Freiwilliger lokaler Klimaschutz – mit natürlichen Kohlenstoffsenken

Gastbeitrag. Zu der Autorin:

Miriam Rickert

Miriam Rickert ist bei Planted für die Bereiche Recherche, E-Mail-Marketing sowie Customer Relations Management verantwortlich. Durch ihr Geographiestudium hat sie ein tiefgehendes Verständnis über die Prozesse unseres Planeten und dessen Wichtigkeit für unsere Umwelt, Lebewesen und Klima entwickelt.

Unternehmen haben im Rahmen ihrer Klimatransformation die Möglichkeit, mit nach Gold-Standard zertifizierten Offsetting-Projekten – z. B. Naturschutz in Ländern des globalen Südens – ihre restlichen, unvermeidbaren Emissionen auszugleichen. Darüber hinaus lassen sich aber auch direkt vor Ort in Deutschland Naturprojekte als freiwilliger Klimaschutz unterstützen. Bei alldem kommen natürlichen Kohlenstoffsenken eine zentrale Bedeutung zu, welche Miriam im folgenden Gastbeitrag genauer erläutern wird.

Ökosysteme speichern Kohlenstoff

In Sachen Klimaschutz spielen sogenannte Kohlenstoffsenken eine besondere Rolle. Die Rede ist von den Ökosystemen “Moor”, “Wald” und “Ozean”. Sind sie intakt, speichern sie eine Menge Kohlenstoff. Moore, Wälder und Ozeane zu erhalten, ist daher eine effiziente Maßnahme, um Kohlenstoff zu binden und damit aus der Atmosphäre zu ziehen. 

Diese drei Klimahelden möchten wir heute vorstellen und folgenden Fragen nachgehen: Wie funktionieren sie als Kohlenstoffsenke? Wie können Unternehmen sie in Deutschland als zusätzliche und freiwillige Klimamaßnahme schützen? 

Kohlenstoffsenke Moor 

Moore gelten als langfristige Kohlenstoffspeicher.

Der Schutz unserer Moore ist ein wichtiger Hebel im Klimaschutz, dabei nehmen sie weltweit nur 3 % unserer Landfläche ein. Dennoch speichern sie etwa 30 % des gesamten terrestrischen Kohlenstoffs. Bei Mooren handelt es sich um dauerhaft vernässte Flächen, mit einzigartiger Vegetation, die Lebensraum für viele Tiere darstellen. Von Natur aus umfassen Moore riesige Gebiete, die der Mensch jedoch bereits massiv dezimiert hat. Doch auch noch bestehende Moore sehen heute durch Kultivierungsmaßnahmen deutlich anders aus als noch vor ein paar hundert Jahren. 

Die Wichtigkeit der Moore 

Und warum sind Moore nun so wichtig? Die dort heimischen Pflanzen nehmen während ihres Wachstums Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf. Sterben sie, lagern sich ihre Überreste und damit der Kohlenstoff im Boden ab, im sogenannten Torf. Werden Moore zerstört, setzt das erhebliche Mengen des Kohlenstoffs wieder frei, die den Klimawandel beschleunigen. Neben ihrer Funktion als Kohlenstoffsenke, gelten Moore übrigens auch als Wasserspeicher: Bei starken Niederschlägen nehmen sie es auf und geben es später langsam, verteilt über mehrere Tage an die Umgebung ab. So können sie helfen, Überschwemmungen zu verhindern.

Eingriffe durch den Menschen mit Folgen 

Das Problem: Viele Moore sind der Land- und Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Der Mensch hat sie trockengelegt und dadurch Treibhausgase freigesetzt. Außerdem steigt dadurch die Gefahr von Torfbränden – mit katastrophalen Folgen: Torfbrände breiten sich extrem schnell und dabei unterirdisch aus. Sie treiben ihrerseits den Klimawandel voran, denn sie setzen Feinstaub frei, gefährlichen Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Im Vergleich zu Waldbränden ist die Schadstoffbelastung bei Torfbränden um ein Vielfaches höher. 

Moore gelten als langfristige Kohlenstoffspeicher, die bereits in den letzten 11.000 Jahren eine klimakühlende Wirkung hatten. Deswegen ist es wichtig, diese bedrohten Lebensräume zu schützen. Doch was können Unternehmen hierfür tun? 

Kohlenstoffsenke Wald 

Der Wald hat neben der CO2-Speicherung weitere Wirkungen auf das lokale und globale Klima.

Unsere Wälder gehören mit zu den großen Kohlenstoffspeichern in Deutschland. Die Fläche Deutschlands besteht zu 30 % aus Wäldern, die der Mensch jedoch extrem umgestaltet hat. Viele Wälder sind eigentlich Forste, das heißt, der Mensch bestimmt, welche Bäume dort wachsen, und “erntet” sie regelmäßig. Allerdings ist der Schutz alter Laub- und Mischwälder besonders wichtig. Diese sogenannten Naturwälder, die sich dadurch auszeichnen, dass sie unbewirtschaftet sind, haben eine lange Lebenszeit und sind gegenüber dem Klimawandel resistenter. Sie bieten nicht nur zahlreichen Pflanzen- und Tierarten einen Lebensraum, sondern speichern Kohlenstoff in lebender und ausgestorbener Biomasse. Damit sind sie wie die Moore eine bedeutende Kohlenstoffsenke. 

Vorteile des Waldes 

Der Wald steht in einer engen Wechselwirkung mit dem lokalen und globalen Klima. Die natürliche Bodenfunktion in Naturwäldern ermöglicht es, große Mengen Wasser zu speichern. Bei hohen Temperaturen verdunstet dieses Wasser aus dem Boden sowie aus der Biomasse (den Bäumen und dem Totholz) und kühlt die Umgebung. Was gut für uns Menschen ist, ermöglicht dem Naturwald zudem einen Selbstschutz bei extremer Hitze und in Trockenperioden. Außerdem gibt es im Naturwald hohe Vorräte an Biomasse, in Form von Blättern, Ästen und Wurzeln. Durch Photosynthese entziehen Bäume der Atmosphäre CO2 und speichern es im Holz. Totes Holz wiederum zerfällt zu Humus, das seinerseits viel Kohlenstoff enthält und dadurch speichert.

Wie Unternehmen den Wald unterstützen können? 

Kohlenstoffsenke Ozean 

Die Meere speichern 38.000 Gigatonnen Kohlenstoff.

Die Ozeane unseres Planeten nehmen 71 % der Erdoberfläche ein und beinhalten 97 % des globalen Wasservorrats. Zudem beeinflussen sie das globale Wetter und speichern die Wärmestrahlung der Sonne. Doch warum gelten Ozeane als bedeutende Kohlenstoffsenken? 

Weil sie als Kohlenstoffpumpe fungieren: Im ersten Schritt löst sich CO2 in ihrem Oberflächenwasser. Wenn es kein Kohlenstoff mehr aufnehmen kann, wird es durch Meeresströmungen und Mischungsprozesse in die Tiefe gezogen. Im Tiefenwasser kann Kohlenstoff lange gespeichert werden. Im Ozean befindet sich eine Masse von 38.000 Gigatonnen Kohlenstoff (1 Gigatonnen = 1 Milliarde Tonne). Das sind etwa 16 Mal so viel Kohlenstoff, als an Land gespeichert wird. Durch Klimaschwankungen ist jedoch die gesamte Ozeanzirkulation in Gefahr und somit auch der Transport von Kohlenstoff ins Tiefenwasser.

Akute Bedrohung der deutschen Meere

Auch in unseren deutschen Meeren sind die Folgen des Klimawandels präsent, denn die steigenden Temperaturen lassen ebenso die Meerestemperaturen steigen. Der Lebensraum heimischer Fischpopulationen, die das kalte Wasser bevorzugen, verschiebt sich gen Norden. Andere Arten, die sich schlecht an den Klimawandel anpassen können, werden womöglich aussterben. Somit werden durch den Klimawandel Reproduktionszyklen und Räuber-Beute-Beziehungen gestört und letztlich sämtliche zusammenhängende Ökosysteme belastet. Ein weiterer Störfaktor für die Meereslebewesen sind neue Nutzungsformen, die als Teil der Energiewende fungieren, wie Offshore-Windkraft. Ziel sollte es daher sein, die Klima- und Artenkrise als gemeinsame Herausforderung zu meistern. 

Und was können Unternehmen tun, um die Meere zu schützen? 

Unsere Handlungsempfehlungen zeigen: Auch Du kannst mit Deinem Unternehmen mit nur wenigen Maßnahmen und geringem Aufwand unsere Ökosysteme schützen. Und intakte Ökosysteme sind ein entscheidendes Hilfsmittel gegen den Klimawandel.

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Bildquellen: Sarah Sondermann, Unsplash

Klimaneutrales Deutschland 2045 – wie schaffen wir das?

