Klimaneutrales Deutschland 2045 – wie schaffen wir das?

Der Weg zu einem klimaneutralen Deutschland bis 2045 erfordert schon heute konsequente Weichenstellungen in allen Sektoren. Welche das genau sind, hat die Stiftung Klimaneutralität in einer umfassenden Szenarienstudie von Prognos, Ökoinstitut und dem Wuppertal Institut untersuchen lassen. Die Studie zeigt, dass durch die konsequente Anwendung von heute schon verfügbaren oder bereits weit entwickelten Technologien CO2-Reduktion und ein klimaneutrales Deutschland bis 2045 möglich ist.

Beim CHOICE Event #25 haben Dr. Julia Metz und Martin Weiß von der Stiftung Klimaneutralität die Ergebnisse der Studie vorgestellt und erklärt, welche Chancen und Herausforderungen auf uns warten. Hier findest Du die wichtigsten Inhalte aus ihrem Vortrag über die entscheidenden Maßnahmen, um die Transformation in allen Sektoren voranzutreiben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Studie “Klimaneutrales Deutschland 2045” wurde beauftragt, um das deutsche Klimaneutralitätsziel bis zum Jahr 2045 vollumfänglich für alle Sektoren zu modellieren. Sie ist als Wachstums- und nicht als Verzichts-Szenario angelegt, d. h. sie geht von einem durchschnittlichen Wachstum von +1,3 % BIP aus.

Das wichtigste Ergebnis: Ein klimaneutrales Deutschland ist bereits bis 2045 möglich! Im Vergleich zum Zieljahr 2050 würde dieses Szenario der Atmosphäre knapp eine Milliarde Tonnen CO2 einsparen. Mit Erreichung des Ziels würde Deutschland außerdem wieder zu einem internationalen Vorreiter beim Klimaschutz und zu einem Leitmarkt und Leitanbieter für Klimaschutztechnologien. 

Um diesen Weg erfolgreich bestreiten zu können, müssen bis 2030 als wichtigster Meilenstein bereits 65 Prozent der CO2e-Emissionen eingespart werden. Dies schafft die Voraussetzungen für eine beschleunigte Transformation nach 2030. Der Wandel betrifft dabei sowohl den Ausbau der Erneuerbaren Energien, eine klimaneutrale Industrie sowie den Umstieg auf Wärmepumpen und Elektromobilität. Dazu muss die Agrarwende und der Einsatz von CO2-Abscheidung und -Speicherung deutlich vorgezogen werden.

Die wichtigsten Grundsätze auf dem Weg zur Klimaneutralität

Was bedeutet das alles nun konkret für Unternehmen? Zunächst lassen sich aus der Studie drei wichtige und allgemeine Grundsätze ableiten, mit denen sich die Transformationen am effektivsten vorantreiben lassen: 

Efficiency First

Deutschland und somit auch jedes Unternehmen müssen die Effizienz bei der Nutzung von Energie signifikant steigern. Genauer gesagt sieht das Szenario eine Halbierung des deutschen Primärenergieverbrauchs bis zum Jahr 2045 vor.

Electrify Second

Als zweites müssen wir die erneuerbare Stromerzeugung massiv ausbauen. Auf diese Weise stehen die erforderlichen Mengen an erneuerbarem Strom zur Verfügung, um die anderen energiebasierten Sektoren zu elektrifizieren und dekarbonisieren.

Green Fuels Third

Übrig bleiben dann noch Bereiche, die nicht elektrifiziert werden können – z. B. die Luft- und Schifffahrt. Hier muss Wasserstoff mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden, um fossile Brennstoffe vollständig ersetzen zu können. 

Fehlinvestitionen in fossile Technologien vermeiden

Bis 2045 bleiben uns noch 23 Jahre. Gerade in Bezug auf Investitionszyklen ist dieser Zeitraum viel kürzer, als manche vermuten. Investitionen, die heute getätigt werden, müssen bereits jetzt das Ziel einplanen, bis 2045 keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Dieses Mitdenken des Klimaziels betrifft ebenso jegliche Einkaufs-, Kooperations- oder Prozessentscheidung. Anstatt sich also mit kleinen und einzelnen Verbesserungen zufrieden zu geben, müssen Unternehmen schon heute sämtliche Bereiche in eine ganzheitliche Strategie der Klimatransformation integrieren. Nur so lässt sich die Zielerreichung und somit die eigene Zukunftsfähigkeit gewährleisten. 

In drei Schritten zur Klimaneutralität

Die Studie unterteilt den beschleunigten Pfad zur Klimaneutralität in drei wesentliche Schritte:

bis 2030: -65 % Treibhausgasemissionen

Für diesen ersten wichtigen Meilenstein leistet vor allem der Kohleausstieg den größten Beitrag, während etwa 70 % des Stroms durch Erneuerbare Energien abgedeckt werden müssen. In der Verkehrsbranche liegt alles daran, die Zielmarke von 14 Mio. E-Pkw zu erreichen sowie die Verlagerung zum ÖPNV sowie Rad,- Fuß- und Schienenverkehr voranzubringen. In der Industrie geht es u. a. um den vermehrten Einsatz von Wasserstoff als Direktreduktion in der Stahlerzeugung und bei den Gebäuden neben steigender Sanierungsraten um die Schlüsseltechnologie der Wärmepumpe. Die Landwirtschaft leistet mit der Reduktion von Düngemitteln und Tierbeständen einen zwar kleinen, aber ebenfalls wichtigen Beitrag.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

bis 2045: -95 % Treibhausgasemissionen

Im zweiten Schritt des Szenarios werden ab 2030 in allen energiebedingten Bereichen die Emissionen auf nahezu Null reduziert. Den Schlüssel bilden sowohl in der Industrie als auch in der Energiewirtschaft und dem Verkehr der Einsatz von 100 % Erneuerbarer Energien sowie Wasserstoff und Biomasse. Im Gebäudebereich hat sich die Wärmepumpe bis 2045 als Investitionsstandard durchgesetzt. Auch wenn die Landwirtschaft durch Fleisch- und Milchalternativen noch einmal weitere Einsparungen erzielen kann, bleibt hier letztlich der Hauptteil der Rest-Emissionen übrig.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

ab 2045: Negativemissionen

Die restlichen und nicht vermeidbaren Emissionen müssen bereits bis 2045 ausgeglichen werden, um so letztlich die Netto-Null-Emissionen und damit die Klimaneutralität Deutschlands zu erreichen. Dies erfolgt u. a. durch Bioenergy with Carbon Capture and Storage (BECCS), also der Abscheidung und geologischen Lagerung von CO2 aus Biomasseverbrennung. Daneben steht Direct Air Carbon Capture and Storage (DACCS) als weitere Option zur Verfügung, wobei CO2 direkt aus der Luft gefiltert und anschließend eingelagert wird. Mit diesen und weiteren Technologien wird es nach 2045 schließlich sogar möglich sein, die Gesamtemissionen in der Atmosphäre wieder allmählich zu verringern.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

Es liegt an uns

Die Ergebnisse von “Klimaneutrales Deutschland 2045” zeigen klar den Weg auf, den Deutschland und jedes Unternehmen in den nächsten 23 Jahren für die Einhaltung der gesetzten Klimaziele beschreiten muss. Jetzt geht es darum, den Blick nach vorne zu richten und mit klugen Geschäfts- und Investitionsentscheidungen die Grundlage für eine klimakompatible und erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Du fragst Dich, wie Du diesen Weg in Deinem Unternehmen starten kannst? Unser CLIMATE Readiness Check hilft Dir dabei, Deine Klimaperformance zu verstehen, Handlungsfelder zu identifizieren und langfristig Deine Klimatransformation erfolgreich voranzubringen. Erfahre hier mehr über den CLIMATE Readiness Check.

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Klimaschutz und soziale Verantwortung für sauberes Trinkwasser

Gastbeitrag. Zum Autor: 

Martin Wesian

Martin Wesian hat HELIOZ 2010 gegründet, nachdem er in Südamerika an Cholera erkrankt ist. Auf der Suche nach einer Lösung um Menschen aus Entwicklungsländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und wasserbedingte Krankheiten zu reduzieren, entwickelte er WADI, ein Messgerät für die Solare Wasserdesinfektion (SODIS) sowie das Konzept eines Social Enterprise für die Umsetzung von Klimaprojekten.

Unternehmen betreiben heute mit Hinblick auf die Pariser Klimaziele umfangreiche CO2-Reduktionsmaßnahmen sowie häufig freiwilligen Klimaschutz. Dabei steht besonders die Förderung von technologischen Maßnahmen im Vordergrund, die den Emissionsausstoß in Ländern des globalen Südens reduzieren. Im Folgenden stellt uns Gastautor Martin Wesian vor, welche Art von Projekte HELIOZ umsetzt, um Sustainability Development Goals 6 (Sauberes Wasser) und 13 (Klimaschutz) zu erreichen sowie CO₂-Zertifikate für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt zu generieren, die nach „The Gold Standard“ zertifiziert sind. 

Verschmutztes Trinkwasser und die Folgen für Mensch und Klima

Weltweit leben ca. 3,6 Milliarden Menschen (fast die Hälfte der Weltbevölkerung) in Gebieten mit potenzieller Wasserknappheit und es wird geschätzt, dass diese Zahl bis 2050 auf 4,8 bis 5,7 Milliarden ansteigen wird (UNESCO, 2018). Durch Wasser übertragene Krankheiten wie Typhus, Cholera und Ruhr sind für viele Familien in Afrika und Asien nach wie vor eine große Bedrohung. Dies ist auf den Verbrauch von kontaminiertem Wasser und schlechten Sanitär- und Hygienebedingungen zurückzuführen. Die wenigen verfügbaren Wasserquellen werden zum Waschen schmutziger Kleidung, zum Baden, als Toilette und als Trinkstelle für Tiere genutzt. Um darüber hinaus Wasser zum Trinken und Kochen von Lebensmitteln sammeln zu können, müssen Menschen teilweise weite Wege gehen. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen verbringen 40 Milliarden Frauen in Afrika südlich der Sahara zusammen etwa 40 Milliarden Stunden pro Jahr damit, Wasser zu sammeln. Kindern – und insbesondere Mädchen – wird das Recht auf Bildung verwehrt, weil sie die meiste Zeit damit verbringen, Wasser für das Überleben im Haushalt zu holen. 

Durch das Abkochen von verschmutztem Wasser entstehen pro Haushalt und pro Jahr ca. 2 Tonnen CO2.

Ohne mehr sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen ist eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich. Denn verschmutztes Trinkwasser hat neben gesundheitlichen Folgen auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Insbesondere das Abkochen mit Feuerholz führt in Summe zu starker Luftverschmutzung durch CO2-Emissionen. Dies kann zudem zu Atemwegserkrankungen führen und so zusätzliche Krankheitskosten verursachen. Weiterhin wird in ländlichen Regionen des globalen Südens der Zugang zu sauberem Trinkwasser durch die Folgen der Klimakrise zusätzlich erschwert.

