Durch Food Waste Monitoring die Klimatransformation voranbringen

Jakob Breuninger und Valentin Belser

Interviewpartner: Machine-Learning-Experte Jakob Breuninger und Luftfahrtingenieur Valentin Belser haben 2017 Delicious Data gegründet. Das Münchner Startup nutzt künstliche Intelligenz, um die Verschwendung und Überproduktion von Lebensmitteln entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren.

Im Interview mit THE CLIMATE CHOICE erklären die beiden die besondere Bedeutung von Food Waste für den Klimawandel und geben Tipps, wie Unternehmen hier ansetzen und mithilfe von digitalen Tools Lebensmittel gezielt und bedarfsgerecht einsetzen können.

Wir freuen uns, dass Delicious Data als neuer CLIMATE Solution Partner auf unserer Plattform dabei ist. Könnt Ihr Euch kurz vorstellen? 

VB: Na klar, sehr gerne. Wir sind Jakob Breuninger und Valentin Belser und haben Delicious Data 2017 gegründet, um dem globalen Problem der Lebensmittelüberproduktion und der damit zusammenhängenden Verschwendung von wertvollen Ressourcen mit einer smarten, auf KI-basierenden Technologie zu begegnen. 

Die Idee zu Delicious Data kam uns beim Mittagessen in der Unimensa. Kurz vor Schließung war noch eine große Menge an frisch gekochtem Essen an der Ausgabe, gleichzeitig aber keine Gäste mehr vor Ort, um alles aufzuessen. Hier wurden wir zum ersten Mal auf das Problem von Abfällen in der Gastronomie aufmerksam. 

Mit unserer Plattform können wir Unternehmen jetzt unterstützen, den Lebensmitteleinsatz in der Außer-Haus-Verpflegung optimal zu steuern und so zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen. 

Welche klimarelevanten Herausforderungen seht Ihr im Alltag vieler Unternehmen heute?

JB: Lebensmittelverschwendung ist ein globales Problem: Ungefähr ein Drittel aller Lebensmittel gehen entlang der Wertschöpfungskette weltweit verloren. Das ist nicht nur eine Vergeudung von wertvollen Ressourcen, sondern dazu auch noch hochgradig klimaschädlich. Denn alleine die verschwendeten Lebensmittel sind für 8 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Jedes Kilo Food Waste verursacht nämlich 2,5 kg CO2-Äquivalente. 

In Deutschland entstehen jährlich ca. 1,7 Mio. Tonnen Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung! Ein enormes Potenzial, um einen ressourcenschonenden Beitrag im Bereich der Außer-Haus-Verpflegung, aber auch in Bäckereien und Supermärkten zu leisten. Mit unserem Food Waste Monitoring können wir bei vielen Unternehmen zunächst das Bewusstsein für die Überproduktion schärfen und Handlungspotenzial aufzeigen. 

Wie helft Ihr anderen Unternehmen, klimafreundlich zu handeln? 

JB: Unser vollumfängliches Feature-Set aus Absatzprognosen, Food Waste Monitoring, intelligentem Tagesplaner und dem Analyse-Dashboard ermöglicht es, Waren gezielt und bedarfsgerecht einzusetzen. Denn gerade bei der Planung des Lebensmittelbedarfs besteht oft sehr große Unsicherheit, was dazu führt, dass oft zu viel produziert wird. 

Der Deep-Learning-Algorithmus unserer Plattform dagegen plant den Wareneinsatz präzise und bringt alle verfügbaren Datenpunkte, wie Verkaufshistorie, Menüplan und externe Faktoren (Wetter, Feiertage und lokale Events) für die Prognose in Zusammenhang. So können die Unternehmen schon beim Einkauf mit realistischen Zahlen arbeiten und zur Reduzierung von Food Waste beitragen. Unsere Erfahrungswerte liegen hier bei einer um 40 % besseren Planungsgenauigkeit und einer Verringerung des Food Waste um 30 %. Einer unserer Kunden konnte z. B. in 6 Monaten 7.000 Essen retten. Das entspricht einem Klima-Impact von 8.651 kg weniger CO2 und 380.650 Litern weniger Frischwasser-Verschwendung. 

Gemeinsam haben wir den CLIMATE Readiness Check durchgeführt. Was war eure Motivation dabei? 

VB: Heutzutage ist es absolut wichtig für Unternehmen zu analysieren, wo sie in Bezug auf nachhaltiges Handeln und Wirtschaften stehen und welche Hebel in Bewegung gesetzt werden können, um einen relevanten Impact zu mehr Nachhaltigkeit und ressourcenschonendem Wirtschaften zu leisten. 

Was sind die drei Best Practices, die ihr Unternehmen mit auf den Weg geben wollt?

1. Vorteile des digitalen Fortschritts nutzen, um Ressourcen schonend einzusetzen

2. Mittels Datenanalyse ein Auge auf den Einsatz der Ressourcen haben

3. Prozesse und Abläufe auf Nachhaltigkeit prüfen

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Bildquelle: Unsplash