Der Weg zu einem klimaneutralen Deutschland bis 2045 erfordert schon heute konsequente Weichenstellungen in allen Sektoren. Welche das genau sind, hat die Stiftung Klimaneutralität in einer umfassenden Szenarienstudie von Prognos, Ökoinstitut und dem Wuppertal Institut untersuchen lassen. Die Studie zeigt, dass durch die konsequente Anwendung von heute schon verfügbaren oder bereits weit entwickelten Technologien CO2-Reduktion und ein klimaneutrales Deutschland bis 2045 möglich ist.

Beim CHOICE Event #25 haben Dr. Julia Metz und Martin Weiß von der Stiftung Klimaneutralität die Ergebnisse der Studie vorgestellt und erklärt, welche Chancen und Herausforderungen auf uns warten. Hier findest Du die wichtigsten Inhalte aus ihrem Vortrag über die entscheidenden Maßnahmen, um die Transformation in allen Sektoren voranzutreiben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Studie “Klimaneutrales Deutschland 2045” wurde beauftragt, um das deutsche Klimaneutralitätsziel bis zum Jahr 2045 vollumfänglich für alle Sektoren zu modellieren. Sie ist als Wachstums- und nicht als Verzichts-Szenario angelegt, d. h. sie geht von einem durchschnittlichen Wachstum von +1,3 % BIP aus.

Das wichtigste Ergebnis: Ein klimaneutrales Deutschland ist bereits bis 2045 möglich! Im Vergleich zum Zieljahr 2050 würde dieses Szenario der Atmosphäre knapp eine Milliarde Tonnen CO2 einsparen. Mit Erreichung des Ziels würde Deutschland außerdem wieder zu einem internationalen Vorreiter beim Klimaschutz und zu einem Leitmarkt und Leitanbieter für Klimaschutztechnologien. 

Um diesen Weg erfolgreich bestreiten zu können, müssen bis 2030 als wichtigster Meilenstein bereits 65 Prozent der CO2e-Emissionen eingespart werden. Dies schafft die Voraussetzungen für eine beschleunigte Transformation nach 2030. Der Wandel betrifft dabei sowohl den Ausbau der Erneuerbaren Energien, eine klimaneutrale Industrie sowie den Umstieg auf Wärmepumpen und Elektromobilität. Dazu muss die Agrarwende und der Einsatz von CO2-Abscheidung und -Speicherung deutlich vorgezogen werden.

Die wichtigsten Grundsätze auf dem Weg zur Klimaneutralität

Was bedeutet das alles nun konkret für Unternehmen? Zunächst lassen sich aus der Studie drei wichtige und allgemeine Grundsätze ableiten, mit denen sich die Transformationen am effektivsten vorantreiben lassen: 

Efficiency First

Deutschland und somit auch jedes Unternehmen müssen die Effizienz bei der Nutzung von Energie signifikant steigern. Genauer gesagt sieht das Szenario eine Halbierung des deutschen Primärenergieverbrauchs bis zum Jahr 2045 vor.

Electrify Second

Als zweites müssen wir die erneuerbare Stromerzeugung massiv ausbauen. Auf diese Weise stehen die erforderlichen Mengen an erneuerbarem Strom zur Verfügung, um die anderen energiebasierten Sektoren zu elektrifizieren und dekarbonisieren.

Green Fuels Third

Übrig bleiben dann noch Bereiche, die nicht elektrifiziert werden können – z. B. die Luft- und Schifffahrt. Hier muss Wasserstoff mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden, um fossile Brennstoffe vollständig ersetzen zu können. 

Fehlinvestitionen in fossile Technologien vermeiden

Bis 2045 bleiben uns noch 23 Jahre. Gerade in Bezug auf Investitionszyklen ist dieser Zeitraum viel kürzer, als manche vermuten. Investitionen, die heute getätigt werden, müssen bereits jetzt das Ziel einplanen, bis 2045 keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Dieses Mitdenken des Klimaziels betrifft ebenso jegliche Einkaufs-, Kooperations- oder Prozessentscheidung. Anstatt sich also mit kleinen und einzelnen Verbesserungen zufrieden zu geben, müssen Unternehmen schon heute sämtliche Bereiche in eine ganzheitliche Strategie der Klimatransformation integrieren. Nur so lässt sich die Zielerreichung und somit die eigene Zukunftsfähigkeit gewährleisten. 

In drei Schritten zur Klimaneutralität

Die Studie unterteilt den beschleunigten Pfad zur Klimaneutralität in drei wesentliche Schritte:

bis 2030: -65 % Treibhausgasemissionen

Für diesen ersten wichtigen Meilenstein leistet vor allem der Kohleausstieg den größten Beitrag, während etwa 70 % des Stroms durch Erneuerbare Energien abgedeckt werden müssen. In der Verkehrsbranche liegt alles daran, die Zielmarke von 14 Mio. E-Pkw zu erreichen sowie die Verlagerung zum ÖPNV sowie Rad,- Fuß- und Schienenverkehr voranzubringen. In der Industrie geht es u. a. um den vermehrten Einsatz von Wasserstoff als Direktreduktion in der Stahlerzeugung und bei den Gebäuden neben steigender Sanierungsraten um die Schlüsseltechnologie der Wärmepumpe. Die Landwirtschaft leistet mit der Reduktion von Düngemitteln und Tierbeständen einen zwar kleinen, aber ebenfalls wichtigen Beitrag.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

bis 2045: -95 % Treibhausgasemissionen

Im zweiten Schritt des Szenarios werden ab 2030 in allen energiebedingten Bereichen die Emissionen auf nahezu Null reduziert. Den Schlüssel bilden sowohl in der Industrie als auch in der Energiewirtschaft und dem Verkehr der Einsatz von 100 % Erneuerbarer Energien sowie Wasserstoff und Biomasse. Im Gebäudebereich hat sich die Wärmepumpe bis 2045 als Investitionsstandard durchgesetzt. Auch wenn die Landwirtschaft durch Fleisch- und Milchalternativen noch einmal weitere Einsparungen erzielen kann, bleibt hier letztlich der Hauptteil der Rest-Emissionen übrig.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

ab 2045: Negativemissionen

Die restlichen und nicht vermeidbaren Emissionen müssen bereits bis 2045 ausgeglichen werden, um so letztlich die Netto-Null-Emissionen und damit die Klimaneutralität Deutschlands zu erreichen. Dies erfolgt u. a. durch Bioenergy with Carbon Capture and Storage (BECCS), also der Abscheidung und geologischen Lagerung von CO2 aus Biomasseverbrennung. Daneben steht Direct Air Carbon Capture and Storage (DACCS) als weitere Option zur Verfügung, wobei CO2 direkt aus der Luft gefiltert und anschließend eingelagert wird. Mit diesen und weiteren Technologien wird es nach 2045 schließlich sogar möglich sein, die Gesamtemissionen in der Atmosphäre wieder allmählich zu verringern.

Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut (2021)

Es liegt an uns

Die Ergebnisse von “Klimaneutrales Deutschland 2045” zeigen klar den Weg auf, den Deutschland und jedes Unternehmen in den nächsten 23 Jahren für die Einhaltung der gesetzten Klimaziele beschreiten muss. Jetzt geht es darum, den Blick nach vorne zu richten und mit klugen Geschäfts- und Investitionsentscheidungen die Grundlage für eine klimakompatible und erfolgreiche Zukunft zu schaffen. Du fragst Dich, wie Du diesen Weg in Deinem Unternehmen starten kannst? Unser CLIMATE Readiness Check hilft Dir dabei, Deine Klimaperformance zu verstehen, Handlungsfelder zu identifizieren und langfristig Deine Klimatransformation erfolgreich voranzubringen. Erfahre hier mehr über den CLIMATE Readiness Check.

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5 Dinge, die Du unbedingt über Klimaneutralität wissen solltest


Ein verheißungsvoller Titel, was könnte sich wohl dahinter verbergen? Eine Menge Tatendrang, Aufbruchsstimmung und der Wille, jetzt gemeinsam einen Unterschied zu machen. Der Begriff “klimaneutral” taucht heute im Zusammenhang mit vielen Produkten und Dienstleistungen auf, auch wenn man manchmal nicht ganz versteht, wofür die Bezeichnung wirklich steht. Was steckt also hinter dem Begriff und was sollten wir über das Konzept “Klimaneutralität” wissen?

Finde hier 5 Dinge, die Dir in der Debatte weiterhelfen. 

1. Klimaneutralität: Dreiklang aus CO2 messen, reduzieren und ausgleichen

Das Konzept der Klimaneutralität sieht vor, dass Tätigkeiten oder Produkte keine positive oder negative Auswirkung auf die CO2-Bilanz der Atmosphäre haben. Die Gesamtmenge an klimaschädlichen Treibhausgasen verändert sich also bilanziell nicht. So einfach ist das? Wie diese “Netto Null” erreicht wird, ist vielschichtig. 