Solare Wasserdesinfektion löst ein globales Problem

Solare Wasserdesinfektion ist ein natürlicher Prozess, bei dem die UV-Strahlung der Sonne schädliche Krankheitserreger im Wasser deaktiviert. Hierfür werden lediglich PET- oder Glasflaschen benötigt, die mit kontaminiertem Wasser gefüllt und dann der Sonne ausgesetzt werden. Die Dauer dieses Desinfektionsprozesses variiert und wird durch die UV-Intensität der Sonne bestimmt. Die SODIS-Methode wurde vom Schweizer Institut Eawag erforscht und ist von der WHO und UNICEF anerkannt. Heute wird diese Technik von rund fünf Millionen Menschen weltweit genutzt.  

Da Solare Wasserdesinfektion von einem günstigen Klima abhängt, wird empfohlen, die Methode überall zwischen 35° nördlich und 35° südlich des Äquators anzuwenden – hier sind im Durchschnitt die jährlichen Sonnenstunden reichlich vorhanden. Dies schließt den größten Teil Lateinamerikas, ganz Afrika und Süd- und Südostasien ein und deckt damit die Mehrheit der Länder ab, in denen die Menschen keinen Zugang zu sicheren Trinkwasserquellen haben. 

Die wichtigste Herausforderung bei SODIS: die Zeit abzuschätzen, die die Sonne benötigt, um das kontaminierte Wasser zu desinfizieren. Das österreichische Social Enterprise HELIOZ hat sich diesem Problem angenommen und eine simple, aber effektive Lösung entwickelt: das WADI (Water DIsinfection). 

Solare Wasserdesinfektion mit dem WADI 

WADI ist ein einfach zu bedienendes, solarbetriebenes UV-Messgerät, das den Prozess von SODIS visualisiert. Ein lachendes Smiley auf dem WADI-Display zeigt den Zeitpunkt an, an dem die UV-Strahlung der Sonne kontaminiertes Wasser in einer PET-Flasche trinkbar gemacht hat.  

WADI misst kontinuierlich die Strahlung der Sonne und vergleicht diese Messungen mit wissenschaftlich geprüften Daten. Sobald die einfallende UV-Dosis die der in WADI gespeicherten Referenzwerte erreicht, zeigt das Gerät ein lachendes Gesicht. Zu diesem Zeitpunkt sind mindestens 99,9 % der üblichen coliformen Bakterien im Wasser inaktiviert, vorausgesetzt, das verwendete Wasser war nicht trüb. WADI ermöglicht solare Wasserdesinfektion auf Haushaltsebene und stellt eine zuverlässige und praktikable Lösung für Betroffene in einkommensschwachen Ländern dar. 

Der Umstieg von Abkochen auf die Solare Wasserdesinfektion spart pro Haushalt und pro Jahr ca. 2 Tonnen CO2 ein. So konnten im Jahr 2020 allein in der HELIOZ Projektregion in Bangladesch 10.625 Tonnen CO2 eingespart werden, das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoß von 1.194 Deutschen. 

WADI zeigt zuverlässig den Zeitpunkt an, an dem die UV-Strahlung der Sonne kontaminiertes Wasser in einer PET-Flasche trinkbar gemacht hat.

HELIOZ verfolgt einen ganzheitlichen Projektansatz. Es geht nicht nur darum, Gemeinden mit einer Wasseraufbereitungslösung zu versorgen, sondern es wird auch sicherstellen, dass Klimaprojekte auch sozialen und langfristigen Mehrwert haben. Dieses Engagement umschließt zahlreiche Aktivitäten von der Einrichtung von inklusiven Gruppenmeeting, Ausbildung von Community Workern, Kampagnen zu Hygienemaßnahmen, Unterstützung bei der Errichtung von Wassertanks in Schulen und viele weitere.

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Bildquellen: HELIOZ, Annette Etges

Emissionsfreie Lieferketten – durch Digitalisierung und Transparenz

Neben selbstgesteckten Klimazielen verlangen sowohl die Politik als auch Investor:innen von Unternehmen verstärkt Transparenz und nachweisbare Maßnahmen in Bezug auf Klimaschutz entlang der Wertschöpfung. Transparenz in der Lieferkette stellt für Unternehmen jedoch nicht nur einen wichtigen Hebel der Klimatransformation, sondern ebenso eine große Herausforderung dar. 

Um zu erfahren, wie sich diese Herausforderung mithilfe von digitalen Lösungen meistern lässt, haben wir uns Klaus Wiesen als Sprecher zum CHOICE Event #24 eingeladen. Klaus ist CEO von sustainabill und hat vor vier Jahren das Unternehmen mitgegründet, da er bei seiner langjährigen Arbeit als Teamleiter für das Wuppertal Institut die große Bedeutung von Transparenz in der Lieferkette für die Bekämpfung des Klimawandels und für nachhaltiges Wirtschaften erkannt hat. Hier findest du die wichtigsten Inhalte aus seinem Vortrag über die Vorteile von Digitalisierung und Transparenz für eine emissionsfreie Lieferkette.

Warum ist die Lieferkette für Klimaneutralität entscheidend?

Wer die Klimatransformation im eigenen Unternehmen ganzheitlich vorantreiben will, kommt nicht an der Lieferkette vorbei. Das hat unter anderem eine aktuelle Studie vom World Economic Forum zusammen mit der Boston Consulting Group wieder einmal gezeigt. Hiernach hat die Lieferkette vor allem bei den Endprodukten mit bis zu 90 % bei den “Fast Moving Consumer Goods” (FMCG) mit Abstand den höchsten Anteil der CO2e-Emissionen. Aber auch bei den Rohstoffen und somit den Zuliefernden selber machen die Scope-3-Emissionen z. B. im Chemie- und Textilbereich immer noch 61 % aus. 

Quelle: World Economic Forum 2021

Somit gilt es sowohl bei B2C-Unternehmen als auch bei den Lieferanten, CO₂ nicht nur in den eigenen Prozessen, sondern ebenso in der eigenen Lieferkette stark zu reduzieren.

Das GHG Protocol als Rahmenwerk

Von den insgesamt 15 Unterkategorien der nach dem Greenhouse Gas Protocol definierten Scope-3-Emissionen ist die Kategorie Scope 3.1, die eingekaufte Güter und Dienstleistungen beschreibt, besonders relevant. Im Gegensatz zum häufig im Vordergrund stehenden Scope 3.4, welcher die Logistik umfasst, macht sie den eigentlichen Bärenanteil der Emissionen aus.

Quelle: ghgprotocol.org

Leider fehlt vielen Unternehmen nun gerade bei Scope 3.1 eine gute und verlässliche Datengrundlage, sodass die entsprechende Spalte bei Reportings zumeist leer bleibt. Genau diese Black Box müssen wir also angehen, um die großen Einsparpotenziale der Lieferkette zu realisieren. 

Fehlende Standards für die Lieferkette

Schauen wir nun auf die vorhandenen Standardisierungen für eine Datenerhebung entlang der Lieferkette, findet sich deutlich weniger als erhofft. Zwar stehen die ISO 14040/44 – Ökobilanz als auch der spezifischere ISO 14067 – CO₂-Fußabdruck zur Verfügung, bei beiden bleiben letztlich aber viele Fragen offen wie z. B.: 

Dementsprechend arbeitet die EU seit Anfang 2010 an einer umfassenden Standardisierung im Rahmen der Initiative “Product Environmental Footprint” (PEF). Das Problem: Dabei herausgekommen ist ein großes Regelwerk, das es aufgrund seiner Komplexität bis heute nicht geschafft hat, sich als Standard zu etablieren.

Reduktion der Lieferketten-Emissionen – wo fange ich an?

Im Hinblick auf die mangelhafte Standardisierungs-Lage stellt sich nun natürlich die Frage: Wie soll ich denn mit der Datenerfassung in der Lieferkette beginnen, wenn ich keine Konsistenz und Vergleichbarkeit habe? Um die Lieferketten-Emissionen jedoch schnell und effektiv reduzieren zu können, nimmt die Vergleichbarkeit letztlich einen geringeren Stellenwert ein als die Spezifik der einzelnen Daten. Denn in erster Linie geht es darum, pro Lieferant die jeweilige Entwicklung mit dem Ziel der Netto-Null-Emissionen nachverfolgen zu können. Wenn diese schließlich erreicht ist, hat sich die Frage nach der Vergleichbarkeit erledigt.

Wie und woher bekomme ich nun also meine spezifischen Daten? Hierbei steht als erstes die Frage, auf welche Warengruppen ich mich fokussieren möchte. Die Kriterien für eine solche Entscheidung sind zunächst das Reduktionspotenzial sowie die CO₂-Intensität der jeweiligen Warengruppe. Dabei sind beide Kategorien gleich wichtig, denn betrachte ich zum Beispiel Rindfleisch, ist dieses zwar besonders CO₂-intensiv, die Möglichkeiten des Einsparens von Treibhausgasen halten sich jedoch in Grenzen.

Transparenz erfordert eine digitale Plattform

Wenn nun die Grundfragen der Datenerfassung geklärt sind, geht es endlich um das Wesentliche: die Einbindung der Lieferkette. Hier kann eine digitale Plattform enorm dabei helfen, die gemeinsame Arbeit zu organisieren und voranzutreiben. Hier eine Aufzählung der verschiedenen Vorteile:

Automatisierte Workflows und Know-How-Vermittlung

Cloud-Plattformen können anhand von Best Practices optimierte digitale Prozesse vorgeben, von denen Unternehmen, die zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung kommen, stark profitieren. Insofern liefert eine digitale Plattform nicht nur hilfreiche Strukturen, sondern leistet ebenso Know-How-Vermittlung – sowohl für das Unternehmen als auch die jeweiligen Zuliefernden.

Bessere Zusammenarbeit entlang der Lieferkette

Besonders, wenn die Datenerfassung nicht nur direkte, sondern auch Vor-Lieferanten einbezieht, entsteht schnell eine Komplexität, die ohne eine digitale Plattform kaum zu managen ist. Dabei geht es sowohl um das schnelle und einfache Teilen von Datensätzen mit nur einem Klick als auch um die Visualisierung der gesamten Lieferkette anhand verschiedener Parameter. So lässt sich ein besserer Überblick erzeugen und einzelne Hotspots schneller identifizieren. 

Monitoring der Fortschritte

Letztlich bleibt es natürlich nicht nur bei der Zielsetzung. Die eigentlichen Maßnahmen und entsprechenden Fortschritte müssen ebenfalls über die Plattform einseh- und überprüfbar sein, um im gemeinsamen Austausch der Klimaneutralität Stück für Stück näher zu kommen.

