All Organic Treasures: CO2-Reduktion in der Naturkost- und Naturkosmetik-Branche

All Organic Treasures CO2-Reduktion

Interviewpartnerin: Julia Knestel ist Nachhaltigkeitsbeauftragte bei All Organic Treasures. Das Familienunternehmen liefert seit knapp 20 Jahren ökologische Rohstoffe, die in der Naturkosmetik- und Naturkostindustrie weiterverarbeitet werden – und möchte die CO₂-Reduktion vorantreiben.

Klimarelevanz von Lebensmitteln

Ein aktuelle Studie der University of Sydney schätzt, dass die globalen Lebensmittelsysteme aufgrund von Transport-, Produktions- und Landnutzungsänderungen etwa dreißig Prozent der gesamten vom Menschen produzierten Treibhausgasemissionen beitragen. Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie fällt daher eine große Verantwortung bei der Umsetzung der Klimatransformation zu.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden und eine Übersicht ihrer klimabezogenen Zielsetzungen und Maßnahmen zu erhalten, hat All Organic Treasures das Climate Performance Assessment durchgeführt. Wir sprechen mit Julia Knestel über ihre Erfahrungen, die wichtigsten Erkenntnisse sowie die nächsten Schritte auf ihrem Weg der Klimatransformation

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit, kannst Du Euch kurz vorstellen?

Als Kinder der ersten Ökogeneration stand bei uns das nachhaltige Handeln schon immer im Mittelpunkt. Nachhaltigkeit gehört somit schon seit der Gründung vor über 20 Jahren zu den zentralen Pfeilern von AOT. Bei der Produktion, Verarbeitung und dem Transport unserer Rohstoffe für Naturkosmetik und Naturkost spiegelt sich das wider. Angefangen beim umweltbewussten, ökologischen Anbau unserer Rohstoffe in der ganzen Welt über die Vermeidung unnötiger Transportwege bis hin zu klimaschonenden Betriebswagen und unserem energieeffizienten Firmengebäude. Wir stehen für eine Welt ein, die auch kommenden Generationen ein gutes Zuhause bietet.

Wie positioniert sich AOT in Sachen Klimatransformation? Welche Klimastrategie verfolgt ihr und wie sieht Deine eigene Rolle dabei aus?

All Organic Treasures CO2-Reduktion

Um unserer aktuellen „Next Generation“ noch viele weitere nachfolgen zu lassen, ist unser Handeln gefragt. Was stünde uns als Familienunternehmen somit näher, als uns offiziell zur Einhaltung des 1,5 °C Ziels zu bekennen und all unsere Unternehmenswege folglich in diese Richtung zu lenken. Unsere Strategie geht ganz klar in Richtung der Reduktion aller vermeidbarer Emissionen entlang unserer Liefer,- und Produktionskette. Meine Aufgabe besteht darin, unsere aktuellen „CO₂ Schwachstellen“ ausfindig zu machen und zusammen mit der Geschäftsleitung diese nach und nach zu beseitigen.

Wie hat Euch das Climate Performance Assessment dabei geholfen? Was sind Dinge, die ihr gelernt habt über eure Stärken und Potentiale?

Uns hat das Assessment vor allem dahingehend geholfen, uns aufzuzeigen, wo wir mit den kleinsten Stellschrauben im Alltag schon großes bewirken können. Oft gehen viele Themen im Stress des Alltags unter und durch THE CLIMATE CHOICE konnten wir unseren Fokus wieder ganz zielgerichtet und strukturiert auf das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausrichten.

Welche nächsten Schritte, möchtet ihr im Rahmen Ihrer Klimatransformation angehen?

Neben der stetigen Verbesserung in alltäglichen Themen wie der Produktion, Versand und Logistik ist das große Ziel für 2023/2024 den Corporate Carbon Footprint für unseren Firmenstandort zu ermitteln. Anhand dieser Kennzahlen können wir uns dann Schritt für Schritt um die Reduktion unserer CO₂-Emissionen kümmern. Des Weiteren werden wir in diesem Zuge dann auch nach und nach die Erstellung der CO₂-Bilanzen für unsere gängigsten Produkte anstreben, damit wir auch hier unsere Klimatransparenz weiter ausbauen können.

Wie schätzt Du eure Rolle im Markt, oder in eurer Lieferketten ein?

Als mittelständisches Familienunternehmen sind wir aktuell nicht zur Berichterstattung und Bilanzierung verpflichtet. Dass wir uns aber trotzdem dazu entschlossen haben, einen Nachhaltigkeitsbericht auszuarbeiten und unsere CO₂-Bilanzierung in Angriff nehmen, rührt vor allem daher, dass wir uns sicher sind, dass jeder noch so kleine Beitrag in der Summe großes bewirken kann. Und was läge uns, als Bio-Unternehmen näher als alles uns in der Macht Stehende zu tun, um dazu beizutragen, das Klimagleichgewicht wieder herzustellen.

Welche Tipps und Best Practices möchtet Ihr mit anderen Unternehmen teilen?

Ich denke der wichtigste Tipp von allen ist es einfach anzufangen und keine Angst zu haben etwas falsch zu machen. Jede noch so kleine Veränderung wird am Ende ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Welt und somit für unsere Zukunft leisten.

Danke Julia, wir freuen uns gemeinsam die Klimatransformation umzusetzen!

Winnen-Pfab-Service: Klimamanagement und CO2-Reduktion in der Logistikbranche

Interviewpartner: Tim Hoffmann, Sustainability Manager bei Winnen-Pfab-Service, seit über 10 Jahren ein Kooperationsunternehmen aus dem Transport- und Logistikbereich der beiden deutschen Speditionen „Hubert Winnen“ und „Hans Pfab“.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Transport von Floatglas im B2B-Bereich. Über 160 Mitarbeitenden betreuen dabei an zwei Standorten einen festen Kundenstamm an Glasproduzenten in Deutschland und Europa und arbeiten darüber hinaus tagtäglich mit einem Netzwerk von mehr als 25 europaweit tätigen Transportpartnern zusammen.

Die Klimatransformation ist in vollem Gange! Wie gehen Sie hier vor, um mit den Entwicklungen Schritt zu halten?

Vor fünf Jahren haben wir mit dem Aufbau unseres Nachhaltigkeitsmanagements begonnen. Hauptfokus war dabei von Anfang an unser Klima- und Umweltmanagement.

„Unser Fokus liegt auf der Professionalisierung unseres Klimamanagements“

Tim Hoffmann, Sustainability Manager.

Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

  1. Primäres Ziel war zunächst eine umfangreiche Analyse unserer klimatechnischen und ökologischen Schwerpunkte. Infolgedessen etablierten wir innerhalb der ersten zwei Jahre eine an globalen Standards wie GHG Protocol oder CDP orientierte Berechnungs- und Berichtsmethodik. Denn für uns war von Anfang an elementar, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck nicht nur nach den höchsten Standards abbilden, sondern auch offen und transparent gegenüber unseren Kollegen, Gesellschaftern und Stakeholdern kommunizieren und eine globale Vergleichbarkeit herstellen wollten.
  2. Stetige Vertiefung und Verbesserung. Dabei haben wir sehr schnell erkannt, dass über 80% unserer Gesamtemissionen auf unsere Transportaktivitäten zurückzuführen sind. Daraufhin haben wir unsere Berechnungsmethodik nochmals verfeinert und an internationalen Standards für Transportemissionen, wie der EN 16258 oder dem GLEC-Framework des Smart Freight Centers, angepasst. Zugleich haben wir dadurch erneut bestätigt bekommen, wo der Haupthebel für die Klimatransformation unseres Unternehmens liegt.
  3. Ins Handeln kommen. Seitdem haben wir in den letzten Jahren mehrere kleine Projekte ins Rollen gebracht, um erste Signale für unser angedachtes Ziel der Klimatransformation auch glaubwürdig zu verkörpern. Hierzu zählen beispielweise der vollständige Bezug von Ökostrom für unsere beiden Standorte, eine umfangreiche Modernisierung der Bürogebäude am Standort Weiherhammer, sowie auch unserer Lagerhallen und den daraus resultierenden, seit 2022 bestehenden Zustand der CO₂-neutralen Lageraktivitäten am Standort Gladbeck.
  4. Hotspots entdecken und adressieren. Nichtsdestotrotz sind wir uns bewusst, dass wir einen spürbaren Transformationsprozess nur über unsere Fuhrparks erreichen können. Leider bieten die aktuellen geschäftlichen und fahrzeugtechnischen Rahmenbedingungen keine Möglichkeit für die umfangreiche Implementierung alternativer Antriebstechniken in unsere LKW-Flotten. Hierzu können wir es auch nicht mit unseren Leitprinzipien vereinbaren den häufig verwendeten leichten Überbrückungsweg der Klimakompensation zu instrumentalisieren. Die emissionstechnische Belastung unserer LKW´s durch adäquate Weiterentwicklung der alternativen Antriebe ist auf die nächsten Jahre gesehen allerdings definitiv vermeidbar.
  5. Best Practices umsetzen und ausbauen. Unser aktueller Fokus liegt daher verstärkt auf der Professionalisierung unseres Klimamanagements, der Ausweitung von Kooperationen und der Sensibilisierung unseres Netzwerkes, um möglichst viele Partner in den nächsten Jahren an unserem Transformationsprozess zu beteiligen. Nur so glauben wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung vollumfänglich gerecht zu werden.

Welche Klimastrategie verfolgen Sie als Unternehmen und wie sieht ihre eigene Rolle dabei aus?

Unsere Klimastrategie ist geprägt durch Machbarkeit, Seriosität und Offenheit. Wir wollen nicht für grüne Marketing-Statements stehen. Denn als Logistikdienstleister sind wir uns bewusst, dass unsere Hauptgeschäftsfelder auch auf absehbare Zeit nicht ohne ein gewisses Maß an umweltrelevanten Emissionen zu bewältigen sind. Ein wichtiger Teil unseres täglichen Handelns ist es daher unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und unseren ökologischen Fußabdruck so weit wie möglich zu reduzieren. Unser zentraler Grundsatz für ein verantwortungsbewusstes ökologisches Handeln folgt dem Dreiklang aus:

CO2 vermeiden, vermindern und verwerten
  1. Überflüssige Emissionen vermeiden
  2. Notwendige Emissionen vermindern
  3. Unvermeidbare Emissionen verwerten

Unser langfristiges Ziel ist dabei den Status der Klimaneutralität zu erreichen. Jedoch sind wir realistisch genug, um dies nicht überstürzt umsetzen zu wollen. Denn um diesen Zustand zu erreichen müssen ganzheitlich in Sachen Fahrzeug- und Antriebstechnik noch Entwicklungsschritte erfolgen, die außerhalb unserer aktiven Reichweite liegen. Daher füllen wir unsere heutige Klimastrategie mit Zielsetzungen, die für uns in absehbarer Zeit machbar anzugehen sind.

Wir haben gemeinsam das Climate Performance Assessment über unsere Plattform durchgeführt, wie hat Ihnen dieses geholfen?

Das Climate Performance Assessment ist für uns der ideale Indikator, um den aktuellen Stand in unserer Klimatransformation professionell einschätzen zu lassen. Es gibt uns außerdem ein umfangreiches Feedback über die Stärken sowie die Verbesserungspotenziale unserer bisherigen Vorgehensweise. Gleichzeitig bildet das Assessment für uns auch die Basis als Vorreiter voran zu gehen. Denn wir wollen nicht nur bei uns selber die Klimatransformation vorantreiben, sondern auch unser Partnernetzwerk dazu animieren Ihr Klimamanagement mit ähnlichem Engagement zu erfüllen.