Die UN gibt für die Erreichung der “Klimaneutralität” den Dreiklang aus CO2 messen, reduzieren und nur unvermeidbare Emissionen ausgleichen vor. Die Umsetzung dieser drei Schritte lag bisher im individuellen Ermessensspielraum. Als praxisnahes Werkzeug wurde durch das Kyoto-Protokoll (1997) das System des CO2-Handels ins Leben gerufen. Dieses ermöglicht, erzeugte Treibhausgas-Emissionen durch zweierlei Mechanismen auszugleichen: Über das CO2-Handelssystem auf staatlicher Ebene und über Klimaschutzmaßnahmen an anderer Stelle, als am Ort der Produktion. Auch das scheint soweit erst einmal einfach. Emissionen sollen im ersten Fall durch preisgetriebene Marktmechanismen kontrolliert und gedeckelt werden. Im zweiten Fall werden dort Klimaschutzprojekte gefördert, wo ihre Finanzierung sonst nicht möglich wäre. 

Der Knackpunkt ist dabei allerdings das übergeordnete Ziel: Die CO2-Reduktion. Diese lässt sich am Entstehungsort der Emissionen nur indirekt durch die beiden Systeme steuern. Das Europäische Emissionshandelssystem soll daher noch dieses Jahr neu aufgesetzt werden. Der Fokus im Bereich Klimaneutralität rückt also auch politisch immer stärker in Richtung Reduktion. Wie stark Unternehmen bereits zu dieser umfangreichen Klimatransformation bereit sind, ist unterschiedlich. Es zeigt sich aber deutlich: Klimapioniere profitieren mehrfach.

2. Die Politik setzt Klimaziele, wir setzen sie um!

2021 scheint alles möglich. Die EU verstärkt ihre Klimaverpflichtungen auf 55 % CO2-Reduktion bis 2030, Biden startet ein nie dagewesenes Klima-Konjunkturprogramm und deutsche Verfassungsrichter*innen fordern ein langfristig wirksames Klimaschutzgesetz. Das Pariser Klimaabkommen rückt in den Fokus und plötzlich wissen alle: Wir können noch so viel mehr erreichen! 192 Länder unterzeichneten vor fünf Jahren das Klimaabkommen und verpflichteten sich, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf unter 2°C zu begrenzen und gemeinsam bis 2050 klimaneutral zu werden. Dazu setzen sie nacheinander Klimaverpflichtungen und Reduktionsziele fest sowie spezifische CO2-Budgets pro Kontinent, Nation und Industrie. 

Das sind wirkungsvolle, mächtige Mittel, um Klimaschutz in alle Lebensbereiche, besonders auch in die Wirtschaft zu integrieren. Trotzdem treiben heute gerade auch Kund*innen, Mitarbeiter*innen und Geschäftspartner*innen die Klimatransformation voran! Wie? Sie fordern Veränderung und stimmen mit ihren Entscheidungen ab.

3. Klimalösungen ermöglichen exponentielle CO2-Reduktion

Die gute Nachricht ist: Die Klimalösungen, die uns heute schon ermöglichen drastisch CO2 zu reduzieren, sind bekannt. Die Exponentiell Roadmap zeigt Wege in eine klar “klimaneutrale Wirtschaft” auf, die durch die erfolgreiche Klimatransformation nicht nur ihre Strategie umweltfreundlich gestaltet, sondern ganze Geschäftsmodelle verändert hat. Dazu zeigt sie 36 skalierbare Lösungen in 7 Impact Kategorien auf. Die Bereiche Energie, Gebäude, Produktion, Mobilität, Food, Digitales und Umwelt bieten enorme Einsparpotentiale. 

Dr. Jonathan Foley, Director des Project Draw Down, nennt diese Klimalösungen “Quick Wins”. Sie helfen uns, in den nächsten 10 Jahren die Klimatransformation mit größtmöglichem Impact umzusetzen und von heute an starke CO2-Einsparung wirklich möglich zu machen. Dabei zeigt er ebenfalls auf, dass diese Quick Wins bereits bekannt sind – wir müssen sie nur tatsächlich einsetzen. Angefangen bei erneuerbarer Energie, isolierten und energiearmen Gebäuden, ressourcenschonender, zirkulärer Produktion sowie alternative Antriebe und Transportprozesse führen den Weg in eine regenerative Zukunft. Sie schaffen zusätzlich jede Menge neuer Arbeitsplätze. Warum also nicht nach der Krise die Chance ergreifen, um gleich ganz neu anfangen? 

4. Best-Practices der Klimatransformation lassen sich heute schon umsetzen

In Sachen Klimaneutralität müssen wir also das Rad nicht neu erfinden. Zur CO2-Reduktion stehen uns zahlreiche Lösungen zur Verfügung.  Was ist mit der Messung und dem Ausgleich von CO2? Wenn diese Schritte zum Dreiklang dazu gehören, dann sollten sich Unternehmen doch ihnen auch widmen. Richtig. Aller Anfang ist die eigene CO2-Bilanz. Dazu bieten heute zahlreiche Beratungen, Software-Anbieter*innen und Datenbanken unterschiedliche Hilfestellungen an. 

Auch wer freiwilligen Klimaschutz betreiben möchte, findet eine Fülle an Auswahl. Wichtig sind hierbei die oben genannten Qualitätsmerkmale und die eigene Motivation etwas zusätzlich Gutes zu tun. Wer durch CO2-Messung die eigene Bilanz geprüft und Emissionen reduziert hat, kann darüber hinaus viele weitere Schritte zum Klimaschutz unternehmen. 

Im Best-Practice Guide des #CTS2020 finden sich einige namenhafte sowie innovative Anbieter*innen klimafreundlicher B2B-Lösungen und Dienstleistungen. 

5. Die CLIMATE Community vernetzt sich und fängt heute an

Zu guter Letzt, aber mindestens genauso wichtig: das eigene Team. Jede*r Entscheider*in, jede*r Einzelne steht heute vor der Aufgabe, eine noch nie dagewesene Transformation der Gesellschaft, Wirtschaft und vielleicht sogar Politik auszuloten und für sich zu bewerten. Informationen einzuordnen und Angebote zu prüfen ist dabei noch der einfachste Schritt, wenn auch zeitraubend. Ein starkes #TeamClimate im eigenen Unternehmen oder der Austausch mit anderen helfen hier weiter. 

Das ist der Grund, warum wir den CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2021 ins Leben gerufen haben. Gemeinsam galt es im Corona-Jahr 2020 “Climate Distancing” zu widerstehen und Klimalösungen kennenzulernen. 2021 gehen wir noch weiter: Jetzt setzen wir Klimaziele um! Dazu haben wir Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Praxis eingeladen, die sich mit uns zwei Tage lang online austauschen und ihre Klimamaßnahmen vorstellen. Vom Großkonzern, der sich wissenschaftlich-basierte Klimaziele gesetzt hat, bis hin zur Politiker*in und Klimapionier*in – alle sind dabei. Transparent und auf Augenhöhe tauschen wir uns beim #CTS2021 aus und gestalten die Klimatransformation der Wirtschaft.

Du willst mehr über Best-Practices rund um CO2 messen, reduzieren und ausgleichen lernen und deinen Beitrag zur Klimatransformation beisteuern? Dann werde Teil der CLIMATE Community und sicher dir dein Ticket für den #CTS2021, am 10. Und 11. Juni. 

Wir freuen uns auf Dich! 

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Als Unternehmen „CLIMATE READY“ werden – Das Zusammenspiel aus Reduktion und Anpassung

Viele Nationen, Städte und individuelle Unternehmen setzten sich zum Ziel, bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein und streben eine „Netto Null“-Bilanz an. Voraussichtlich werden Unternehmen noch dieses Jahr durch das Inkrafttreten des EU-Klimaschutzgesetzes verpflichtet, eine “Netto Null”-Bilanz vorzuweisen. Was wichtig ist, um dies zu erreichen und wie Dein Unternehmen „Climate Ready“ wird, zeigen wir im Folgenden.

Mit Messung, Reduktion und Ausgleich zur „Netto-Null“-Bilanz

Wichtig für die Umsetzung einer klimaneutralen Unternehmensführung ist die Kombination aus der CO2-Messung, der CO2-Reduktion intern, als auch innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette sowie dem Ausgleich von unvermeidbaren Emissionen.

