Klimatransformation 2022 – Jahresrückblick im Expert:innen-Panel

Unternehmen standen 2022 vor großen neuen Herausforderungen – von der Energiekrise über Lieferkettenengpässe bis hin zum Aufbau von Klimaresilienz. Wie konnten sie diese meistern und gleichzeitig den Wandel zur Low-Carbon-Economy vorantreiben?

Das haben wir gemeinsam mit unternehmerischen Vorreitern und Initiativen der Klimatransformation im finalen CHOICE Event #48 diskutiert. Hier findest du zusammengefasst die wichtigsten Learnings des Jahres von Expert:innen von B.A.U.M. e. V., Ørsted, HiPP und Green Planet Energy.

B.A.U.M. e. V. – Ein starkes Netzwerk für Klimaschutz in Unternehmen

Yvonne Zwick – Vorsitzende, B.A.U.M. e. V.

B.A.U.M. e. V., das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften, engagiert sich seit jeher dafür, Umwelt- und Klimaschutz in Unternehmen zu verankern. Mit der Initiative Wirtschaft pro Klima hat der Verein seit Mai 2022 diesem Kernthema nun auch eine eigene Plattform eingeräumt, die es Unternehmen ermöglicht, ihr Klimaengagement und ihre Erfahrungen zu teilen. Der cross-sektorale Dialog verknüpft dabei die Themenkreise des Nachhaltigkeitsmanagements mit der Vorbereitung auf kommende europaweite Berichterstattungspflichten sowie Möglichkeiten konkreter Marktanreizstrukturen für die Transformationsfinanzierung. Zahlreiche Unternehmen engagieren sich bereits bei Wirtschaft pro Klima. Sie zeigen erfolgreich, dass Klimaschutz im Unternehmen möglich und auch ökonomisch sinnvoll ist.

Yvonne Zwick – Vorsitzende, B.A.U.M. e. V.: „Unseren strategischen Ansatz, das Netzwerk zu mobilisieren, die Transformationsdynamik zu entfesseln und in den Kompetenzaufbau zu investieren, werden wir auch 2023 weiter verfolgen. Mit dem „Digitalen B.A.U.M.“ sind die Grundlagen gelegt, um in den Intervallen zwischen unseren raren Präsenz- und vielen digitalen Veranstaltungen die Vernetzung der Mitglieder untereinander zu ermöglichen. Wir setzen unser Qualifizierungsprogramm für Azubis und Trainees, die SDG-Scouts, sowie die Transformationsdialoge im Rahmen der Initiative Wirtschaft pro Klima fort.“

Green Planet Energy – Erneuerbare sind die eigentliche Lösung der Energiekrise

Carolin Dähling – Stellvertretende Bereichsleitung Politik und Kommunikation, Green Planet Energy

Das Jahr 2022 hat den Energieversorger Green Planet Energy vor allem dazu gezwungen, seine Geschwindigkeit und Agilität zu erhöhen. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurde der internationale Energiemarkt durcheinander gewirbelt und als Reaktion folgten diverse politische Interventionen wie die Strompreisbremse, Gasumlage oder Gaspreisbremse. Entsprechend hatte das Team von Green Planet Energy viel damit zu tun, die jeweils aktuelle Informationslage zu erfassen, zu verarbeiten, entsprechende Anpassungen vorzunehmen und diese transparent mit den Kund:innen zu kommunizieren.

Bestärkt fühlt sich Green Planet Energy in der langfristigen Strategie, in den Aufbau eigener und erneuerbarer Anlagen zu investieren. Nach Ansicht von Carolin Dähling kann die tatsächliche Lösung der aktuellen Energiekrise nur der Ausbau erneuerbarer Energien sein. Gerade für Unternehmen stellt sich die Investition in eigene Anlagen, z. B. POV auf dem eigenen Dach, als einzig sinnvolle Option dar, um sich bei der Strombeschaffung langfristig abzusichern. Denn erneuerbare Energiequellen sind nicht nur gut fürs Klima, sie senken auch die Beschaffungskosten sowie zukünftige Risiken aufgrund geopolitischer Krisen.

Ørsted – Lieferanten müssen 100 % grünen Strom beziehen

Steffen Kück – Senior Communication Advisor, Ørsted

Ørsted ist das erste Energieunternehmen der Welt, dessen Netto-Null-Ziel von der Science Based Targets Initiative (SBTi) als “ wissenschaftsbasiert“ bestätigt wurde. Bis 2040 will das Unternehmen in seiner gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen. Nachdem bereits Pläne für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorliegen, besteht die größte Herausforderung für Ørsted nun darin, die Emissionen der Lieferkette zu reduzieren.

Mit dem Start seiner Netto-Null-Initiative im Jahr 2020 hat Ørsted daher ein Programm zur Dekarbonisierung der Lieferkette initiiert. Dieses zielt in erster Linie auf die strategischen Lieferanten des Unternehmens in den kohlenstoffintensivsten Kategorien ab, darunter die Herstellung von Windturbinen, Fundamenten, Umspannwerken und Kabeln. Auf die strategischen Lieferanten entfallen etwa 50 % der Beschaffungsausgaben von Ørsted. Im August 2022 hat Ørsted darüber hinaus angekündigt, dass alle Lieferanten bis 2025 zu 100 % auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen umsteigen müssen. Das Unternehmen erwartet von seinen Lieferanten, dass sie ihren Stromverbrauch mit erneuerbarem Strom decken, indem sie in Anlagen für erneuerbaren Strom vor Ort investieren, PPAs mit Projekten für erneuerbare Energien abschließen oder Zertifikate für erneuerbaren Strom kaufen. Ørsted will seine Lieferanten mit Leitlinien für erneuerbare Energien unterstützen, um die jeweils besten Lösungen auszuwählen.

HiPP – Dekarbonisierung der Lieferkette im Fokus

Dr. Johannes Knubben – Leitung Nachhaltigkeitsmanagement, HiPP

Auf dem Weg zum klimapositiven Unternehmen hat der Babynahrungshersteller HiPP im Jahr 2022 ebenfalls daran gearbeitet, CO2-Einsparpotenziale entlang der Wertschöpfungskette zu ermitteln und auszuschöpfen. Um die hierfür nötigen Informationen über den Klimareifegrad seiner Lieferanten zu erhalten, hat HiPP das Software-Tool von THE CLIMATE CHOICE eingesetzt. Die Climate Intelligence Platform bietet einen strukturierten und skalierbaren Prozess zur Erfassung und zum Management klimarelevanter Lieferantendaten. Auf der Grundlage der gesammelten Daten liefert das spezialisierte SaaS-Tool Informationen und Orientierungshilfen für die Einbindung von Lieferanten in Klimastrategie und Reduktionsziele.

Dr. Johannes Knubben, Leiter Nachhaltigkeitsmanagement bei HiPP: “Die Bereitstellung von Rohstoffen als essentieller Bestandteil unseres Geschäftsmodells erfordert die Prüfung von Umwelt- und insbesondere Klima-Auswirkungen der vorgelagerten Lieferkette. Das Software-Tool von THE CLIMATE CHOICE bietet hierfür die ideale Lösung und ermöglicht es uns, einen skalierbaren und verlässlichen Prozess zur Erhöhung der klimarelevanten Transparenz unserer Lieferkette umzusetzen. Auf dieser Datengrundlage können wir unsere ambitionierten Klimaziele im Scope 3 zusammen mit unseren Lieferanten sichtbar machen und gemeinsam voranbringen.”

THE CLIMATE CHOICE – KMU den Einstieg in die Klimatransformation erleichtern

Lara Obst – Mitgründerin, THE CLIMATE CHOICE

Zusammenarbeit ist nach Meinung von Lara Obst der Schlüssel, um die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts, die Klimatransformation, zu bewältigen. Denn bis zu 90 % der Emissionen eines Unternehmens entstehen in der Lieferkette – und können entsprechend nur in Kollaboration mit den Lieferanten reduziert werden. Diese sind jedoch in den allermeisten Fällen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die nur begrenzt Möglichkeiten haben, um ihr Klimamanagement strukturiert umzusetzen. Wie können Unternehmen dennoch grundlegende Daten über den Klimareifegrad ihrer Lieferanten erheben und sie dazu befähigen, den ersten Schritt in Richtung einer erfolgreichen Klimatransformation zu gehen?

Diese Frage hat sich das Team von The Climate Choice gestellt und als Antwort im Oktober 2022 den digitalen Climate Readiness Check veröffentlicht. Das Software-Tool adressiert die zentralen Einstiegsbarrieren in das Klimadatenmanagement für kleine und mittelständische Lieferanten: fehlendes Know-How und Ressourcen.

The Climate Choice - Free Climate Readiness Check

Um diese zu überwinden, braucht es einfach anzuwendende Erkenntnisse und Einblicke bei gleichzeitig minimalem Zeit- und Kostenaufwand. Der Climate Readiness Reck bietet daher genau das: eine kostenlose und 5-minütige digitale Befragung, welche die wichtigsten Dimensionen des unternehmerischen Klimaschutzes abdeckt. Unternehmen können ihre Lieferanten einladen, den digitalen Klima-Check durchzuführen und aufgrund des geringen Aufwands skalierbar und mit hoher Rückmeldequote klimarelevante Daten ihrer Lieferkette erfassen.

Du möchtest mehr über den Climate Readiness Check und die Möglichkeiten der Climate Intelligence Platform erfahren? Dann fordere hier Informationen an.

Durch nachhaltigen Einkauf die Klimatransformation im Unternehmen umsetzen

Eine faire und klimafreundliche Wirtschaftsweise verlangt insbesondere eine nachhaltige Beschaffung. Viele Unternehmen sind aktuell dabei, erste Maßnahmen dazu umzusetzen, doch in den meisten Fällen fehlt ein strukturierter Ansatz, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Die globalen Lieferketten sind aktuell fast dauerhaft im Krisenmodus und es fehlt vielen Einkaufsverantwortlichen ausreichend Zeit, sich systematisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Wie können sie dennoch eine nachhaltige Beschaffung etablieren und ihre Einkaufsorganisation mit zahlreichen Unterstützungsangeboten auf diese Transformation vorbereiten und sogar zertifizieren lassen? Das haben wir im CHOICE Event #40 von Sarah Baer vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) sowie von Yvonne Jamal vom JARO Instituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung e.V. erfahren. Die wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem Vortrag haben wir für Dich zusammengefasst. 

Was kostet uns die Klimatransformation?

Die Höhe der Kosten für die Klimatransformation sind für viele immer noch schwer greifbar. Für einen ersten Eindruck schauen wir uns daher ein paar wichtige Zahlen an, die vor allem zeigen: Klimaschutz kostet Geld – kein Klimaschutz kostet noch mehr Geld!