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CLIMATE Champions – 5 Möglichkeiten CO₂ zu reduzieren

Nachhaltiges Wirtschaften, wie geht das? Der Green Deal setzt es als Ziel. Die EU-Taxonomie, das Lieferkettengesetz und auch die Vorgaben des nicht-finanziellen Reportings geben Leitlinien zur Umsetzung. Das nachhaltige Geschäftsmodell einer transformativen Wirtschaft lässt sich also immer stärker anhand von Richtwerten, Kriterien und Indikatoren festlegen. Immer mehr Unternehmen richten sich danach aus oder haben bereits ganz intuitiv angefangen, als Pionier:innen die Klimatransformation umzusetzen. Dabei treffen sie aber häufig auf neue Herausforderungen der Transparenz und Wirksamkeit. Unsere Mission ist es, diesen Prozess der eigenen Klimatransformation einfach und unkompliziert umsetzbar zu machen, sodass jedes Unternehmen die neu entstehenden Chancen einer klimakompatiblen Zukunft nutzen kann und aktiv zum Klimaschutz beiträgt.

Die eigene Klimaperformance erfassen, Handlungsfelder aufdecken und passgenaue Lösungen zur Nutzung von Potentialen – diesen Prozess unterstützen wir mit unserem software-gestützten CLIMATE Readiness Check. Ausgerichtet an international anerkannten Standards ermöglicht uns der Check ebenfalls unsere CLIMATE Community zu vergrößern und neue Partner:innen aufzunehmen. Diese tragen mit ihren Produkten und Dienstleistungen ihren Teil zum aktiven Klimaschutz bei. CO2 messen, reduzieren und unvermeidbare Emissionen ausgleichen die Anbietenden unseres THE CLIMATE CHOICE Partner:innen-Programms unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung des Dreiklangs der Klimatransformation.

Wir freuen uns, Euch fünf weitere Mitglieder vorstellen zu dürfen, welche ihren Fokus besonders auf die CO2-Reduktion in den Impact-Kategorien Umwelt, Mobilität, Digital & Food legen.

Die Klimalösungen unserer Partner:innen

Unsere fünf neuen Partnerlösungen entlang der Impact-Kategorien.

Umwelt

atmosfair

Klimaschutz-Expertise seit 2004: Die gemeinnützige Klimaschutzorganisation legt ihren Fokus auf Reisen und verfolgt dabei das Prinzip von ‚Vermeiden und Reduzieren – nicht vermeidbare Emissionen Kompensieren‘. Durch die Entwicklung und den Betrieb von Klimaschutzprojekten im Bereich erneuerbare Energie bietet atmosfair eigene CO2-Kompensationsangebote. Darüberhinaus unterstützt das Team Unternehmen bei der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaftsaktivitäten.

Mobilität

MOBIKO

MOBIKO unterstützt Unternehmen als vollständiges ERP-System für betriebliche Mobilität dabei, Emissionen in der Mitarbeitermobilität stark und unkompliziert zu reduzieren. Die Full-Service-Lösung ermöglicht Unternehmen, die Mobilität ihrer Mitarbeiter:innen mit einem monatlich flexibel einsetzbaren digitalen Budget zu managen. Arbeitgeber:innen erhalten damit ein Tool, um Mitarbeitermobilität zu verwalten, steuerkonform abzurechnen sowie nachhaltiges Mobilitätsverhalten zu incentivieren. Mitarbeitende dagegen erhalten einen Mobilitätsbenefit, der für sämtliche Mobilitätsarten weltweit verwendet werden kann – Win-Win für beide Seiten.

PROJECT CLIMATE

PROJECT CLIMATE verfolgt einen praktischen und Maßnahmen-orientierten Ansatz der Beratung, Konzeption und Umsetzungsunterstützung von Nachhaltigkeit. Ihr Fokus liegt dabei auf Geschäftsreisen, Fuhrparkmanagement, Mitarbeitermobilität sowie virtuelle und offline Events. Die Vision des Teams ist es, die ‚New Mobility Transformation‘ zu erleichtern – Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, CO2-Emissionen reduzieren und Kosten sparen. Das Team erarbeitet dazu Zielpfade und absolute Reduktionsziele, begleitet die Umsetzung von Maßnahmen für Vermeidung und Reduzierung und bietet dabei Managementunterstützung.

Digital

WEtell

Die Mobilfunkanbieter:in WEtell hat es sich zur Aufgabe gemacht, Digitalisierung und Kommunikation neu zu denken: fair und nachhaltig! Dabei produziert das Unternehmen durch eigene PV-Anlagen mehr Energie, als es selbst nutzt, und bietet durch die Verwendung von 100 % Ökostrom bereits heute eine klimakompatible Alternative. Darüber hinaus schreibt WEtell Transparenz und Fairness groß und lebt wertebasiertes Wirtschaften.

Food

Delicious Data

50 % aller Lebensmittel landen in der Tonne, das weiß auch Delicious Data. Das Daten-Managementsystem hilft daher Unternehmen, Kantinen und Gewerbetreibenden mittels künstlicher Intelligenz Prognosen über die zukünftige Lebensmittelverschwendung aufzustellen und so aktiv zu handeln. Bis zu 30 % aller Abfälle, Emissionen und Kosten werden bereits nach kurzem Einsatz reduziert. Langfristig werden bestehende Warenflüsse zielgerichtet optimiert, der Wareneinsatz verbessert und Ressourcen einfach eingespart.

Jetzt beginnen und Chancen nutzen

Die Klimatransformation bietet zahlreiche Chancen für Unternehmen. Wo fängt man am besten an? Wir geben Dir die wichtigsten Mittel an die Hand, um die eigene Transformation einfach und unkompliziert umzusetzen.

Werde Teil der Klimalösung!

Wenn Dein Unternehmen erfahren möchte, wo es in Sachen Klimatransformation steht, kontaktiere uns und  erfahre mehr über die Klimaperformance deines Unternehmens. Anhand unseres CLIMATE READINESS Checks finden wir heraus, wie Dein Unternehmen passende Klimamaßnahmen umsetzen kann.

Als Anbietende einer Klimalösung nehmen wir Dein Unternehmen gerne nach entsprechender Prüfung in unser Partner:innennetzwerk auf.

Auswirkungen von COVID-19 auf nachhaltige Lieferketten

Nachhaltige Beschaffung rückt für Unternehmen immer mehr in den Fokus. Zum Einen aufgrund der großen Chancen für die eigene Klimatransformation, da ein Großteil der Treibhausgasemissionen entlang der Lieferkette entsteht. Zum Anderen verpflichten auch politische Vorgaben wie das Sorgfaltspflichtengesetz künftig Unternehmen dazu, die vorgegebenen Sozial- und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette einzuhalten. All dies kommt zu einer Zeit, da die COVID-19-Pandemie durch unsichere Absatzmengen und Unterbrechungen der Lieferkette mehr Aufmerksamkeit auf die Beschaffung gelenkt hat.

Höchste Zeit also, mehr über die Herausforderungen und Best Practices des nachhaltigen Einkaufs zu entdecken. Hierfür haben wir die Expertin Yvonne Jamal, Vorstandsvorsitzende des JARO Instituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung e. V., als Speakerin zum CHOICE Event #23 eingeladen. Unter dem Motto „Auswirkungen von COVID-19 auf nachhaltige Lieferketten“ sprach sie über die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette und gab konkrete Einblicke in die nachhaltige Beschaffung. Yvonne war selbst viele Jahre im Einkauf tätig und ist nun Mitglied des Advisory Boards bei THE CLIMATE CHOICE.

COVID-19 ZWINGT ZUM RISIKOMANAGEMENT IN DER LIEFERKETTE

Die Pandemie hat Unternehmen und ihrer Beschaffung durch diverse Ausfälle und Störungen der Lieferkette zugesetzt. Laut der Umfrage “Supply Chain Risk Management” sind lediglich “14% der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten von einer Lieferkettenunterbrechung verschont geblieben“. Während das Problem also die große Mehrheit betrifft, hat nur ein Bruchteil für entsprechende Ausfälle vorgesorgt: „Nur ein Viertel der Befragten hat im Vorfeld Maßnahmen definiert, um auf Schadensereignisse vorbereitet zu sein.” Zudem lässt sich beobachten, dass das Risiko nicht mehr nur von direkten Lieferant:innen, sondern zunehmend auch von Sub-Lieferant:innen (45 %) ausgeht. Dementsprechend wird es unerlässlich, alle Stufen der Lieferkette im Blick zu behalten.

LIEFERKETTENGESETZ VERPFLICHTET ZU NACHHALTIGER BESCHAFFUNG

Die Auswirkungen von COVID-19 auf nachhaltige Lieferketten verbinden sich nun mit dem Anliegen, die Lieferkette umweltschonender und sozialer zu gestalten – nicht zuletzt vorangetrieben durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Es betrifft ab 2023 zunächst Unternehmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten und ab 2024 zusätzlich Unternehmen mit über 1000 Arbeitnehmer:innen. Der Einkauf ist dabei explizit im Gesetzestext benannt: „Angemessene Präventionsmaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich sind insbesondere die Entwicklung und Implementierung geeigneter Beschaffungsstrategien und Einkaufspraktiken (§7, Abs. 3)”. 

SORGFALTSPFLICHT ALS BASIS

Doch zunächst zu den Grundlagen. Das LkSG basiert auf den drei Säulen der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte:

UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte

Was müssen Unternehmen nun tun, um ihrer Sorgfaltspflichten gemäß der Säule “Respect” nachzukommen? Hier bieten sich als erste Übersicht die fünf Kernelemente menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten an:

  1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte
    Diese sollte von der Geschäftsführung erarbeitet und an sämtliche Mitarbeitenden und Stakeholder:innen (Kund:innen, Lieferant:innen etc.) kommuniziert werden.
  2. Einrichtung eines Verfahrens zur Ermittlung nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte
    Das Risikomanagement muss auch die Themen Nachhaltigkeit und Menschenrechte aufnehmen und untersuchen, welche Bereiche des Geschäftsmodells (auch in der Lieferkette) Risiken und negative Auswirkungen hierauf haben könnten. 
  3. Maßnahmen zur Abwendung negativer Auswirkungen und Überprüfung der Maßnahmen
    Hier solltest Du klare Indikatoren festlegen, um die Ergebnisse der Maßnahmen eindeutig messen zu können. 
  4. Transparente Berichterstattung
    Die offene Kommunikation der Ergebnisse ist wichtig, um Verbesserungspotentiale herausfinden zu können.
  5. Einführung eines Beschwerdemechanismus
    Dies solltest Du als positive Möglichkeite betrachten, um von Missständen auch bei Sub-Lieferant:innen zu erfahren und mit entsprechenden Maßnahmen einen positiven Einfluss auf die gesamte Lieferkette auszuüben.

DEKARBONISIERUNG DER LIEFERKETTE

Die kürzlich erschienenen Ergebnisse des IPCC-Berichts 2021 haben nicht zuletzt noch einmal die absolute Dringlichkeit des Klimaschutzes klar herausgestellt. Laut des Insight Reports des World Economic Forum entstehen bis zu 90 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen in den Lieferketten. Hier liegt also immenses Potential zum Erreichen einer klimakompatiblen Wirtschaft.