Messen und reduzieren

Die Messung der Emissionen ist wichtig, um Transparenz zu schaffen und die emissionsreichen Stufen der Wertschöpfungskette zu identifizieren. So kann man CO2-Reduktionspotenziale im eigenen Unternehmen erkennen, um die Klimaperformance zu verbessern. Da ein Großteil der Emissionen eines Unternehmens innerhalb der Lieferkette produziert wird, liegt großes Potenzial im nachhaltigen Einkauf. Optimal ist die Entwicklung spezifischer Strategien, die gleichzeitig helfen, technologische und strukturelle Anpassungen vorzunehmen und somit eine langfristig erfolgreiche Zukunft zu realisieren. 

Welche Wege gibt es, um die unvermeidbaren CO2-Emissionen zu kompensieren?

Der Großteil der gesamten Emissionen wird von land- oder wasserbasierten Ökosystemen absorbiert. Etwa 45% der jährlich ausgestoßenen Treibhausgase bleiben in der Atmosphäre (Global Carbon Project). Ein effektiver Lösungsansatz ist demnach, die Aktivität dieser natürlichen Senken zu verbessern, z.B. durch Aufforstung und den Schutz natürlicher Ökosysteme.

Die Idee des CO2-Ausgleichs sieht die Kompensation der ausgestoßenen Emissionen durch Einsparung an einer anderen Stelle vor. Dies trägt dazu bei, dass der CO2-Gehalt in der Atmosphäre nicht zunimmt. Zum Beispiel durch die Unterstützung von Klimaschutzprojekten sowie technologischen oder naturbasierten Kohlenstoff-Entfernungs-Prozessen können ausgestoßene Treibhausgase dezentral ausgeglichen werden. Dadurch werden die Gesamtemissionen jedoch nicht gesenkt. Deshalb bietet ein Lösungsansatz, der sich auf die CO2-Reduktion fokussiert und zusätzlich Kompensation von CO2 als freiwilligen Klimaschutz umfasst, großes Potenzial. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Ziels leistet einen entscheidenden Beitrag für eine nachhaltigere Zukunft.

Durch Reduktion und Anpassung „Climate Ready“ werden 

Das Zusammenspiel von CO2-Reduktion und der Anpassung an den Klimawandel ist von großer Bedeutung, um als Unternehmen für sich und andere eine zukunftsfähige Entwicklung zu ermöglichen.

Bereits heute spüren viele Unternehmen die Folgen der globalen Erderwärmung auf die eigene Geschäftstätigkeit. Aber auch das Risiko, durch herkömmliche Produkte und Services hohe Emissionswerte in ihre CO2-Bilanz, und damit steigende Kosten einzukaufen, steigt. Deshalb müssen Unternehmen schon heute „Climate Ready“ werden und ihre Klimaperformance verstehen. 

“Climate Ready” zu sein umfasst einerseits, aktive Reduktionsmaßnahmen einzuleiten und die Treibhausgasemissionen durch Einsparung zu reduzieren. Zum Anderen bedeutet dies, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, um den eigenen Handlungsspielraum bestimmen und mit geeigneten Lösungsstrategien zu reagieren. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die eigene Tätigkeit zu verstehen, ermöglicht eine widerstandsfähigere Unternehmensperformance. Darüber hinaus eröffnet die Entwicklung zielgerichteter Anpassungsstrategien neue Chancen für das Unternehmen.

Die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit die eigene Klimaperformance zu erfassen und zu verbessern, ist unser CLIMATE Readiness Check, der einen unkomplizierten Einstieg in die neue Klimaanforderungen bietet. Einfach kostenlos Informationen anfordern und ein Gespräch ausmachen!

Neue Marktchancen durch robuste und nachhaltige Anpassung

Die  “Klima-Anpassung” von Unternehmen bringt neue ökonomische Möglichkeiten durch innovatives Wachstum. Produkte und Dienstleistungen frühzeitig anpassungsfähig zu gestalten, steigert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und eröffnet neue Marktchancen. Das zunehmende Interesse von Kund*innen und Konsument*innen führt zu steigender Nachfrage von nachhaltig produzierten Gütern. Somit können Klimaanpassungsmaßnahmen und die Reduktion von Treibhausgasen eines Unternehmens zur Steigerung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit führen. 

Die flexible Planung von robusten und nachhaltigen Anpassungsmaßnahmen ermöglicht eine positive Entwicklung des Unternehmens in unterschiedlichen Klimaszenarien. Gleichzeitig trägt dies zu einer dauerhaft umwelt- und sozialgerechten Entwicklung der Gesellschaft bei.

Unternehmen können jetzt aktiv die Chance nutzen, Teil der Klimatransformation zu sein und diese für sich nutzen. Eine Klimatransformation nach dem Motto: Nicht mehr nur „Schützen und Überleben“, sondern „Anpassen und Entfalten“.

Praktische Tipps und innovativen Ideen für eine nachhaltige Lieferkette findest Du hier

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CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2021: Jetzt werden die Klimalösungen umgesetzt!

Was für ein Jahr! Blicken wir auf 2020 zurück: Welche Erlebnisse haben sich kollektiv eingebrannt? Die vielen Stunden im HomeOffice, oder doch die einmaligen Zoom-Geburtstagsfeiern und neu gewonnenen Hobbies? Ganz gleich welche Gedanken und Gefühle uns das Jahr begleitet haben, für alle war es eine wahre Achterbahn! Die Klimadiskussion stand dem in nichts nach. Auch hier hofften wir, erlebten Teilerfolge und vermissten an anderer Stelle mehr Tatendrang.

„Jetzt ist das Fe­­­nster der Möglichkeiten da!“

Maja Göpel schien die aktuelle Zeit in ihrem Buch „Die Welt neu denken“ auf den Punkt zu bringen.  Die Menschheitsgeschichte von der Evolution des Homo Sapiens bis zu Greta Thunberg scheint auf den heutigen Tag zuzulaufen und uns vor Augen zu führen: Es gibt nur so viel grünen Planet – wir müssen uns dem System Umwelt anpassen, nicht anders herum. Diese bestechend einfache Wahrheit hatte Anfang des Jahres noch tausende Menschen auf die Straßen gelockt, hat die Scientists-for-Future Bewegung ins Leben gerufen und schließlich auch die Politik und Wirtschaft erreicht. Man sprach vom „New Normal“ und erlaubte sich neue Gedankenexperimente. Was wäre wenn Städte autofrei wären, wir Nachbarschaftshilfe pflegten und unsere Luft sauber bliebe? Wir freuten uns, über kurzfristige, positive Umwelteffekte und fürchteten trotzdem, dass die plötzliche Einsicht nicht von lange Dauer sei.

Genau in diesem Geiste entstand der CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2020. Gemeinsam wollten wir Möglichkeiten aufzeigen und Chancen ausloten. Einen neuen Narrativ erzählen und gemeinsam erleben, dass es möglich ist. Ein New Normal schaffen. Das Ergebnis war überwältigend! 500 TeilnehmerInnen und 50 SpeakerInnen, die gemeinsam Neues erfahren wollten und sich bis heute als Climate Community austauschen.

Was geschah danach?

Nach dem Summit überschlugen sich im Herbst die Klimameldungen. Die EU plant bis spätestens 2050 klimaneutral zu sein und mehr als 55% ihrer Emissionen bis 2030 einzusparen. Zahlreiche Länder, Regionen und Städte schlossen sich an. Gleichzeitig setzen sich über 1.500 Unternehmen weltweit Klimaziele.

Trotzdem blieb die Frage: Wie sieht es mit der tatsächlichen Transformation aus? Welche Lösungen helfen konkret dabei, CO2 zu reduzieren? Und wo stehen die entsprechenden Unternehmen und Regierungen in der Umsetzung ihrer Ziele?

2020 war voller Euphorie, Ängsten und Neuanfängen. Und gleichzeitig das Jahr der Klimaziele, der Ankündigungen und Anstöße. Für 2021 haben wir daher viel vor. 2021 muss das Jahr der Umsetzung werden! „Klimatransformation made in Germany“ funktioniert dabei nicht – nicht alleine. Im nächsten Jahr brauchen wir internationale Entscheidungen, Initiativen und klare Umsetzung. Dabei stehen tausende Firmen in den Startlöchern, aber noch viel mehr engagierte Change MakerInnen, Climate Champions und MacherInnen aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Wenn uns 2020 eines gelehrt hat, dann doch, dass alles möglich ist.

Community Launch: #CTS2021

Wir lade euch daher herzlich ein, eure unternehmerischen Klimaerfolge und gesellschaftlichen Initiativen zu teilen, MitstreiterInnen zu finden und gemeinsam die Umsetzung der Pariser Klimaziele zu leben. Beim CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2021 (#CTS2021)! Gemeinsam wollen wir einen umfassenden Blick auf die Umsetzung globaler Klimaziele sowie lokale Klimalösungen werfen und von der Planung in die Aktion kommen.

2021 zählt! Lasst uns gemeinsam die Transformation umsetzen.