Alleine im Jahr 2020 betrugen die weltweiten wirtschaftlichen Belastungen und Schäden durch Naturkatastrophen bereits 190 Mrd. Dollar (Quelle: Swiss Re Institute 2021). Wohlgemerkt sind in diese Zahl noch nicht die verheerenden Katastrophen des letzten Jahres eingerechnet wie die Flut im Juli 2021 im Ahrtal oder die Waldbrände in Australien, Kanada oder den USA. Zu den wirtschaftlichen Schäden kommt noch der zunehmende Verlust unserer natürlichen Umwelt. Hierzu zählen sowohl das Sterben der Korallenriffe, Vergrößerung der Waldbrandflächen, verkleinerter Lebensraum für viele Tierarten und entsprechendes Massenaussterben.

Demgegenüber stehen die Investitionskosten für einen flächendeckenden Wandel hin zu einer weltweit klimakompatiblen Wirtschaft. Experten schätzen, dass ca. 2 % des jährlichen weltweiten Bruttoinlandsprodukts notwendig sind, um die Klimatransformation umzusetzen. Das entspricht ca. 1,6 Billionen Euro. Um einen besseren Eindruck von dieser Zahl zu bekommen, hilft der Vergleich zu anderen aktuellen Ausgaben und Investitionsvolumen: So wurde weltweit für das Militär im Jahr 2020 bereits 2,4 % des jährlichen weltweiten BIP ausgegeben (= 1,75 Billionen Euro) und für die weltweiten Hilfsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie in den ersten 9 Monaten 2020 sogar 14 % des jährlichen weltweiten BIP (= 10,5 Billionen Euro).

Wir sehen also, die nötigen Investitionen für die Klimatransformation sind realisierbar und verhindern vor allem weitaus größere Kosten. Was bedeutet das nun für den Einkauf und wie kann er eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des unternehmerischen Klimaschutzes einnehmen?

Der Einkauf als Multiplikator nach Innen und Außen

Der Einkauf nimmt gleich einer Spinne in ihrem Netz eine wichtige Vermittlerposition im komplexen Prozess-Geflecht der Klimatransformation ein. Denn auch wenn natürlich im Vorstand oder den CSR-Abteilungen die wichtigen klimarelevanten Maßnahmen des Unternehmens geplant und vorangetrieben werden, entscheiden letztlich die Einkaufsleiter:innen, wofür das Geld des Unternehmens ausgegeben wird. Zudem prägen sie durch ihre Einkaufsentscheidungen die Nachfrage am Markt und nehmen entsprechend Einfluss darauf, welche neuen Angebote dort entstehen.

Bei der Perspektive nach Innen, tauscht sich der Einkauf zunächst intensiv mit dem Vorstand & der Geschäftsführung des Unternehmens aus, da er sowohl dessen Vorgaben ausführen soll, aber auch wichtige Impulse geben kann. Zusammen mit der Finanzabteilung als aus der CSR-Abteilung geht es aktuell beim Thema Sustainable Finance vor allem darum, dass klimarelevante Daten aus der Lieferkette für entsprechende ESG-Reportings erhoben und transparent gemacht werden. Aber auch für weitere Bereiche wie Sales & Marketing oder die Personalabteilung beim Thema Recruiting werden die Klimatransformation und entsprechende Fortschritte durch den Einkauf immer wichtiger. 

Nach Außen sind in erster Linie natürlich die Lieferanten der wichtigste Ansprechpartner für den Einkauf. Mit ihnen zusammen gilt es, mehr Transparenz zu klimarelevanten Themen und Prozessen aufzubauen und so erfolgreich Dekarbonisierungsmaßnahmen entlang der gesamten Lieferkette umzusetzen. Aber auch weitere externe Stakeholder – wie die Zivilgesellschaft oder Kund:innen – können sowohl sowohl von der Arbeit und Expertise des Einkauf profitieren als auch die Arbeit des Einkaufs an der Umsetzung der Klimatransformation durch Know-How – z. B. von Fach-Verbänden oder der Forschung – unterstützen.

Die vier Schritte zur nachhaltigen Beschaffung

Um die zentrale Rolle des Einkaufs bei der Klimatransformation nun wahrzunehmen und in die Tat umzusetzen, haben sich vor allem vier folgenden Schritte nach dem nachhaltigen Beschaffungsprozess-Modell von Fröhlich bewährt (Quelle: CSR und Beschaffung, Das nachhaltige Beschaffungsprozess-Modell, Elisabeth Fröhlich (Fröhlich et al. 2013, S. 214)):

  1. Die Basis schaffen
    • Unterstützung des Top Managements einholen
    • Verbündete im Unternehmen finden
    • Alle relevanten Stakeholder identifizieren
    • Wesentlichkeitsanalyse für Ihre Warengruppen durchführen
    • Nachhaltige Beschaffungsziele definieren
  2. Beschaffungsprozesse um nachhaltige Aspekte erweitern
    • Nachhaltige Beschaffungsstrategie formulieren
    • Richtlinien, AEBs und Verträge anpassen
    • Nachhaltigkeitsprogramm für den Einkaufentwickeln (dabei den gesamten Beschaffungsprozesses berücksichtigen)
    • Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen
  3. Aktive Einbindung der Lieferkette
    • Lieferkette aktiv einbinden
    • Nachhaltige und transparente Kriterien für die Lieferantenauswahl und -bewertung festlegen
    • Faire Zusammenarbeit mit Lieferanten auf Augenhöhe zur gemeinsamen Steigerung der Nachhaltigkeitsleistung
    • Vorlieferanten (Multi-Tier Supplier) einbeziehen
  4. Erfolgskontrolle
    • Wirksamkeit der Maßnahmen mit vorab festgelegten Indikatoren überprüfen
    • Transparent über den Fortschritt und Herausforderungen berichten
    • Eventuelle Korrekturmaßnahmen einleiten und Ziele stetig steigern (KVP)

Zertifizierung für eine nachhaltige Beschaffungsorganisation

Zu guter Letzt besteht für Unternehmen sowie ihren Einkaufsabteilungen die Möglichkeit einer Zertifizierung als nachhaltige Beschaffungsorganisation. Hiermit können sie nicht nur den eigenen Stand der Klimatransformation überprüfen und für externe Stakeholder validieren lassen – gleichzeitig bietet es ihnen auch eine hilfreiche Anleitung für die weitere Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen. Ein Beispiel hierfür ist die BME-Zertifizierung „Nachhaltige Beschaffungsorganisation“. Sie gliedert sich in drei unterschiedliche Level, von einer Online -Selbstanalyse bis hin zur Vor-Ort-Auditierung der Umsetzung des Nachhaltigkeitsprogrammes mit jährlichem Überwachungsaudit.

Wer die Zertifizierung durchführen lassen will, muss sich zu bestimmten Mindestkriterien verpflichten. Diese geben einen anschaulichen Leitfaden für eine nachhaltige Einkaufspraxis und lauten: 

  1. Erklärung der Geschäftsführung zur Einhaltung der Menschenrechte
  2. Erstellung eines Supplier Code of Conduct (oder die Nutzung z.B. des BME Code of Conduct
  3. Entwicklung einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie (inkl. Risikoanalyse, Ziele, Maßnahmen & Indikatoren)
  4. Benennung eines Nachhaltigkeitsverantwortlichen für den Einkauf
  5. Umsetzung und Fortführung der Beschaffungsstrategie in Form eines Nachhaltigkeits-Programms für den Einkauf mit priorisierten Handlungsfeldern, Zielsetzung und Verantwortlichkeiten
  6. Integration von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in die operativen und strategischen Beschaffungsprozesse durch die Formulierung einer nachhaltigen Beschaffungsrichtlinie
  7. Kaskadierte Lieferkettenanalyse: Schaffung von Transparenz in der Lieferkette von mindestens 3 wesentlichen Lieferanten pro Jahr
  8. Erstellung eines jährlichen Nachhaltigkeitsberichts der Beschaffung mit Management Review der Strategie/gesetzten Ziele und Optimierungsplan
  9. Beteiligung an einer jährlichen BME Erhebung zu definierten KPIs für eine regelmäßige Benchmark Analyse

Mit der Zertifizierung und den Mindestkriterien bietet der BME Unternehmen jeder Größe die Möglichkeit, Fragestellungen zur nachhaltigen Beschaffung zu strukturieren und in das eigene Risikomanagement zu integrieren. 

Vielen Dank für Eure Einblicke, Yvonne und Sarah! Das CHOICE Event könnt Ihr Euch im verlinkten Video ansehen. 

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Was die Folgen des Ukraine-Konflikts für Klimastrategien von Unternehmen bedeuten

Die Klimakrise ist schon Kraftakt genug und erfordert radikale Lösungen. Doch mit dem Angriff Putins auf die Ukraine kommen alle bisherigen Planungen für den Klimaschutz in eine Phase der Unsicherheit. Die Ungewissheit über den Umfang und die Folgen von Sanktionen, Embargos und den Gegenreaktionen bringen viele Klimamaßnahmen ins Stocken. Nicht nur ein Lieferstopp für Gas im kommenden Winter, sondern auch die Unterbrechung der Lieferungen von anderen Rohstoffen sowie unkalkulierbare Energiepreise bergen ernste Sorgen eines Abrisses von Lieferketten und möglicherweise einer teilweisen Deindustrialisierung.

Wie können Entscheidungsträger:innen auf die veränderte Situation reagieren? Darüber haben wir im CHOICE Event #38 mit Robert Werner, Geschäftsführer der greenmiles GmbH und des Hamburg Institut, gesprochen. Die wichtigsten Erkenntnisse aus seinem Vortrag haben wir für Dich zusammengefasst. 

Wirtschaftliche Auswirkungen des Krieges

Die individuellen Schicksale und menschliche Tragödie des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine sind kaum in Worte zu fassen und stehen bei der Auseinandersetzung mit Putins Verbrechen gegen die Menschlichkeit an erster Stelle. Darüber hinaus hat der Krieg ebenfalls indirekte und komplexe Auswirkungen und wirtschaftliche Folgen, die weit über die Grenzen der Ukraine und Russlands hinaus reichen. Auch Unternehmen in Deutschland sind davon betroffen und müssen sich nun überlegen, wie sie ihre Klimastrategie in Hinblick auf die neuen Unsicherheiten anpassen.