Climate Readiness Check

Was sind Dinge, die Sie für sich gelernt haben?

Einerseits hat uns die Bewertung einen sehr guten Status Quo vermittelt. Andererseits wird die Bewertung auch intern genutzt werden, um unseren Stakeholdern eine perfekte Übersicht zu vermitteln, wie wir in unserem Klimamanagement aufgestellt sind. Außerdem konnte uns das Assessment eine sehr gute Bestätigung geben, was wir in den letzten Jahren während des Aufbaus unseres Klimamanagements als realistische Ansatzpunkte identifiziert haben, aber auch wo wir uns im Unternehmen noch verbessern können.

Welche nächsten Schritte, möchten Sie im Rahmen Ihrer Klimatransformation angehen?

Von elementarer Bedeutung ist für uns die im Assessment aufgeführten Verbesserungsbereiche zu analysieren und auf Machbarkeit zu prüfen. Anschließend erstellen wir darauf aufbauend einen Fahrplan für kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsziele. Dementsprechend wird das Bewertungsergebnis und das Feedback von The Climate Choice als Basis für die Konkretisierung unserer nächsten Zielsetzungen fungieren. Im Rahmen der zukünftigen, jährlichen Überprüfungen durch The Climate Choice werden wir auch analysieren, in wieweit wir unsere Zielsetzungen einhalten konnten.

„Wir erstellen jetzt einen Fahrplan für kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsziele.“

Tim Hoffmann, Sustainability Manager.

In den kommenden Wochen werden wir uns zudem um das Thema Lieferkettenmanagement bemühen. Unser Bestreben ist es unser Lieferkettenmanagement sukzessive mit dem Portal von The Climate Choice als Grundstruktur aufzubauen. Zwar sind wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht direkt von den gesetzlichen Regularien des Lieferkettengesetztes betroffen, dennoch sind wir uns bewusst, dass auch dies in den kommenden Jahren für uns verpflichtend werden wird. Dementsprechend wollen wir die kommende Zeit proaktiv nutzen, um das Lieferkettenmanagement zu strukturieren, unsere Partner zu sensibilisieren und auch hier voran zu gehen.

Wie schätzen Sie Ihre Rolle im Markt, in den Lieferketten Ihrer Kund:innen ein?

In unserer Lieferkette sind wir ein Bestandteil von vielen. Wir wissen, dass wir alleine keine großen Weichenstellungen oder Veränderungen herbeiführen können. Aber wir können unseren Beitrag dazu leisten, dass die Partner unserer Lieferkette, die im direkten Austausch mit uns stehen für die Wichtigkeit dieser Thematik sensibilisiert werden. Wenn unser Einsatz zur Folge hat, dass große Partner oder auch Industrieunternehmen in Zusammenarbeit mit uns das ganzheitliche Lieferkettenmanagement angehen, dann haben wir bereits einen großen Schritt gemacht.

Arbeiten Sie zusammen, um Emissionen zu reduzieren?

Bereits mit Beginn des Aufbaus unseres Klimamanagements war die Zusammenarbeit mit unseren Partnern für uns von grundlegender Bedeutung. Denn einen spürbaren Beitrag zur Veränderung in Sachen Klimaschutz können wir nur gemeinsam zustande bringen. Mit dem deutschen Unternehmen „Project Climate“ arbeiten wir bespielsweise zusammen, um gemeinsam unsere Klimatransformation anzugehen. Gleichzeitig befinden wir uns vor allem mit unserem Großkunden im regelmäßigen Austausch, wo wir in unserem Einflussbereich Emissionen reduzieren können.

Welche Tipps und Best Practices möchten Sie mit anderen Unternehmen teilen?

Die größte Chance etwas in Sachen Klimatransformation zu bewirken sehen wir in drei Punkten.

  1. Im offenen Austausch untereinander. Wenn man die Absicht verfolgt die Klimatransformation in seinem Unternehmen voranzutreiben, dann sollte man als ersten Schritt versuchen so viele Parteien wie möglich für diesen Prozess abzuholen, sowohl intern wie auch extern.
  2. Des Weiteren haben wir gelernt, dass man zu Beginn nicht immer direkt mit dem größten Baustein starten kann. Die Klimatransformation ist ein Prozess, wo man stetig dazulernt und neue Erkenntnisse gewinnt. Daher haben auch wir zunächst mit kleinen Faktoren angefangen und Projekte für Papierreduzierung, Ökostrombezug oder auch Modernisierung der Beleuchtungsanlagen umgesetzt, obwohl diese in unserer Gesamtbilanz nur einen marginalen Anteil ausgemacht haben. Denn diese kleinen Projektierungen haben nachweislich vor allem die Aufmerksamkeit und Akzeptanz zur Klimatransformation gesteigert und damit einen viel größeren Beitrag zur Entwicklung unseres Klimamanagements beigetragen, als es in der absoluten Emissionsreduktion überhaupt messbar ist.
  3. Schließlich ist es extrem wichtig sich selbst mit den Thematiken auseinanderzusetzen. Gewiss, kann der Input durch Dritte das Verständnis fördern. Aber es ist unabdingbar sich aktiv mit dem Thema Klimatransformation zu beschäftigen und es selber in den geschäftlichen Alltag zu integrieren.

Wir können jedem Unternehmen empfehlen sich mit anderen Unternehmen auszutauschen, die bereits in ihrem Klimamanagement weiter fortgeschritten sind. Denn oft bietet das Inhalte, wodurch eigene Ideen und Handlungsansätze erwachsen, die in das eigene Unternehmen übertragen werden können. Auch hier liegt der Schlüssel im Austausch und der Kommunikation.

Vielen Dank für das ehrliche und spannende Interview, Tim Hoffmann. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Winnen-Pfab-Service und darauf, gemeinsam die Klimatransformation der Wirtschaft voranzutreiben.

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TRILUX: “Es gibt großen Handlungsbedarf bei der Dekarbonisierung der Lieferkette.”

Katrin Kroese-Discher ist verantwortlich für die Klimatransformation von TRILUX
Katrin Kroese-Discher – Sustainability Director bei TRILUX

Interviewpartnerin: Katrin Kroese-Discher ist seit 2020 für den Bereich Nachhaltigkeit innerhalb der TRILUX Gruppe verantwortlich. Der deutsche Marktführer für technische Beleuchtungslösungen TRILUX hat sich ambitionierte Ziele für die Klimatransformation gesetzt und arbeitet nun intensiv an deren Umsetzung.

Um eine grundlegende Übersicht und eine vergleichbare Bewertung ihrer Zielsetzungen und entsprechenden Maßnahmen zu erhalten, hat TRILUX dieses Jahr bereits zum zweiten Mal das Climate Performance Assessment durchgeführt. Wir sprechen mit Katrin Kroese-Discher über ihre Erfahrungen, die wichtigsten Erkenntnisse sowie die nächsten Schritte auf ihrem Weg der Klimatransformation.

Wir freuen uns, mit TRILUX gemeinsam das Climate Performance Assessment durchgeführt zu haben. Könnt ihr euch kurz vorstellen?

TRILUX Simplify Your Light steht für den einfachsten und sichersten Weg zu einer maßgeschneiderten, energieeffizienten und zukunftsfähigen Lichtlösung. Im dynamischen und zunehmend komplexer werdenden Lichtmarkt erhält der Kunde die beste Beratung, eine optimale Orientierung und das perfekte Licht. Um diesen Anspruch sicherzustellen, greift TRILUX auf ein breites Portfolio an Technologien sowie leistungsfähigen Partnern der TRILUX-Gruppe zurück und kombiniert Einzelkomponenten zu maßgeschneiderten Komplettlösungen – immer perfekt auf die Kundenbedürfnisse und das Einsatzgebiet abgestimmt. Die TRILUX Gruppe betreibt sechs Produktionsstandorte in Europa und Asien und betreut internationale Kunden durch 30 Tochtergesellschaften und zahlreiche Vertriebspartner. Das Unternehmen beschäftigt weltweit ca. 5.000 Mitarbeitende und trägt mit dem Einsatz von energieeffizient ausgelegten Produkten zur globalen CO2-Reduktion bei.

Wie positioniert sich TRILUX in Sachen Klimatransformation? Welche Klimaziele habt ihr für euch definiert?

Wir möchten sowohl als Unternehmen als auch mit unseren Produktlösungen zu einem grüneren Planeten beitragen und ihn emissionsärmer gestalten. Dafür haben wir unsere Klimaziele an den Science Based Targets angelehnt und uns vorgenommen, pro Jahr ein entsprechendes Commitment abzugeben. An den Standorten Arnsberg und Köln planen wir bis 2025 klimaneutral zu sein. Darüber hinaus sind wir gerade dabei, ein Transformationskonzept für den Standort Arnsberg zu konzipieren, das über das Jahr 2025 hinausgeht und seine historisch gewachsene Architektur mit berücksichtigt. Als nächsten Schritt werden wir dieses Jahr neben BLX, Großbritannien und Spanien, die bereits einen Corporate Carbon Footprint ermittelt haben, auch die weiteren Vertriebsstandorte der EU in unsere Klimastrategie einbinden. 

Ihr habt das Assessment bereits letztes Jahr zum ersten Mal durchgeführt. Was war dieses Mal anders bzw. was hat sich seitdem bei euch verändert?

Für uns war es wichtig, das Climate Performance Assessment als externe Einschätzung ein weiteres Mal durchzuführen. Die Klimatransformation ist ein langfristiger Prozess und es ist entscheidend, kontinuierlich gegenzuprüfen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns, hierfür schon seit Beginn mit THE CLIMATE CHOICE eng und erfolgreich zusammenzuarbeiten. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das Assessment noch detaillierter geworden und die Informationstiefe hat zugenommen. Dadurch bietet das Assessment verbesserte Möglichkeiten, um das Potenzial, welches wir noch haben, hervorzuheben. 

Welche Bereiche laufen schon gut und wurden entsprechend positiv bewertet?

TRILUX, Klimatransformation der Lieferkette

Wir sind schon sehr weit bei der Transparenz und Qualität der internen Klimadaten. An unserer Strategie wurde ebenfalls positiv bewertet, dass sie aktionsgetrieben ist und kurzfristige Klimaziele verfolgt. TRILUX setzt bereits zahlreiche Maßnahmen für die Klimatransformation um, wie etwa Abfallvermeidung, Optimierung der Verpackungen, eigene Photovoltaik-Anlagen und der Einsatz von CO2-neutral hergestelltem Hygienepapier (BlackSatino). Ein großer Fokus liegt dabei auf Projekten und Maßnahmen für Ressourcenschonung und einen Wandel zur Kreislaufwirtschaft. Hierzu zählen eine Personalentwicklungsgruppe und verschiedene Forschungsprojekte wie z. B. das SUMATRA Projektkonsortium.

Welche wichtigsten Learnings nehmt ihr mit? Was sind die nächsten Schritte?

Als wichtigste Erkenntnis aus dem Assessment nehmen wir den Handlungsbedarf bei der Dekarbonisierung unserer Lieferkette mit. Diesem Thema wollen wir uns in den kommenden Jahren  besonders widmen. Wir haben in Summe deutlich über 1000 Lieferpartner und sehen es als große Herausforderung, alle Lieferanten mitzunehmen. Es wird vor allem darum gehen, ihnen die Notwendigkeit der gemeinsamen Arbeit an Klimazielen klar zu vermitteln und gleichzeitig etwaigen Bedenken wegen des Teilens sensibler Daten entgegenzuwirken. Wir sind hier bereits in einem stetigem Austausch.