Um diese Chance auch umzusetzen, fehlt es vielen jedoch am strategischen Überbau. Wo habe ich den größten Hebel? Wo sind meine wesentlichen Handlungsfelder? Was ist eher nebensächlich? Folgende Schritte helfen Dir, diese Fragen zu beantworten und einen nachhaltigen Beschaffungsprozess erfolgreich aufzubauen:

  1. Schaffe die Basis

Hole dir die Unterstützung des Top-Managements und versuche im gesamten Unternehmen Verbündete zu finden. Stell dir die Fragen: Wer könnte mir helfen? Wer sind meine Stakeholder, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens? Besonders der Austausch mit NGOs kann sehr hilfreich sein, da sie viel Know-How besitzen und zumeist global vernetzt sind. Auch mit Hochschulen lassen sich gewinnbringende Kooperationen starten, z. B. in Form von Studienprojekten oder Abschlussarbeiten. Darüber hinaus solltest Du eine Wesentlichkeitsanalyse für sämtliche Warengruppen durchgeführen sowie nachhaltige Beschaffungsziele grundlegend definieren.

  1. Erweitere Deine Beschaffungsprozesse um nachhaltige Aspekte

Wenn diese Basics erst einmal stehen, kannst Du eine nachhaltige Beschaffungsstrategie erarbeiten und ausformulieren. Damit vermeidest du, einfach blind loszulaufen und dich in Einzelmaßnahmen zu verlieren. Auf Grundlage dieses konkreten Projektplans solltest Du daraufhin auch Richtlinien, AEBs und Verträge anpassen. Entwickle auch ein Nachhaltigkeitsprogramm für den Einkauf und achte dabei darauf, dass der gesamte Beschaffungsprozess berücksichtigt wird.

  1. Binde die Lieferkette aktiv ein

Für wirklich nachhaltige Erfolge musst Du aktiv auf Deine Lieferant:innen zugehen und langfristig sowie auf Augenhöhe mit ihnen zusammenarbeiten. Einfach nur Vorgaben nach unten zu diktieren, führt zu keinen guten Ergebnissen. Stattdessen sollte ein beidseitiger Austausch zur gemeinsamen Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung stattfinden. Dies kann z. B. im Rahmen von Lieferanten-Tagen oder -Dialogen, aber auch in ganz alltäglichen Kommunikationsabläufen erfolgen. Vergiss dabei die Vorlieferant:innen (Multi-Tier Supplier) nicht und beziehe auch dein eigenes Team z. B. in Form von Workshops in den Wissenstransfer mit ein.

  1. Erfolgskontrolle

Überprüfe die Wirksamkeit der Maßnahmen mit vorab festgelegten Indikatoren. Die Geschäftsführung und eventuelle Investoren müssen transparent über den Fortschritt und Herausforderungen informiert bleiben und wissen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Hier kann der zuvor erwähnte Beschwerdemechanismus wertvolle Dienste leisten, um eventuelle Korrekturmaßnahmen herauszufinden. Achte auch darauf, dass Du die Ziele stetig steigerst, um dich sowie die Lieferant:innen weiter zu fordern und zu motivieren.

CHOICE Event #24 in voller Länge, mit Yvonne Jamal.

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Das Lieferkettengesetz – Was bedeutet das für Unternehmen und ihre Lieferketten?

„Woher kommt das Produkt?“, „Wie wurde es produziert” und “Wie viel CO2e ist bei Herstellung und Transport entstanden?“ Das fragen sich Kund:innen und Verbraucher:innen immer häufiger. Gerade jetzt, wo die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz heiß diskutiert werden. Nicht nur in Politik, sondern auch in der Wirtschaft. Entscheidungen, die wir jetzt treffen; Investitionen, die wir jetzt tätigen sind ausschlaggebend und entscheidend für Klima und Gesellschaft.

Das Lieferkettengesetz, endlich beschlossen!

First things first. Die gute Nachricht ist: Nach langem Ringen hat der Bundestag Anfang Juni endlich das Lieferkettengesetz beschlossen. 

Konzerne sind nicht mehr nur dazu aufgefordert, in den eigenen vier Wänden für nachhaltiges und klimakompatibles Wirtschaften zu sorgen, sondern auch die Standards der Zulieferant:innen einzubeziehen.

Das bedeutet konkret: Das Lieferkettengestez verpflichtet ab 2023 zunächst Unternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigen, Sozial- und Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette einzuhalten. Ein Jahr später soll das auch für Unternehmen mit über 1000 Arbeitnehmern gelten.

Dies ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Bundesregierung setzt ein Zeichen gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung in globalen Lieferketten. Dies fördert nicht nur gerechte Arbeitsbedingungen. Die Unternehmen sind von nun an dazu aufgefordert, die eigene Lieferkette genauer zu betrachten und zu hinterfragen. 

Gleichzeitig regt sich zahlreiche berechtigte Kritik:

1) Das Gesetz greift hauptsächlich für Konzerne und hier auch nur in Bezug auf ihre direkten Zuliefer:innen 

2) Mittelständler:innen und KMUs, die ebenfalls stark auf globalisierten Produkten zugreifen, werden nicht einbezogen 

3) Insgesamt wird nicht die ganze Lieferkette abgebildet, gerade die prekären Anfänge werden nicht erreicht

Was beinhaltet das Gesetz tatsächlich?

Mit dem Ziel Klima, Umwelt und Menschenrechte zu schützen sorgt das Lieferkettengesetz zunächst einmal künftig dafür, dass Unternehmen nicht mehr nur auf freiwilliger Basis, sondern aufgrund von rechtsverbindlichen Vorgaben verantwortungsbewusst handeln. Das Lieferkettengesetz leitet somit einen Paradigmenwechsel ein, der schon längst nötig war. 

Unternehmen werden umweltbezogenen Pflichten auferlegt, dessen Durchsetzung durch behördliche Kontrollen sichergestellt und bei Verstoß sanktioniert wird. Umweltschäden und Menschenrechtsverletzung sollen vorgebeugt werden, in dem Unternehmen verpflichtet sind, umweltbezogene und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten einzuhalten. Dazu gehören z.B. ein wirksames Risikomanagement und die Durchführung von Risikoanalysen für den eigenen Geschäftsbereich sowie unmittelbare und mittelbare Zulieferant:innen. Die festgelegten Verpflichtungen orientieren sich stark an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und weisen somit eine fundierte Grundlage auf, die transparent kommuniziert wird.

Das Lieferkettengesetz ist noch stark ausbaufähig!

In der Ausarbeitung des  Lieferkettengesetz zeigt sich einiges, was kritisch zu hinterfragen bleibt. Vor allem: Wie weit greift das Gesetz tatsächlich? 

Das Lieferkettengesetz fordert zunächst dazu auf, die direkten Zulieferant:innen zu betrachten. Viele der unmittelbaren Zulieferant:innen von deutschen Unternehmen befinden sich ebenfalls in der DACH Region. Also nicht an den Orten, an denen zunehmend Menschenrechtsverletzung und enorme Umweltschädigung durch z.B. Regenwaldrodung geschieht. Bei indirekten Zulieferant:innen sind Unternehmen lediglich dazu verpflichtet, anlassbezogene Risikoanalysen durchzuführen. Hier muss das Gesetz also nachgeschärft werden, damit die gesamte Lieferkette systematisch in den Blick genommen wird.

Trotz seiner Lücken gilt das Lieferkettengesetz als Fortschritt und wichtiger Anreiz für Unternehmen, die eigene Klimaperformance unter Betrachtung der Lieferkette zu verbessern und einen Beitrag zu einer klimakompatiblen Wirtschaft zu leisten.

Das Lieferkettengesetz als Chance für Unternehmen 

Viele Unternehmen fürchteten bislang, Nachhaltigkeit als Unternehmensziel zu etablieren, würde die eigene Wirtschaftlichkeit negativ beeinträchtigen. Jedoch hat uns die Vergangenheit gezeigt, dass Unternehmen durch nachhaltiges Handeln und durch aktives Bestreben nach Umweltschutz innerhalb der Lieferkette zunehmend Wettbewerbsvorteile erzielen. Dies liegt neben gesteigerter Resilienz auch daran, dass Investor:innen sich immer häufiger in Richtung sogenannter „grüner“ Investitionen orientieren und Unternehmen bevorzugen, die ihre Klimaperformance bis in die Lieferkette hinein betrachten. Aber auch Kund:innen und Konsument:innen achten beim Kauf zunehmend auf die Herstellung und Klimabilanz der Produkte.

Zudem zeigt es sich häufig, dass nachhaltige Beschaffung vor allem energie- und ressourceneffizientes sowie kostensparendes Wirtschaften ermöglicht. Durch Optimierung des Ressourcenmanagements können nicht nur Produktionskosten reduziert, sondern auch Risiken im Voraus erkannt und so verhindert werden. Die Klimaperformance eines Unternehmens verbessert sich durch Einsparung von CO2 entlang der gesamten Lieferkette somit enorm. Das fördert nicht nur Klima-, sondern auch Unternehmensziele.

Fazit: Nachhaltigkeit als Einkaufsziel zu etablieren und eine nahe Zusammenarbeiten mit Zulieferant:innen zu schaffen, bietet große Vorteile für Unternehmen und kann die Zukunftsfähigkeit der eigenen Geschäftstätigkeit sicherstellen. Dies zeigt: Jetzt in Klimaschutz zu investieren lohnt sich! Eindeutige Zeichen von Seiten der Politik sind da und kommen spätestens 2023 durch das Lieferkettengesetz auf Unternehmen als weitere Vorgabe hinzu. Gut aufgestellt ist das Unternehmen, das jetzt schon anfängt, eine klima- und sozialkompatible Geschäftstätigkeit zu gestalten. 

Den Fokus jetzt auf eine ganzheitliche, nachhaltige Beschaffung zu legen, heißt  die Chance zu nutzen und einen großen Schritt in Richtung Klimatransformation zu gehen!

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Oder schaue Dir hier hilfreiche Tipps dazu an, wie ein Unternehmen nachhaltige Beschaffung als Ziel in die Unternehmensstruktur etabliert.

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Der CLIMATE TRANSFORMATION Summit in Zahlen und Feedback

Als erste 100% online Konferenz zur Klimatransformation vernetzte der zweite CLIMATE TRANSFORMATION Summit über 600 Teilnehmer:innen und stellte 50 Expert:innen aus der Praxis sowie 50 Lösungsanbieter:innen vor. Unter dem Motto: „Von Klimazielen zur Umsetzung!“ teilten am 10. und 11. Juni Expert:innen aus Unternehmen und alle Teilnehmenden ihre Best-Practices rund um klimarelevantes Wirtschaften. In interaktiven Panels und Fireside Chats stellten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen ihre aktuellen Klimamaßnahmen vor, während Lösungsanbieter:innen spezifische Lösungsansätze der Klimatransformation aufzeigten. Entlang der 7 Impact Kategorien – Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales und Umwelt – teilten Pioniere wie Neueinsteiger:innen transparent ihre Erfahrungen und Herausforderungen, um das gemeinsame Ziel der CO2-Reduktion umzusetzen.