Der Ausgangspunkt aller wirtschaftlichen Auswirkungen sind dabei die Sanktionen und Embargos der Mitgliedsstaaten der EU sowie potentielle Lieferstopps als Gegenreaktion von Seiten Russlands. Diese haben bereits zu Energieknappheit und steigenden Energiepreisen geführt. Weiterhin kommt es vermehrt zu Engpässen bei Rohstoffen und Bauteilen. Dies kann jederzeit zu Störungen in Lieferketten führen, welche unter anderem gebraucht werden, um die Energie- und Klimawende zu beschleunigen. Der Ausfall beim Getreideanbau und der Speiseölproduktion birgt darüber hinaus nicht nur humanitäre Risiken, sondern befeuert ebenfalls die Inflation, welche zusammen mit dem Rückgang des BIP und Arbeitsplatzverlusten die Gesellschaft zunehmend unter eine Belastungsprobe stellt.

Auswirkungen eines Lieferstopps fossiler Energien

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die wirtschaftlichen Verbindung zwischen Deutschland und Russland in Bezug auf die unterschiedlichen Formen fossiler Energien. Im Falle eines Lieferstopps würde sich der Bedarf an Steinkohle dabei relativ gut über den Weltmarkt abdecken und entsprechend ausgleichen lassen. Ähnlich sieht es beim Öl aus, für das es einen funktionierenden Weltmarkt gibt, auch wenn die aktuelle Dominanz der Druschba-Pipeline für Deutschland einen größeren Aufwand bei der Umstellung bedeuten würde. Am schwierigsten stellt sich jedoch die leitungsgebundene Belieferung mit Erdgas dar. Aktuell stammen 55 % des deutschen Erdgasverbrauchs aus Russland. Würde Deutschland jetzt drastische Einschnitte beim Import vornehmen, wäre noch nicht geklärt, wie der Bedarf für Wärmeerzeugung im kommenden Winter 2022/23 abgedeckt werden könnte. Bei einem verzögerten Ausstieg über einen Zeitraum von drei Jahren bestünde nach Expertenmeinung die Möglichkeit, durch den Import von Flüssigerdgas (LNG) die entstehenden Lücken größtenteils zu schließen.

Auswirkungen eines Embargos von weiteren Rohstoffen

Auch wenn der öffentliche Fokus aktuell vor allem auf mögliche Engpässe bei der Belieferung mit Erdgas liegt, sollten nicht die weiteren Rohstoffe vergessen werden, bei denen Russland zu den Hauptlieferanten weltweit gehört. Falls diese in weitere Embargos eingeschlossen werden, müssten sich die entsprechenden Lieferketten ebenfalls erheblich umorganisieren. Eine Übersicht der wichtigsten Rohstoffe findet sich in der folgenden Liste:

Preissteigerungen

Welche konkreten Auswirkungen hat der Krieg nun bereits gehabt? Schauen wir auf die Preisentwicklungen der letzten Monate, wird ein drastischer Anstieg der entsprechenden Rohstoffpreise mit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich. Gleichzeitig hat sich die Preisentwicklung aber nach dem ersten großen Anstieg bei vielen Rohstoffen wieder entspannt, was sich auf Umverteilungen auf dem Weltmarkt zurückführen lässt.

Weitaus gravierende und langfristigere Folgen werden allerdings durch steigende Energiepreise auf die deutsche Wirtschaft zukommen. Bereits jetzt sind die Folgen des Preisanstiegs für Strom und Gas deutlich zu spüren und Unternehmen planen, wie sie mit der erhöhten Energiepreis-Belastung umgehen können. Aus der Perspektive der Klimatransformation ergeben sich hieraus wiederum neue Impulse, da das klassische Energiesparen sowie Effizienzmaßnahmen deutlich Kosten reduzieren können. Ebenso steigt aktuell der ökonomische Anreiz für den Umstieg von Gaswärme auf Wärmepumpen – dies jedoch möglichst in Kombination mit PV-Anlagen zum Eigenverbrauch, da Wärmepumpenstrom aus dem Netz ebenfalls teurer wird.

Auswirkungen auf unternehmerische Klimastrategien

Was heißt das alles nun für Unternehmen und ihre Klimastrategien? Zunächst lässt sich feststellen, dass der Handlungsdruck auf Unternehmen deutlich gestiegen ist, wenn es um das Vorantreiben der Energiewende und Energieeffizienzmaßnahmen geht. Hieraus ergeben sich neue Impulse und Chancen:

Bei all diesen Chancen und Möglichkeiten kommen gleichzeitig auch neue Risiken und Herausforderungen als unmittelbare Folgen von Krieg, Sanktionen und Embargos auf Unternehmen zu:

Fazit – Was tun?

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges haben Unternehmen ganz klar die großen Abhängigkeiten und damit verbundenen Risiken in ihren Lieferketten aufgezeigt. Daher tun sie nun gut daran, ihre Handelsbeziehungen zu latent „unfriedlichen“ Volkswirtschaften zu überprüfen, wenn es zum Beispiel um Photovoltaik und Batterien aus China geht oder um Wasserstoff aus dem Mittleren Osten und Afrika. 

Generell muss bei Investitionen in die Klimatransformation vieles neu berechnet werden. So werden sich durch die Verteuerung von Energie einige Maßnahmen schneller rechnen – wie der Ausstieg aus Öl und Erdgas –, aber andere Maßnahmen auch verteuern – wie der Strombezug aus dem Netz für Wärmepumpen und E-Mobilität. Die neuen Risiken für längere Lieferzeiten und höhere Kosten bei Klimamaßnahmen müssen ebenfalls einkalkuliert werden. Die erschwerten Bedingungen verlangen letztlich ein noch agileres Projektmanagement und Vorgehen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur CO2-Reduktion.

Vielen Dank für Deine Einblicke, Robert! Das CHOICE Event könnt Ihr Euch im verlinkten Video ansehen. 

Klimaschutz wird zum Treiber der Digitalisierung

Frank Siebke

Zum Autor: Frank Siebke ist Geschäftsführer von mind-E und führt Unternehmen mithilfe von Best-Practice-Lösungen Schritt für Schritt durch die Klimatransformation. Von der CO2-Bilanzierung über Optimierung von Produktionsprozessen bis zur CSR-Berichtserstattung stehen digitale Lösungswege im Vordergrund. Beide Themen „Digitalisierung und Klima“ müssen zur Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen gemeinsam entwickelt werden.

Doppeleffekt: Unternehmen setzen für Wachstum vermehrt auf die Kombination aus Klimaschutz und Digitalisierung

Laut einer BCG Studie aus dem Jahr 2021, betrachten 55 Prozent von 800 weltweit befragten Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit als Kernkriterium zur Digitalen Transformation. Im Bereich der produzierenden Unternehmen sind es gar 77 Prozent. Die Potenziale, sowohl Kosten als auch CO2 einsparen zu können sind enorm. Welche Digitalisierungseffekte lassen sich nun für Unternehmen aus der Klimatransformation generieren?

Die CO2-Bilanz ist der Ausgangspunkt

Startpunkt eines erfolgreichen Konzepts für Klimaschutz aus dem Bereich Nachhaltigkeit in den Unternehmen ist die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks. Die Berechnung erfolgt anders als noch vor wenigen Jahren digital und mit hoher Automatisierung. Mittels moderner Software, die mit allen wichtigen Emissionsdatenbanken verknüpft ist, müssen lediglich noch die spezifischen Emissionen des Unternehmens eingespielt werden. Diese Informationen liegen in der Regel bereits in den ERP-Systemen der Unternehmen vor, können exportiert und über Algorithmen bilanziert werden. 

Diese Methode zur Erstellung einer unternehmerischen CO2-Bilanz wird mutmaßlich alle bisherigen Bilanzierungsformen ablösen. Glücklicherweise gibt es verschiedene marktreife Lösungen zum Geschäftsjahr 2023, rechtzeitig zum Inkrafttreten der neuen CSR Berichtspflicht (CSRD, Corporate Sustainability Reporting Directive).

Das Greenhouse Gas Protocol als Standard

Als CO2-Bilanzierungsstandard setzt sich aktuell das Greenhouse Gas Protocol (GHG) mit seinen Scopes 1, 2 und 3 durch, der einen vollständigen CO2-Fußabdruck des Unternehmens abbildet. Vorteil hier ist, dass damit nicht nur Emissions-Hotspots des Unternehmens (Scope 1 und 2) identifiziert werden können, sondern auch wichtige Erkenntnisse zur Lieferkette geliefert werden (Scope 3), die in der Regel den größten Teil des Fußabdrucks ausmacht – je nach Branche bis zu 90 Prozent.

Durch Einbindung der Lieferkette in die eigene Klimatransformation erhält der Einkauf zusätzliche Steuerungselemente, die bis zur Entwicklung oder Anpassung von Produkten reicht – oder häufig auch genau den umgekehrten Weg, von Kundenanforderungen über die Produktentwicklung zu den Zulieferern. 

TRENDBOOK Nachhaltigkeit mit Digitalisierung, 2022

Die Methodik des GHG entwickelt sich laufend weiter und ist für das einzelne Unternehmen als ein Managementsystem zu verstehen. Um künftig aber auch eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den Unternehmen herzustellen, entstehen für einzelne Branchen eigene Rahmenwerke, wie zum Beispiel PCAF im Bereich Finance oder GLEC für Logistic.

Untermessungen, Digital Twins und Automation werden zum Digitalisierungsturbo

Auch Produktionsprozesse profitieren von der Kombination aus Klimaschutz und Digitalisierung. Mit Digital Twins können Produktionsanlagen, einzelne Abschnitte daraus oder Gebäude 1:1 abgebildet und so direkt CO2- und Energieeinsparungen erkannt, als auch Wartungsintervalle punktgenau vorhergesagt (predictive maintenance) oder Ausschüsse in der Produktion reduziert werden. Jeder Ausschuss, der nicht produziert wird, ist ein großer Hebel zur CO2-Reduktion, Energie- und Kosteneinsparung.

Eine wirksame Vorstufe vor der Implementierung von Digital Twins sind Untermessungen, die sich in Gebäuden oder entlang von Produktionsanlagen sehr einfach installieren lassen. Innerhalb kurzer Betrachtungszeit können unentdeckte hohe Verbraucher eingegrenzt und optimiert werden.

Weiteres Einsparpotenzial bietet eine Prozessautomatisierung. Sie erhöht die Effizienz, Flexibilität und die Qualität von Prozessen. Automatisierung ermöglicht einen bedarfsorientierten Einsatz, wodurch wiederum Energieverbräuche und Verschleiß reduziert werden. 

Ein großer Vorteil von digitalen Technologien ist die Möglichkeit, sie remote einzusetzen und beispielsweise Fernwartungen mittels AR-Brille durchzuführen. Dabei wird ein lokaler Techniker von einem Experten aus der Firmenzentrale geführt. Er sieht eingeblendete Informationen und setzt damit Inbetriebnahme, Wartung oder Reparatur selbst um. CO2-intensive Anfahrten werden vermieden und die Fehlerbehebung erfolgt meist sogar schneller.