Um hier einen ersten Schritt zu machen, wollen wir als Pilotprojekt zusammen mit einem unserer relevanten Lieferanten ebenfalls das Climate Performance Assessment durchführen. Wir wollen sehen, inwiefern die Bereitschaft zur Kooperation da ist, wie das Thema angenommen wird und in welcher Form die Daten zur Verfügung gestellt werden können. Ausgehend von den Ergebnissen werden wir dann entscheiden, wie wir die umfängliche Lieferkette angehen werden.

Welche Tipps und Best Practices wollt ihr anderen Unternehmen mit auf den Weg geben?

Ich glaube, die Notwendigkeit der Klimatransformation ist mittlerweile jedem bewusst. Die Frage ist eher, wie man so ein komplexes Thema angeht und wo man anfangen kann. Der erste Schritt bei TRILUX war es, intern Wissens- und Kompetenzen aufzubauen. Das betrifft vor allem die involvierten Fachbereiche, wie den Einkauf, aber auch HR, Legal, Vertrieb und das Umwelt- und Energie-Team. Dann geht es darum zu schauen, wo welche Daten gelagert sind und wie diese effizient erfasst und genutzt werden können. Aus diesen Grundlagen ergeben sich die ersten Erkenntnisse, von denen aus wir unsere Klimaziele und -Strategie schrittweise erarbeiten konnten. 

Als zweiten Tipp empfehle ich, impactgetrieben vorzugehen. Wir haben zum Beispiel schnell erkannt, dass wir am deutschen Produktionsstandort mit Abstand den größten Impact haben und uns hierauf als ersten Schrittfokussieren sollten, um schnell ins Handeln zu kommen.

Zu guter Letzt ist es ebenfalls wichtig, die gesamte Belegschaft auf die Klimareise mitzunehmen. An unserem Standort in Arnsberg haben wir bereits, eine Umfrage zu klimaschonenden Alternativen für den Arbeitsweg durchzuführen, um unsere Mitarbeiter noch besser hierbei unterstützen zu können und einzubinden. Letztlich gibt es unzählige kleine, aber wichtige Schritte, die für jeden verständlich sein müssen, um ein ganzheitliches Umdenken zu bewirken.

Vielen Dank für das interessante Interview, Frau Kroese-Discher. Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit TRILUX und darauf, gemeinsam die Klimatransformation der Wirtschaft voranzutreiben.

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Den Product Carbon Footprint für die Dekarbonisierung von Scope 3 nutzen

Der Product Carbon Footprint (kurz: PCF) erfasst die gesamten Treibhausgasemissionen, die ein Produkt in den verschiedenen Phasen seines Lebenszyklus verursacht. Vor allem Beschaffungsabteilungen müssen PCF-Daten von ihren Lieferanten erhalten, um CO2-Hotspots in ihrer Lieferkette zu identifizieren und anzugehen. Aufgrund der hohen Komplexität globaler Wertschöpfungsketten bleibt die Harmonisierung von Berechnungsansätzen und der Vergleich von Ergebnissen jedoch eine große Herausforderung.

Welche Guidelines bieten hier Hilfe und was können Unternehmen tun, wenn ihre Lieferanten keinen PCF zur Verfügung stellen? Das haben wir beim CHOICE Event #51 von Thomas Heine, Co-Vorsitzender und Botschafter des Sustainable Procurement Pledge (SPP) Germany, und Yasha Tarani, Co-Founder und CEO von THE CLIMATE CHOICE, erfahren. Die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem gemeinsamen Vortrag haben wir für Dich zusammengefasst. 

Du willst wissen, wie auch Dein Unternehmen klimarelevante Daten wie den PCF von Lieferanten erfassen und für die Dekarbonisierung von Scope 3 nutzen kann? Dann nimm hier mit uns Kontakt auf und vereinbare ein kostenloses individuelles Beratungsgespräch.

Was ist der Product Carbon Footprint?

Angesichts der drohenden Klimakatastrophe wird die Treibhausgas-Bilanz von Produkten und Dienstleistungen zunehmend kritisch hinterfragt. Der Product Carbon Footprint (PCF) bietet hier eine gute Möglichkeit, den Einfluss eines Produkts auf das Weltklima standardisiert zu erfassen. Der PCF umfasst dabei die Summe aller im Kyoto-Protokoll festgelegten Treibhausgase entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts. Am Anfang der Wertschöpfungskette steht immer die Rohstoffgewinnung, gefolgt von der Produktion und dem Vertrieb bis hin zur Nutzung und die anschließende Verwertung (Recycling).

In Abhängigkeit von der Norm können dabei verschiedene Bilanzgrenzen an den Produktlebenszyklus angelegt werden. In Betracht zu ziehen sind dabei:

Die PCF-Berechnung bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Mit ihm können sie nachhaltige Optimierungspotentiale ihrer Produkte identifizieren und Produktinnovationen anstoßen. Sie erhalten zudem einen umfassenden Einblick in die Wertschöpfungskette ihrer Produkte und können die Auswirkungen auf die globale Erwärmung genau beziffern und managen.

Die Messung des Product Carbon Footprint

Die Bemessungsstandards des PCF sind durch international geltende ISO-Normen definiert (ISO 14067) sowie durch das GHG-Protokoll („Greenhouse Gas Protocol“). Letztere ist die weltweit anerkannte Vorgabe für die Messung, das Management und die Minderung von Treibhausgasemissionen entlang von globalen Wertschöpfungsketten. Diese machen es jedoch häufig durch ihre Komplexität und mangelnde Transparenz schwer, Ergebnisse zu vergleichen und Berechnungsansätze zu harmonisieren.

Daher tun sich immer mehr Initiativen zusammen, um branchenspezifische Standards für die Berechnung des PCF zu erarbeiten. Ein Beispiel hierfür ist zum einen die PCF-Guideline der Together for Sustainability Initiative (TfS) für die chemische Industrie. Zum anderen hat auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bereits eine Guideline für die Berechnung im Maschinen- und Anlagenbau veröffentlicht. Dieser Trend wird sich fortsetzen und weitere branchenübergreifende Harmonisierungen in den nächsten Jahren nach sich ziehen.

Zusätzliche oder alternative Klimadaten

Unternehmen, die PCF-Daten von ihren Lieferanten abfragen, um CO2-Hotspots in ihrer Lieferkette zu identifizieren, stehen schnell vor zwei Problemen. Zum einen sind nicht alle Lieferanten in der Lage, einen PCF zu berechnen und zur Verfügung zu stellen, und zum anderen braucht es für eine ganzheitliche Dekarbonisierungsstrategie von Scope 3 deutlich mehr Informationen über den Klimareifegrad der Lieferanten. Was sind dies für Informationen und wie können Unternehmen sie erhalten?

Zunächst ist es wichtig, den Unterschied zwischen sogenannten “Lagging KPIs” und “Leading KPIs” zu verstehen. Lagging KPIs sind historische Daten wie eben der Carbon Footprint des Unternehmens und seiner Produkte. Sie geben lediglich an, was im vergangenen Jahr geschehen ist. Leading KPIs hingegen sind vorausschauende Metriken zur künftigen Klimaleistung von Unternehmen. Sie geben also Aufschluss darüber, ob und in welchem Ausmaß die Klimatransformation eines Unternehmens bereits umgesetzt wird. Hierzu gehört die Prüfung, ob die Lieferanten ihre Klimaziele ernsthaft verfolgen und ob diese mit den eigenen Zielen vereinbar sind. Außerdem gilt es zu prüfen, welche Governance-Prozesse im Unternehmen vorhanden sind, ob das Unternehmen klimabezogene Risiken und Chancen managt und welche Daten bereits offengelegt werden, die dies belegen.

Einen Weg durch den Datendschungel finden

Wie können Unternehmen all diese Datenpunkte sinnvoll nutzen, um den Klimareifegrad ihrer Lieferanten zu bewerten? Das ist keine leichte Aufgabe, denn es gibt so viele Informationen, die man im Dschungel der Rahmenbedingungen und rechtlichen Anforderungen aufspüren könnte. 

Am besten einfach anfangen! Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Um alle wichtigen Kennzahlen zu erfassen und die Klimastrategie der Lieferanten zu verfolgen, empfiehlt es sich, auf bereits etablierte und international anerkannte Berichtsrahmen zurückzugreifen. Dazu gehören in erster Linie die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) für Risikomanagement, Governance, Klimastrategie und Übergangspläne, die Science Based Targets Initiative für Reduktionsziele, die Global Reporting Initiative für Offenlegungsaktivitäten und das Greenhouse Gas Protocol für die Emissionsberechnung.

Diese Rahmenwerke ermöglichen es Unternehmen, die Klimaleistung ihrer Lieferanten im Einklang mit bereits eingeführten und künftigen Standards zu messen und zu vergleichen.

Eine digitale Infrastruktur für Klimadaten der Lieferkette

Für eine effiziente und skalierbare Erfassung dieser Daten stehen bereits spezialisierte Software-Tools zur Verfügung, die sowohl mit internationalen Standards abgeglichene Fragenkataloge als auch eine sichere IT-Infrastruktur für ein unkompliziertes Klimadatenmanagement entlang der Lieferkette gewährleisten. Ein solches Tool ist die Climate Intelligence Platform. Von der Datenerfassung bis zum Monitoring und Engagement bietet sie Unternehmen alles, was sie brauchen, um ihre Klimaziele in der Lieferkette zu managen und erfolgreich umzusetzen. Über die Softwareplattform können sie auf eine Vielzahl von extern auditierbaren Unternehmensrisiko- und Emissionsdaten zugreifen und ihre Lieferanten auf dem Weg der Dekarbonisierung unterstützen.

Du willst mehr über die Möglichkeiten der Climate Intelligence Platform erfahren? Dann nimm hier mit uns Kontakt auf und vereinbare ein kostenloses individuelles Beratungsgespräch.

Wir danken Thomas Heine und Yasha Tarani für ihre Einblicke in den Product Carbon Footprint und die klimarelevante Datenerfassung entlang der Lieferkette.

Mit Energieeffizienz durch die Krise. Wie KMU jetzt Risiken & Kosten sparen

Unter dem Druck der Energiekrise sehen sich viele Unternehmen gezwungen, zukunftsorientierte Themen wie den Klimaschutz hintenan zu stellen. Dabei haben gerade jetzt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen die große Chance, durch erfolgreiche Maßnahmen der Energieeffizienz sowohl Geld zu sparen als auch nachhaltig CO2-Emissionen im Unternehmen zu reduzieren.

Leicht gesagt, aber wie sieht die Umsetzung konkret aus? Genau das haben wir im CHOICE Event #50 von Fabian Müller, Geschäftsführer von instaGreen, erfahren. Die wichtigsten Erkenntnisse aus seinem Vortrag haben wir für Dich zusammengefasst. 

Die Vorteile für Nachhaltigkeit im Unternehmen sind klar

Wenn es um Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in Unternehmen wie z. B. Energieeffizienz geht, hat sich der Diskurs und das Verständnis in den letzten Jahren drastisch geändert. Heute ist fast jedem Unternehmen klar, dass es sich früher oder später transformieren muss und dabei sogar einige Vorteile für das eigene Geschäft auf sie warten. Diese Vorteile sind unter anderem:

Je energieeffizienter ein Unternehmen ist, desto weniger Ausgaben hat es im Bereich Energie. CO2-Reduktionsmaßnahmen führen ebenfalls zu niedrigen Kosten bei den CO2-Abgaben. Diese monetären Vorteile können Unternehmen an ihre Kunden weiterleiten und so in einen Preis- und Wettbewerbsvorteil umwandeln. Je klimafreundlicher ein Unternehmen wirtschaftet, desto attraktiver wird es zudem als Lieferant für andere einkaufende Unternehmen, die die Klimabilanz ihrer Lieferkette verbessern wollen. Der gleiche Effekt lässt sich sowohl bei Investoren als auch bei Mitarbeitenden feststellen, für die Nachhaltigkeit ein immer wichtigerer Faktor wird. Schließlich bietet sich für Unternehmen auch die Möglichkeit, ihre Transformationsmaßnahmen vom Staat fördern zu lassen.