War der Summit ein Erfolg?

Das bewertest vor allem Du und alle Teilnehmenr:innen! Während des #CTS2020 konnten wir eine Menge über online Event-Organisation sowie über Verbesserungspotenziale für den diesjährigen Summit lernen. So zum Beispiel, dass die Klimadebatte aus der Nische, rein in die beriete Wirtschaft muss. Einige dieser Learnings konnten wir umsetzen, andere kamen hinzu. Finde hier unsere Auswertung des Teilnehmer:innen Feedbacks und alle wichtigen Summit-Daten. Viel Spaß dabei!

Der #CTS2021 IN ZAHLEN

  1. Teilnehmer:innen: Von den ca. 600 Teilnehmer:innen waren 51% weiblich und 49% männlich. Was freut uns!
  2. Demographische Verteilung: Die Teilnehmer:innen waren aus 15 verschiedenen Ländern zugeschaltet. Die große Mehrheit kam aus der DACH-Region (Deutschland 91%, Schweiz 5%, Österreich 2%).
  3. Unternehmensgröße: Die Teilnehmer:innen stammten zu 60% aus Start-Ups, NGOs und kleinen Unternehmen, zu 22% aus dem deutschen Mittelstand und zu 18% aus Großunternehmen und Konzernen. Dabei konnten sich alle Teilnehmer:innen via Ticketkauf selbst einer dieser Kategorien zuordnen.
  4. Impact-Kategorien: Die meisten Teilnehmer:innen kamen aus dem Bereich Digital & Services (28%), gefolgt von der Kategorie Umwelt (22%). 10% kamen aus dem Energiesektor und 9% aus dem Produktions-Bereich. Aus dem Mobilitätssektor stammten 5 % und aus dem Food-Bereich und Gebäudesektor jeweils 4% der Teilnehmer:innen. 18 % kamen aus anderen Bereichen.
  5. Zoom- Aktivität: Durchschnittlich haben 200 Teilnehmer:innen über beide Tage den Summit über Zoom live mitverfolgt. In der Spitze waren wir 300, im Minimum 120.
  6. Interaktion: Während des Summit-Zeitraums haben sich die Teilnehmer:innen über Slack mit 2.561 Nachrichten ausgetauscht. Ihr seid echte Schnellschreiber!
  7. Speaker:innen: Nach dem der Anteil der weiblichen Speaker:innen im letzten Jahr bei 34% lag, haben wir uns dieses Jahr das Ziel 50% gesetzt. Geschafft haben wir: 48% aller Speaker:innen waren weiblich.
  8. Workshops: In 11 interaktiven Workshops entwickelten Expert:innen aus der Praxis und der neu entstehenden ClimateTech-Branche gemeinsam mit ingesamt 300 Teilnehmer:innen Aktionspläne für ihre eigene Klimatransformation. Die Workshophosts waren zu 47% weiblich. 
  9. CO2-Emissionen: Gegenüber einem offline Event konnten deutlich CO2-Emissionen eingespart werden. Gemeinsam mit unserem Partner Fokus Zukunft GmbH & Co. KG  haben wir 4t CO2-Ausstoß berechnet. Dieser ist durch Zoom, Youtube Übertragung, die Nutzung von Slack und Gather-Town sowie die Anreise zweier Teammitglieder mit der Bahn entstanden. Durch ein Goldstandard Windkraftprojekt in der Türkei gleichen wir das Doppelte der entstandenen Emissionen aus. Unsere Reduktionsbemühung? Die Planung eines 100% online Events, vegetarische Verpflegung und die innerstädtische Reise mit den ÖPNV oder Rad.
  10. Zufriedenheit: Danke, dass ihr 2021 dabei ward! Das Teilnehmer:innen Feedback ergab, dass unser Net Promoter Score bei großartigen 46* liegt.

*Update: 21. Juni

Feedback der Teilnehmer:innen

Das gefiel den Teilnehmer:innen am besten: Besonders inspirierend für die Teilnehmer:innen waren die Keynotes von Georg Schürmann (Triodos Bank), Beth Thoren (Patagonia) und Dr. Jonathan Foley (Project Drawdown). Außerdem waren die Teilnehmer:innen besonders von den Vernetzungs- und Diskussionsmöglichkeiten und den daraus resultierenden intensiven Austausch mit anderen Teilnehmer:innen begeistert. Zudem haben ihnen die Short Pitches der Lösungsanbieter:innen sowie die Speaker:innen aus unterschiedlichen Branchen und ihre persönlichen Einblicke besonders gut gefallen.  

„Danke für diese zwei intensiven und liebevoll organisierten Tage. Ich gehe mit vielen neuen Fragen und einigen konkreten Ideen ins Wochenende.“

– Teilnehmer:in des Summits

Verbesserungswünsche: Auch in diesem Jahr haben wir viel aus dem Summit gelernt! Bewusst waren die Speaker:innen dieses Jahr vorwiegend Klimabeauftragte oder Geschäftsführer:innen aus mittelständischen und großen Unternehmen, um aufzuzeigen wo wir heute in der Umsetzung stehen und hinter die Kulissen zu schauen. Teilnehmer:innen wünschten sich teilweise noch mehr kritische und aktivistische Stimmen. Auch der Mix an Kommunikationsmittel gefiel den einen besonders, anderen fehlte der Überblick. Zudem wurden längere Breakout-Sessions zum Austausch mit anderen Teilnehmer:innen in den Fireside Chats gewünscht.

Vielen Dank für Euer Feedback! Wir werden es weiter vertiefen und hoffentlich einige spannende Entscheidungen daraus für 2022 ableiten.

Die Climate Community mit starken Partner:innen

Ganzheitlicher Klimaschutz bedeutet gemeinsames Handeln in eine Richtung! Wir freuen uns daher, dass wir beim #CTS2021 starke Partner:innen an unsere Seite hatten, die den Summit zum echten Community Event gemacht haben. Vielen Dank South Pole, B.A.U.M.e.V., First Climate, Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, Quantis, Climate Partner, Soil & More Impacts, Helioz, Naturstrom, Bundesverband für nachhaltige Wirtschaft, myclimate, Trilux, Fairantwortung, DKB, blueworld.group, dass Ihr den Summit möglich gemacht habt!

Wie geht es weiter?

Vielen Dank, dass Du Teil des #CTS2021 warst!

Alle Inhalte des Summits findest Du in Kürze auf unserem Youtube Kanal. Alle Teilnehmer:innen sind herzlich dazu eingeladen, unserer Slack Community beizutreten und sich mit CLIMATE Champions und Interessierten zu vernetzen. Best-Practices und Klimanachrichten kannst Du hier genauso teilen, wie kritische Nachfrage.

Wir danke Dir für dein Vertrauen, Teilnahme und Beitrag zur Klimatransformation!

Dein CLIMATE Team

Business Parks und klimaschonende Mobilität – Die Chancen des RideSharings für Unternehmen

Eine große Rolle in der Klimatransformation spielt die klimafreundliche Mobilität. Kaum etwas entwickelt sich derzeit so rapide. Die Neugestaltung der Mobilität und die Verkehrswende sind Hebel in der Klimatransformation und bieten großes Potenzial, CO2 einzusparen. Wie können die Chancen innovativer Technologien und Vernetzungs-Tools dafür genutzt werden? Und welche Lösungsansätze gibt es, um die Mobilität in Zukunft grüner zu gestalten?

Im folgenden Gastbeitrag von B2RIDE gehen wir der Frage nach, welche klimarelevanten Lösungen es gibt, um eine effiziente und klimaschonende Mobilität zu entwickeln. Gastbeitrag: Dr.-ing. Bernhard Edmaier gründete 2017 die tow-ride UG. Als Mobilitätsexperte teilt er mit uns seine Einblicke rund um RideSharing – Fahrgemeinschaften.

Wachstum als Herausforderung 

In Deutschland liegt der durchschnittliche PKW-Besetzungsgrad im Berufsverkehr bei 1,1 Personen. Die Gründe dafür sind individuelles Mobilitätsverhalten der Pendler:innen, die aus privaten oder beruflichen Gründen alleine mit ihrem Fahrzeug fahren und nicht ausreichendes ÖPNV Angebot in der Peripherie oder auf dem Land. Die Folgen sind ausgelastete Infrastrukturen, Staus, Parkraumknappheit und Umweltbelastungen.

Straße mit Autolichtern

Business Parks haben besondere Eigenschaften, die sich die grüne Mobilitätswende zunutze machen sollte. Durch die verdichtete Ansiedelung von KMUs und Industrie und damit einhergehende steigende Mitarbeiter:innenzahlen wird der ursprünglich geplante Parkraum oft bereits nach wenigen Jahren zu knapp. Doch weitere Neubauten und Bodenversiegelungen durch Parkhäuser sind nicht mehr die Antwort der Zeit. 

Ridesharing erfindet sich neu

Bereits in den 1940er Jahren wurden Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr in den USA gebildet. Auch in Deutschland werden seit Jahrzehnten Fahrgemeinschaften im Berufsverkehr genutzt. Dabei schließen sich zwei oder mehr Personen zusammen, um ihren Arbeitsweg ganz oder teilweise gemeinsam in einem Fahrzeug zurückzulegen. Meist handelt es sich hierbei um feste Fahrgemeinschaften, die wiederkehrend zur selben Zeit und mit den gleichen Personen fährt.

Mit der Digitalisierung ergeben sich auch für Berufspendler:innen ganz neue Möglichkeiten. Eine Vermittlung von Fahrgemeinschaften in Echtzeit erhält die Flexibilität und bietet die Chance seinen Arbeitsweg täglich neu zu gestalten und das unternehmensübergreifend.

Vorteile von Ridesharing

Menschen in Bewegung

Kein Selbstläufer in der Mobilität – Der Mensch im Mittelpunkt von Ridesharing

Eine App oder Software löst zwar nicht das Problem des Berufsverkehrs, ist aber ein besonders attraktives Angebot. Die erwünschte Veränderung des individuellen Mobilitätsverhaltens geschieht allerdings nicht von selbst. Dafür braucht es intelligente Anreizsysteme aber vor allem ein attraktives Angebot. Ein gut geschnürtes und attraktiv verpacktes Ridesharing-Angebot ist nicht nur ein Gewinn für die Nutzer:innen, sondern auch ein starkes Wettbewerbsargument für den Businesspark selbst. Wir erleben gerade eine gewaltige Verschiebung von einem Arbeitgeber:innenmarkt zu einem Arbeitnehmer:innenmarkt. Employer-Branding-Argumente, die auf den ideellen und aber auch materiellen Mehrwert für die Mitarbeiter:innen einzahlen, werden zunehmend über die Attraktivität des Standortes entscheiden. 

Wie unterstützt B2RIDE den Mittelstand bei der Verkehrswende und einer klimaschonenden Mobilität ?