Abfälle werden zu Wertstoffen

Digital wird auch die Erfassung des Abfallaufkommens als wichtiger Schritt zur Zirkularität. Enthaltene Wertstoffe werden strukturiert und können über angebundene Online-Portale automatisch vermarktet statt bisher teuer entsorgt werden.

Logistik ist ein Hauptverursacher

Die Transportbranche ist laut Umweltbundesamt in Deutschland der zweitgrößte CO2-Produzent. Hier gibt es also den größten Bedarf zur Reduktion, aber auch großes Potenzial durch Digitalisierung. Smart Mobility verringert Umweltbelastungen in der Logistik. Bereits eine smarte Routenführung hat einen großen Effekt. Das größte Potenzial liegt aber in der Optimierung der Laderaumnutzung sowie in der Vermeidung von Leerfahrten. 

Der CO2-Fußabdruck wird zu einer festen Kennzahl

Perspektivisch können wir davon ausgehen, dass neben Finanzen und Governance auch spezifische CO2-Daten ihren eigenen Stellenwert bekommen. Der CO2-Fußabdruck wird so zu einem wichtigen Mehrfachindikator und zu einem Steuerungselement. Er wird sukzessive Einzug in die meisten Unternehmensbereiche halten. 

© mind-e GmbH, 2022

FAZIT: Durch Digitalisierung dem Klimaziel einen großen Schritt näherkommen

Homeoffice und geringeres Pendelaufkommen – die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben nicht nur zur CO2-Reduktion beigetragen, sondern auch der Digitalisierung in den Unternehmen einen deutlichen Schub verpasst. Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom kann eine beschleunigte digitale Transformation über 40 Prozent des bis 2030 notwendigen CO2-Einsparziels bewirken. Das größte Potenzial liegt dabei in der Fertigung, gefolgt von Mobilität und Gebäuden. 

Und so schlummern in allen Unternehmen, die Klimaschutz und Digitalisierung gemeinsam vorantreiben jeweils enorme Potenziale, die sich über kurze Audits einfach prognostizieren lassen. Es gilt also, Klimaschutz und Digitalisierung zusammen zu denken, um den größten Nutzen zu erzielen. 

Dein Unternehmen treibt die Klimatransformation voran und sucht nach Unterstützung zur Erfassung transparenter Klimadaten zur Dekarbonisierung seiner Lieferkette? Dann freuen wir uns dich kennenzulernen und noch heute ein Gespräch auszumachen!

Der neue IPCC-Bericht – Die wichtigsten Erkenntnisse für Unternehmen

Anfang April veröffentlichte der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), auch Weltklimarat genannt, einen neuen Bericht über die Eindämmung des Klimawandels – ein deutlicher Weckruf, auch an die Wirtschaft! Denn jede weitere Verzögerung bei Maßnahmen für Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel hat verheerende Folgen für Mensch und Umwelt.

Der neue IPCC-Bericht geht nicht nur auf die irreversiblen Schäden ein, die durch die Klimakrise und die erheblichen Rückstände in Sachen Klimaschutz verursacht werden, sondern macht auch deutlich, wie wir uns heute an den Klimawandel anpassen müssen – denn noch sind effektive Anpassungsmaßnahmen möglich. Eines ist klar: Wir müssen jetzt handeln! Dies ist die Kernbotschaft der dritten Aktualisierung des 6. IPCC-Bewertungsberichts. 

Finde hier die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts.

Was sagt die Aktualisierung des IPCC-Berichts aus?

Die gute Nachricht zuerst: Der jüngste IPCC-Bericht ist ein deutlicher Beweis dafür, dass wir über alle Instrumente und das Know-how verfügen, um die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und den Klimawandel abzumildern. Die neue Aktualisierung enthält die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Klimawandel und informiert über den Status-Quo der globalen Erwärmung und des aktuellen Klimarisikos. Sie zeigt, dass wir die Emissionen bis 2030 in den Griff bekommen können, wenn wir jetzt handeln und klimarelevante Entscheidungen treffen.

Was wir dabei beachten müssen:

Die 1,5-Grad-Grenze kann nur eingehalten werden, wenn die globalen Emissionen bis zum Jahr 2030 um 45 % sinken und die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto Null sinken. Allerdings befinden wir uns aktuell nicht auf direktem Weg, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Der UN-Generalsekretär Guterres reagierte auf den IPCC-Bericht in einer Videobotschaft: „Dies ist keine Fiktion oder Übertreibung. Es ist das, wohin unsere derzeitige Energiepolitik laut der Wissenschaft führen wird. Wir sind auf dem Weg zu einer globalen Erwärmung von mehr als dem Doppelten des 2015 in Paris vereinbarten Grenzwerts von 1,5 Grad Celsius.“

Ohne sofortige und tiefgreifende Emissionssenkungen in allen Sektoren ist eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C nicht zu erreichen. Die Begrenzung der Erwärmung auf etwa 1,5 °C erfordert, dass die globalen Treibhausgasemissionen spätestens 2025 ihren Höhepunkt erreichen und bis 2030 um 43 % reduziert werden; gleichzeitig muss auch der Methanausstoß um etwa ein Drittel verringert werden. Aus dem Bericht geht jedoch auch hervor, dass der Fokus auf Klimaschutzmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Obwohl in den Jahren 2010 bis 2019 weltweit die höchsten jährlichen Treibhausgasemissionen der Geschichte verzeichnet wurden, hat sich die Wachstumsrate verlangsamt. Politische Maßnahmen und Gesetze führten zu einer zunehmend verbesserten Energieeffizienz, verringerten Abholzungsraten und sorgte für einen beschleunigten Einsatz erneuerbarer Energien.

Fazit: Der Klimawandel ist da, und zwar jetzt. Er verursacht bereits immense Schäden für Menschheit und Planeten und beeinträchtigt das allgemeine Wohlbefinden auf der Erde. Wir tun immer noch nicht genug, um die Emissionen zu reduzieren.

Es ist 5 nach 12 – Wir müssen handeln! 

Es gilt heute also, in allen Sektoren in den Wandel zu investieren und dabei alle verfügbaren Instrumente in den verschiedenen Sektoren zu nutzen sowie alle Reduktionspotenziale auszuschöpfen. Zu diesen Instrumenten gehören u. a. erneuerbare Energien, dezentrale Energieversorgung, elektrischer Verkehr, Kreislaufwirtschaft und Netto-Null-Gebäude. 

Wir sehen: Die Strategien zur Bewältigung der relevanten Fragen unserer Zeit existieren schon. Wie können wir die Treibhausgasemissionen reduzieren? Wie können wir Kohlenstoff binden? Wie können die Bereiche Gebäude, Mobilität, Landwirtschaft und Energie nachhaltiger werden? Auf diese Fragen gibt es bereits antworten, unzählige Klimalösungen und erprobte Best-Practices sind bereits bekannt  – Jetzt kommt es auf die Umsetzung an!

Die Chancen der Klimatransformation jetzt nutzen!

Der IPCC-Bericht hat es uns gezeigt: Wir haben es in der Hand! Wir können jetzt aktiv werden, indem wir die schon verfügbaren Instrumenten und Klimalösungen nutzen und als CLIMATE Community erprobte Best Practices austauschen. Sektorenübergreifend lässt sich die Herausforderung der Klimatransformation gemeinsam bewältigen, wenn wir die gesteckten Klimaziele jetzt in die Praxis übersetzen.

Der #CTS2022 bietet die Chance, sich mit Climate Champions und Klimalösungsanbieter:innen sowie Expert:innen aus der Praxis zu vernetzen und mehr zu Best Practices der Klimatransformation zu erfahren! 100 % online findet im Juni der 2-tätige climatesummit.de mit dem Fokusthema „Dekarbonisierung von Unternehmen und deren Lieferketten“ statt. Der Summit bietet nicht nur eine Bühne für spannende Diskussionen und Einblicke in die Klimatransformation führender Unternehmen, sondern lädt auch die Teilnehmenden dazu ein, eigene Erfahrungen zu teilen und Teil der Debatte zu sein. Ziel des #CTS2022 ist es, den Grundstein für Zusammenarbeit und Austausch auf Augenhöhe zu legen, um gemeinsam entlang der gesamten Wertschöpfungskette Klimaziele zu erreichen. Erfahre hier mehr zum Programm, den Speaker:innen und melde Dich jetzt an!

Unternehmerische Verantwortung wahrnehmen – CLIMATE Champion werden

Pascal Schwarz

Interviewpartner: Pascal Schwarz ist Referent für den Bereich Nachhaltigkeit & Energiemanagement bei elobau, ein weltweit agierender Hersteller von berührungsloser Sensortechnik, Füllstandsmessung und Bedienelementen für den Maschinen-​ und Anlagenbau sowie mobile Arbeitsmaschinen. elobau hat es sich zum Ziel gemacht, CLIMATE Champion zu werden und konnte sich mithilfe des CLIMATE Performance Assessments einen Überblick über klimabezogenen Chancen und Potenziale im Unternehmen verschaffen.

Im Interview mit THE CLIMATE CHOICE spricht Pascal Schwarz darüber, was es bedeutet, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und als Unternehmen die Klimatransformation voranzutreiben.

 Wir freuen uns, dass elobau als neuer CLIMATE Solution Partner auf unserer Plattform dabei ist. Könnt Ihr Euch kurz vorstellen? 

elobau ist ein mittelständisches Unternehmen, dass sich vor über 10 Jahren dem Thema der  Nachhaltigkeit verschrieben hat und mittlerweile weltweit rund 1000 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Über den Firmensitz in Leutkirch im Allgäu ist elobau in weiteren 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen steht für Flexibilität, Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Die Produktbereiche Bedienelemente, Sensorik, Maschinensicherheit und Füllstandmessung finden sich in den Branchen Off-Highway und Industrie wieder. Als Stiftungsunternehmen übernehmen wir in besonderem Maße Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Wir haben die Vision, die Welt nachhaltig mitzugestalten. 

Welche klimarelevanten Herausforderungen seht Ihr im Alltag vieler Unternehmen heute? 

Dass Unternehmen, die durch Umweltschutzmaßnahmen ihren Ausstoß von THG-Emissionen reduzieren, am Markt einen klar spürbaren Mehrwert darstellen. Daher kommen wir in der Politik nicht an einer entsprechenden Bepreisung der emittierten THG-Emissionen der Unternehmen, einer sogenannten CO2-Steuer, vorbei. Dies würde Unternehmen signifikant auf den Weg bringen, klimarelevante Veränderungen anzugehen.  

Wie helft Ihr anderen Unternehmen, klimafreundlich zu handeln? 