Du willst wissen, ob und wie auch Dein Unternehmen Fördermittel für die Klimatransformation nutzen kann? Buche Dir hier einen Termin und wir klären Deine individuelle Situation.

Die Kluft – Woran scheitert die Umsetzung?

Wenn all diese Vorteile den meisten Unternehmen heute bereits klar sind, warum sind wir dann nicht schon längst viel weiter gekommen? Die Kluft zwischen Wollen und Machen tut sich vor allem wegen vielen Unklarheiten und Unsicherheiten über das konkrete “Wie” der Umsetzung.

Am Anfang steht zunächst die Schwierigkeit, ein klares Verständnis vom weit gefassten und heute inflationär gebrauchten Wort “Nachhaltigkeit” bekommen. Wo fängt Nachhaltigkeit im Unternehmen an? Wo hört es auf? Welche konkreten Bereiche sind für mich relevant? Wo kann ich konkret starten? Hinzu kommt eine Vielzahl von neuen Fachbegriffen, Abkürzungen und Anglizismen, die in der “Nachhaltigkeits-Blase” zwar bereits bekannt sind, aber bei vielen Unternehmen weitere Verwirrung und Unsicherheit auslösen. Auch neue gesetzliche Regularien wie die EU-Taxonomie oder CSRD sorgen im ersten Moment nicht zwingend für ein klareres Verständnis für Unternehmen und sind eher mit der Angst vor mehr Bürokratie und Aufwand verbunden.

Hinzu kommt, dass Unternehmen mittlerweile eine Vielzahl an Lösungen und Anbietern zur Verfügung stehen. Eigentlich ein positiver Umstand, der es jedoch gerade am Anfang schwer machen kann, sich im Dickicht der Möglichkeiten zurechtzufinden. Zuletzt haben gerade kleine und mittelständische Unternehmen auch noch Schwierigkeiten, die internen Strukturen für nachhaltigen Wandel aufzubauen. Oftmals fehlt es hier sowohl an Know-How, Personal als auch an dem nötigen Budget.

Vom Wollen zum Machen

Um all diese Herausforderungen nun zu überwinden, verfolgt instaGreen bei der Arbeit mit ihren Kunden vor allem einen Ansatz der einfachen Kommunikation. Nachhaltige Maßnahmen sind am besten verständlich, wenn sie auf das Wesentliche heruntergebrochen werden. Was ist die Investition? Was ist der Outcome? Technische Details sind ebenfalls wichtig und können bei Bedarf in weiteren Schritten geklärt werden. Sie stehen jedoch nicht am Anfang, wo es erstmal darauf ankommt zu zeigen, wie mit einfachen Schritten viel erreicht werden kann. 

Wenn auf diese Weise der konkrete Mehrwert einer Maßnahme klar geworden ist, lohnt es sich, die Priorität darauf zu legen, schnell ins Tun zu kommen. Gleichzeitig muss natürlich das gesamte Unternehmen eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie erarbeiten und langfristig umsetzen. Dies braucht jedoch Zeit und kann bei falsch gesetzten Prioritäten den Fortschritt einzelner Maßnahmen verzögern. Es geht darum, die strategischen Bemühungen mit schnell umsetzbaren Projekten zu vereinen: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.

Beispiel aus der Praxis

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie sich solche Projekte zur Energieeffizienz umsetzen lassen und welchen Mehrwert sie erbracht haben. Hierbei ging es um einen metallverarbeitenden Betrieb und dessen Druckluftsystem. Bei Druckluftanlagen kann es schnell zu großen Energieverlusten aufgrund von Beschädigungen und Löchern in den Rohren kommen. Nach Installation der Messtechnik und Software konnte der Betrieb einen Monat lang entsprechende Daten sammeln und auswerten. Die daraus abgeleiteten Ausbesserungen sorgten letztlich für Einsparungen von 40.000 € jährlich. Bei einer Investition von 4.500 € hatten sich die Kosten also schon nach 0,11 Jahren amortisiert.

Wir danken Fabian Müller für seine Einblicke in die Hürden und Umsetzung von Energieeffizienz in Unternehmen!

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Klimareport THE CLIMATE CHOICE – Unsere Klimaleistung 2022

Die deutsche Wirtschaft steht an einem entscheidenden Wendepunkt für die Klimatransformation. Fast die Hälfte der Unternehmen (45 Prozent) will bereits bis zum Jahr 2030 klimaneutral sein – weitere 37 Prozent bis 2040. THE CLIMATE CHOICE unterstützt jedes Unternehmen auf diesem Weg und ermöglicht es, durch datengetriebene Zusammenarbeit mit Lieferanten die Emissionen entlang der gesamten Lieferkette zu reduzieren.

Die Grundlage für all dies bildet Transparenz und Berichterstattung über die eigenen klimarelevanten Risiken, Auswirkungen und Strategien. Das betrifft jedes Unternehmen – auch uns selbst. Wir wollen als Startup die eigene Klimaleistung stetig reflektieren und verbessern. Im folgenden Klimareport werfen wir daher einen Blick auf die Fortschritte, die wir bei THE CLIMATE CHOICE im vergangenen Jahr 2022 erzielt haben.

Mission und Klimaziel 

Die Mission von THE CLIMATE CHOICE ist es, jedem Unternehmen den Übergang zu einer Low Carbon Economy durch datengesteuerte Zusammenarbeit und individuelle Klimatransformation zu ermöglichen. Unsere Climate Intelligence Platform bietet hierfür von der Datenerfassung bis zum Monitoring und Engagement alles, was Unternehmen brauchen, um ihre Klimaziele in der Lieferkette zu managen und erfolgreich umzusetzen. Über die Softwareplattform können sie auf eine Vielzahl von extern auditierbaren Unternehmensrisiko- und Emissionsdaten zugreifen und ihre Lieferanten auf dem Weg der Dekarbonisierung unterstützen.

Neben unserer softwaregetriebenen Klimalösung wollen wir auch durch unsere eigenen Unternehmenstätigkeiten dazu beitragen, das 1,5 °C-Ziel umzusetzen. Unsere gesamte Unternehmenstätigkeit und unser wirtschaftliches Handeln verfolgt das Ziel, die Wirtschaft zu transformieren und eine regenerative Zukunft zu schaffen.

Klimareport von THE CLIMATE CHOICE 2022
Climate Performance Assessment von THE CLIMATE CHOICE 2022

Unsere Klimaleistung entlang 5 Dimensionen

Wir haben unsere Klimaleistung für das Jahr 2022 entlang der 5 Dimensionen unseres Climate Performance Assessments, unserem branchenunabhängigen Klima-Rating, analysiert. Der Analyse-Ansatz geht dabei über die CO2-Bilanz hinaus und zeigt Risiken, Chancen und Maßnahmen für die Klimatransformation auf, um unser unternehmerisches Handeln ganzheitlich nachzuvollziehen. Aus dem Klimareport ergeben sich handlungsrelevante Erkenntnisse auf der Grundlage von Strategie, Governance, Transparenz, Metriken und Zahlen sowie Maßnahmen, welche wir künftig als Grundlage für klimarelevante Entscheidungen nutzen können.

1. Strategie

Klimareport: Strategie

Unternehmen stehen bei ihrer Klimatransformation heute vor einer großen Herausforderung: Typischerweise entstehen 90 % ihrer Emissionen in der Lieferkette. Aufgrund der großen Anzahl und Verteilung der Lieferanten lassen sich Daten zu klimabezogenen Risiken, Zielen und Emissionen nur schwer erfassen. Außerdem fehlt es Lieferanten oft an Wissen und Erfahrung, um ihre Emissionen erfolgreich zu reduzieren. Wir bei THE CLIMATE CHOICE lösen dieses Problem durch die Climate Intelligence Platform. Diese ermöglicht es Unternehmen, strukturiert und skalierbar klimarelevante Daten von Lieferanten zu sammeln und die Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Lieferkette zu verbessern.

Darüber hinaus fördern wir im Rahmen der CLIMATE Community den fachübergreifenden Austausch zur Klimatransformation:

Somit tragen wir mit unserem Geschäftsmodell unmittelbar zu den UN Sustainable Development Goals 13 „Climate Action“ und 17 „Partnerships to achieve the Goals“ bei. Unsere Teilnahme als Unternehmen bei den Netzwerken B.A.U.M. e.V., Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) und der Initiative „Leaders for Climate Action“ hilft uns dabei, unser eigenes Geschäftsmodell stetig kritisch zu hinterfragen und die Wirkung eigener Maßnahmen durch kooperativen Austausch zu vervielfältigen.  

2. Unternehmensführung

Klimareport: Unternehmensführung

Ein zentrale Dimension der Klimaleistung eines Unternehmen ist in Übereinstimmung mit den TCFD-Empfehlungen die Frage, wer innerhalb eines Unternehmens die Aufsicht und Verantwortung für klimabezogene Themen hat. Wir profitieren von der klaren Verantwortlichkeit und Expertise von Lara Obst als Chief Climate Officer. Sie ist speziell für die Identifizierung und das Management klimarelevanter Themenbereiche zuständig. So können wir klimabezogene Chancen und Risiken insbesondere bezüglich finanzieller und strategischer Auswirkungen analysieren und transparent offenlegen.

3. Metriken und Zahlen

Klimareport: Metriken

Kennzahlen und Ziele der Klimatransformation von Unternehmen sind entscheidend, um die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft vergleichbar zu erfassen und zu analysieren. Die wichtigste Kennzahl ist dabei der Carbon Footprint des Unternehmens, d.h. die Bilanz der errechneten CO2-Emissionen. 

Unser Corporate Carbon Footprint wird derzeit noch von unserem externen Partner myclimate validiert. Inbegriffen sind hier Emissionen aus Scope 1-3. Somit nicht nur die Emissionen der eigenen unternehmerischen Handlungen, sondern auch die, welche entlang der gesamten Lieferkette entstanden sind.

4. Transparenz

Klimareport: Transparenz

Durch regelmäßigen Austausch mit unserem Advisory Board und den Netzwerken (B.A.U.M. e.v. und BNW) beziehen wir externe Stakeholder:innen in die klimabezogene Strategie, Politik und Leistung ein und schaffen somit ein wirksames Stakeholdermanagement. In wöchentlichen Demo-Meetings gewährleisten wir auch die interne Kommunikation klimarelevanter Themen im Team.

Wir haben in Zusammenarbeit mit dem gesamten Team einen Verhaltenskodex und folgende Unternehmenswerte festgelegt:

Sie wurden von allen Mitarbeitenden gemeinsam erarbeitet und leiten uns in unserer täglichen Arbeit. Außerdem nutzen wir regelmäßige Teamevents, um ihre Umsetzung im Team zu überprüfen sowie durch neue Routinen kontinuierlich zu verbessern.