Anwendbarkeit von Best-Practices

Beim #CTS2020 konnten wir gemeinsam mit unserer Climate Community AnbieterInnen von Klimalösungen in 7 Impact Kategorien vorstellen und neue Wege diskutieren. Diese haben wir im Best-Practice Guide zur Klimatransformation zusammengestellt.

Nächstes Jahr gehen wir gemeinsam einen Schritt weiter und schauen auf die Umsetzungsmöglichkeiten, Herausforderungen, Chancen und Teilerfolge von Klimalösungen – genauso wie die Unternehmen, die sie umsetzen!

Unsere Antwort auf 2020 und die Suche nach mehr Transparenz, klaren Maßnahmen und starkem Netzwerk? Der CLIMATE TRANSFORMATION Summit! Gemeinsam mit Climate Champions, Unternehmen aus der Praxis, Change MakerInnen und Klimabeauftragten erfahren wir, wie wir Klimalösungen jetzt umsetzen.

Dazu suchen wir Dich!

Am 10. und 11. Juni stellen wir deine Klimatransformation vor, deine Umsetzung, deine Erfahrungen und Herausforderungen. Gleichzeitig laden wir ExpertInnen aus Politik, Wirtschaft und Forschung ein und schauen auf europaweite Ansätze und Best-Practices. In zwei Tagen online Konferenz lernen wir uns als Community kennen, diskutieren live bei ExpertInnen-Panels und Key Notes mit und zeigen die großen und kleinen Klimaerfolge auf, aber auch, was noch getan werden muss. Packen wir es an: Lasst uns CO2 reduzieren. JedeR einzelne hat große Pläne, gemeinsam setzen wir sie um.

Die Agenda des #CTS2021

ExpertInnen aus den Bereichen CO2-Messung, CO2-Reduktion und CO2-Ausgleich teilen ihre Best-Practices, Einblicke und Erfahrungen persönlicher und unternehmerischer Klimatransformationen. Vom Konzern zum Startup, von der PolitikerIn zur NGO-Vorsitzenden, vom Klimabeauftragten zur EinkäuferIn. Wir laden Euch alle ein, dabei zu sein! Das erwartet Dich:

Werde Teil des #CTS2021

➳ Du entwickelst Lösungen, um CO2 zu messen, zu reduzieren oder auszugleichen, oder hast Praxiserfahrungen im Bereich der Klimatransformation? Dann werde SpeakerIn, AusstellerIn oder halte einen Workshop beim #CTS2021! Bewirb dich jetzt über kontakt@theclimatechoice.com mit dem Betreff „CLIMATE Champion“.

➳ Du bist Medienrockstar, Nachhaltigkeits-InfluencerIn, Impact InvestorIn oder UmweltexpertIn und möchtest den #CTS2021 mitgestalten? Dann werde Teil des Teams als MedienpartnerIn, SponsorIn oder ModeratorIn und sprich uns gerne über kontakt@theclimatechoice.com mit dem Betreff „CLIMATE Rockstar“ an.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Dir!

Save the Date

Wann: 10. und 11. Juni 2021, 5 Monate vor der COP 26.

Wo: In einer interaktiven Online-Konferenz, mit Kommunikation auf Augenhöhe.

Wie: Jetzt dein Early-Bird Ticket sichern, mit Community Rabatt bis Ende 2020.

Warum: Weil wir an die Kraft der Climate Community glauben und gemeinsam Zukunft gestalten.

Wir freuen uns riesig auf den #CTS2021 mit Dir!

Du hast noch Fragen oder Ideen? Dann schreib uns gerne!

Bildquellen: Unsplash

2020 – Das Jahr der Klimatransformation. Über 1500 Unternehmen wollen klimaneutral werden

Die Zahl der Unternehmen und Regierungen, die sich verpflichtet haben, bis spätestens 2050 klimaneutral zu werden, hat sich laut dem neusten Report von EnviroLab und NewClimate Institute vergangenes Jahr mehr als verdoppelt.

Mehr als 1500 Unternehmen weltweit setzen sich Netto-Null-Klimaziele

Im Rahmen des jährlichen Klimagipfels wurde verkündet, dass die Anzahl der Unternehmen, die sich „Netto-Null-Ziele“ gesetzt haben, von 500 Ende 2019 auf derzeit 1.541 gestiegen ist. Diese Unternehmen repräsentieren gemeinsam 19,5 Millionen MitarbeiterInnen sowie ein Umsatzvolumen von 11,4 Billionen US$.

In ähnlicher Weise ist die Zahl der Regionalregierungen mit Netto-Null-Zielen im Jahr 2020 von 11 auf 101 angestiegen. Die Zahl der stadtweiten Netto-Null-Verpflichtungen hat sich von 100 auf 823 vervielfacht.

Städte und Regionen, die sich Kimaziele setzen.

Race-To-Zero fordert Organisationen auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen

Das „Race to Zero-Programms“ der UN stellt zusätzlich sicher, dass in Zukunft ein beträchtlicher Teil des globalen GDPs durch umfassende Dekarbonisierungsmaßnahmen umgestaltet wird. Die Race to Zero-Kampagne fordert weltweit Regierungen, Unternehmen und Organisationen auf, noch vor dem COP26-Gipfel Netto-Null-Emissionsziele festzulegen. Aktuell stellen die UnterzeichnerInnen 25% der globalen CO2-Emissionen sowie 50% des globalen GDPs dar. Die tatsächlichen Klimaziele, Zielsetzung der Reduktionsmaßnahmen und Zeitpunkte, unterscheiden sich allerdings bei allen UnterzeichnerInnen.

Zeitpunkt der „Netto-Null-Ziele“ und Anzahl der UnterzeichnerInnen

Gerade 2020 mehr Klimaschutz umsetzen

Einige der jüngsten Netto-Null-Zusagen unterstreichen, inwieweit die vollständige Klimatransformation bis spätestens 2050 selbst bei kohlenstoffintensiven Unternehmen und Regionen zum Maßstab für erfolgreichen Klimaschutz wird. Zu den wichtigsten Zusagen seit Jahreswechsel werden die Klimazielsetzungen von New South Wales in Australien, New Delhi, Kolkata und Chennai sowie von dem Zement- und Asphalthersteller LafargeHolcim, dem Technologieriese Facebook und dem Autohersteller Ford gezählt.

„Die Welt kann es sich nicht leisten, im Stich gelassen zu werden. Es geht darum, jetzt – im Jahr 2020 – Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.“

Patricia Espinosa, Klimachefin der Vereinten Nationen.  

Gemeinsam mit KMUs und ZulieferInnen Klimaziele erreichen

Das neu ins Leben gerufene SME Climate Hub soll Millionen von Kleinunternehmen, die weltweit 90% der Unternehmen repräsentieren, dabei helfen Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen. Die Initiative wird von einer Reihe globaler Akteure wie IKEA, BT Group und Ericsson sowie der Exponential Roadmap unterstützt. Diese haben angekündigt ihre Bemühungen zu verstärken, um kleinen Unternehmen in ihren Lieferketten zu helfen, ebenfalls Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Höhepunkt der aktuellen Klimazielsetzungen wird am 10.10.2020 der Ted Countdown darstellen, wo zahlreiche Initiativen und Akteure ihre Klimamaßnahmen einem breiten Publikum vorstellen.

Jetzt deine Klimatransformation starten!

2020 ist und bleibt das Jahr der klimaneutralen Wirtschaft. Wir bleiben mehr als gespannt und freuen uns, auch dein Unternehmen bei seiner erfolgreichen Klimatransformation zu begleiten. Schreib uns einfach an oder sende gleich deine kostenlose Anfrage.

ProjectDrawdown Klimalösungen zahlen direkt auf die UN Nachhaltigkeitsziele ein.

Oft werden Klimalösungen dafür bemängelt, dass sie keinen klaren Einfluss auf Soziale- oder Umweltfaktoren haben. Das ProjectDrawdown zeigt jetzt auf, wie Maßnahmen für Klima, Mensch und Umwelt zusammenhängen.

ProjectDrawdown und die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN

Die Non-Profit Organisation ProjectDrawdown zeigt in einer aktuellen Studie, wie klar definierte Klimalösungen in Verbindung zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen stehen. Die Umsetzung der Klimalösungen entlang der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ermöglichen es demnach, Klima – und Nachhaltigkeitsziele gleichzeitig zu erreichen.

Die Sustainable Development Goals

Die SDGs  bieten dabei einen Rahmen für die Bewältigung der dringendsten globalen Herausforderungen bis 2030 und schaffen die Voraussetzungen für eine umfassend nachhaltige Zukunft. Um alle 17 SDGs in diesem Zeitraum zu erreichen, müssen viele Lösungen gleichzeitig umgesetzt werden: zur Bekämpfung der Armut, zur Bereitstellung sauberer Energie, Wasser und sanitärer Einrichtungen sowie zur Verbesserung von Gesundheit, Wohlbefinden und Gleichstellung der Geschlechter.