Gemeinsam haben wir die Kraft und die Chance einen positiven Impuls in der Welt zu leisten und damit eine nachhaltige Transformation hinsichtlich Politik und Gesellschaft zu schaffen. Durch unsere konsequente Transformation möchten wir einzelne Akteur:innen und andere Unternehmen inspirieren, diesen Weg zu gehen. Der Weg kann über einen inspirierenden Austausch beginnen und sich in einem langfristigen Begleitungsprozess widerspiegeln.  

 Gemeinsam haben wir das CLIMATE Performance Assessment durchgeführt. Was war eure Motivation  dabei? 

Als Unternehmen, das sich stetig weiterentwickeln und ungenutzte Potentiale aufdecken möchte, sehen wir uns in der Pflicht, uns von allen Seiten überprüfen zu lassen. Mit dem Ziel, eine ganzheitliche Transformation hin zu einem gemeinwohlorientierten Unternehmen anzugehen, sehen wir jeden weiteren Schritt als Motivation an. 

Wie hat euch das CLIMATE Performance Assessment auf dem Weg der Klimatransformation weitergeholfen?

Das CLIMATE Performance Assessment hat uns in vielerlei Hinsicht geholfen: Für uns wurde ersichtlich, wie elobau in den Bereichen Impact Model, Leadership, Transparency, Climate Performance und Climate Actions aufgestellt ist. Zusätzlich zeigte uns die Befragung im CLIMATE Performance Assessment zielgerichtete und wertvolle Klimapotentiale auf, die wir nun weiter verfolgen. Darüber hinaus hat uns das Best-Practice-Sharing-Modell sehr gut gefallen. Es ist spannend zu sehen, welche Unternehmen zu den High-Performern in den jeweiligen Bereichen zählen. Ein besonderer Mehrwert ist für uns die die Einordnung/Eingliederung in die Climate-Choice-Partnerschaft, in der reger und richtungsweisender Austausch stattfindet.

Was sind die drei Best Practices, die ihr Unternehmen mit auf den Weg geben wollt? 

Unternehmen haben schlicht durch ihre Größe einen enormen Hebel, der in Bezug auf Mitarbeiter:innen, Umwelt und Gesellschaft positiv eingesetzt werden kann und soll. Die drei Best Practices für Nachhaltiges Wirtschaften sind: Bewusstsein schaffen, bereit sein für Veränderung und sich ambitionierte Ziele stecken.

Du möchtest CLIMATE Champion werden und Dir einen besseren Überblick über die klimarelevanten Chancen und Risiken Deines Unternehmens verschaffen? Dann melde Dich bei uns und fordere Informationen zum CLIMATE Performance Assessment an.

So funktioniert eine multidimensionale Klimaanalyse – Warum es wichtig ist, nicht nur den CO2-Fußabdruck zu messen

Bei der Klimastrategie eines Unternehmens denken viele vor allem schnell an den „CO2-Footprint“. Klar: Wenn es um unternehmerischen Klimaschutz geht, dreht sich alles um Treibhausgasemissionen und darum, wie Unternehmen CO2 reduzieren oder ausgleichen können. Jedoch wird bei einer Klimaanalyse mit Hauptfokus auf die CO2-Emissionen häufig zu kurz gedacht. 

Kohlenstoffemissionen sind zwar eine zentrale Kennzahl für den Klimareifegrad eines Unternehmens und werden von Interessengruppen und Investoren während einer Klimaanalyse oft als Schlüsselfaktor von Nachhaltigkeit hervorgehoben. Dennoch ist die Klimawirkung eines Unternehmens viel umfangreicher als die ausgestoßenen Emissionen. Die Klimaleistung eines Unternehmens vollständig zu erfassen, erfordert eine viel umfassendere Betrachtung als lediglich die Berechnung der CO2-Emissionen. Wieso, erfährst du im Folgenden.

1. CO2-Fußabdruck nicht gleich ökologischer Fußabdruck

Zunächst wird selten zwischen dem CO2-Fußabdruck und dem sogenannten „ökologischen Fußabdruck“ eines Unternehmens unterschieden. Der CO2-Fußabdruck stellt die Treibhausgasemissionen (nicht nur Kohlenstoff sondern auch alle anderen klimaschädlichen Treibhausgase, wie Methan oder Lachgas) dar. Der „ökologische Fußabdruck“ ist ein komplexerer Nachhaltigkeitsindikator und umfasst darüber hinaus alle anderen Einflussfaktoren einer Unternehmenstätigkeit. Hierbei wird sowohl der Ressourcenverbrauch und die Landnutzung als auch Schädigungen der Ökosysteme und der Einfluss auf die ökologische Vielfalt betrachtet. Überdüngung, Übersäuerung und die Zerstörung der Ozonschicht sind weitere Faktoren, die in den ökologischen Fußabdruck hineinspielen. 

2. Die unternehmerische Klimaleistung ist nicht eindimensional 

Desweiteren ist die Klimaleistung eines Unternehmen nicht nur an den ökologischen Umweltbelastungen festzumachen. Es benötigt hier eine viel umfangreichere Klimaanalyse, welche alle Dimensionen der unternehmerischen Klimawirkung erfasst. Wichtig ist beispielsweise auch, inwiefern das Geschäftsmodell eines Unternehmens zu den EU-Klimazielen beiträgt und in welcher Intensität bereits Klimaziele umgesetzt werden. All dies ist Teil der Klimawirkung eines Unternehmens und sollte bei der Klimaanalyse gleichermaßen einbezogen werden.

Die Klimawirkung ganzheitlich betrachten

Es gilt also, die Klimawirkung als Ganzes zu betrachten. So lassen sich dementsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Klimaleistung im Unternehmen gestalten, welche unter allen Gesichtspunkten am effizientesten funktionieren. Denn ein ausschließlicher Fokus auf Kohlenstoffemissionen führt sowohl dazu, dass andere Faktoren von der Analyse ausgeschlossen sind und sich Risiken schlecht abschätzen lassen, als auch dass wichtige Potenziale zur Verbesserung der eigenen Klimaleistung nicht genutzt werden können.

Um dies zu verhindern, führen Unternehmen schon heute eine multidimensionale Klimaanalyse durch. Mithilfe des CLIMATE Performance Assessments können Unternehmen die eigene Klimaleistung entlang internationaler Standards beleuchten. Die datengetriebene Analyse-Software ermöglicht eine schnelle und strukturierte Erfassung klimarelevanter Daten und unterstützt Unternehmen dabei, die eigenen Klimastärken sowie -risiken entlang fünf verschiedener Dimensionen nachzuvollziehen. Ziel ist es dabei, die eigene Klimaleistung zu verstehen, um im zweiten Schritt effektive Maßnahmen zur CO2-Reduktion zu identifizieren und umzusetzen.

Die 5 Dimensionen des CLIMATE Performance Assessments für eine umfangreiche Klimaanalyse 

1. Wirkungsmodell

Im Vordergrund steht hier die Verankerung von Klimaschutz im eigenen Geschäftsmodell. Entlang der Regulationen der EU-Taxonomie werden Unternehmenstätigkeiten in Bezug auf die EU-Klima- und Umweltziele bewertet. Als „ökologisch nachhaltig“ bzw. „grün“ gelten Unternehmensaktivitäten, sobald sie die Umsetzung von mindestens einem der sechs EU-Klima- und Umweltziele fördern und dabei keines der anderen maßgeblich beeinträchtigen. 

2. Klimamanagement

Das Klimamanagement eines Unternehmens zu betrachten, wird künftig immer wichtiger, um Klimaziele zu erreichen und den Anforderungen von Seiten der Politik und Kund:innen entsprechend zu handeln. In Übereinstimmung mit Empfehlungen der Task Force of Climate-related Financial Disclosures (TCFD) und dem Carbon Disclosure Project (CDP) befasst sich diese Dimension mit den internen Governance- und Führungsprozessen einer Organisation. Es wird untersucht, inwiefern es in einem Unternehmen Verantwortliche speziell für die Identifizierung und das Management klimarelevanter Themenbereiche gibt und wie sie klimabezogene Chancen und Risiken identifizieren und steuern.

3. Klimaeinfluss 

Für diese Dimension sind zentrale Klimakennzahlen, wie der unternehmensweite und produktbezogene CO2-Fußabdruck wichtig. In das Rating dieser Dimension fließen zusätzlich relevante Daten zu unternehmerischen Klimaauswirkungen, wie z. B. Ressourcen- und Energieverbrauch sowie Abfallmanagement ein. Genau zu identifizieren, welche Emissionstreiber im Unternehmen vorliegen, ist die Grundlage dafür, passende und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln und CO2-Reduktionsstrategien zu implementieren. 

4. Transparenz 

Transparente Kommunikation und Offenlegung klimarelevanter Daten werden für Unternehmen künftig immer wichtiger. Investor:innen und Kreditgeber:innen sowie Verbraucher:innen fordern zunehmend vergleichbare, klimabezogene Daten und eine verantwortungsvolle Unternehmenspraxis. In Übereinstimmung mit der Global Reporting Initiative (GRI) wird hier überprüft, ob ein Unternehmen den Berichtspflichten über soziale und ökonomische Auswirkungen ausreichend nachkommt.

5. Ökologisches Handeln

Durch die Umsetzung kurzfristiger und effizienter Maßnahmen, sogenannter Quick Wins, lässt sich erhebliches Einsparpotenzial ausschöpfen. Diese Dimension untersucht, inwieweit Unternehmen entlang der 9 Impact Kategorien – in Bereichen wie Energie, Gebäudemanagement, Mobilität, Finanzen, Digitales und freiwillige CO2-Kompensation – Klimaschutzmaßnahmen ergreifen. 

Die Chance der Klimatransformation ergreifen

Entlang dieser 5 Dimensionen lässt sich die Klimawirkung eines Unternehmens realistisch abzeichnen und Stärken sowie Potenziale im Hinblick auf klimabezogene Chancen aufdecken. So können Unternehmen einen Überblick gewinnen und gezielte Maßnahmen für eine klimakompatible Unternehmensführung implementieren. Anstatt allein die CO2-Emissionen zu betrachten, sollte ein ganzheitlicher Ansatz es Unternehmen ermöglichen, klimarelevante Chancen wahrzunehmen und die Weichen auf eine klimakomapatible Zukunft zu stellen.

Dich interessiert, was Du gelesen hast und Du möchtest ein CLIMATE Performance Assessment für Dein Unternehmen durchführen, um den nächsten Schritt hin zu einer erfolgreichen Klimatransformation zu gehen? Melde Dich gern bei uns und vereinbare ein persönliches Gespräch!

Beitragsbild: Unsplash

Recyclingprozesse verbessern, Emissionen einsparen

Felix Heinricy, Resourcify

Interviewpartner: Felix Heinricy ist COO und Co-Founder bei Resourcify. Das Unternehmen unterstützt dabei, Abfallmanagementprozesse und Recycling im Unternehmen mithilfe von digitaler Software zu optimieren und dabei Weg in Richtung Zero Waste zu ermöglichen.