5. Climate Actions

Klimareport: Climate Action

In der Dimension „Climate Action“ geht es darum, wie Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen in Bereichen wie Energie, Mobilität, Finanzen, Versicherungen, Digitales, freiwillige CO2-Kompensation, Catering, Abfallmanagement sowie Gebäude und Büros ergreifen. Diese Maßnahmen können oft erhebliche Möglichkeiten bieten, zusätzlich zu den Anforderungen von Rahmenwerken wie TCFD sinnvolle CO2-Reduzierungen vorzunehmen. Bei THE CLIMATE CHOICE setzen wir folgendes um:

Für unsere Plattform nutzen wir 100 % klimaneutrale Webhosting- und Cloud-Dienste. Darüber hinaus ist unsere Software nach höchsten Sicherheitsstandards von einem 100 % durch Windenergie betriebenen Rechenzentrum in Deutschland gehostet und DSGVO- sowie BDSG-konform und ISO/IEC 27001 zertifiziert. Außerdem nutzen wir mit GLS einen nachhaltigen Bankanbieter, der nachhaltige Unternehmen finanziert und u. a. Projekte, wie Windkraftanlagen und die ökologische Landwirtschaft unterstützt. Durch die Nutzung von refurbished Hardware, tragen alle Mitarbeiter:innen im Arbeitsalltag zu einer geringeren Emissionserzeugung bei.

Auch während des CLIMATE Transformation Summit im Juni 2022, der 100 % online rund 1.000 Teilnehmer:innen mit Klimaexpert:innen und Lösungsanbieter:innen vernetzte, konnten im Vergleich zu einem Offline-Event deutlich Emissionen eingespart werden.

Die Klimatransformation im Jahr 2023

Unsere Erkenntnisse aus dem Klimareport sind entscheidend für die Förderung der Klimatransformation in unserem Unternehmen. Sie lenken unsere Aufmerksamkeit in den kommenden Jahren auf Aspekte, die bisher möglicherweise vernachlässigt wurden. Es wurde uns klar, dass es nicht ausreicht, lediglich klimafreundliche Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Die eigentliche Veränderung muss intern beginnen – indem wir die gesamte DNA unseres Unternehmens auf Klimafreundlichkeit ausrichten und Nachhaltigkeit als einen fundamentalen Pfeiler unserer Unternehmensführung etablieren.

Du willst auch einen besseren Überblick über die klimarelevanten Chancen und Risiken Deines Unternehmens bekommen? Dann melde Dich bei uns und fordere Informationen zum Climate Performance Assessment an.

Start für KMU in die Klimatransformation 2023 – unterstützt mit Fördermitteln

Die Top-Prioritäten des Mittelstandes liegen in der Optimierung der Energiesituation, dem Forcieren der Digitalisierung sowie der effektiven Umsetzung von CO2-Reduktion. Wir können sie all dies im Rahmen der Klimatransformation unter einen Hut bekommen und dabei Fördermittel nutzen?

Genau das haben wir im CHOICE Event #49 von Frank Siebke, Geschäftsführer von CO2FOOT, und Lara Obst, Mitgründerin von THE CLIMATE CHOICE, erfahren. Die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem gemeinsamen Vortrag haben wir für Dich zusammengefasst. 

Du willst gleich praktisch starten? Dann buche Dein unverbindliches Beratungsgespräch mit Frank Siebke von CO2FOOT zur Entwicklung deiner Klimastrategie mit Fördermitteln.

Das Rennen zur Klimaneutralität hat begonnen.

Wir stehen am Anfang des Jahres 2023 und die Dringlichkeit der Klimatransformation ist für Unternehmen größer denn je. Zahlreiche Faktoren treiben bzw. motivieren Entscheidungsträger:innen dazu, jetzt den Wandel entscheidend voranzubringen und das eigene Geschäftsmodell zukunftsorientiert auszurichten. Hier sind nur einige wenige dieser Gründe:

  1. Vom Feature zum Purpose. Die Gesellschaft prägt Strategien von Unternehmen.
  2. Nachhaltig ausgerichtete Unternehmen sind nachweislich erfolgreicher.
  3. Berichtspflichten (CSRD, LkSG, CSDD, ESRS) und die Fähigkeit zu berichten rücken in den Vordergrund.
  4. Wer nicht transformiert, verliert den Anschluss. Klimaziele werden zum Wettbewerbskriterium.
  5. Der CO2-Fußabdruck hält Einzug in alle Unternehmensbereiche und wird zu einer eigenen Kennzahl.
  6. Die Klimatransformation ist der größte Treiber der Digitalisierung und Innovation.
  7. Die persönliche Energiewende eines Unternehmens und die Klimatransformation sind die zwei Seiten derselben Medaille.
  8. Alle Unternehmen in einer Lieferbeziehung werden künftig hinterfragt, Klimafolgekosten in Ausschreibungen einbezogen.
  9. Die Klimaziele sind keine Absichtserklärungen, sondern Gesetz.
  10. Banken/Investoren, CO2-Steuer, War of Talent, Mitarbeiterloyalität, Kundenbeziehungen,

Die Klimatransformation ist eine “Journey”

Was können Unternehmen nun konkret tun, um ihre Klimatransformation zu starten? Das wichtigste ist zunächst, diese als vielstufige Reise zu verstehen und nicht, wie häufig der Fall, als vereinfachten und einmaligen Prozess von CO2-Bilanzierung, CO2-Reduktion, CO2-Kompensation und der Kommunikation der entsprechenden Ergebnisse an Kund:innen und Mitarbeiter:innen. 

Die tatsächliche Klima-Reise ist weitaus komplexer und zielt auf einen ganzheitlichen Wandel des Unternehmens ab. Sie beginnt ebenfalls zunächst damit, die Basis mithilfe einer CO2-Bilanz zu schaffen. Hieraus ergeben sich erste Erkenntnisse, mit denen sich entlang der entsprechenden Rahmenbedingungen des Unternehmens eine Klimastrategie definieren lässt. Zu Anfang sollten dann einfache und schnelle Reduktionspotentiale, sogenannte “Quick Wins”, umgesetzt werden. Zahlreiche Best Practices helfen, diese zu erkennen und zu realisieren.

Daran schließen sich verschiedene Module an, um den Reduktionspfad weiter zu beschreiten. Von der Optimierung der Energieeffizienz über die Gebäudetechnik und Fahrzeugflotte bis hin zur Digitalisierung und Automation stehen Unternehmen zahlreiche Stellschrauben zur Verfügung, mit denen sie nicht nur Treibhausgase, sondern letztlich auch langfristig Kosten einsparen können. 

Modul “Energie-Optimierung”

Als Beispiel werfen wir einen genaueren Blick auf das Modul der Energieeffizienz. Softwaretools bieten heute die Möglichkeit, Lastprofile und Verbrauchskurven zu erkennen und zu analysieren. So werden schnell Hotspots ersichtlich, bei denen es nun darum geht, sie sukzessive einzuschränken. Weitere und noch kleinteiligere Untermessungen helfen dabei, die Anlagen noch besser aufeinander abzustimmen und die Lastgänge stetig zu optimieren.

Die Transformation ist förderfähig

Um die Module der Klimatransformation zu realisieren, stehen Unternehmen verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Förderung zur Verfügung. Ein einfaches Beispiel ist das Programm “Unternehmensberatung” vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Antragsberechtigt hierfür sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) für einen Bemessungsbetrag von bis zu 3.500 €. Die Zuschüsse variieren je nach Bundesland zwischen 50 % und 80 %. Voraussetzungen sind, dass der/die Berater:in vom BAFA zugelassen ist und sich die Beratung inhaltlich auf das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit bezieht. In solch einem Programm lassen sich bereits wichtige erste Schritte dr Klimatransformation unterbringen, wie zum Beispiel die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks, ein Energiecheck oder ein Klima-Assessment.

Der nächste Schritt: die Scope 3 Herausforderung

Von den Modulen der Klimatransformation fällt der Lieferkette eine ganz besondere Bedeutung zu. Denn der weitaus größte Teil an Emissionen eines Unternehmens – 90 % oder mehr – entstehen in der Lieferkette. Laut Boston Consulting Group entstehen weltweit 50 % aller Emissionen in acht zentralen Lieferketten.

Dies hat zur Folge, dass vor allem große Konzerne heute unter hohem Druck von ihren Stakeholdern stehen, die Emissionen ihrer Lieferkette zu reduzieren. Hierfür brauchen sie jedoch eine Datengrundlage und entsprechende Informationen zu klimabezogenen Risiken, Zielen und Emissionen ihrer Lieferanten. Diese wiederum sind meistens kleine und mittelständische Unternehmen, die nur begrenzt Möglichkeiten haben, um ihr Klimamanagement strukturiert umzusetzen.

Somit stehen zwei Unternehmensgruppen heute vor einem großen Problem. Konzerne und ihre Einkäufer:innen haben keine skalierbare Möglichkeit, um mit den bestehenden Lieferanten für die Dekarbonisierung zu kollaborieren und Neue zu identifizieren. Gleichzeitig haben Lieferanten keine Plattform zum Management und sicheren Teilen ihrer Klimadaten, um bestehende Kunden zu halten und Neue zu gewinnen.

Digitale Infrastruktur zur Dekarbonisierung der Lieferkette

Eine Lösung findet sich in neuen und spezialisierten Software-Tools wie der Climate Intelligence Platform. Der Ansatz dieser Plattform lässt sich in drei wesentliche Schritte zusammenfassen.

Den Start bildet ein Climate Performance Assessment, bei dem Unternehmen einen strukturierten und datengetriebenen Selbsttest der eigenen Klimaleistung durchlaufen. Das Assessment basiert auf international anerkannten Standards (TCFD, GHG Protocol, SBTi) und umfasst alle 5 Dimension der unternehmerischen Klimatransformation: Governance, Strategie, Transparenz, Metriken & KPIs sowie Dekarbonisierungsmaßnahmen.

Im zweiten Schritt erhält das Unternehmen eine individuelle Klima-Scorecard mit entsprechenden Handlungsempfehlungen und Benchmarks. Diese dienen als Grundlage für ein maßgeschneidertes Dekarbonisierungsportfolio sowie für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Zuletzt ermöglicht es die Plattform, Maßnahmen und Fortschritte langfristig zu tracken und so kontinuierlich zu verbessern.

Auf der Climate Intelligence Platform können Unternehmen ihre Lieferanten einladen, diese Schritt zu durchlaufen, ihr Klimadaten-Management strukturiert aufzusetzen und so die Zusammenarbeit an der Dekarbonisierung der Lieferkette möglich zu machen. Denn für unser gemeinsames Ziel, den erfolgreichen Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft, brauchen wir vor allem eins: Kollaboration auf Augenhöhe.

Du willst einen unverbindlichen ersten Eindruck von der Climate Intelligence Platform erhalten? Dann registriere dich hier für den kostenlosen Basis-Account. 

Klimatransformation 2022 – Jahresrückblick im Expert:innen-Panel

Unternehmen standen 2022 vor großen neuen Herausforderungen – von der Energiekrise über Lieferkettenengpässe bis hin zum Aufbau von Klimaresilienz. Wie konnten sie diese meistern und gleichzeitig den Wandel zur Low-Carbon-Economy vorantreiben?

Das haben wir gemeinsam mit unternehmerischen Vorreitern und Initiativen der Klimatransformation im finalen CHOICE Event #48 diskutiert. Hier findest du zusammengefasst die wichtigsten Learnings des Jahres von Expert:innen von B.A.U.M. e. V., Ørsted, HiPP und Green Planet Energy.

B.A.U.M. e. V. – Ein starkes Netzwerk für Klimaschutz in Unternehmen

Yvonne Zwick – Vorsitzende, B.A.U.M. e. V.

