LieferantInnen:

  1. Physische Schäden an Einrichtungen, Produktionsanlagen und Lagerbeständen.
  2. Umsatzrückgang, entweder weil die Produktion gestört ist oder weil Waren nicht auf den Markt gebracht werden können.
  3. Höhere Kosten in der Wiederaufbauphase der Anlage, da die Marktpreise für Arbeit, Energie und Logistik nach extremen Wetterevents steigen können.

Die Kombination dieser Auswirkungen kann auch die Fähigkeit der LieferantInnen einschränken, die Produktion schnell und effizient wiederherzustellen, da sie weniger Kapital für Reparaturen beschaffen können oder den kurzfristigen Cashflow drosseln müssen.

Nachhaltiger Einkauf in einer transparenten Lieferkette

Wie stellen sich Unternehmen auf zunehmende Risiken im Einkauf ein und sorgen gleichzeitig für sinkende CO2-Emissionen in ihrer Lieferkette? Die Antwort kann nur in einem gewandelten Verständnis des Einkaufs liegen. Früher lag die primäre Aufgabe des klassischen Einkaufs in der kostengünstigen Beschaffung von Materialen zur bestmöglichen Qualität. In Zeiten steigender Umweltvorgaben und KonsumentInnenanforderungen hat der Einkauf weitere Aufgaben. Kosten senken zu jedem Preis, das lässt heute das Risiko steigen. Wer jedoch „Nachhaltigkeit“ in seine Lieferkette integriert, differenziert sich im Wettbewerb und kann Umsätze steigern.

Umstieg auf Zusammenarbeit und Integration

Laut Jaro Institut ist der Einkauf heute daher ein Multiplikator, der das Wirtschaften der eigenen Firma und die Beziehung zu LieferantInnen deutlich verändern kann und somit einen großen Mehrwert für die Umsetzung der Nachhaltigkeit liefert! Eine strategische Ausrichtung der Beschaffung, auf Augenhöhe mit der Geschäftsführung, stellt somit die Weichen, um nachhaltige Beschaffung umzusetzen. Das Jaro Institut empfiehlt hierzu die folgenden vier Schritte:

1. Basis für eine nachhaltige Beschaffung im Unternehmen legen

2. Integration nachhaltiger Aspekte in die Beschaffungsprozesse

3. Kontinuierliche Leistungsausarbeitung und -verbesserung mit LieferantInnen

4. Steuern und lernen

Wer noch weitere Klimaziele in sein Lieferketten-Management integrieren will, kann sich den „Supply Chain Leaders“ anschließen. Diese setzen sich das Ziel, ihre absoluten Treibhausgasemissionen vor 2030 zu halbieren und ihre Lieferketten vor 2050 klimaneutral zu gestalten.

Fazit

Alle Ansätze zeigen auf dasselbe Ergebnis: EinkäuferInnen und Führungskräfte müssen mit ihren LieferantInnen zusammenarbeiten, um die gemeinsamen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und dabei ihre Treibhausgasemissionen tatkräftig zu reduzieren.

Reduziert deine Firma wirklich CO2? Der entscheidende Unterschied zwischen Offsetting und Insetting.

Wir alle kennen Offsetting als die Lösung, um vermeidlich schnell und einfach klimaneutral zu werden. Egal ob Produkt, Service oder ganze Firma – die Klimaschutzprojekte des globalen Südens bieten CO2-Ausgleich dort, wo er günstig und effizient umgesetzt werden kann. 2019 fand dieser Trend seine erste Hochphase, als über 100 internationale Firmen weltweit verkündeten ihre Klimatransformation zu starten. Darunter auch Monsanto, Coca-Cola und VW. Das lässt einen stutzig werden. Wie schaffen es Großkonzerne ihre Emissionen zu reduzieren und in kurzer Zeit klimaneutral zu werden? Der suspekte Hauch von „Ablasshandel durch Offsetting-Projekte“ liegt in der Luft.

Hilft Offsetting der CO2-Reduktion?