Im Interview mit THE CLIMATE CHOICE spricht Felix Heinricy darüber, was ein zukunftsorientiertes und klimarelevantes Geschäftsmodell für die eigene Klimawirkung bedeutet und wie Resourcify auch darüber hinaus die Klimatransformation vorantreibt.

Wir freuen uns, dass Resourcify als neuer CLIMATE Solution Partner auf unserer Plattform dabei ist. Könnt Ihr Euch kurz vorstellen?

Resourcify bietet Unternehmen eine Recycling-Plattform, mit der sie ihre täglichen Abläufe im Abfallmanagement digitalisieren können. Mit der Software sind sie in der Lage, ihre Recyclingprozesse einfach und transparent zu verwalten, zu verfolgen und zu verbessern. Gleichzeitig können sie ihren Verwaltungsaufwand senken und bis zu 30 % der Kosten im Vergleich zur herkömmlichen Abfallwirtschaft einsparen. Damit unterstützen wir Unternehmen dabei, das Ziel Zero Waste und eine abfallfreie Zukunft zu erreichen. 

Tausende von Unternehmen – darunter die Hornbach Baumarkt AG, Syntegon Packaging Technology und das Universitätsklinikum Bonn – nutzen jeden Tag unsere preisgekrönte Recycling-Plattform und vertrauen auf unser Nachhaltigkeitskonzept als Best Practice, um ihre Recyclingprozesse zu verbessern und Abfälle zu reduzieren.

Welche klimarelevanten Herausforderungen seht Ihr im Alltag vieler Unternehmen heute?

Die meisten denken dabei sofort an die energetische Dämmung von Gebäuden oder die Umstellung auf erneuerbare Energien. Dabei kann das Abfallmanagement ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dazu muss Unternehmen jedoch bewusst werden, welche Abfälle bei ihnen überhaupt anfallen und wie diese besser recycelt und wiederverwendet werden können. Denn viele Abfälle sind eigentlich Wertstoffe. Diese Transparenz wird erst mit digitalen Lösungen möglich.

Wie helft Ihr anderen Unternehmen, klimafreundlich zu handeln?

Mit unserer Software haben Unternehmen einen transparenten Einblick in ihr Abfallmanagement. Sie sehen, welche Abfälle wo anfallen, wie die Abfalltrennung funktioniert und wie sie ihre Verwertungswege optimieren können und ein besseres Recycling erreichen. Dadurch können sie viel einfacher als bisher Abfälle in Wertstoffe verwandeln, schneller ihre Recyclingziele erreichen und insgesamt nachhaltiger wirtschaften.

Gemeinsam haben wir das CLIMATE Performance Assessment durchgeführt. Was war eure Motivation dabei?

Die Teilnahme beim CLIMATE Performance Assessment war für uns sehr interessant, weil wir so erkennen konnten, wo wir in den verschiedenen Bereichen stehen. Ob beim Geschäftsmodell, beim Thema Unternehmensführung oder unserer eigenen CO2-Bilanz – wir sahen, wo unsere Stärken liegen und wo es Potenzial gibt, noch besser zu werden.

Welche wichtigsten Learnings nehmt ihr daraus mit?

Das CLIMATE Performance Assessment hat uns bestätigt, dass Resourcify mit seinem nachhaltigen Geschäftsmodell einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Insbesondere unsere Abfallmanagement-Software, die Unternehmen dabei hilft, ihr Recycling radikal zu verbessern, hat eine starke klimarelevante Wirkung, da sie den Weg zu Zero Waste und hin zu einer Kreislaufwirtschaft unterstützt. Außerdem wurden wir bestärkt, eine Funktion zu entwickeln, die ermittelt, wie viel CO2 unsere Kunden mit unserer Software in den verschiedenen Abfallströmen einsparen.

Was sind die drei Best Practices, die ihr Unternehmen mit auf den Weg geben wollt?

1. Transparenz: Sorgen Sie für konkrete und praktisch umsetzbare Erkenntnisse über alle Abfall- und Recyclingprozesse.

2. Nachhaltigkeit: Stellen Sie Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt Ihrer Unternehmensstrategie und stellen Sie Ihr Unternehmen so auf, dass es langfristig erfolgreich ist.

3. Recycling: Verbessern Sie die Recyclingquoten und damit die Umweltauswirkungen Ihres Unternehmens.

Du willst auch einen besseren Überblick über die klimarelevanten Chancen und Risiken Deines Unternehmens bekommen? Dann melde Dich bei uns und fordere Informationen zum CLIMATE Performance Assessment an.

Bildquelle: Unsplash

#CTS2022: The climate solutions I didn’t know existed

Today on the CLIMATE TRANSFORMATION Summit’s agenda, we have “The climate solutions I didn’t know existed”.

The #CTS2022 is expected to be mind-blowing, and one of the reasons is the CLIMATE Online Fair, for which we reserved one and a half hours on both days of the Summit. During this time slot, attendees will be able to meet inspiring providers of climate solutions and learn about the solutions that are already out there. That’s right, we already have some of the technologies needed to slow down (to say to stop it would be too optimistic) climate change, even though we might not be aware of it!

In this blog entry, I would like to introduce you to some of the Exhibitors who will showcase their products and services at our Summit to give you an idea of the type of climate pioneers you will be able to meet.

MEET THE EXHIBITORS!

So here is a list with the first confirmed Exhibitors with their climate solutions at our Summit – and don’t forget: if you want to become one, you can apply here.

WHAT NOW?

I don’t know about you, but I already feel inspired by simply looking at all the climate solutions out there! I can’t wait to see what each exhibitor will prepare to customize their own Virtual Booth and I hope you will join us at our CLIMATE TRANSFORMATION Summit 2022 on 2nd & 3rd June!

Don’t forget to get your ticket here and see you there!

Sustainable Procurement – a boost for climate transformation!

How can procurement help to stop the exploitation of nature and human beings? In our CHOICE Event #34, Thomas Udesen, Chief Procurement Officer at BAYER AG, elaborated on the opportunities and challenges in building sustainable and profitable procurement. Lara Obst, Co-Founder of THE CLIMATE CHOICE, additionally shared her insights on how improved collaboration between companies and suppliers can help to achieve this goal in practice. These are the key insights of their presentations.

Thomas Udesen’s insights

PEOPLE – PLANET – PROFIT 

We as humanity are overstepping the Planetary boundaries. Climate, Humanitarian and Geo-Political issues are manifesting itself and we need to make sure we are ready for these changes.

COVID-19 has been a wakeup call for most of us. 2020 represents a turning point in history. It was a year to reflect on ourselves and our business models. The economical impact it had across society caused many losses that we need to respect and learn from. It’s time for businesses to make a decision.

Sustainable procurement is built on three pillars: People, Planet and Profit. The environmental, social and economical dimension must be considered to ensure its integral approach. In this regard each company faces unique challenges they need to address accordingly. 

SHIFT TOWARDS IMPACT AND INNOVATION

Financial and Sustainability Targets are merging increasingly. Very few companies nowadays focus exclusively on Shareholder Value. We can see a shift away from that focus towards the aim of being a social innovator. How can that look in practice?

This challenge calls for integrated strategies. As we are making sure to enhance Corporate Sustainability, we also change how we communicate and how we drive our supply chain.

The majority of CO2 emissions originates externally. Reducing carbon emissions along the supply chain is a vital step towards integral sustainability, nevertheless it requires a long term commitment as well as the collaboration across and within industries. 

These are potential implications that might occur:

  1. Product Portfolios:
  1. Supply Chains:
  1. Business Relationships:

HELPING HANDS – Sustainable Procurement Pledge (SPP)

Sustainability means that we all must have to? collaborate. The good news is that there are some really clever people with great ideas out there. But often those ideas are not gonna make it to the market if they’re not being rewarded. We need to make sure that innovators are funded. We need to change our buying and make sure discussions are being held in broader forums.

There is an african proverb that says: “If you wanna go fast, go alone. If you wanna go far, go together.” It is time to take a stand. 

BAYER is part of a diverse and engaged Ambassador community, the Sustainable Procurement Pledge (SPP), with procurement leaders and practitioners from leading corporates, SME’s and from across different industries, academia and governments.

Their strategy of impact is building on Ambassador feedback and focuses on closing these gaps: Knowledge Gap (SPP Ambassadors don’t know where or how to start in a structured way), Support Gap (SPP Ambassadors are seeking some personal guidance and support), Leadership Gap (SPP Ambassadors report a lack of engagement and mandate from their management), Confidence Gap (SPP Ambassadors are concerned about failing or causing damage). The aim is to empower and equip and to encourage leadership.

The SPP is growing rapidly and is impacting real decisions. So far 73% of the ambassadors confirm the SPP has positively influenced decisions

In his closing statement, Thomas Udesen referred to the saying: With great power comes great responsibility. Procurement is not just a job, but a great chance to actually make a change towards integral sustainability. 

Lara Obst’s insights

OUR OBLIGATION TO ACT NOW

The transition to a low-carbon economy is underway and accelerating globally. It’s now expected that organizations set climate targets that align with the latest climate science and drive action on ambitious emission reduction initiatives. Climate transformation is therefore an existential challenge. It requires us to look beyond competition and come together to cultivate collaboration across all sectors and professions. 

Luckily there are already initiatives such as SPP working together to build more equitable, resilient supply chains. These climate commitments need to be met through absolute CO2 reductions and from a large portion of the company’s suppliers achieving their own successful climate transformation. As most emissions are created upstream, so-called „supply-chain emissions“ are often purchased in the course of manufacturing products or services that the company buys.

Companies that already set science based climate targets are facing the challenge of engaging a large number of suppliers to commit to their goals within a relatively short time frame of typically five years. This creates the need to provide suppliers with tools and resources to develop their own climate action plans. 

A comprehensive, systematic approach to supplier relationship management is therefore essential to fast-track progress on absolute emission reductions and supplier engagement goals. Whereas working in silos creates inefficiencies and duplicates efforts, supplier engagement and capacity building are essential for corporate and supply chain decarbonisation.  

HOW DOES SUPPLIER ENGAGEMENT LOOK LIKE?

We explore the essential steps of a continuous journey that starts with strategy, the Corporate Climate Target Setting. The second step is to establish a scalable supplier management program. The third step focuses on the supplier engagement – and is up until today mostly carried out by data collection. The fourth and final step includes value creation and capturing. Here the measured results are reported, actions are implemented and outcomes analyzed?.

Supplier engagement goes way beyond data collection. So far the term is often understood as the process of simply requesting climate related ESG-data from suppliers. However, true “engagement” requires much more involvement. It includes the three steps: Data collection, analysis and decarbonisation. Each step is an own elaborated phase that needs to be acknowledged in order to successfully carry out the overall process. 