B.A.U.M. e. V., das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, engagiert sich seit jeher dafür, Umwelt- und Klimaschutz in Unternehmen zu verankern. Mit der Initiative Wirtschaft pro Klima hat der Verein seit Mai 2022 diesem Kernthema nun auch eine eigene Plattform eingeräumt, die es Unternehmen ermöglicht, ihr Klimaengagement und ihre Erfahrungen zu teilen. Der cross-sektorale Dialog verknüpft dabei die Themenkreise des Nachhaltigkeitsmanagements mit der Vorbereitung auf kommende europaweite Berichterstattungspflichten sowie Möglichkeiten konkreter Marktanreizstrukturen für die Transformationsfinanzierung. Zahlreiche Unternehmen engagieren sich bereits bei Wirtschaft pro Klima. Sie zeigen erfolgreich, dass Klimaschutz im Unternehmen möglich und auch ökonomisch sinnvoll ist.

Yvonne Zwick – Vorsitzende, B.A.U.M. e. V.: „Unseren strategischen Ansatz, das Netzwerk zu mobilisieren, die Transformationsdynamik zu entfesseln und in den Kompetenzaufbau zu investieren, werden wir auch 2023 weiter verfolgen. Mit dem „Digitalen B.A.U.M.“ sind die Grundlagen gelegt, um in den Intervallen zwischen unseren raren Präsenz- und vielen digitalen Veranstaltungen die Vernetzung der Mitglieder untereinander zu ermöglichen. Wir setzen unser Qualifizierungsprogramm für Azubis und Trainees, die SDG-Scouts, sowie die Transformationsdialoge im Rahmen der Initiative Wirtschaft pro Klima fort.“

Green Planet Energy – Erneuerbare sind die eigentliche Lösung der Energiekrise

Carolin Dähling – Stellvertretende Bereichsleitung Politik und Kommunikation, Green Planet Energy

Das Jahr 2022 hat den Energieversorger Green Planet Energy vor allem dazu gezwungen, seine Geschwindigkeit und Agilität zu erhöhen. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde der internationale Energiemarkt durcheinander gewirbelt und als Reaktion folgten diverse politische Interventionen wie die Strompreisbremse, Gasumlage oder Gaspreisbremse. Entsprechend hatte das Team von Green Planet Energy viel damit zu tun, die jeweils aktuelle Informationslage zu erfassen, zu verarbeiten, entsprechende Anpassungen vorzunehmen und diese transparent mit den Kund:innen zu kommunizieren.

Bestärkt fühlt sich Green Planet Energy in der langfristigen Strategie, in den Aufbau eigener und erneuerbarer Anlagen zu investieren. Nach Ansicht von Carolin Dähling kann die tatsächliche Lösung der aktuellen Energiekrise nur der Ausbau erneuerbarer Energien sein. Gerade für Unternehmen stellt sich die Investition in eigene Anlagen, z. B. POV auf dem eigenen Dach, als einzig sinnvolle Option dar, um sich bei der Strombeschaffung langfristig abzusichern. Denn erneuerbare Energiequellen sind nicht nur gut fürs Klima, sie senken auch die Beschaffungskosten sowie zukünftige Risiken aufgrund geopolitischer Krisen.

Ørsted – Lieferanten müssen 100 % grünen Strom beziehen

Steffen Kück – Senior Communication Advisor, Ørsted

Ørsted ist das erste Energieunternehmen der Welt, dessen Netto-Null-Ziel von der Science Based Targets Initiative (SBTi) als “ wissenschaftsbasiert“ bestätigt wurde. Bis 2040 will das Unternehmen in seiner gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen. Nachdem bereits Pläne für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorliegen, besteht die größte Herausforderung für Ørsted nun darin, die Emissionen der Lieferkette zu reduzieren.

Mit dem Start seiner Netto-Null-Initiative im Jahr 2020 hat Ørsted daher ein Programm zur Dekarbonisierung der Lieferkette initiiert. Dieses zielt in erster Linie auf die strategischen Lieferanten des Unternehmens in den kohlenstoffintensivsten Kategorien ab, darunter die Herstellung von Windturbinen, Fundamenten, Umspannwerken und Kabeln. Auf die strategischen Lieferanten entfallen etwa 50 % der Beschaffungsausgaben von Ørsted. Im August 2022 hat Ørsted darüber hinaus angekündigt, dass alle Lieferanten bis 2025 zu 100 % auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen umsteigen müssen. Das Unternehmen erwartet von seinen Lieferanten, dass sie ihren Stromverbrauch mit erneuerbarem Strom decken, indem sie in Anlagen für erneuerbaren Strom vor Ort investieren, PPAs mit Projekten für erneuerbare Energien abschließen oder Zertifikate für erneuerbaren Strom kaufen. Ørsted will seine Lieferanten mit Leitlinien für erneuerbare Energien unterstützen, um die jeweils besten Lösungen auszuwählen.

HiPP – Dekarbonisierung der Lieferkette im Fokus

Dr. Johannes Knubben – Leitung Nachhaltigkeitsmanagement, HiPP

Auf dem Weg zum klimapositiven Unternehmen hat der Babynahrungshersteller HiPP im Jahr 2022 ebenfalls daran gearbeitet, CO2-Einsparpotenziale entlang der Wertschöpfungskette zu ermitteln und auszuschöpfen. Um die hierfür nötigen Informationen über den Klimareifegrad seiner Lieferanten zu erhalten, hat HiPP das Software-Tool von THE CLIMATE CHOICE eingesetzt. Die Climate Intelligence Platform bietet einen strukturierten und skalierbaren Prozess zur Erfassung und zum Management klimarelevanter Lieferantendaten. Auf der Grundlage der gesammelten Daten liefert das spezialisierte SaaS-Tool Informationen und Orientierungshilfen für die Einbindung von Lieferanten in Klimastrategie und Reduktionsziele.

Dr. Johannes Knubben, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement bei HiPP: “Die Bereitstellung von Rohstoffen als essentieller Bestandteil unseres Geschäftsmodells erfordert die Prüfung von Umwelt- und insbesondere Klima-Auswirkungen der vorgelagerten Lieferkette. Das Software-Tool von THE CLIMATE CHOICE bietet hierfür die ideale Lösung und ermöglicht es uns, einen skalierbaren und verlässlichen Prozess zur Erhöhung der klimarelevanten Transparenz unserer Lieferkette umzusetzen. Auf dieser Datengrundlage können wir unsere ambitionierten Klimaziele im Scope 3 zusammen mit unseren Lieferanten sichtbar machen und gemeinsam voranbringen.”

THE CLIMATE CHOICE – KMU den Einstieg in die Klimatransformation erleichtern

Lara Obst – Mitgründerin, THE CLIMATE CHOICE

Zusammenarbeit ist nach Meinung von Lara Obst der Schlüssel, um die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts, die Klimatransformation, zu bewältigen. Denn bis zu 90 % der Emissionen eines Unternehmens entstehen in der Lieferkette – und können entsprechend nur in Kollaboration mit den Lieferanten reduziert werden. Diese sind jedoch in den allermeisten Fällen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die nur begrenzt Möglichkeiten haben, um ihr Klimamanagement strukturiert umzusetzen. Wie können Unternehmen dennoch grundlegende Daten über den Klimareifegrad ihrer Lieferanten erheben und sie dazu befähigen, den ersten Schritt in Richtung einer erfolgreichen Klimatransformation zu gehen?

Diese Frage hat sich das Team von THE CLIMATE CHOICE gestellt und als Antwort im Oktober 2022 den digitalen Climate Readiness Check veröffentlicht. Das Software-Tool adressiert die zentralen Einstiegsbarrieren in das Klimadatenmanagement für kleine und mittelständische Lieferanten: fehlendes Know-How und Ressourcen.

The Climate Choice - Free Climate Readiness Check

Um diese zu überwinden, braucht es einfach anzuwendende Erkenntnisse und Einblicke bei gleichzeitig minimalem Zeit- und Kostenaufwand. Der Climate Readiness Reck bietet daher genau das: ein kostenloser und 5-minütiger digitaler Selbsttest, welcher die wichtigsten Dimensionen des unternehmerischen Klimaschutzes abdeckt. Unternehmen können ihre Lieferanten einladen, den digitalen Klima-Check durchzuführen und aufgrund des geringen Aufwands skalierbar und mit hoher Rückmeldequote klimarelevante Daten ihrer Lieferkette erfassen.

Du möchtest mehr über den Climate Readiness Check und die Möglichkeiten der Climate Intelligence Platform erfahren? Dann fordere hier Informationen an.

Jetzt CLIMATE Ready werden – KMU auf dem Weg zur „Null“!

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern der Welt. Weltweit machen sie etwa 90 % aller Unternehmen und 50 % der Beschäftigung aus und haben einen erheblichen Einfluss auf die Leistung der globalen Lieferketten (CDP). 

Wie Unternehmen aller Größenordnungen stehen auch KMU heute vor mehreren Herausforderungen: Während der Pandemie wurden globale Lieferketten unterbrochen, und viele Unternehmen haben noch immer Schwierigkeiten, das Niveau von vor der Pandemie wieder zu erreichen. Darüberhinaus werden Unternehmen durch bevorstehende Klimavorschriften neue Offenlegungspflichten für klimarelevante Daten auferlegt, auf die sich auch KMU in Zukunft vorbereiten müssen.

KMU werden zu CLIMATE-Champions

erneuerbare Energie

Das gilt gerade auch für den Mittelstand: Heute müssen KMU effektive Klimaschutzmaßnahmen ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit ihres Unternehmens zu stärken und mit den Anforderungen der Lieferkette und den politischen Vorschriften Schritt zu halten. Nicht nur Kund:innen, sondern auch Investor:innen richten ihre Aufmerksamkeit zunehmend in Richtung nachhaltige Investitionen. Und um Wettbewerbsvorteile zu schaffen und den Erwartungen von Kund:innen und Investor:innen gerecht zu werden, müssen sich die Unternehmen auf die Verbesserung ihrer eigenen Klimabilanz und die effiziente Emissionsreduzierung konzentrieren.

Das bedeutet: KMU müssen heute anders wirtschaften! Um Teil der Klimatransformation zu sein und zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft beizutragen. Wie können sie Emissionen sowie klimabezogene Risiken reduzieren und sich als verlässliche Lieferanten und Geschäftspartner:innen positionieren?

Die eigene Klimawirkung verstehen

Der erste Schritt, um die Emissionen innerhalb eines Unternehmens zu reduzieren und sich auf die Vorschriften zur Offenlegung von Klimadaten vorzubereiten, besteht darin, die eigene Klimaleistung ganzheitlich zu verstehen. Denn Unternehmen können nur dann Maßnahmen ergreifen, wenn sie die wichtigsten Reduktionshebel kennen. 

Wald

Hierbei gilt unbedingt zu beachten: Die Klimaleistung eines Unternehmens zu analysieren, bedeutet nicht nur, die Treibhausgasemissionen des Unternehmens zu messen. Unternehmen müssen stattdessen ihre Klimaauswirkungen ganzheitlich betrachten. In die Analyse müssen daher gerade auch Managmentdimensionen, wie die eigene Klimastrategie und das Klimamanagement einbezogen werden. Auf diese Weise können Unternehmen die eigene Klimareife ganzheitlich verstehen und auf Basis dieser effektive Reduktionsmaßnahmen einleiten. So können sich Unternehmen auf Offenlegungsvorschriften vorbereiten und einen umfassenden Überblick über ihre klimarelevanten Daten erhalten.

Insbesondere für KMU stellt dies jedoch eine große Herausforderung dar. Ihnen fehlt es oft an Ressourcen, dem Know-how und den richtigen Tools, um ihre Klimaleistung ganzheitlich managen zu können. Den meisten mangelt es an Ressourcen und Erfahrungen auf dem Gebiet. Aufgrund dessen verlieren sie Chancen auf dem sich wandelnden Markt.