Ergebnisse der Forschung

Die Studie zeigt, dass die Top 76 der ProjectDrawdown Klimalösungen die 17 SDGs fördern. Sie unterstützen direkt oder indirekt den Fortschritt einer nachhaltigen Entwicklung und ermöglichen gleichzeitig die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 °C. Dies würde jedoch die sofortige und nachhaltige Annahme aller identifizierten Lösungen parallel über drei Jahrzehnte erfordern.

Welche Klimalösungen definiert das ProjectDrawdown?

Die 100 Lösungen des ProjectDrawdown. Die Top 76 Klimalösungen haben direkte oder indirekte Einfluss auf die SDGs.

Project Drawdown definierte 100 Lösungen in den folgenden 7 Kategorien:

Genaue Beschreibungen der einzelnen Lösungen finden sich hier.

Wie passen die Klimalösungen zu den SDGs?

SDG 17, bezeichnet „Partnerschaften zur Erreichung der SDGs“. Das ProjectDrawdown hat zusätzlich eine Reihe umsetzbarer Lösungen identifiziert, die zur Reduzierung von CO2 und Kosten beitragen. Die Studie konnte nun jedem SDG mehrere Klimalösungen zuordnen.

Welche der Drawdown-Lösungen bezieht sich am stärksten auf die SDGs?


Die Ausbildung von Mädchen und die Reduzierung von Lebensmittelabfällen hat den stärksten Einfluss auf die SDGs, diese Maßnahmen sind jeweils mit mindestens 6 SDGs verknüpft.

Mädchenbildung

  1. Klimaschutz
  2. Geschlechtergleichheit
  3. Keine Armut
  4. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  5. Reduzierte Ungleichheit
  6. Qualität der Bildung
  7. Frieden und Gerechtigkeit und starke Institutionen

Reduzierte Lebensmittelverschwendung

  1. Klimaschutz
  2. Hungerbekämpfung
  3. Gesundheit und Wohlbefinden
  4. Nachhaltige Städte und Gemeinden
  5. Verantwortungsbewusster Verbrauch und Produktion
  6. Leben an Land

Die Drawdown-Lösungen beschriebenen somit messbare Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels und tragen gleichzeitig dazu bei, eine Vielzahl der SDGs umzusetzen. Unternehmen, die nach Wegen suchen, um einer nachhaltigen Entwicklung (SDGs) beizutragen, können anhand der Klimalösungen gleichzeitig Klimaschutz betreiben.

Klimatransformation. Let’s do this!

Die neuen Klimaziele: Historische CO2-Emissionen von Unternehmen und ganzen Kontinenten

Unternehmen beginnen Pionierarbeit zu leisten, um nicht nur ihren aktuellen CO2-Fußabdruck, sondern auch ihre historischen CO2-Emissionen auszugleichen.

Historischen Fußabdruck ausgleichen

Als Microsoft Anfang dieses Jahres ankündigte bis 2030 CO2-negativ zu werden, ging es noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen plant seinen historischen CO2-Fußabdruck seit seiner Gründung in 1975 auszugleichen. Ein Ziel, das andere Unternehmen aufzugreifen beginnen. Zuletzt kündigte Velux an seine historischen Emissionen auszugleichen. Der in Dänemark ansässige Dachfensterhersteller, verspricht erzeugte Treibhausgase aus den letzten 79 Jahren durch Aufforstungs- und Biodiversitätsprojekte zu kompensieren, um „lebenslang klimaneutral“ zu werden.

Verursacherprinzip als Leitsatz

Woher kommen die neuen Klimaziele? Um im Einklang mit dem Ziel des Pariser Abkommens – die globale Erwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten – zu sein, richten immer mehr Unternehmen ihren Blick über CO2-Neutralität hinaus. Sie streben danach Verantwortung für ihre historischen Emissionen nach dem Verursacherprinzip zu übernehmen, so Marco Lambertini, der internationale Generaldirektor der Umweltorganisation WWF.

Der Blick in die Zukunft zählt

Ein Problem bei der Verbreitung dieser Praxis ist allerdings, dass es für ein Unternehmen nicht einfach ist, die Emissionen in der Vergangenheit abzuschätzen. Es gibt keine Standardmethode zur Berechnung des historischen CO2-Fußabdrucks. Zusätzlich ist laut Exponential Roadmap gerade der Blick in die Zukunft wichtig. Nur eine sprichwörtlich exponentielle Reduktion der firmeneigenen Emissionen kann eine Reduktion der globalen Treibhausgase bis 2050 ermöglichen.

Walmart setzt daher auf Reduktionsmaßnahmen: Bis 2040 plant das Unternehmen, im weltweiten Betrieb emissionsfrei zu sein, ohne Offsetting zu verwenden. Mit anderen Worten, es strebt tatsächlich „Null“ Emissionen an, keine Netto-Null. Hauptmaßnahme wird dabei der Umstieg auf 100% Erneuerbare.

„Gemeinsam müssen wir als Gesellschaft nicht nur aufhören zu emittieren, sondern auch Kohlenstoff aus der Atmosphäre abbauen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden“

Kathleen McLaughlin, Executive Vice President und Chief Sustainability Officer von Walmart, Präsident der Walmart Foundation.

EU und China setzen neue Klimaziele

Unternehmen erhalten bei der Erstellung ihrer Klimaziele verstärkt Vorgaben durch politische Forderungen. Die EU positioniert sich aktuell als Klimavorreiterin und strebt eine Reduktion der CO2e-Emissionen bis 2050 um mehr als 50% an. Doch gerade macht ihr China diese Position streitig.

Größter CO2-Emitter will bis 2060 klimaneutral werden

Status Quo: Fossile Brennstoffe

Bisher ist China weltweit der größte Kohlendioxidemitter und für rund 28% der weltweiten Emissionen verantwortlich. 2018 und 2019 stiegen sogar die Emissionen des Landes, das bis heute 85% seiner Energie aus fossilen Brennstoffe gewinnt.

Ankündigung: Klimaneutralität

Doch Präsident Xi Jinping kündigte bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York an, sein Land werde seine Spitzen-Emissionswerte vor 2030 erreichen und vor 2060 CO2-neutral sein. Da das Land der Mitte für das konsequente Erreichen seiner politischen Ziele bekannt ist, kann man hier sehr gespannt sein.

Klimawirtschaft versus Klimaziele

Schon heute produziert China 45% aller Windturbinen und über 60% der weltweiten Solaranlagen. KlimaforscherInnen zeigen allerdings, dass China bereits 2030 klimaneutral sein müsste, um mit einer Wahrscheinlichkeit von 66% die globale Erderwärmung unter 1,5°C zu begrenzen. Die EU übrigens 2032.

New Normal: Eine klimaneutrale Wirtschaft für alle

Die Ankündigung Chinas wird nichtsdestotrotz weltweit als wichtiger Schritt der Klimatransformation anerkannt. Die erfolgreiche Umsetzung der chinesischen Klimaziele könnte allein zu 0,25°C weniger Erderwärmung führen. Präsident Xi Jinping forderte außerdem alle Länder auf, nach der Coronavirus-Pandemie eine umweltfreundliche Erholung der Weltwirtschaft zu erreichen.

 Stellt sich also die Frage: Wird Washington und der Rest der Welt folgen?

CLIMATE NEWS: DAS KLIMAWORT DER WOCHE

Kohleverstromungsbeendigungsgesetz

Schönes deutsches Wortungetüm, was verbirgt sich dahinter? Die Zeichen stehen auf Wandel. Kurz bevor Peter Altmaier diese Woche Versäumnisse in der Klimapolitik einräumte, verkündete die Bundesnetzagentur einen weiteren bedeutenden Schritt. Den Kohleausstieg!

Klimaneutralität, bis 2050

Altmaier betonte, in den kommenden Monaten den Weg zur Klimaneutralität „unumkehrbar“ zu machen. Der Kohleausstieg, der Green Deal der EU und der neue CO2-Preis seinen Beispiele dafür, dass die Bundesregierung den Klimaschutz ernst nimmt.

Das ist in Sachen Kohleausstieg passiert

Bundestag und Bundesrat haben das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz verabschiedet. Damit ist die Stilllegung der Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2038 beschlossen. Vorteil: Mit dem Gesetz wird ein Zeitplan zur Abschaltung der Kohlewerke festgesetzt. Nachteil: Ein Kohleausstieg nach 2030 sehen UmweltwissenschaftlerInnen als zu spät an. 

2020 voller erneuerbarer Energie

Der Corona-Einbruch der Wirtschaft hat bereits zu einer deutlichen Verschiebung im deutschen Energiemix geführt. Im ersten Halbjahr 2020 ist der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch erstmals höher als der von Stein- und Braunkohle, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf der Basis vorläufiger Zahlen errechnet hat. Der Verbrauch an Braunkohle sei um mehr als 1/3 gesunken, Steinkohle um 1/4.