B2RIDE Business Ridesharing bietet die Mitfahrlösung, um eine attraktive, umweltfreundliche und kostengünstige Anbindung zwischen Wohn- und Arbeitsort zu ermöglichen. Insbesondere dort, wo das Angebot des ÖPNV nicht ausreicht oder nicht genügend Parkraum vorhanden ist, wird Ridesharing relevant. Businessparks bieten hierfür die idealen Voraussetzungen. Die Einführung von B2RIDE Business Ridesharing ist denkbar einfach. B2RIDE übernimmt nämlich den gesamten Einführungsprozess und steuert diesen bis hin zur Kommunikation aus. 

Daten zur Steigerung der Vermittlungsrate

Die Verwendung von (anonymisierten) Bewegungsdaten kann die Vermittlungsrate bei der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit verbessern. Hier spielen viele Parameter eine Rolle: Welches Zeitfenster haben die Personen? Wieviel Umweg wird in Kauf genommen und welche Wohngebiete liegen dann in der neuen Reichweite? Indem all diese Daten ausgewertet, potenzielle Fahrgemeinschaften ermittelt und auch Alternativen zu den eingegebenen Toleranzen angeboten werden, kann die Vermittlungsrate noch einmal deutlich erhöht werden. Das System vermittelt dann nicht nur effizienter, sondern auch bedarfsgerechter. 

RideSharing ist somit eine Zukunftslösung, die heute schon gestartet werden kann und in der Mobilität nur Gewinner produziert: Pendler:innen, Businessparks, ihre Unternehmen und vor allem die Umwelt.

Dich interessiert was Du gelesen hast? Erfahre hier mehr zum Aufbau von smart cities und new Mobility und warum dies die Grundlage für die Klimatransformation und die Zukunftsfähigkeit der Mobilität bildet.

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Registriere Dich Jetzt Für Einen Von 11 Limitierten Workshops!

#CTS2021 – Der Auftakt zur Umsetzung der Klimaziele!

Der Countdown läuft. Der CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2021 steht vor der Tür! Es erwarten Dich spannende Keynotes, interaktive Workshops und vieles mehr…

2021 ist alles im Aufbruch. Ein „Weiter so“ gibt es nicht. In den letzten Monaten haben wir vieles dazu gelernt. Besonders, dass es anders geht und nichts wirklich feststeht. Außer: Die Klimatransformation ist in vollem Gange. Klimaziele werden politisch vorgegeben, aber wer arbeitet an der Umsetzung? Wir alle! Der #CTS2021 lädt daher alle Interessierten, Entscheider*innen und Klimabeauftragten ein, die jetzt einen Unterschied machen und Klimaziele umsetzen wollen. 

Du fragst Dich, wie es möglich ist eine Wirtschaft zu gestalten, die sich langfristig positiv auf das Klima auswirkt? Wir auch! Beim #CTS2021 tauschen wir uns daher 2 Tage lang, 100% online und interaktiv mit über 50 Expert*innen aus der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aus und entdecken auf einer online Messe 50 Klimainnovator*innen und ihre Lösungsansätze. Damit nicht genug, denn Du machst den Unterschied! Der Summit ist ganz für Dich da. Nutze die unterschiedlichen Inhalte und Angebote des #CTS2021 als Leinwand, Du selbst aber bist die Farbe und gestaltest Dein individuelles Summit-Programm! Kreiere, diskutiere und erarbeite in Panels, Breakout Sessions, Workshops und auf der Messe konkrete Maßnahmen und Lösungsansätze für eine klimarelevante Wirtschaft. Nie war die Klimatransformation greifbarer als jetzt!

Gestalte den Summit mit uns, bringe Deine praktischen Erfahrungen mit ein und tausche Dich mit anderen Teilnehmer*innen über Best-Practices rund um CO2 messen, reduzieren und ausgleichen aus.

Wand mit Farbe und dem Schriftzug "Together"

Das erwartet Dich!

Du bist dabei? Dann erfahre hier, was Dich während dem Summit erwartet.

Das Programm des #CTS2021 bietet 2 Keynotes und 2 Hauptpanels, 6 FireSide Chats, 11 Workshops und als Highlight eine Online Messe. 

Die Keynotes schildern die großen und kleinen Klimaerfolge, aber auch bestehenden Herausforderungen der Transformation. Erfahre hier welche Chancen die Klimatransformation für Dein Unternehmen bietet. 

Die 2 Hauptpanels steigen noch tiefer ein. Hier diskutieren wir: Wo stehen wir politisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich in Hinblick auf Klimaziele? Welche Veränderungen hat das letzte Jahr mit sich gebracht und durch welche konkreten Maßnahmen lassen sich Klimaziele in die Tat umsetzten? Die gute Nachricht gleich vorweg: Erprobte Klimalösungen und innovative Ansätze gibt es schon! Einige von ihnen stellen Dir Vorreiter*innen aus der ClimateTech-Branche in kurzen Pitches, Workshops und in persönlichen Gesprächen auf der Online Messe vor.

Die 6 FireSide Chats zeigen darüber hinaus, wie wir in den Bereichen: Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales & Umwelt CO2 reduzieren und welche konkreten Maßnahmen dafür schon genutzt werden. 

Du bist aktiv mit dabei! In den Fireside Chats, Workshops und auf der online Messe hast Du die Möglichkeit, dich mit über 50 Expert*innen sowie 50 Lösungsanbieter*innen auszutauschen und Teil der CLIMATE Community zu werden. 

Gestalte Maßnahmen für deine Klimatransformation in einem der 11 limitierten Workshops! 

Der #CTS2021 lebt von Transparenz, Diversität und offenem Austausch auf Augenhöhe. In einem der 11 limitierten Workshops hast Du die Möglichkeit, gemeinsam mit Expert*innen aus der Praxis, der Wissenschaft und dem ClimateTech-Branche konkrete Maßnahmen zur Umsetzung deiner erfolgreichen Klimatransformation zu entwickeln. Du entscheidest dabei selbst, welches der Themen Dich am meisten interessiert und welchen Workshop Du mitgestalten möchtest. Die Anmeldung zu einem der Workshop ist für alle Teilnehmer*innen ab dem 1. Juni freigeschaltet. Die Teilnehmer*innen-Anzahl ist auf 30 Personen pro Workshop limitiert. 

Menschen am Arbeitsplatz

Lerne im Folgenden die Inhalte der einzelnen Workshops kennen und sichere Dir jetzt noch bis Ende Mai dein Summit-Ticket, um frühzeitig einen der Workshops zu buchen. 

#1 “Betriebsabläufe klimakompatibel machen” mit B.A.U.M. und FirstClimate 

Wie gestaltest Du die Betriebspraxis Deines Unternehmens klimaneutral? Was bedeutet Klimaneutralität als Chance für Unternehmen und wie lässt sich die eigene Unternehmenstätigkeit langfristig darauf ausrichten? Diesen Fragen gehen Antonia Thiele und Yvonne Zwick von B.A.U.M gemeinsam mit Dir und ihrem Workshop-Gast Karsten Miede von VW nach. Anhand des Autobauer-Beispiels diskutiert ihr darüber, wie sich Klimaziele praktisch umsetzen lassen. Mike Hatert von FirstClimate teilt zusätzlich seine Einblicke zu CO2-Bilanzierung und Kompensation sowie deren Wirkung auf das Klima. Diskutiere mit und erfahre mehr darüber, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch in Betriebsabläufe integriert werden kann.

#2 “Wie funktioniert Klimaschutz auf See?” mit Boris Herrmann und Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima

Klimaschutz. Ein Thema, das in diesem Workshop gleich von mehreren Seiten beleuchtet wird. Als Profisegler kann Boris Herrmann die Klimakrise direkt auf den Ozeanen der Erde hautnah miterleben. Sein Ziel dabei ist es, die Wissenschaft mit wertvollen Daten dabei zu unterstützen, die Auswirkungen des Klimawandels auf Ozeane besser zu verstehen. Das Stichwort Klimaschutz ist ebenfalls für Dr. Olivia Henke von der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima relevant. Gemeinsam mit Boris Herrmann und allen Teilnehmer*innen diskutiert sie, wie nachhaltige Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern Klimaschutz verbessern, welche Rolle dabei internationale Standards spielen und wie wir gemeinsam die Klimaziele der Vereinten Nationen umsetzen. 

#3 “Über die Chemie der Nachhaltigkeit” mit Quantis

Chemieprodukte und Nachhaltigkeit? Das scheint nicht wirklich zusammen zu passen. Patricia Granadas und Dr. Ivo Mersiowsky von Quantis stellen Dir vor, wie die Chemieindustrie Teil der Klimalösung werden kann und wo die Potenziale für einzelne Unternehmen liegen. So viel vorab: Der Einkauf ist ebenso entscheidend wie die klimarelevante Produktion. 

#4 “Mit einer Klimastrategie gelingt die Transformation im Unternehmen – freiwillig und konsequent” mit myclimate

Was bedeutet es für Unternehmen, sich freiwillig für den Klimaschutz zu engagieren und welche Chancen ergeben sich dadurch für Dein Unternehmen? Harald Rettich und Marlien Rubner von myclimate diskutieren mit Dir die Grundlagen und wichtigsten Ansatzpunkte für freiwilligen Klimaschutz. Erfahre, wie Du ein klimarelevantes Bewusstsein in deinem Unternehmen schaffst und eine individuelle Klimaschutzstrategie entwickeln kannst. 

#5 “Viele Wege führen nach Paris” mit right.based on science

Netto-Null Bilanz und Pariser Abkommen. Sind wirklich alle Netto-Null Ziele kompatibel mit dem Pariser Klimavertrag? Dieser Frage gehst Du gemeinsam mit Liv Hammann und Nicolas Schürhoff von right.based on science nach und erfährst, wie Du eine Paris-kompatible Strategie für Dein Unternehmen entwickelst. Wie können wir eine Unternehmenspraxis erarbeiten, die gleichzeitig den globalen Klimazielen und der eigenen Wirtschaftlichkeit gerecht wird? In diesem Workshop finden Teilnehmer*innen gemeinsam Lösungen und diskutieren die Verknüpfung zwischen Wertschöpfung und Emissionsreduktion.

#6 “Klimamanagement – Transformation wirksam und glaubwürdig umsetzen” mit OmniCert

Klimaziele setzen ist einfach. Doch erst die praktische Umsetzung schafft Veränderung! Wie gelingt einem Unternehmen die Transformation hin zu einem klimafreundlichen und zukunftsfähigen Geschäftsmodell? In diesem Workshop diskutieren Expert*innen aus dem Umweltmanagement und der nachhaltigen Unternehmensführung die Kernfragen der konkreten Umsetzung der Klimatransformation mit Dir. Christoph Töpfer und Theresa Steyer von Arqum vom Umweltbundesamt sowie Thorsten Graten von OmniCert stellen die Chancen und Herausforderungen der Umsetzung von Klimaschutz und Anpassung auf betrieblicher Ebene vor. Sei Teil der Debatte und lerne, ein erfolgreiches Klimamanagement in deinem eigenen Unternehmen aufzubauen.