Der erste Schritt, ganz einfach: Der CLIMATE Readiness Check

Der Climate Readiness Check hilft KMU, die erste Hürde der Klimatransformation zu nehmen. Daer softwaregestützte Klima-Selbstcheck besteht aus 5 Fragen zu den relevanten Dimensionen der Klimaleistung eines Unternehmens und ist in nur 5 Minuten durchführbar. Entlang aller wesentlichen Dimensionen: Governance, Strategie, Transparenz, Kennzahlen und Ziele sowie Dekarbonisierungsmaßnahmen, unterstützt der CLIMATE Readiness Check Unternehmen dabei, ihre ganzheitliche Transformation voranzutreiben.

Mit dem CLIMATE Readiness Check können Unternehmen:

1. Der Klimaregulation einen Schritt voraus sein

Mit dem CLIMATE Readiness Check erhalten Unternehmen erste Einblicke, die helfen, sich auf wichtige Klima-Offenlegungspflichten vorzubereiten.

2. Relevante Quick Wins entdecken 

Durch das Verständnis der Klimareife kann ein Unternehmen relevante Reduktionspotenziale entdecken. Dadurch können Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen werden.

3. In die B2B-Datenbank aufgenommen werden

Ein Unternehmen, das den CLIMATE Readiness Check abgeschlossen hat, erhält automatisch den Basis-Zugang zur Climate Intelligence Platform von THE CLIMATE COICE und kann sich hier mit gleichgesinnten Unternehmen vernetzen.

Climate Readiness Check

Climate Ready, Steady, Go!

Fazit: Die Klimatransformation ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können! Der kostenlose CLIMATE Readiness Check gibt erste Einblicke in die individuelle Klimaleistung eines Unternehmens und ermöglicht den Zugang zur Klimamanagement-Plattform von THE CLIMATE CHOICE, auf der sich Unternehmen auf ihrem Weg zur Klimaneutralität vernetzen können.

Du möchtest den CLIMATE Readiness Check für Dein Unternehmen durchführen und wichtige ersten Schritte der Klimatransformation machen? Erfahre hier mehr über den schnellen und vertraulichen Klima-Check und melde Dich in der aktuellen Open Beta Phase noch kostenlos an!

Beitragsbild: Unsplash

Die Lieferkette dekarbonisieren – 5 Schritte für erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lieferanten

Klimaziele zu erreichen ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, da bis zu 90 % ihrer Emissionen in der Regel in der Lieferkette entstehen. Deshalb kommt es jetzt vor allem darauf an, eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Lieferanten aufzubauen, um gemeinsame Klimaziele zu erreichen.

Wenn Unternehmen ihre Lieferanten in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie aktiv einbeziehen, lassen sich Emissionen nicht nur intern, sondern in einem viel größeren Umfang reduzieren – entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Darüber hinaus können Lieferkette widerstandsfähiger werden, indem sie klimabedingte Risiken überwinden und vertrauensvolle Beziehungen aufbauen. Dementsprechend stellen sich immer mehr Unternehmen die Frage: Wie können wir alle unsere Lieferanten ins Boot holen, wenn es um effektive Reduktionsmaßnahmen geht?

Im Folgenden stellen wir 5 wichtige Schritte vor, die für den Aufbau starker Geschäftspartnerschaften und eines effektiven Netzwerks für die Zusammenarbeit mit Lieferanten wichtig sind.

Supplier Collaboration for Decarbonization in 5 Steps

5 Schritte zur erfolgreichen Lieferantenzusammenarbeit:

1. Transparenz schaffen

Welche Deiner Lieferanten haben sich bereits Klimaziele gesetzt und welche sind in der Umsetzung dieser schon fortgeschritten? Welche der Lieferanten benötigen Unterstützung dabei?

Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lieferanten, muss ein Unternehmen diese Fragen beantworten können und ein grundlegendes Verständnis für die Klimareife seiner Lieferanten aufbauen. Auf diese Weise können Unternehmen nicht nur die wichtigsten Lieferanten identifizieren, sondern auch erkennen, woher der Großteil der Emissionen innerhalb der Lieferkette stammt.

Um einen umfassenden Überblick zu gewinnen, müssen Unternehmen zunächst ein konsistentes und skalierbares Verfahren zur Erhebung vergleichbarer Daten über die ganzheitliche Klimareife von Lieferanten einrichten. Um Vergleichbarkeit und Qualitätsstandards zu gewährleisten, sollten die gesammelten Daten an internationalen Rahmenwerken für die Klimaberichterstattung ausgerichtet sein und die Bereiche Governance, Strategie, Risiko, Kennzahlen und KPIs abdecken. Datengesteuerte Instrumente, wie das CLIMATE Performance Assessment helfen bei der Erfassung und Verwaltung der Primärdaten.

2. Partizipation von Lieferanten sicherstellen

Um die Beteiligung von Lieferanten sicherzustellen, muss eine vertrauensvolle und transparente Beziehung aufgebaut werden. Ein Unternehmen sollte daher unbedingt offenlegen, wie der Datenerhebungsprozess funktioniert und wie Lieferantendaten verwendet werden.

Darüber hinaus bedeutet eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Zulieferern, „shared value“ zu schaffen, der die Lieferanten dazu antreibt und motiviert, sich an den Klimazielen auszurichten und ganze Geschäftsmodelle zu transformieren. Zunächst ist dabei wichtig, ein gemeinsames Verständnis darüber zu entwickeln, was es bedeutet, nachhaltig zu wirtschaften. Dabei ist es Aufgabe des Unternehmens, die Bedeutung klimarelevanter Geschäftspraktiken und Chancen für die Lieferanten selbst zu kommunizieren.

Wichtig: Ein Unternehmen sollte dabei immer auch transparent kommunizieren, wo es selbst steht, und dementsprechende Erwartungen an Lieferanten stellen.

3. Ein Klimadatenmanagement einrichten

Im Anschluss an die Datenerhebung ist entscheidend, wie die klima-relevante Daten der Lieferanten verarbeitet und verwaltet werden. Dabei ist es zunächst wichtig, sicherzustellen, dass die Daten allen beteiligten Anbietern zugänglich sind – denn die Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung ist keine Einbahnstraße, sondern ein Weg der Zusammenarbeit mit gegenseitigem Nutzen und gemeinsamen Lernprozessen. Die Grundlage dabei ist es, einen aktiven Kommunikationsfluss in beide Richtungen zu ermöglichen, bei dem sowohl Erwartungen als auch Bedenken auf beiden Seiten kommuniziert werden können.

Darüber hinaus müssen die Daten entsprechend analysiert werden, um sowohl Risikobereiche als auch Chancen für Klimamaßnahmen aufzudecken. Denn nur wenn entsprechende Schlussfolgerungen und Folgemaßnahmen aus den Ergebnissen resultieren, kann die Klimatransformation erfolgreich vorangetrieben werden.

4. Zusammenarbeit und Entwicklung

Mit einem funktionalen Klimadatenmanagement ist der wichtigste Grundstein gelegt. Ein wirklich nachhaltiger Erfolg erfordert nun eine Kommunikation auf Augenhöhe und langfristige Zusammenarbeit. Einfach nur Richtlinien zu diktieren, funktioniert nicht. Stattdessen muss ein vertrauensvoller, gewinnbringender und gegenseitiger Austausch stattfinden, um die Klimaleistung gemeinsam zu mindern.

Dabei ist es nun an der Zeit zu investieren! Es ist wichtig zu verstehen, was Lieferanten brauchen, um die Erwartungen und Richtlinien des Unternehmens zur klimarelevanten Produktion zu erfüllen. In die Beziehungen zu den Zulieferern zu investieren bedeutet, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die den Interessen aller Beteiligten entsprechen und sie in ihren Bedürfnissen unterstützen. Durch die Zusammenarbeit in Planung- und Kapazitätsmanagement sowie bei der Verbesserung des Abfall- und Ressourcenmanagements ermöglichen Unternehmen ihren wichtigsten Zulieferern, ihre Prozesse neu zu gestalten und effizienter zu arbeiten. So können sie wirksame Fortschritte in der effektiven CO2-Reduktion erzielen und ihren Klimaziele näher kommen.

5. Kontinuierliche Überwachung und Optimierung

Fortschritte überwachen

Was funktioniert tatsächlich und welche Maßnehmen können wir optimieren? Sobald ein Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Lieferanten erfolgreich eingeleitet haben, geht es darum, die laufenden Maßnahmen kontinuierlich zu überwachen. Dies macht erste Erfolge greifbar. Darüber hinaus kann man Prozesse anpassen und bei Bedarf weitere Maßnahmen entwickeln.

Zunächst ist wichtig, die Wirksamkeit der Verbesserungsmaßnahmen anhand von vordefinierten Indikatoren zu überprüfen. Dabei ist es hilfreich, die gesetzten Klimaziele als Ausgangspunkt zu nehmen und die vor- und nachgelagerten Klimaauswirkungen regelmäßig zu messen. So lässt sich die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen reflektieren. Dies hilft nicht nur dabei, Best-Practices und wirksame Lösungsansätze zu erkennen, sondern auch neue Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Während des Prozesses ist es wichtig, die Ziele stetig zu erhöhen, um das Unternehmen selbst und die Lieferanten weiterhin zu fordern.

Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Lieferanten

Hände auf einem Baum

Dennoch gibt es mehrere Faktoren, die die Zusammenarbeit mit Lieferanten für viele Unternehmen zu einer Herausforderung machen. Die Investition in langfristige und starke Partnerschaften erfordert Zeit und Mühe und eine grundlegend andere Denkweise bei den Einkaufsprozessen. Zudem fehlen vielen Unternehmen noch immer die Ressourcen und Tools, um die Daten ihrer Lieferanten zu messen und zu verarbeiten. Das hindert sie noch immer daran, die CO2-Hotspots entlang ihrer Lieferketten zu identifizieren.

Um Unternehmen die Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten zu erleichtern, haben wir die Climate Data Platform eingerichtet. Sie ermöglicht es Unternehmen, klimabezogene Daten zu sammeln und die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette für eine effiziente Dekarbonisierung zu verbessern.

Du möchtest mehr über das datenbasierte Software-Tool für die Zusammenarbeit mit Lieferanten erfahren? Buche noch heute einen Demo-Termin und erfahre, wie sich Klimadaten sammeln und validieren lassen und wie Dein Unternehmen seine Lieferanten in die eigene Nachhaltigkeitsstrategie einbeziehen.

Nachhaltige und zukunftsprägende Jobs finden

Nachhaltigkeit wird für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Aspekt im Leben. Auch bei der Jobwahl achten Arbeitnehmer:innen zunehmend darauf, dass Arbeitgeber sich nachhaltig positionieren und sich aktiv am Umwelt- und Klimaschutz beteiligen. JOBVERDE ist eine der ersten grünen Jobplattformen und bietet Arbeitgeber:innen mit nachhaltig ausgerichteten Stellenangeboten die Möglichkeit, sich einem nachhaltigkeits-affinen Publikum zu präsentieren. Arbeitnehmer:innen, die an Nachhaltigkeit interessiert sind, können auf JOBVERDE spannende Unternehmen und Organisationen kennenlernen und einen sinnstiftenden Job für sich finden. Darüberhinaus wird im JOBVERDE-Magazin regelmäßig über Karrierethemen und nachhaltige Arbeitgeber berichtet.