Prior to data collection, businesses need to inform and prepare suppliers for an upcoming assessment. Next, the actual data is collected from suppliers on relevant climate ESG topics. Using a single platform for data collection and asking standardized questions are two very important points. This ensures that all information is centralized and that supplier data is formatted in a way that is easily referenceable year over year, for both buying companies and suppliers.

In the third phase the data collected gets analyzed in order to uncover climate relevant hotspots in the supply chain. This third and final phase is the most important and is often where companies struggle. This phase involves driving tangible improvement with suppliers, often through co-creation of action plans, capacity building, training programs, incentives, and more. 

A CONTINUOUS PROCESS

To conclude: supplier engagement is an iterative, continuous, and collaborative process, not something you do once every few years. We therefore note that it builds on high quality supplier data, but most important is its actionable usage for decarbonisation efforts. Hence, the following questions arise: How do we collect supplier data collaboratively? And what do we do with it in order to actually improve climate impact? 

The study “Net Zero Challenge” from BCG & World Economic forum says that supply chain decarbonisation is the game changer for corporate climate action. However, it also highlights various challenges: Data collection is often a one-way street, where suppliers are being asked to provide complex data without getting much in return. If companies want to see real improvements on their goals, suppliers must be willing to participate. To do this, the preparation and support of suppliers during each phase of the supplier engagement process is not enough, but the real value should be apparent for them. In other words, just like any good relationship, it has to be a two-way street.

TRUST AND TRANSPARENCY

To build these relationships, your suppliers need to trust the data collection process. Today suppliers often do not know what is done with their data, and fear that if they answer “incorrectly,” they will lose their contract. Transparency is crucial in this regard. Be sure to explain how their data will be used, emphasizing that their responses will be the foundation for future collaboration and that there will be no punishment for “wrong” answers.

You then should also clearly communicate what incentives are in place for them to improve. One way to do this is to simply share back your assessment results so your suppliers know where they stand. This is a great way to start a dialogue with your suppliers on what support they may need.  

Honor that suppliers are often at different stages of their climate journeys. Some may already have set climate targets, reduction efforts and methods to engage their own suppliers on topics like greenhouse gas emissions whereas others may not know how or even why they should start. Supplier engagement strategies should therefore be segmented by supplier climate maturity, product category, or key impact areas. 

Most important of all: provide value for suppliers and communicate clear benefits of your supplier engagement program. Typically supplier gain from a collaborative participation in a supply chain decarbonisation program in multiple ways: 

  1. It drives innovation and transforms business practices
  2. It enables suppliers to Benchmark & increases their competitiveness
  3. It builds credibility and reputation
  4. It ensures their own supply chain resilience
  5. Last but not least, it demonstrates climate commitments to consumers

To conclude: Supply chain engagement programs need to be built on meaningful, collaborative relationships that provide impactful benefits for suppliers.

HOW WE HELP

That is what we are working on at The Climate Choice with our Climate Data SaaS platform. We provide companies a systematic and collaborative way for the collection of climate relevant supplier data for decarbonisation actions.

Customers use our data driven software platform to either engage their own supply chain and share relevant insights with their suppliers or to assess their own climate maturity compared to market averages.

Our platform therefore offers an „Out of the box“ supplier engagement program that is aligned to international climate standards and regulations and can be adapted to company specific needs. The process is thereby designed along the 3 steps of supplier engagement

  1. Data collection
  2. Analysis & Value creation
  3. Decarbonisation actions & monitoring

In the first phase, the supplier’s climate performance is evaluated using an actionable assessment framework that covers 5 dimensions. From governance to labor & human rights, environment, broader sustainability and specific climate areas.

In the second phase, the analysis,suppliers receive based on their performance an individual CLIMATE Scorecard that can be shared with multiple customers. On top they receive insights on how to improve their climate performance score, which decarbonisation actions fit their potentials and how they benchmark to others. This way the program provides mutual value and a direct approach to impactful climate action management. Finally: the platform provides guidance to buyers, helping them monitor supplier climate performance, decarbonisation actions along the supply chain and decrease potential climate risks.

TO CONCLUDE

COVID-19 showed us that there is vulnerability in supply chains that can affect the company tremendously. It is necessary for organizations to choose who to do business with. The commitment to a sustainable journey is becoming a vital criteria in regards to that. Being prepared to address the complexities requires a different type of conversation, based on trust, not pride, and the establishment of long term relationships. 

Sustainable Procurement can be a key lever for global climate transformation. It is on us to take chances, honor our responsibilities and use our privilege to contribute to the necessary decarbonisation. Collaboration across industries and continents can drive this mission forward. Let’s learn from each other, with each other and most importantly: Let’s act now! 

Make your company a CLIMATE Champion! Contact us now to arrange a free consultation.

Klimareport THE CLIMATE CHOICE – Unsere Klimaleistung 2021

Im Jahr 2021 haben viele Unternehmen die Chance der Klimatransformation ergriffen, sich Klimaziele gesetzt und diese mit konkreten Dekarbonisierungsmaßnahmen in Angriff genommen. THE CLIMATE CHOICE unterstützt Unternehmen dabei, ein CLIMATE Champion zu werden, entlang der gesamten Lieferkette Emissionen zu reduzieren und so ihre Klimaleistung zu verbessern.

Transparente Berichterstattung spielt dabei eine große Rolle und macht einen entscheidenden Teil der unternehmerischen Verantwortung aus. Es ist uns wichtig, auch als Startup kritisch zu reflektieren und die eigene Klimaleistung zu analysieren und stetig zu verbessern.

Nachhaltigkeitsziele und Mission 

Die Mission von THE CLIMATE CHOICE ist es, jedem Unternehmen die Klimatransformation einfach und unkompliziert zugänglich zu machen. Mit unserem Software-Tool möchten wir es Unternehmen ermöglichen, bis 2030 rund 50 % der Emissionen in der Lieferkette zu reduzieren. Darüber hinaus wollen wir auch durch unsere eigenen Unternehmenstätigkeiten dazu beitragen, das 1,5 °C-Ziel umzusetzen. Unsere gesamte Unternehmenstätigkeit und unser wirtschaftliches Handeln liegt diesem Ziel zugrunde, um die Wirtschaft zu transformieren und eine regenerative Zukunft zu schaffen.

Unsere Klimaleistung entlang 5 Dimensionen – Eine Status-Quo-Analyse

Entlang der 5 Dimensionen unseres CLIMATE CLIMATE Performance Assessments, unserem branchenunabhängigen Klima-Rating, haben wir unsere Klimaleistung für das Jahr 2021 analysiert. Eine umfassende Analyse geht dabei über die CO2-Bilanz hinaus und bezieht mit ein, in welcher Intensität und Schnelligkeit Klimaziele durch konkrete Maßnahmen und ein wirksames Klimamanagement umgesetzt werden. Dadurch können wir unser unternehmerisches Handeln nachvollziehen. Daraus ergeben sich konkrete Stärken und Potenziale, welche wir künftig als Grundlage für klimarelevante Entscheidungen nutzen können.

Climate Readiness Check The Climate Choice 2021
CLIMATE Performance Assessment The Climate Choice 2021

1. Wirkungsmodell

Mit unserem CLIMATE Performance Assessment als auch mit der CLIMATE Data Plattform unterstützen wir Unternehmen dabei, die eigene Klimaleistung sowie den Klimareifegrad ihrer Lieferanten zu analysieren. Denn bis zu 90 % der Emissionen im Unternehmen entstehen in der Lieferkette durch eingekaufte Produkte oder Dienstleistungen. Daher unterstützen wir dabei, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Lieferanten zu stärken und die Einkaufspraxis klimakompatibel zu gestalten. Um fachübergreifenden Austausch zu fördern, organisieren wir regelmäßige CHOICE Events, in denen Expert:innen online zu relevanten Themen rund um die Lieferkettendekarbonisierung sprechen und nutzen unser CLIMATE Magazin als Medium für Wissenstransfer. Den CLIMATE Transformation Summit, welcher seit 2020 bereits zwei Mal stattfand, schafft eine Bühne für breitgefächerte Debatten und Austausch. Wir organisieren den Summit, um branchenübergreifende Zusammenarbeit zu stärken und knowledge-sharing zu ermöglichen. Somit tragen wir mit unserem Geschäftsmodell unmittelbar zu den UN Sustainable Development Goals 13 „Climate Action“ und 17 „Partnerships to achieve the Goals“ bei. Dass wir als Unternehmen u. a. Teil von B.A.U.M. e.V., einem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften und der Initiative „Leaders for Climate Action“ sind, hilft uns dabei, unser eigenes Geschäftsmodell stetig kritisch zu hinterfragen und die Wirkung eigener Maßnahmen durch kooperativen Austausch zu vervielfältigen.  

2. Klimamangement

Das Klimamanagement eines Unternehmens ist relevant, um Klimaziele zu erreichen und den Anforderungen von Seiten der Politik und Kund:innen entsprechend zu handeln. Wir profitieren von klaren Verantwortlichkeiten, Lara Obst als Chief Climate Officer und Theresa Wenning als Climate Performance Analyst. Sie sind speziell für die Identifizierung und das Management klimarelevanter Themenbereiche zuständig. So können wir klimabezogene Chancen und Risiken insbesondere bezüglich finanzieller und strategischer Auswirkungen analysieren und transparent offenlegen.

3. Klimaeinfluss

Die Dimension Klimaeinfluss konzentriert sich auf zentrale Kennzahlen und Ziele der Klimatransformation von Unternehmen, um die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft zu analysieren. Die wichtigste Kennzahl ist dabei der Carbon Footprint des Unternehmens, d.h. die Bilanz der errechneten CO2-Emissionen. 

Unsere CO2-Emissionen für das Jahr 2021 belaufen sich auf insgesamt 4,05 Tonnen. Letztes Jahr betrugen unsere Emissionen 7,7 Tonnen. Der Unterschied erklärt sich zum einen durch die Verwendung eines anderen Softwaretools und zum anderen durch die Verwendung von Durchschnittswerten im letzten Jahr. Unser Corporate Carbon Footprint wird derzeit noch von unserem externen Partner myclimate validiert. Inbegriffen sind hier Emissionen aus Scope 1-3. Somit nicht nur die Emissionen der eigenen unternehmerischen Handlungen, sondern auch die, welche entlang der gesamten Lieferkette entstanden sind. 