#7 “Sustainability is here to stay!” mit VERSO

Die erfolgreiche Klimatransformation meint Klimaziele zu erreichen und dauerhaft nachhaltig zu wirtschaften. In diesem Workshop dreht sich daher alles um das Thema „Zukunftsfähigkeit“. Andreas Maslo von VERSO teilt mit Dir seine Erfahrungen aus 10 Jahren CSR-Management, wie eine langfristige Ausrichtung auf Nachhaltigkeit funktioniert und welche Unternehmensvorteile dadurch entstehen. Als kleiner Einstieg vorab: Die Erfassung der richtigen Daten spielt eine große Rolle dabei. Diskutiere mit anderen Teilnehmer*innen darüber, wie sich die erfolgreiche Klimatransformation schnell und nachhaltig umsetzen lässt.

#8 “SDGs und ihre Relevanz für KMUs” mit BVMW

Die SDGs der Vereinten Nationen sind für den nachhaltigen Schutz von Umwelt und Klima von großer Bedeutung. Warum ist es aber gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig, die globalen Nachhaltigkeitsziele in ihre Unternehmenspraxis zu integrieren und welche Chancen birgt das sowohl für das Klima als auch das eigene Unternehmen? In diesem Workshop fokussieren sich Daniela Besser von BVMW und Nils Giesen von abat AG vorwiegend auf die vier SDGs: Erneuerbare Energie, nachhaltige Produktion, Klimaschutz und Partnerschaften. Teile hier Deine Erfahrungen und lass Dich von anderen Teilnehmer*innen dazu inspirieren, konkrete Ideen zur Umsetzung zu verwirklichen.

#9 “Vom Unternehmensfußabdruck zur Klimaneutralität” mit GUTcert

Wie erfasse ich die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen meines Unternehmens? Die Basis dafür, CO2 zu reduzieren, ist die Klimaperformance des eigenen Unternehmens zu verstehen. Nur so lassen sich Reduktionspotenziale aufdecken und erfolgreich umsetzen. Frank Blume von GUTcert und Marius Hasenheit von Sustainable Natives vermitteln Dir in diesem Workshop die Grundlagen für die eigenständige Messung von Treibhausgasemissionen und bereiten Dich darauf vor, möglichen Herausforderungen und Fragen der Treibhausgas-Bilanzierung und Klimaneutralität zu begegnen.

#10 “200% – Warum Klimaneutralität nicht reicht” mit Ecosia

Durch positive Klimaauswirkungen eine regenerative Welt schaffen! Das ist das Ziel der globalen Klimatransformation. Wolfgang Oels und Danijel Visevic von Ecosia diskutieren gemeinsam mit den Teilnehmer*innen, warum Klimaneutralität und die Netto Null-Bilanz von Unternehmen nicht ausreichen, um die irreversiblen Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Wie kannst Du in den bevorstehenden Herausforderungen, wertvolle Chancen für Dein Unternehmen sehen und eine langfristig erfolgreiche Zukunft sichern? Diskutiere mit allen Teilnehmer*innen und erfahre mehr dazu, wie eine “klimapositive Zukunft” für Dein Unternehmen aussehen kann.

#11  “Was brauchen KMUs für den Klimaschutz?” mit ICC Germany und Oxford Net Zero

Kleine und mittelständische Unternehmen sind maßgeblich an der globalen Dekarbonisierung beteiligt. In diesem Workshop gehen Regina Karakina von ICC Germany und Christian Schroeder de Witt von Oxford Net Zero der Frage nach, wie man KMUs dabei unterstützen kann, Resilienz aufzubauen und Klimaschutz voranzutreiben. Eine zentrale Anlaufstelle für KMUs bietet die internationale Plattform SME Climate Hub – um eine von der UN anerkannte Klimaverpflichtungen einzugehen und Zugang zu praktischen und relevanten Tools zu erhalten. Sei Teil der Debatte darüber, wie KMUs in Deutschland dabei unterstützt werden können, ihre eigenen CO2-Reduktionspotenziale aufzudecken.

Arbeitende Personen am Tisch

Den #CTS2021 gemeinsam gestalten!

Du hast deinen Wunsch-Workshop gefunden? Großartig! Sichere dir jetzt bis Ende Mai dein Summit Ticket, um rechtzeitig zur Anmeldung für einen der 11 limitierten Workshops eingeladen zu werden. 

Wir freuen uns darauf, den #CTS2021 mit Dir zu gestalten und zusammen Klimalösungen umzusetzen!

Daten nutzen zum Aufbau und zur Verbesserung von smart Cities und new Mobility

Daniel Priem

Zum Autor: Daniel Priem ist ein Green Evangelist. Als Gründungsstudent der grünsten Hochschule Deutschlands, dem Umwelt-Campus-Birkenfeld in Trier, hat er bereits 1996 den Grundstein für seinen Beitrag zur  Klimatransformation gelegt. Danach hat er u.a. 12 Jahre die Solarenergiebranche vorangetrieben und ist jetzt bei Ubilabs, Expert*innen für Smart Cities und New Mobility, als Team Lead Business Development tätig.


Wie Daten helfen Städte smart und Mobilität zukunftsfähig zu machen und somit ein wichtiges Fundament für die Klimatransformation bilden.

Im Fokus: Smart Cities, New Mobility und Sustainability 

Wie werden Menschen zukünftig leben, arbeiten, mobil sein? Wie entscheiden Unternehmen fortschrittlich und wirtschaften verantwortungsvoll? Diese Fragen sind es, mit denen wir uns bei Ubilabs vorrangig beschäftigen.

Als Spezialist*innen für Data und Location Technology arbeiten wir an Lösungen, die unsere digitale Zukunft prägen und das Leben mobiler, intelligenter und nachhaltiger machen. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die Entwicklung individueller datenbasierter Kartenanwendungen für New Mobility, Smart Cities und Sustainability.

New Mobility – mit Daten die Zukunft bewegen

Kaum etwas hat sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt wie die Mobilität. Wie wir uns von A nach B bewegen, verändert sich grundlegend. Eine Schlüsselrolle spielt dabei „Mobility as a Service“: Aus vereinzelten Pionierprojekten ist innerhalb weniger Jahre eine große Vielfalt an Car-, Bike- und Scooter-Sharing-Diensten entstanden. Das Bereitstellen von Mobilität auf Zeit und nach Bedarf hat sich zu einem der größten Wachstumsmärkte entwickelt. 

Shared Mobility – Nutzung im Raum München
Mobility Service Heatmap

Angetrieben wird die neue Mobilität durch Location Intelligence: Hoch entwickelten Technologien, die aus einer Vielzahl ortsbezogener Daten verlässliche Analysen und Prognosen ableiten. So gibt zum Beispiel die Auswertung von Bewegungsdaten Aufschluss darüber, an welchen Orten Mobilitätsangebote verfügbar sein sollten, wofür sie benötigt werden und wie sie beschaffen sein müssen. Auf dieser Basis können Städte und Unternehmen nicht nur bessere und nachhaltigere Lösungen entwickeln, sondern auch innovativer und kosteneffizienter arbeiten. 

Wir unterstützen Mobilitätsanbieter*innen dabei, ihre Lösungen zielgerichteter, kund*innenfreundlicher und umweltbewusster zu gestalten. Anhand relevanter Daten und deren Visualisierung lassen sich unter anderem folgende Aspekte beleuchten:

Zu den erfolgreich umgesetzten Projekten von Ubilabs im Bereich New Mobility gehören unter anderem:

Mobility Services Pipeline: Ob Carpooling oder Carsharing, die Echtzeit-Analyse und Vorhersage weltweiter Mobilität hilft Anbieter*innen, ihre Angebote noch genauer am tatsächlichen Bedarf auszurichten.

Road Weather Information System: Eine App verarbeitet mobile Wetterdaten in Echtzeit und unterstützt so den gezielten Einsatz von Schneepflügen, Kehrmaschinen und Enteisern.

Mobility Dashboards: Visualisierung von Mobilitätsveränderungen in Zeiten der Pandemie, um schnell auf aktuelle Anforderungen in Bezug auf die Verkehrssituation reagieren zu können.

Smart Cities – besser leben in der Stadt

Immer mehr Menschen und Autos, immer weniger Platz und Luft zum Atmen. Metropolen und Städte auf der ganzen Welt sehen sich mit denselben Problemen konfrontiert. Wie lassen sich Nachhaltigkeit, Lebensqualität und das Zusammenleben auf engem Raum verbessern? Moderne Technologien, digitale Lösungen und smarte Dienstleistungen können hierauf Antworten geben. 

Sensoren, interaktive Karten, neue Kommunikationstools: Sie alle liefern Daten, aus denen Stadtverwaltungen und Dienstleister*innen die Bedürfnisse der Einwohner*innen ableiten und so besser auf sie eingehen können. Mit einer Art neuronalem Netz, basierend auf einer technologischen Infrastruktur zum Sammeln, Vernetzen und Auswerten von Daten, wird aus einer Stadt eine Smart City. 

Parkraum Belegung im öffentlichen Raum

Ubilabs entwickelt Dashboards, die Daten in benutzerdefinierte und schnell verständliche Berichte übersetzen. Diese Dashboards helfen zum Beispiel Stadtplaner*innen, einzelne Ökosysteme der Stadt besser zu verstehen. Oder mit Echtzeitanalysen einen besseren Überblick zur aktuellen Verkehrs-, Emissions- oder Parkraumsituation zu gewinnen. 

Mit Technologie und Know-how hilft Ubilabs Städten bei ihrer Entwicklung hin zur Smart City. Auf dem Weg zur Smart City sind folgende Aspekte wichtig: 

Eines unserer aktuellen Projekte im Bereich Smart City ist das Telekom Parkdaten-Projekt: Sichtbarmachung von Parkraumdaten, um den Parksuchverkehr zu reduzieren und Städte langfristig lebenswerter zu machen.

5 Dinge, die Du unbedingt über Klimaneutralität wissen solltest


Ein verheißungsvoller Titel, was könnte sich wohl dahinter verbergen? Eine Menge Tatendrang, Aufbruchsstimmung und der Wille, jetzt gemeinsam einen Unterschied zu machen. Der Begriff “klimaneutral” taucht heute im Zusammenhang mit vielen Produkten und Dienstleistungen auf, auch wenn man manchmal nicht ganz versteht, wofür die Bezeichnung wirklich steht. Was steckt also hinter dem Begriff und was sollten wir über das Konzept “Klimaneutralität” wissen?

Finde hier 5 Dinge, die Dir in der Debatte weiterhelfen. 

1. Klimaneutralität: Dreiklang aus CO2 messen, reduzieren und ausgleichen

Das Konzept der Klimaneutralität sieht vor, dass Tätigkeiten oder Produkte keine positive oder negative Auswirkung auf die CO2-Bilanz der Atmosphäre haben. Die Gesamtmenge an klimaschädlichen Treibhausgasen verändert sich also bilanziell nicht. So einfach ist das? Wie diese “Netto Null” erreicht wird, ist vielschichtig. 