JOBVERDE

 Auf JOBVERDE.de haben Menschen auf Jobsuche die Möglichkeit, nachhaltige Arbeitgeber in ihrer Region zu finden. (Bild: JOBVERDE)

Gesellschaftliches Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit

Für viele Menschen spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Auch Unternehmen verstehen heute, dass Nachhaltigkeit kein kurzer Trend ist, sondern dass derzeit ein wirkliches Umdenken in der Gesellschaft im Gange ist. Um sich diesem gesellschaftlichen Umschwung anzupassen, richten sich immer mehr bestehende Unternehmen nachhaltig aus. Daher achten sie zunehmend auf die Konsequenzen, die ihr Handeln in der Welt mit sich bringt. Darüberhinaus entstehen neue Unternehmen im Nachhaltigkeitsbereich, die umweltfreundliche Produktalternativen verkaufen oder nachhaltige Dienstleistungen anbieten. 

Nicht nur aus Unternehmer:innensicht wandelt sich die Arbeitswelt in eine nachhaltige Richtung. Auch auf Seiten der Arbeitnehmer:innen nimmt der Wunsch nach sinnstiftenden Jobs zu. Ob für den Umwelt- oder Klimaschutz, den Erhalt der Artenvielfalt, den Ausbau der erneuerbaren Energien oder ein Job im sozialen Bereich: Immer mehr Menschen machen sich auf die Suche nach einer Arbeit, mit der man etwas bewirken kann und in der man eine Erfüllung findet.

Schon gewusst? JOBVERDE gehört ebenso wie das bekannte Nachhaltigkeitsmagazin LifeVERDE zur VERDE-Portalfamilie

2010 gründeten Marcus Noack und Romek Vogel JOBVERDE, seit 2011 ist es eine eigenständige Plattform. Nach wie vor sind beide Gründer sind die Inhaber des Portals, das zur VERDE-Portalfamilie gehört. Andere Plattformen sind LifeVERDE, das zugehörige Magazin rund um nachhaltigen Lifestyle, die nachhaltige Gründerplattform Grüne Startups und das neue Karriereportal JOBVERDE.at.

JOBVERDE-Gründer Marcus Noack und Romek Vogel

Die beiden JOBVERDE-Gründer Marcus Noack und Romek Vogel. (Bild: JOBVERDE)

Zur VERDE-Portalfamilie gehört außerdem der Podcast Grünes Mikro, der von Gründer Marcus Noack moderiert wird. Im Podcast treffen die Themen Karriere und Nachhaltigkeit aufeinander. In den Folgen werden spannende Persönlichkeiten mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen zum Zusammenspiel von Wirtschaft und Nachhaltigkeit interviewt. Zudem spricht Host Marcus Noack mit seinen Gästen über zukunftsweisende Produkte und andere Innovationen aus dem Nachhaltigkeitsbereich. 

Was JOBVERDE zu bieten hat

Auf JOBVERDE lassen sich spannende Beiträge rund um Berufswahl, Karriere und die Arbeitswelt finden. Außerdem hast du die Möglichkeit nachhaltige Arbeitgeber kennenzulernen und den passenden grünen Job für dich zu finden.

Jobs finden:

Wer auf der Suche nach einem sinnstiftenden Job ist, findet grüne Stellenanzeigen in unserem Reiter Jobs finden. Du kannst dir passende Stellenanzeigen auch über die eingebundene Schnellsuche auf jeder Seite anzeigen lassen. Über die Suchfunktion kannst du die Suchergebnisse nach Thema und Ort filtern, damit dir die Jobs angezeigt werden, die zu dir passen.

Jobsuche

Über die Jobsuche lassen sich passende Jobs in verschiedenen Arbeitsbereichen finden. (Bild: JOBVERDE)

JOBVERDE-Online-Magazin:

Im Bereich Personalexpert:innen teilen Expert*innen aus der Berufspraxis ihr Wissen zu aktuellen spezifischen Themen, wie beispielsweise der Generation Z in der Arbeitswelt oder wie Inklusion am besten gelingt.

In unserer Innovator:innen-Kategorie erzählen Personen aus dem Nachhaltigkeitsbereich ihre spannenden Wege, wie sie zur Nachhaltigkeit gefunden haben. Darunter sind unter anderem Unternehmensgründer*innen, Influencer*innen und Reporter*innen.

Auch wer sich konkret über nachhaltige Arbeitgeber:innen informieren möchte, wird bei unseren Arbeitgeber*inneninterviews fündig. In den Interviews stellen Arbeitgeber*innen aus dem Nachhaltigkeitsbereich sich und ihre Unternehmensphilosophie vor. Außerdem erklären sie, was das Unternehmen zu einem besonderen und ansprechenden Arbeitgeber macht und wie du dich in ihr Team einbringen kannst. 

Nachhaltige Arbeitgeber:innen

Im Bereich “Nachhaltige Arbeitgeber*innen” finden sich interessante Interviews mit den Personalverantwortlichen nachhaltiger Unternehmen.(Bild: JOBVERDE)

Unter News & Tipps findest du spannende Beiträge zu Karrierethemen und erfährst mehr über die anstehenden Events im beruflichen Bereich. Es gibt Artikel zu Themenkomplexen, wie Karrierepodcasts, Recruiting-Trends oder E-Mobilität.

Grüne Arbeitgeber:innen:

In unserer Rubrik Grüne Arbeitgeber:innen stellen sich Unternehmen aus grünen und sozial-nachhaltigen Branchen vor und zeigen auf, was sie als Arbeitgeber ausmacht. Hierbei sind die Unternehmen nach Themen unterteilt. Kategorien sind unter anderem: Erneuerbare Energien, Grüne Kommunikation & CSR (Corporate Social Responsibility) und Grüne NGO’s. Darüberhinaus findest du neben den Stellen, die das Unternehmen aktuell ausschreibt, in den einzelnen Arbeitgeberprofilen auch Infos zu den Mitarbeiter:innenbenefits. 

Karriere Guide:

Im Karriere-Guide lassen sich Events und Bildungsangebote im Nachhaltigkeitsbereich finden. Du findest hier nachhaltige Messen zu Themen, wie vegane Ernährung, grüne Jobs oder der Energiewende. Wer sich in Sachen Nachhaltigkeit weiterbilden möchte, kann sich hier außerdem grüne und nachhaltige Studiengänge sowie Weiterbildungsprogramme anschauen.

Der JOBVERDE-Newsletter:

JOBVERDE hat einen Newsletter, mit dem du einmal pro Monat über Neuigkeiten aus der Arbeitswelt informiert wirst. Mit dem JOBVERDE-Newsletter bleibst du auf dem neuesten Stand, was unsere Interviews mit nachhaltigen Arbeitgebern, die nächsten Events im Nachhaltigkeitsbereich, Tipps von Personal-Expert*innen und vieles mehr angeht.

JOBVERDE-Job-Alert:

Wenn du dich beim JOBVERDE-Job-Alert anmeldest, wirst du immer per Mail informiert, sobald es neue Stellenanzeigen gibt, die deinen angegebenen Kriterien entsprechen. Auf diesem Weg kannst du auch passiv deinen sinnstiftenden Job finden.

JOBVERDE-Job-Alert

Mit dem JOBVERDE-Job-Alert kann man sich per Mail über neue passende Stellenanzeigen informieren lassen. (Bild: JOBVERDE)

Für nachhaltige Arbeitgeber:innen bietet JOBVERDE die Möglichkeit, ihre grünen Jobanzeigen im Stellenportal zu schalten, sich als Unternehmen für Bewerber:innen zu präsentieren. In einem Arbeitgeber:inneninterview können von uns gestellte Fragen zur Unternehmensidee, zu den Benefits für Teammitglieder, der Arbeitskultur und weiteren Themen, die für Arbeitnehmer:innen wichtig sind, beantwortet werden.

Meilenstein im Sustainability Reporting – Neuer CSRD-Vorschlag steht fest

Monatelang wurde verhandelt, jetzt wurde sie finalisiert: die neue CSRD Richtlinie. Die europäische Wirtschaft wird in Zukunft von neuen Standards im Sustainability Reporting bestimmt.

Bei dem neu veröffentlichten Vorschlag der CRSD (Corporate Sustainability Reporting Directive), handelt es sich um einen überarbeitete Version der bestehenden CSRD-Vorschriften zur Offenlegung nichtfinanzieller Informationen. Diese galten bislang als unzureichend, um von den Investoren in angemessenem Maße berücksichtigt zu werden. Doch es gibt ein Licht am Ende des Tunnels! Die neue CSRD Richtlinie ermöglicht ein detaillierteres und umfangreicheres Reporting und mehr Transparenz in Unternehmen. Finde hier die wichtigsten Erkenntnisse über den neuen CSRD-Vorschlag:

1. Detailliertere Berichtsanforderungen von Klimabelangen 

Transparenz macht den Unterschied! Die neue CSRD Richtlinie sorgt dafür, dass klimarelevante Informationen von Unternehmen leichter zugänglich, qualitativ hochwertiger und vergleichbarer werden. Große Unternehmen sind verpflichtet, über soziale und ökologische Belange, Menschenrechte sowie staatliche Faktoren zu berichten. Dabei müssen die Angaben nun extern geprüft werden und in einem eigenen Abschnitt des Jahresberichts erscheinen.

2. Mehr als 50.000 Unternehmen in Europa betroffen 

Zunächst sind Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, die bereits der Richtlinie über die Nichtfinanzberichterstattung (NFRD) unterliegen, aufgefordert die Berichte für das Geschäftsjahr 2024 zu erstellen und 2025 zu veröffentlichen. Alle anderen großen Unternehmen sind erst ein Jahr später zur Berichterstattung verpflichtet. Kapitalmarktorientierte KMU werden ab dem Geschäftsjahr 2026 einbezogen.

Ab wann gilt die CSRD für Unternehmen?

Natur

1. Januar 2024 für Unternehmen, die bereits der Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung unterliegen

1. Januar 2025 für große Unternehmen, die derzeit noch nicht von der Richtlinie über die nichtfinanzielle Berichterstattung betroffen sind

1. Januar 2026 für börsennotierte KMU, kleine und nicht-komplexe Kreditinstitute und firmeneigene Versicherungsunternehmen

Darüber hinaus müssen nicht-europäische Unternehmen, die in der EU einen Nettoumsatz von 150 Millionen Euro erzielen und mindestens eine Tochtergesellschaft oder Niederlassung in der EU haben, über ihre ESG-Auswirkungen berichten.

3. Im Einklang mit globalen Standards

Die neuen CSRD-Leitlinien wurden im Einklang mit verbindlichen EU-Standards, wie z. B. den Vorschlägen des TCFD sowie der EU-Taxonomie und dem bestehenden NFRD entwickelt. Konkret umfasste die Berichterstattung Folgendes:

CSRD – der Wegbereiter der Wirtschaft

Die CSRD sowie andere internationale Reporting Richtlinien zeigen schon jetzt: In Zukunft wird weltweit jedes Unternehmen seine Klimaauswirkungen transparent offenlegen müssen. Dies soll Investoren helfen, Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Investitionen umzulenken und finanzielle Risiken des Klimawandels zu managen.

Darin lässt sich eine enorme Chance für eine eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft erkennen. Es ist ein Anreiz und die Motivation für Unternehmen, effektive Klimaschutzmaßnahmen heute umzusetzen. Es ermöglicht Unternehmen, sich heute als Vorreiter zu positionieren und darüber hinaus Geschäftspartner auf dem Weg dorthin zu unterstützen.

Du möchtest erfahren, wie Unternehmen sich heute am besten auf die CSRD vorbereiten und die Klimatransformation im eigenen Unternehmen jetzt voranzutreiben? Finde hier unser Whitepaper zur CSRD mit weiteren Einblicken zum Sustainability Reporting.

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