Und was ist mit Kohle…?

Zum Vergleich: In den ersten 6 Monaten diesen Jahres lag der Anteil der Kohle an der deutschen Nettostromerzeugung lediglich bei rund 20 %. Im Jahr 2019 betrug dieser 29 % und 2018 sogar 37 %. Es zeigte sich also, dass der Ausbau Erneuerbarer, günstige Gaspreise und gestiegene Preise für Emissionszertifikate die Kohlestromproduktion auch ohne ein Ausstiegsgesetz und ohne Entschädigungszahlungen allein aus wirtschaftlichen Gründen stark zurückdrängen (Fraunhofer ISE 2020).

Kohleausstieg mit Prämie

Kritischer Punkt des Kohleausstiegs bleiben daher die „Prämien“ zur Abschaltung der Steinkohlekraftwerke, welche voraussichtlich ab 1.9.2020 durch Ausschreibungen freigeschaltet werden. BetreiberInnen können sich bis 2027 auf diese bewerben, um gegen eine Zahlung ihre Werke abzuschalten – wer die geringste Entschädigung verlangt, bekommt den Zuschlag. 40€ Milliarden sind dafür vorgesehen. Förderanreize für einen früheren Ausstieg oder regionale Wirtschaftstransformation fehlen allerdings. 

Wirtschaft und Gesellschaft will mehr

Bleibt also die Frage: Wie genau nehmen es Altmaier und Bundesregierung mit der Klimaneutralität bis 2050? Wirtschaft und Gesellschaft fordern Planbarkeit und Minimierung zukünftiger Klimarisiken. Es gibt in Deutschland eine breite Mehrheit für die international vereinbarten Klimaschutzziele. 2/3 der deutschen Haushalte befürworten außerdem einen rascheren Kohleausstieg bis 2030 vorziehen, laut Scientists For Future.

Was können Unternehmen tun?

Der erste Schritt der erfolgreichen Klimatransformation ist die Analyse des eigenen Einflusses auf das Klima. CO2-Messung durch Software- und Monitoring-Tools können dabei helfen. Langfristige CO2-Reduktionspotentiale bieten besonders der Bezug von 100% erneuerbarer Energie, derUmstieg auf umweltfreundliche Mobilität sowie der CO2-arme Betrieb und Umbau von Gebäuden. Stell uns noch heute deine kostenlose Anfrage, um Unterstützung bei der Research und Auswahl passender Lösungen zu finden.

Die Uhr tickt. Unser Bestes zu tun ist nicht länger gut genug. Wir müssen jetzt das scheinbar Unmögliche tun.

Der „Greta-Effekt“ hatte in den letzten 2 Jahren für ein gesteigertes Klimabewusstsein und mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die Corona-Krise zeigte jedoch, wie Krise wirklich geht. Internationale Sondergremien werden berufen, Politik und Wirtschaft stellen sich hinter das Wohl der Allgemeinheit und Umstellungen im privaten und beruflichen Raum werden schnell akzeptiert. Für die voranschreitende Klimatransformation kein Rückschritt, wohl aber ein Hinweis, dass Wandel auch anders geht. Kollektiv, entschlossen und mit „Wums“.

EU-Gipfel ringt um Einigung. Wird das Klima zum Thema?

Nun, da in Brüssel die 27 Mitgliedsstaaten das 750 € Milliarden schwere EU-Konjunkturpaket gestalten, werden die Stimmen der Klimabewegung wieder lauter. Heute, hier und jetzt wird Zukunft gestaltet. Der 7-jährige Finanzrahmen der EU festgelegt und darüber hinaus ihre Ausrichtung in Sachen #GreenNewDeal. Pünktlich zu den Verhandlungen haben Luisa Neubauer und Greta Thunberg einen offenen Brief an die EU verfasst, indem sie fordern Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sofort zu stoppen. 50.000 Menschen haben den Brief bereits unterzeichnet. Darüber hinaus rufen sie die EU-Mitgliedstaaten dazu auf schwere Umweltzerstörung – auch „Ökozide“ genannt – als Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu ahnden. Schließlich soll ein jährliches CO2-Budget festgelegt werden, um die Zweidrittelchance auf eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs unter 1,5° C (berechnet durch das IPCC) zu wahren.

„Die EU hat dazu die wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten, weshalb es unsere moralische Pflicht ist etwas zu tun“,

heißt es im offenen Brief.
Klimaaktivistinnen Neubauer und Thunberg (Bildquelle: Oliver Berg/dpa)

Was tut die Wirtschaft schon heute?

Diese wirtschaftlichen Möglichkeiten, haben wir allerdings nicht erst seit heute. Beim #CTS2020 haben wir gemeinsam mit 50 ExpertInnen entlang der 7 Climate Impact Kategorien aufgezeigt, wie wir die klimaneutrale Wirtschaft von morgen jetzt aufbauen können. Dazu bedarf es einer klaren Abkehr vom bisherigen System: Fossile Brennstoffe, ineffiziente Industrieprozesse und Verbrennermotoren gehören genauso der Vergangenheit an, wie ressourcenintensives Bauen, Lebensmittelüberproduktion und ungleiche Bildungschancen.

„Unser derzeitiges System ist nicht ‚kaputt‘ — das System tut genau das, was es soll. Es kann nicht länger ‚repariert‘ werden. Wir brauchen ein neues System.“

Offener Brief an die EU.

Ein klimaneutrales Wirtschaftssystem

Wie ein solches System aussehen soll, steht heute noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sich die Wirtschaft bereits in ihrer Klimatransformation befindet. In Deutschland alleine treiben Wirtschaftsverbände wie LeadersforClimateAction, UnternehmensGrün, GreenTechAlliance, Klima-Allianz, BUND und viele mehr den Wandel an. Dem entgegen stehen Subventionen in fossile Brennstoffe in Höhe von 50 € Milliarden pro Jahr in Deutschland und über 300 € Milliarden in der EU. Ein neues System muss für Unternehmen Anreize schaffen, ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Steuervorteile für Firmen mit nachhaltigem Geschäftszweck, ein fairer CO2-Preis, die Förderungen von klimarelevanten Lösungen sowie ein einheitliches Lieferkettengesetz sind denkbare Schritte hin zu einer erfolgreichen Klimatransformation. Die EU denkt außerdem über eine deutliche Plastikabgabesteuer, die Ausweitung des Emissionshandels auf Flugzeuge und Schiffe, eine Digitalsteuer oder ein Sonderzoll auf Produkte aus Drittländern, die es mit dem Klimaschutz nicht so genau nehmen, nach. 

Welche Möglichkeiten zeigt uns die Forschung auf?

“The next few years are probably the most important in our history.”

Debra Roberts Co-Chair of IPCC Working Group II

Die Exponential Roadmap empfiehlt PolitikerInnen genau welche Technologien und Innovationen in den nächsten 10 Jahren weiter ausgebaut werden müssen, um mindestens 50% der weltweiten CO2-Emissionen zu halbieren.

Ein Bild, das Screenshot enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Klimarelevante Lösungen, die 50% unserer Emissionen einsparen

Die 36 Lösungen haben das Potential bereits in 10 Jahren unsere CO2-Emissionen zu halbieren. 29 davon fokussieren sich darauf CO2 zu reduzieren, 7 Lösungen dienen dazu CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen. Die Zahlen auf der rechten Seite der Grafik (zum Vergrößern anklicken) zeigen das Reduktionspotential zwischen 2020-2030 auf. Energie zeigt hier das Reduktionspotential der Energiebranche (6,1 Gt), aber anderer Sektoren durch den Bezug von Wärme und Energie auf.

CO2-Reduktion ist also kein leeres Versprechen, keine Ausgleichszahlung oder politisches Hexenwerk. CO2-Reduktion ist jetzt sofort machbar. Sie muss auch Teil des EU-Gipfels sein. Eine enkeltaugliche und zukunftsorientierte Wirtschaft braucht mutige Entscheidungen und Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen machen die Klimatransformation vor, die Politik hat jetzt die Chance mitzuziehen und entsprechende Rahmenwerke zu setzten.

2020 ist das Jahr des Wandels.

Was macht dein Unternehmen schon in Sachen Klimaneutralität und Transformation? Welche der SDGs sind euer Fokus? Bei Fragen helfen wir gerne weiter.