Um klimaneutral zu werden, empfiehlt die UN die folgenden Schritte zu durchlaufen: CO2 messen, reduzieren und anschließend nicht vermeidbare Emissionen ausgleichen. Die Messung ermöglichen heute viele Beratungsunternehmen und Software-Tools, die Reduktion und der Ausgleich, erfolgt oft durch die selben Anbieter, werfen hingegen noch einige Fragen auf. Die Science-Based-Target Initiative gibt Unternehmen Guidelines an die Hand und empfiehlt wissenschaftsbasierte Klimaziele, um konsequent CO2 einzusparen. So z.B. durch die Umstellung auf 100% Ökostrom, klimarelevante Gebäudeanpassungen, elektrische Antriebe in der Mobilität, CO2-arme Prozesse in der Industrie und der deutliche Ausbau von Recycling und Cradle2Cradle-Design. Von Offsetting hört man hier nichts. Bewusst, denn ein „Emissions-Ausgleich“ wird nicht als Reduktionsmaßnahme anerkannt.

Warum ist Offsetting kein wissenschaftsbasiertes Reduktionsziel?

Offsetting meint, dass Unternehmen ihre errechneten CO2-Emissionen durch Klimaprojekte ausgleichen. Diese sind vielfältig und, wenn seriös, durch führende AnbieterInnen zertifiziert. Ihr Einfluss auf das Klima wird also international anerkannt, wenn auch kritisch hinterfragt und ständig überprüft. Was dem Prinzip des Offsettings fehlt, ist die Betrachtung der eigenen Emissionen. Der CO2-Ausgleich erfolgt durch Offsetting an einem anderen Ort und verändert zunächst nicht die eigenen Emissionen, die durch die Nutzung von Energie (Scope 1 und 2) oder den Bezug von Waren und Leistungen (Scope 3) entstehen. Als freiwillige Klimamaßnahme ist Offsetting daher ein beliebter und valider erster Schritt, um die eigenen Klimaziele im Unternehmen sichtbar und deutlich spürbar zu machen. Die CO2-Reduktion als solche muss allerdings umfangreicher gedacht werden.

Insetting steht für CO2-Reduktion in der eigenen Lieferkette

Entscheidend ist der Ort der „Ausgleichsmaßnahme“. Während Offsetting-Projekte einen scheinbar beliebigen Wirkungsort haben und den CO2-Ausgleich häufig zu einem möglichst günstigen Preis abbilden, bietet Insetting die Chance Klimaschutz in der eigenen Lieferkette umzusetzen und einen positiven Einfluss auf umfangreiche Nachhaltigkeitsziele zu erzeugen. Diese Chance kommt mit besonderen Herausforderung, da die meisten CO2-Emissionen und sozialen Problemstellungen entlang der Wertschöpfungskette entstehen. Gleichzeitig gilt deshalb auch: hier liegt das größte Potential zur vollständigen Klimatransformation.

Wie setzt man Insetting um?

Schon 2015 titelte Forbes: Vergesst Offsetting, Insetting ist die Zukunft! Diese Zukunft scheint aber erst jetzt skalierbar umgesetzt zu werden. Bis heute fehlt eine klare Definition von „Insetting-Projekten“ – auch da die CO2-Reduktion in Scope 3 (entlang der eigen Lieferkette) komplex ist. Insetting zielt nicht nur auf Baumpflanzprojekte oder erneuerbare Energie, sondern auch auf den konkreten Wandel gängiger Prozessschritte und Handlungen, um beispielsweise die lokale Biodiversität, Wassereinsparung oder Recyclingfähigkeit von Produkten zu steigern. Neben CO2 als Messungsfaktor, fließen hier ebenfalls Messgrößen des Corporate Social Responsibility-Ansatzes ein. Insetting beansprucht also einen ganzheitlichen Zugang zu gesamten Ökosystemen, Gesellschaften und lokalen Wirtschafsstrukturen.

Was spricht für und gegen Insetting?