Die UN gibt für die Erreichung der “Klimaneutralität” den Dreiklang aus CO2 messen, reduzieren und nur unvermeidbare Emissionen ausgleichen vor. Die Umsetzung dieser drei Schritte lag bisher im individuellen Ermessensspielraum. Als praxisnahes Werkzeug wurde durch das Kyoto-Protokoll (1997) das System des CO2-Handels ins Leben gerufen. Dieses ermöglicht, erzeugte Treibhausgas-Emissionen durch zweierlei Mechanismen auszugleichen: Über das CO2-Handelssystem auf staatlicher Ebene und über Klimaschutzmaßnahmen an anderer Stelle, als am Ort der Produktion. Auch das scheint soweit erst einmal einfach. Emissionen sollen im ersten Fall durch preisgetriebene Marktmechanismen kontrolliert und gedeckelt werden. Im zweiten Fall werden dort Klimaschutzprojekte gefördert, wo ihre Finanzierung sonst nicht möglich wäre. 

Der Knackpunkt ist dabei allerdings das übergeordnete Ziel: Die CO2-Reduktion. Diese lässt sich am Entstehungsort der Emissionen nur indirekt durch die beiden Systeme steuern. Das Europäische Emissionshandelssystem soll daher noch dieses Jahr neu aufgesetzt werden. Der Fokus im Bereich Klimaneutralität rückt also auch politisch immer stärker in Richtung Reduktion. Wie stark Unternehmen bereits zu dieser umfangreichen Klimatransformation bereit sind, ist unterschiedlich. Es zeigt sich aber deutlich: Klimapioniere profitieren mehrfach.

2. Die Politik setzt Klimaziele, wir setzen sie um!

2021 scheint alles möglich. Die EU verstärkt ihre Klimaverpflichtungen auf 55 % CO2-Reduktion bis 2030, Biden startet ein nie dagewesenes Klima-Konjunkturprogramm und deutsche Verfassungsrichter*innen fordern ein langfristig wirksames Klimaschutzgesetz. Das Pariser Klimaabkommen rückt in den Fokus und plötzlich wissen alle: Wir können noch so viel mehr erreichen! 192 Länder unterzeichneten vor fünf Jahren das Klimaabkommen und verpflichteten sich, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf unter 2°C zu begrenzen und gemeinsam bis 2050 klimaneutral zu werden. Dazu setzen sie nacheinander Klimaverpflichtungen und Reduktionsziele fest sowie spezifische CO2-Budgets pro Kontinent, Nation und Industrie. 

Das sind wirkungsvolle, mächtige Mittel, um Klimaschutz in alle Lebensbereiche, besonders auch in die Wirtschaft zu integrieren. Trotzdem treiben heute gerade auch Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen die Klimatransformation voran! Wie? Sie fordern Veränderung und stimmen mit ihren Entscheidungen ab.

3. Klimalösungen ermöglichen exponentielle CO2-Reduktion

Die gute Nachricht ist: Die Klimalösungen, die uns heute schon ermöglichen drastisch CO2 zu reduzieren, sind bekannt. Die Exponentiell Roadmap zeigt Wege in eine klar “klimaneutrale Wirtschaft” auf, die durch die erfolgreiche Klimatransformation nicht nur ihre Strategie umweltfreundlich gestaltet, sondern ganze Geschäftsmodelle verändert hat. Dazu zeigt sie 36 skalierbare Lösungen in 7 Impact Kategorien auf. Die Bereiche Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales und Umwelt bieten enorme Einsparpotentiale. 

Dr. Jonathan Foley, Director des Project Draw Down, nennt diese Klimalösungen “Quick Wins”. Sie helfen uns, in den nächsten 10 Jahren die Klimatransformation mit größtmöglichem Impact umzusetzen und von heute an starke CO2-Einsparung wirklich möglich zu machen. Dabei zeigt er ebenfalls auf, dass diese Quick Wins bereits bekannt sind – wir müssen sie nur tatsächlich einsetzen. Angefangen bei erneuerbarer Energie, isolierten und energiearmen Gebäuden, ressourcenschonender, zirkulärer Produktion sowie alternative Antriebe und Transportprozesse führen den Weg in eine regenerative Zukunft. Sie schaffen zusätzlich jede Menge neuer Arbeitsplätze. Warum also nicht nach der Krise die Chance ergreifen, um gleich ganz neu anfangen? 

4. Best-Practices der Klimatransformation lassen sich heute schon umsetzen

In Sachen Klimaneutralität müssen wir also das Rad nicht neu erfinden. Zur CO2-Reduktion stehen uns zahlreiche Lösungen zur Verfügung.  Was ist mit der Messung und dem Ausgleich von CO2? Wenn diese Schritte zum Dreiklang dazu gehören, dann sollten sich Unternehmen doch ihnen auch widmen. Richtig. Aller Anfang ist die eigene CO2-Bilanz. Dazu bieten heute zahlreiche Beratungen, Software-Anbieter*innen und Datenbanken unterschiedliche Hilfestellungen an. 

Auch wer freiwilligen Klimaschutz betreiben möchte, findet eine Fülle an Auswahl. Wichtig sind hierbei die oben genannten Qualitätsmerkmale und die eigene Motivation etwas zusätzlich Gutes zu tun. Wer durch CO2-Messung die eigene Bilanz geprüft und Emissionen reduziert hat, kann darüber hinaus viele weitere Schritte zum Klimaschutz unternehmen. 

Im Best-Practice Guide des #CTS2020 finden sich einige namenhafte sowie innovative Anbieter*innen klimafreundlicher B2B-Lösungen und Dienstleistungen. 

5. Die CLIMATE Community vernetzt sich und fängt heute an

Zu guter Letzt, aber mindestens genauso wichtig: das eigene Team. Jede*r Entscheider*in, jede*r Einzelne steht heute vor der Aufgabe, eine noch nie dagewesene Transformation der Gesellschaft, Wirtschaft und vielleicht sogar Politik auszuloten und für sich zu bewerten. Informationen einzuordnen und Angebote zu prüfen ist dabei noch der einfachste Schritt, wenn auch zeitraubend. Ein starkes #TeamClimate im eigenen Unternehmen oder der Austausch mit anderen helfen hier weiter. 

Das ist der Grund, warum wir den CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2021 ins Leben gerufen haben. Gemeinsam galt es im Corona-Jahr 2020 “Climate Distancing” zu widerstehen und Klimalösungen kennenzulernen. 2021 gehen wir noch weiter: Jetzt setzen wir Klimaziele um! Dazu haben wir Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Praxis eingeladen, die sich mit uns zwei Tage lang online austauschen und ihre Klimamaßnahmen vorstellen. Vom Großkonzern, der sich wissenschaftlich-basierte Klimaziele gesetzt hat, bis hin zur Politiker*in und Klimapionier*in – alle sind dabei. Transparent und auf Augenhöhe tauschen wir uns beim #CTS2021 aus und gestalten die Klimatransformation der Wirtschaft.

Du willst mehr über Best-Practices rund um CO2 messen, reduzieren und ausgleichen lernen und deinen Beitrag zur Klimatransformation beisteuern? Dann werde Teil der CLIMATE Community und sicher dir dein Ticket für den #CTS2021, am 10. Und 11. Juni. 

Wir freuen uns auf Dich! 

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Klimaschutz im E-Commerce – 3 Tipps für einen nachhaltigeren Onlinehandel

Beim CHOICE Event #20 erklärte uns das Team von Yook, wie Händler*innen im E-Commerce auf die sich verändernden Kund*innenbedürfnisse im Bereich der nach Nachhaltigkeit eingehen können. Doch wieso steigt der Druck auf Händler*innen und was sollten diese nun tun? Finde hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte sowie die Aufzeichnung des gesamten Webinars.

Über YOOK

Das Climate-Tech Startups Yook und nutzt simple, digitale Lösungen, um Klimaschutz im E-Commerce voranzutreiben. Im Zentrum steht eine Integration für Online Shops, die das Kompensieren von CO2 direkt im Checkout Bereich ermöglicht.

Welche Relevanz spielt der E-Commerce beim Klimawandel?

Die durchschnittliche Deutsche produziert etwa 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Der allgemeine Konsum ist dabei für 39% der Gesamtemissionen verantwortlich. Dazu gehört auch der E-Commerce. Die Reduktion der Emissionen im E-Commerce ist für Händler*innen oft eine große Herausforderung: Der Handlungsspielraum ist beschränkt, da Geschäftsmodelle und Produkte oftmals tief in der Unternehmensstrategie verankert sind. Veränderungen am Produkt sind also häufig nur bedingt möglich. Umso relevanter werden die Faktoren Herstellung und Distribution, die oft den größten Anteil der Emissionen im Produktzyklus ausmachen.

Quelle: Umweltbundesamt (2021)

E-Commerce: Besser als der Ruf?

In 75% der Fällen ist der Online-Einlauf klimafreundlicher als der Einkauf im stationären Handel. Dies liegt daran, dass CO2 Emissionen vor allem oftmals auf der Transport-Ebene entstehen. Zu diesem Ergebnis kam das Öko Institut e.V. im Jahre 2015. Das ist zwar eine sehr vereinfachte Ansicht, zeigt jedoch, dass auch dieser Bereich einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Natürlich hängt dies jedoch von den angebotenen Produkten ab.

Der Druck auf Händler*innen steigt

Heute zeigen 66% der Online-Shopper eine klare Präferenz zu nachhaltigen Marken und Händler*innen. Somit machen umweltbewusste E-Shopper die größte Käufer*innengruppe aus. Konsument*innen erwarten also Transparenz über die Klimaauswirkungen sowie die Möglichkeit den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Trotzdem: Eine Verschlechterung des Einkaufserlebnis möchten wenige in Kauf nehmen.

Was können Händler*innen tun?

Die meisten Händler*innen denken instinktiv an die Distribution und Logistik. Dieser Bereich bietet viel Raum für schnelle und effektive Erfolge. Jedoch spielt sich die Logistik in der Regel außerhalb des eigentlich Einkaufserlebnisses ab und wird dadurch nicht direkt mit dem Kund*innenerlebnis assoziiert. Yook hat es sich zur Aufgabe gemacht, Online-Händler*innen ein klimafreundliches Online-Erlebnis zu ermöglichen und empfiehlt für die Klimastrategie drei Schritte:

1) Kurzfristig kann der CO2 Ausstoß im Warenkorb direkt kompensiert werden

2) Mittelfristig können CO2 Informationen bereitgestellt und nachhaltige Produkte hervorgehoben werden

3) Langfristig sollten die Sortimente nachhaltig ausgerichtet werden

Yook stellt für Onlineshops die im Bereich der Nachhaltigkeit kurzfristig aktiv werden wollen eine entsprechende Software-Lösung bereit.

Du interessiert Dich für Klimaschutz im E-Commerce? Finde hier weitere interessante Inhalte und Best-Practices für einen nachhaltigeren Onlinehandel.

Alle Inhalte des CHOICE Events

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