5 Risikofaktoren, die Unternehmen unbedingt bedenken sollen, um die Klimatransformation nicht zu verpassen.

Im CHOICE Webinar #2 mit Nadine Michalske von Klima.Metrix konnten die TeilnehmerInnen lernen, dass Klimarisiken schon heute – in Deutschland und weltweit – Firmen akut beeinflussen. Diese Klimarisiken sollten nicht unbedacht bleiben. Im Gegenteil, sie sind Geschäftsrisiken. Langfristig geplant kann nicht nur CO2 gespart werden, sondern auch die Positionierung, Finanzierung und Reputation von Unternehmen entscheidend beeinflusst werden. Eine fokussierte Klimastrategie, basierend auf realen CO2-Werten, kann daher maßgeblich über die Entwicklung eines Unternehmens in den nächsten 5 Jahren entscheiden. Der kommende CLIMATE TRANSFORMATION Summit steht ganz in diesem Zeichen, mehr dazu hier.

Welche Klimarisiken gibt es?

Klimarisiken lassen sich in „Physische“ und „Transistorische“ Risiken einteilen. Physische Risiken sind uns meistens geläufig: z.B. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Transistorische Risiken sind hingegen als vorübergehend definiert und etwas sperriger. Laut BaFin stehen sie besonders im Zusammenhang mit der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Denn wie der IPCC Report aufzeigt, sind die atmosphärischen Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Stickstoffoxid so hoch wie seit mindestens 800.000 Jahren nicht mehr.

5 Faktoren von Transitionsrisiken

Transitionsrisiken beinhalten beispielsweise politische und rechtliche Maßnahmen (wie z.B. den Kohleausstieg und die steigende CO2-Steuer), hohe Investitionskosten (Sanierungen von Gebäuden und Anlagen) oder Zinsen (einige Banken binden schon heute die Zinshöhe an Klimarisikoprofile von Firmen), neue Technologien (z.B. Disruption durch Elektromobilität), veränderte Kundenpräferenzen oder gesellschaftliche Erwartungen. Diese Veränderungen können die Anforderungen an Geschäftsmodelle von Unternehmen, die hierauf nicht rechtzeitig reagieren und gegensteuern, gefährden.

Gibt es auch Chancen?

Chancen ergeben sich gerade aus den veränderten Bedingungen. Nicht jedes Unternehmen sollte sein altes Geschäftsmodell beibehalten oder gar weiter am Markt tätig sein. Besonders Ölkonzerne oder Autobauer sollten schleunigst umstellen. Aus dieser Umstellung ergeben sich für alte und neue MarktteilnehmerInnen Chancen. Der europäische Green Deal, Klimaklagen gegen Firmen wie TOTAL, aber auch Erfolgsgeschichten wie TESAL zeigen, dass eine Zeitenwende bereits begonnen hat. Selbst in den USA sind zwischen 2013 und 2018 nachhaltige Produkte 5,6 mal stärker gewachsen als konventionelle, laut Harvard Business Review. Sie werden außerdem als anpassungsfähiger und krisensicher beschrieben.  Vieles dieser Produkte und Services kannst du hier kennenlernen.

Was hat CO2-Berechnung damit zu tun?

Nur was messbar ist, ist auch managebar. Das wissen wir. CO2 ist nicht die einzige Kennzahl, um Nachhaltigkeit zu untersuchen, aber eine der messbarsten. Unternehmen kennen ihren CO2-Fußabdruck allerdings häufig nicht. Der Aufwand Daten zu erheben, Klimaziele festzulegen, Chancen und Risiken abzuwägen sowie konkrete Reduktionsmaßnahmen einzuleiten ist bis heute, im laufenden Betrieb, oftmals zu komplex. Anstatt ihr Risiko-Profil und CO2-Fußabdruck zu kennen, fliegen Unternehmen daher häufig im Blindflug.

Wie berechne ich einfach den CO2-Fußabdruck von meinem Unternehmen?

Seit einigen Jahren verändert sich der CO2-Berechnungsmarkt. Zahlreiche, kompetente Beratungen aber auch Softwarelösungen und offene Datenbanken zeigen ob Unternehmen unverändert Klimasünder bleiben oder sich als Climate Champion positionieren. Softwarelösungen dienen dabei speziell der CO2-Messung in Echtzeit, im eigenen Hause und mit professioneller Datenunterstützung. Klima.Metrix bietet hierzu einmalig die Möglichkeit an ihrer Studie zu Emissionseinsparungen in Corona-Zeiten mitzumachen. Deutsche Unternehmen mit mehr als 75 MitarbeiterInnen können kostenlos und anonym ihren CO2-Wert aus 2020 errechnen lassen und erhalten anschließend Maßnahmen für die Zukunft, um möglichst schnell CO2 zu reduzieren.

Wie kann ich mitmachen?

Wir helfen euch gerne weiter, schreibt uns einfach an. Auch wenn deine Unternehmen weniger als 75 MitarbeiterInnen hat, finden wir eine passende Lösung für dich. Außerdem kannst du beim CLIMATE TRANSFORMATION Summit direkt aus der Praxis lernen und online mitdiskutieren.

CHOICE WEBINAR #3 Gebäude LCA

Am 28. Mai lernst du im nächsten CHOICE Webinar von Philipp Hollberg, CEO und Gründer von CAALA wie ein Lifecycle Assessment eines Gebäudes durchgeführt wird und was es zu beachten gibt. Kostenlos anmelden kannst du dich hier.

Bildquelle: Unsplash.

Klimaneutral bis 2050? Beim CLIMATE TRANSFORMATION Summit kreieren wir gemeinsam Best-Practice Lösungen, um jetzt anzufangen!

Die EU plant bis 2050 klimaneutral zu sein. Deutschland alleine will allerdings bereits bis 2040 mehr als 50% seiner Emissionen einsparen und 60 Unternehmen fordern gar eine grüne Wirtschaft nach Corona. Damit stehen diese Großunternehmen aber nicht alleine da. Laut dem Green Startup Monitor vom Bundesverband Deutsche Startups e.V wandeln bereits über 6.000 Grüne Startups täglich unsere Wirtschaft und entwickeln tatkräftig Lösungen, die uns helfen CO2 zu messen, reduzieren oder auszugleichen.

Aber was heißt hier eigentlich klimaneutral?

Im letzten Jahr stieg die Suchanfrage auf Google in Deutschland alleine um 1000% an. Dabei ist oft nicht klar was sich hinter dem Begriff „klimaneutral“ verbirgt. JedeR scheint etwas anderes damit zu verbinden. Meint es nun das reine Kompensieren von CO2-Emissionen oder doch die Reduktion? Soll dies durch Zertifikate geschehen oder durch soziale Projekte? Warum kann man nicht in Deutschland Emissionsrechte durch Bäume pflanzen generieren und kann ein Ölkonzern wirklich klimaneutral sein? Viele dieser Fragen scheinen nicht geklärt.

Wir wissen auch nicht alles. Aber du!

Unsere Antwort auf den aktuellen Tatendrang im Homeoffice und die Suche nach mehr Transparenz, Wissen und gemeinsamem Netzwerk? Der CLIMATE TRANSFORMATION Summit. Gemeinsam mit UmweltexpertInnen, Climate Champions aus der Praxis, Change MakerInnen und Klimabeauftragten aus Unternehmen diskutieren und teilen wir einen Tag lang, online, wie wir die Klimatransformation jetzt angehen!

Ab heute Klimatransformator!

Ziel: 26.06.2020 startest du deine Klimatransformation und hast am Tag danach ein konkretes Set an Maßnahmen, die du gleich für die zweite Hälfte von 2020 bei dir im Unternehmen einsetzen kannst.

Der IPCC Report 2018 erinnert uns daran, dass 2020 das Jahr ist, in dem wir weltweit CO2 Emissionen einsparen. Das scheint bislang zu klappen. Wie wir das aber langfristig, wirtschaftlich und mit einem konsequenten Fokus auf CO2-Einsparung machen, finden wir gemeinsam raus.

Wie kann ich dabei sein?

➳ Als KlimabeauftragteR baust du den Bereich Nachhaltigkeit in deinem Unternehmen auf? Sei dabei und sicher dir jetzt dein Early-Bird Ticket!

➳ Als Climate Champion entwickelst du Lösungen, um CO2 zu messen, reduzieren oder auszugleichen? Bewirb dich jetzt unter kontakt@theclimatechoice.com mit dem Betreff „CLIMATE Champion“.

➳ Du bist Medienrockstar, Nachhaltigkeits InfluencerIn, Impact InvestorIn oder UmweltexpertIn? Sprich uns an unter kontakt@theclimatechoice.com mit dem Betreff „CLIMATE Rockstar“. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dir.

THE CLIMATE CHOICE organisiert den CLIMATE TRANSFORMATION Summit als Teil ihrer Mission, jedem Unternehmen die Klimatransformation einfach und unkompliziert möglich zu machen. Gemeinsam entwickeln wir eine Post-Corona Welt, in der Natur, Mensch und Wirtschaft im Einklang miteinander existieren.

Fragen? Schreib uns gerne.