Chance

  1. Insetting hat gegenüber Offsetting den Vorteil, dass es Scope 3 berücksichtig
  2. Neben CO2-Emissionen werden ganzheitliche Faktoren in Betracht gezogen
  3. Die eigene Lieferkette wird resilienter, qualitativ verbessert und langfristig kostengünstiger

Limit

  1. Scope 1 und 2, also die Emissionen, die direkt durch ein Unternehmen entstehen, werden in der Regel nicht verändert
  2. Die Komplexität erzeugt eine vergleichsweise hohe Bearbeitungs-, Recherche- und Investitionsbereitschaft
  3. Die Integration von zahlreichen StakeholderInnen benötigt Zeit und Ressourcen

Ist Insetting heute schon machbar oder noch Zukunftsvision?

Insetting-Maßnahmen sind für jedes produzierende Unternehmen ein sehr relevanter Weg, um den eigenen Einfluss auf das Klima, die Umwelt und Menschen zu verbessern. Klimaneutralität per Definition wird durch Insetting alleine allerdings nicht erreicht. Offsetting als freiwillige Klimaschutzmaßnahme dient zunächst dazu Emissionen auszugleichen, während Insetting das Problem an der Wurzel anpackt und zu wandeln versucht. Dabei gilt: Ein Schritt nach dem anderen. CO2-Reduktion muss der klare Fokus sein, dann ergeben sich Offsetting- und Insetting-Maßnahmen logisch folgend.

Der Umstieg auf erneuerbare Energie in Scope 1 und 2 wird weder als Offsetting noch Insetting bezeichnet. Hier werden Emissionen effektiv reduziert. Gleiches gilt für Vermeidung von Müll- und Wasserverbrauch im Büro. Offsetting hilft aber sich global zu engagieren und Klimamaßnahmen zu unterstützen und so die eigene Aufmerksamkeit auf komplexe Herausforderungen zu lenken. Diese Herausforderungen können dann durch gut strukturierte Insetting-Projekte angegangen werden. Offsetting und Insetting können also ergänzend in einer umfangreichen CO2-Reduktionsstrategie verwendet werden.

Gibt es Beispiele für erfolgreich umgesetztes Insetting?

Burberry gab im Februar 2020 bekannt, dass die Marke einen „Regeneration Fund“ eingerichtet hat, um CO2-Emissionen in der eigenen Lieferkette zu reduzieren. Gemeinsam mit seinen WollproduzentInnen in Australien, plant Burberry regenerative Anbaumethoden zu entwickeln und umzusetzen. Diese sollen die Kohlenstoffabscheidung in Böden, die Gesundheit von Wassereinzugsgebieten und die biologische Vielfalt der Lebensräume fördern.

Ben und Jerry finanzieren das Rwenzori-Projekt in Uganda, das kleinen Vanillebauern beim Bau von Agroforstsystemen unterstützt, um ihre Produktion zu diversifizieren. Dazu wurden in und um die Vanille-Parzellen 100.000 einheimische Bäume gepflanzt, welche Schatten spenden und den Bauern ermöglichen ihr Einkommen zu erweitern.

Nespresso hat über einen Zeitraum von 5 Jahren 600$ Millionen in 10 Millionen Bäume investiert. In Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden pflanzt Nespresso einheimische Baumarten und beauftragt Landwirte und Gemeindemitglieder mit der Pflanzung für diese Initiative.

Was sind die ersten Schritte in Richtung CO2-Reduktion, Offsetting und Insetting?

  1. Die Messung der eigenen CO2-Emissionen entlang der Lieferkette ist immer der erste Schritt, um Emissionsquellen zu verstehen und Reduktionspotentiale zu erfassen.
  2. Reduktionsziele können sich an den 7 Climate Impact Kategorien orientieren und sollten konkrete Maßnahmen in einem festgelegten Zeitraum aufzeigen.
  3. Offsetting-Möglichkeiten sind vielfältig und können heute nach eigenen Präferenzen zu einem fairen Preis (ab 10€ die Tonne CO2) freiwillig eingesetzt werden.
  4. Insetting-Projekte benötigen langfristiges Engagement und sollten in einer umfassenden Klimastrategie, insbesondere im produzierenden nicht fehlen.

Du hast Fragen zu den 4 Schritten der Klimatransformation?

Wir helfen dir gerne weiter. Stell uns noch heute deine kostenlose Anfrage. Wir zeigen dir passende AnbieterInnen und klimarelevante Lösungen auf. Viel Erfolg!

5 Risikofaktoren, die Unternehmen unbedingt bedenken sollen, um die Klimatransformation nicht zu verpassen.

Im CHOICE Webinar #2 mit Nadine Michalske von Klima.Metrix konnten die TeilnehmerInnen lernen, dass Klimarisiken schon heute – in Deutschland und weltweit – Firmen akut beeinflussen. Diese Klimarisiken sollten nicht unbedacht bleiben. Im Gegenteil, sie sind Geschäftsrisiken. Langfristig geplant kann nicht nur CO2 gespart werden, sondern auch die Positionierung, Finanzierung und Reputation von Unternehmen entscheidend beeinflusst werden. Eine fokussierte Klimastrategie, basierend auf realen CO2-Werten, kann daher maßgeblich über die Entwicklung eines Unternehmens in den nächsten 5 Jahren entscheiden. Der kommende CLIMATE TRANSFORMATION Summit steht ganz in diesem Zeichen, mehr dazu hier.

Welche Klimarisiken gibt es?

Klimarisiken lassen sich in „Physische“ und „Transistorische“ Risiken einteilen. Physische Risiken sind uns meistens geläufig: z.B. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Transistorische Risiken sind hingegen als vorübergehend definiert und etwas sperriger. Laut BaFin stehen sie besonders im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Denn wie der IPCC Report aufzeigt, sind die atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Stickstoffoxid so hoch wie seit mindestens 800.000 Jahren nicht mehr.

5 Faktoren von Transitionsrisiken

Transitionsrisiken beinhalten beispielsweise politische und rechtliche Maßnahmen (wie z.B. den Kohleausstieg und die steigende CO2-Steuer), hohe Investitionskosten (Sanierungen von Gebäuden und Anlagen) oder Zinsen (einige Banken binden schon heute die Zinshöhe an Klimarisikoprofile von Firmen), neue Technologien (z.B. Disruption durch Elektromobilität), veränderte Kundenpräferenzen oder gesellschaftliche Erwartungen. Diese Veränderungen können die Anforderungen an Geschäftsmodelle von Unternehmen, die hierauf nicht rechtzeitig reagieren und gegensteuern, gefährden.

Gibt es auch Chancen?

Chancen ergeben sich gerade aus den veränderten Bedingungen. Nicht jedes Unternehmen sollte sein altes Geschäftsmodell beibehalten oder gar weiter am Markt tätig sein. Besonders Ölkonzerne oder Autobauer sollten schleunigst umstellen. Aus dieser Umstellung ergeben sich für alte und neue MarktteilnehmerInnen Chancen. Der europäische Green Deal, Klimaklagen gegen Firmen wie TOTAL, aber auch Erfolgsgeschichten wie TESAL zeigen, dass eine Zeitenwende bereits begonnen hat. Selbst in den USA sind zwischen 2013 und 2018 nachhaltige Produkte 5,6 mal stärker gewachsen als konventionelle, laut Harvard Business Review. Sie werden außerdem als anpassungsfähiger und krisensicher beschrieben.  Vieles dieser Produkte und Services kannst du hier kennenlernen.

Was hat CO2-Berechnung damit zu tun?

Nur was messbar ist, ist auch managebar. Das wissen wir. CO2 ist nicht die einzige Kennzahl, um Nachhaltigkeit zu untersuchen, aber eine der messbarsten. Unternehmen kennen ihren CO2-Fußabdruck allerdings häufig nicht. Der Aufwand Daten zu erheben, Klimaziele festzulegen, Chancen und Risiken abzuwägen sowie konkrete Reduktionsmaßnahmen einzuleiten ist bis heute, im laufenden Betrieb, oftmals zu komplex. Anstatt ihr Risiko-Profil und CO2-Fußabdruck zu kennen, fliegen Unternehmen daher häufig im Blindflug.

Wie berechne ich einfach den CO2-Fußabdruck von meinem Unternehmen?

Seit einigen Jahren verändert sich der CO2-Berechnungsmarkt. Zahlreiche, kompetente Beratungen aber auch Softwarelösungen und offene Datenbanken zeigen ob Unternehmen unverändert Klimasünder bleiben oder sich als Climate Champion positionieren. Softwarelösungen dienen dabei speziell der CO2-Messung in Echtzeit, im eigenen Hause und mit professioneller Datenunterstützung. Klima.Metrix bietet hierzu einmalig die Möglichkeit an ihrer Studie zu Emissionseinsparungen in Corona-Zeiten mitzumachen. Deutsche Unternehmen mit mehr als 75 MitarbeiterInnen können kostenlos und anonym ihren CO2-Wert aus 2020 errechnen lassen und erhalten anschließend Maßnahmen für die Zukunft, um möglichst schnell CO2 zu reduzieren.

Wie kann ich mitmachen?

Wir helfen euch gerne weiter, schreibt uns einfach an. Auch wenn deine Unternehmen weniger als 75 MitarbeiterInnen hat, finden wir eine passende Lösung für dich. Außerdem kannst du beim CLIMATE TRANSFORMATION Summit direkt aus der Praxis lernen und online mitdiskutieren.

CHOICE WEBINAR #3 Gebäude LCA

Am 28. Mai lernst du im nächsten CHOICE Webinar von Philipp Hollberg, CEO und Gründer von CAALA wie ein Lifecycle Assessment eines Gebäudes durchgeführt wird und was es zu beachten gibt. Kostenlos anmelden kannst du dich hier.

Bildquelle: Unsplash.

Gewinner der Krise: Südkorea wird klimaneutral und bekämpft Corona erfolgreich. 5 Chancen, die auch wir jetzt nutzen können und gleichzeitig die Umweltschutz schützten.

In Südkorea wurde der Ernst der Lage erkannt: Corona ist gefährlich, Klimawandel auch! 

Neben erfolgreichen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus’, wurden ebenfalls an Regelungen gegen den stetig fortschreitenden Klimawandel gearbeitet. Bis 2050 will Südkorea eine „carbon zero society“ by 2050 sein. In Zeiten von Corona scheint das noch mutiger und zukunftsorientierter als sonst. Verständlich, dass momentan kaum jemand über das Klima nachdenkt, wenn Arbeitsplätze, Wirtschaft und Gesundheit massiv gefährdet sind. Trotzdem läuft die Zeit weiter und gerade in einer Welt nach Corona steigt die Wahrscheinlichkeit für einen sprunghaften Wirtschaftsanstieg und somit CO2-Ausstoß. 

Nutzen wir die Krise wirklich für Umweltschutz?

Momentan bleiben allerdings alle zuhause, schützen die Gesundheit und sprechen von den positiven Auswirkungen auf das Klima. Venedig hat sauberes Wasser, China sieht einen strahlend klaren Himmel und in Europa sind die Autobahnen leer. Doch kann es sein, dass wir schon jetzt neue Klimafallen aufstellen und nach Corona in diese tappen werden? Wie können wir gestärkt aus der Krise gehen, weiterhin besonders die Gesundheit von gefährdeten Personen schützen und noch die Umwelt im Auge behalten? 

5 Chancen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und die Umwelt im Auge zu behalten.

Neue Geschäftsfelder als Chance nutzen und gleichzeitig die Umwelt bedenken.
Neue Geschäftsfelder als Chance nutzen und die Umwelt bedenken.

Südkorea macht es vor, mit seinem Green New Deal. Investitionen in erneuerbare Energie, Ausbau der E-Mobilität. Die Themen sind bekannt. In Deutschland liegt der Fokus bislang auf Liquiditätssicherung und in den USA werden gar Subventionen für Kohle- und Öl-Firmen erwägt. Welche Trends der Corona-Krise können wir also auch hierzulande für uns, die Wirtschaft und das Klima nutzen? Hier 5 Chancen, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

1. Investitionen in erneuerbare Energie

Die International Energy Agency (IEA) verkündet: die Chance ist einmalig! Energiekosten, insbesondere für Solarenergie sind so niedrig wie nie. IEA Chef Fatih Birol verkündet daher, dass sich Wirtschaftsländer lieber auf Anreize, Ausbau und Förderung von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie konzentrieren sollten, anstatt die stark angeschlagene Öl-Industrie zu stärken. Unternehmen können ebenfalls profitieren. In unsicheren Anlagezeiten, ist das Geld besser auf dem Firmeneigenen Dach angelegt. Eine Solaranlage bringt bis zu 4% Rendite, amortisiert sich nach einigen Jahren (bei Garantiezeiten von 20 Jahren) und produziert von da an bares Geld. Effiziente Energiespeicher, bestehende Förderungen und flexible Finanzierungsmodelle machen die Solaranlage besonders Corona-tauglich.

2. Umweltfreundliche Lieferung  

Aktuell ist der Transport von Waren weltweit verlangsamt. Doch während viele Menschen im Home-Office sitzen, boomt der Onlinehandel und Versand. Auch hier zeigen sich daher neue Trends und Möglichkeiten. Lieferungen werden ein Engpass, viele Anbieter von Waren suchen nach eigenen und besonders auch zuverlässigen Lösungen. Grüne Lieferdienste, die innerhalb von Städten mit dem Rad ausliefern, eigene Lastenräder oder auch elektrische Anhänger und Lieferwagen können hier die Lösung sein. Förderungen und Kosteneinsparungen sind ebenfalls Anreiz, das eigenen, lokale Liefergeschäft auszubauen. Warum also nicht bei mehr Zeit, die Ware selbst per Rad ausfahren? 

3. Wertvolle Online-Produkte

Corona hat uns gezeigt, dass Gesundheit und Wellness im Hier und Jetzt im Zweifel mehr Wert sind als der Bonus am Ende des Jahres. KundInnen bestellen Ware online, besonders aber für ihre private Fitness-Sammlung oder um die Kreativität zu fördern. Der Fokus liegt also auf dem Mehrwert zuhause. Wertvolle Produkte und Services, die wirklich gut sind und der Umwelt helfen, gewinnen daher nur noch mehr Bedeutung. Träumen wir nicht alle momentan von ökologischem Toilettenpapier und fairen Bürostühlen

4. Grüne IT- und Infrastruktur

Deutschland sitzt vorm PC, hört Podcast, telefoniert mit den Kollegen. Alle Tools rund ums Home-Office erleben ihre Blütezeit. Die Chance ist groß. Der Stromverbrauch für gestiegene Datennutzung im Home-Office, für Streaming-Angebote, Social-Media-Nutzung und ja auch Online-Pornografie ist allerdings ebenfalls enorm! Hier hat Nachhaltigkeit sicherlich zunächst keine Priorität, dafür aber IT-Sicherheit und Verfügbarkeit. Vielen Firmen gefällt allerdings die Vorstellung besser, die eigenen Daten im Inland auf lokalen Servern zu speichern oder aber IT kostengünstig gebraucht zu kaufen. Grüne Server, Hostingangebote und Email-Dienste oder recycelte Geräte können daher sowohl nachhaltig als auch sicher und günstig sein.

5. Online Ansprache und Coaching

Das eigene Produkt kommt nicht zur KundIn oder die KundIn nicht zum Service? Online-Angebote helfen. Fast alle KundInnen werden jetzt via PC oder App erreicht, sodass der eigene Service einfacher als Online-Angebot ausgebaut werden kann und gleichzeitig Marketingkosten überschaubar bleiben. KundInnen suchen nach Hilfestellungen und Unterstützung, ein Coaching via Live-Cam oder Chat ist jetzt noch hilfreicher als zuvor. Wer dann noch den steigenden CO2-Verbrauch durch online Datenvolumen ausgleichen will, kann in CO2-Projekte nach dem Golden Standard investieren oder gleich CO2 in Stein verwandeln. 

Die Krise zeigt deutlich, wo neue Geschäftsfelder entstehen. Nutzen Firme die Veränderungen lokal und nachhaltig, steigen die Chancen diese gewinnbringend in Zukunft nutzen zu können. 

Du hast Fragen dazu oder möchtest mehr erfahren? Gerne helfen wir dir beim Wandel hin zum nachhaltigen CLIMATE Champion. Schreib uns einfach an!

Bildquelle:  bruce mars, JESHOOTS.COM auf Unsplash.

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