4. Transparenz

Durch regelmäßigen Austausch mit unserem Advisory Board und den Netzwerken (B.A.U.M. e.v. und BNW) beziehen wir externe Stakeholder:innen in die klimabezogene Strategie, Politik und Leistung ein und schaffen somit ein wirksames Stakeholdermanagement. In wöchentlichen Demo-Meetings gewährleisten wir auch die interne Kommunikation klimarelevanter Themen im Team. Aktuell sind wir in Zusammenarbeit mit dem gesamten Team dabei, einen Verhaltenskodex zu entwickeln, der verantwortungsvolles Handeln in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte sowie Richtlinien für Nachhaltigkeitsakitvitäten im Unternehmen umfasst.

5. Ökologisches Handeln

Für unsere Plattform nutzen wir 100 % klimaneutrale Webhosting- und Cloud-Dienste. Darüber hinaus ist unsere Software nach höchsten Sicherheitsstandards von einem 100 % durch Windenergie betriebenen Rechenzentrum in Deutschland gehostet und DSGVO- sowie BDSG-konform und ISO/IEC 27001 zertifiziert. Außerdem nutzen wir mit GLS einen nachhaltigen Bankanbieter, der nachhaltige Unternehmen finanziert und u. a. Projekte, wie Windkraftanlagen und die ökologische Landwirtschaft unterstützt. Durch die Nutzung von refurbished Hardware, tragen alle Mitarbeiter:innen im Arbeitsalltag zu einer geringeren Emissionserzeugung bei. Darüber hinaus unterstützt das Unternehmen gemeinsam mit MOBIKO durch flexible Mobilitätsbudgets für Mitarbeiter:innen eine CO2-arme Fortbewegung.

Auch während des CLIMATE Transformation Summit im Juni 2021, der 100 % online rund 600 Teilnehmer:innen mit Klimaexpert:innen und Lösungsanbieter:innen vernetzte, konnten im Vergleich zu einem Offline-Event deutlich Emissionen eingespart werden. Gemeinsam mit unserem Partner Fokus Zukunft GmbH & Co. KG  haben wir 4t CO2-Ausstoß berechnet, welche durch Zoom, YouTube-Übertragung, die Nutzung von Slack und Gather-Town sowie die Anreise zweier Teammitglieder mit der Bahn entstanden ist. Durch ein Goldstandard Windkraftprojekt in der Türkei  haben wir das Doppelte der entstandenen Emissionen ausgeglichen.

Die Klimatransformation im Jahr 2022

Gemeinsam Klimaziele umsetzen – das ist das Motto für das kommende Jahr 2022. Unsere Learnings aus dem CLIMATE Performance Assessment helfen uns dabei, die Klimatransformation im eigenen Unternehmen voranzutreiben und den Fokus im kommenden Jahr auf das zu legen, was bisher noch untergegangen ist. Wir haben erkannt, dass es nicht ausreicht, ein klimafreundliches Produkt oder Service anzubieten. Jedes Unternehmen muss bei sich ansetzen, die gesamte Unternehmens-DNA klimafreundlich gestalten und Nachhaltigkeit als Kernbereich der Unternehmensführung priorisieren. Der wichtigste Trend dafür wird im kommenden Jahr die Lieferkettendekarbonisierung sein – Klimarelevante Einkaufsentscheidungen sind das, was zählt! Lasst uns dies in 2022 umsetzen und die Chancen der Klimatransformation nutzen, indem wir in branchenübergreifender Kooperation gemeinsam konkret Maßnahmen erarbeiten und entlang der gesamten Lieferkette Klimaziele umsetzen.

Du willst auch einen besseren Überblick über die klimarelevanten Chancen und Risiken Deines Unternehmens bekommen? Dann melde Dich bei uns und fordere Informationen zum CLIMATE Performance Assessment an.

Verantwortung nutzen und Zukunft gestalten – So setzen Führungskräfte die Klimatransformation um

Politische Vorgaben wie die EU-Taxonomie und die CSR-Berichtspflicht sowie steigende  Erwartungen von Investor:innen und Konsument:innen stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Um die Klimatransformation als Chance zu nutzen und das eigene Geschäftsmodell auf ressourcenschonendes Wirtschaften auszurichten, braucht es Führungskräfte, die voller Tatendrang vorangehen. Als Entscheidungsträger:innen können sie ihre Verantwortung wahrnehmen und die Weichen in Richtung klimakompatible Zukunft stellen. 

Im Folgenden finden sich Chancen, wie motivierte Führungskräfte ihr Unternehmen zukunftsorientiert transformieren und den wichtigsten Wandel der heutigen Zeit vorantreiben können.

CHIEF EXECUTIVE OFFICER (CEO) – Einfluss und Verantwortung nutzen

Für CEOs bietet die Transformation der Wirtschaft unzählige Möglichkeiten, den Kern ihres Berufes weiterzuentwickeln. Wem es gelingt, sein Unternehmen klimaprogressiv auszurichten und Stakeholdern einen attraktiven ESG-Standard zu bieten, der schafft nicht nur die Voraussetzungen für eine nachhaltige Wirtschaft, sondern ebenfalls für den eigenen, langfristigen Unternehmenserfolg. 

Das zeigt sich zum Beispiel bei der zunehmenden Orientierung von Investor:innenseite in Richtung nachhaltiger Investments. In Deutschland flossen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres laut BVI 20 Milliarden Euro in ESG-Fonds, berichtet das Finanzportal finanzen.net. In der Summe beliefen sich die Investitionen bereits auf 251 Milliarden Euro. Es ist also davon auszugehen, dass Unternehmen, die Klima-Standards aktiv in der eigenen Unternehmensführung umsetzen, auch künftig eher für Investor:innen interessant bleiben. 

Dass bis zu 90 % der CO2-Emissionen eines Unternehmen in der Lieferkette entstehen, stellt sich hierbei als Chance heraus: Wer genau weiß, wo es anzusetzen gilt, kann gezielt die passenden Maßnahmen für eine umfassende CO2-Reduktion in Bewegung setzen. Hierbei ist unternehmensinterne Zusammenarbeit elementar. CEOs, Nachhaltigkeitsbeauftragte und Einkaufsleiter müssen die Ausrichtung auf Klimatransformation in der Geschäftsstrategie kooperativ realisieren.

CHIEF SUSTAINABILITY OFFICER (CSO)

Die Kernaufgabe der Chief Sustainability Officer liegt in der ständigen Weiterentwicklung und Umsetzung der Klimastrategie. Ziele und Abläufe an neue Verordnungen und Wissensstände anzupassen ist ein fortwährender Prozess, der aufmerksame Recherche und regelmäßige Anpassung erfordert. Durch ihre Expertise können CSOs die sich wandelnden Anforderungen anderen Führungskräften vermitteln und das Unternehmen hinsichtlich klimabezogener Ansprüche von Partnerunternehmen, Stakeholdern und Kund:innen auf dem neuesten Stand halten. 

Für CSOs bedeutet dies die verantwortungsvolle Chance, die Klimatransformation des Unternehmens voranzutreiben. Für einen schnellen Überblick und Einstieg hilft unser CLIMATE Readiness Check. Das Software-Tool unterstützt Klimabeauftragte dabei, den Klimareifegrad ihres Unternehmens strukturiert zu erfassen, Handlungsfelder zu identifizieren und sich auf Offenlegungsanforderungen von Partnern und rechtlicher Seite vorzubereiten.

CHIEF PROCUREMENT OFFICER (CPO)

Für eine klimakompatible Lieferkette ist insbesondere ein Berufszweig wichtig: Die CPOs. Die Einkaufsleiter:innen eines Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen und der Chance, die Klimatransformation ihres Unternehmens nachhaltig voranzutreiben. Mit transparenten Lieferketten, der Digitalisierung interner und externer Prozesse und der sorgsamen Auswahl von Lieferanten, kann es den Procurement Leadern gelingen, eine klimarelevante Einkaufspraxis zu gestalten und damit in großem Maße Emissionen einzusparen.

Eine Möglichkeit, CPOs hierbei zu unterstützen, liegt in der Nutzung von digitalen Hilfsmittel. 69 % der Chief Procurement Officers gaben laut einer Studie von McKinsey an, dass digitale Vorgehensweisen in der Post-Covid-Welt noch wichtiger werden. CPOs erhoffen sich durch den Umschwung auf digitale Prozesse eine gesteigerte Effektivität des Einkaufs.

Genauso können Software-Tools auch dabei helfen, die Lieferkette klimarelevant zu transformieren. Die größte Herausforderung ist hierbei, Transparenz über den Klimareifegrad der eigenen Lieferkette aufzubauen. Mit unserer softwaregetriebenen CLIMATE Data Platform können CPOs strukturiert und skalierbar die ganzheitliche Klimaleistung ihrer Lieferanten erfassen und Einkaufsentscheidungen auf Basis smarter, klimarelevanter Daten treffen.

CHIEF FINANCE OFFICER (CFO)

Auch für den CFO eines Unternehmens bietet die Klimatransformation Vorteile: Wie bereits angemerkt, wächst das Interesse von Investoren hinsichtlich klimarelevanter Faktoren. Wer die finanzielle Seite seines Unternehmens nach ESG-Standards ausrichtet, verbessert seine Chancen auf die Akquisition von Kapital.

Hierbei kommt es auf Teamwork an: Finanzleiter:innen und Chief Sustainability Officers arbeiten  zusammen, um die Verbindung von ESG- und finanziellen Kennzahlen aufeinander abzustimmen. CFOs sind dazu aufgefordert, relevante Kennzahlen transparent offenlegen und einen Überblick der Klimaausrichtung ihres Unternehmens zu gewähren. 

Um Klimaratings auch in Geschäftsbeziehungen miteinfließen zu lassen, suchen Unternehmen verstärkt die Nähe zur Banken- und Investmentbranche. Hier können neue Wertquellen entstehen, indem ESG-Kennzahlen mit Kapitalströmen verknüpft werden. 

Investor:innen, Kreditgeber:innen und Versicherungsunternehmen sollen Einblicke über klimarelevante Risiken und Chancen ihrer Budgetentscheidungen durch das Rahmenwerk der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) erhalten. Die Berichterstattung über klimabezogene Finanzinformationen soll damit verbessert und klimarelevanten Risiken entgegengewirkt werden. Mehr Infos dazu findest Du im CLIMATE Magazin.

CHIEF MARKETING OFFICER (CMO) 

Nicht nur für Investor:innen ist die klimatransformierende Ausrichtung eines Unternehmens interessant. Die gesamte Außenwahrnehmung eines Unternehmens auch auf Konsument:innenseite wird zunehmend an der Progressivität hinsichtlich klimarelevanter Standards gemessen. Für Chief Marketing Officer bedeutet das neue Chancen, die Kommunikation des Unternehmens auf ein neues Level zu heben. 

Wichtig ist es hierbei, durch Transparenz die Glaubwürdigkeit des Unternehmens zu stärken und vertrauensvolle Kund:innenbeziehungen herzustellen. So gelingt es CMOs, bestehende Partnerschaften weiterzuentwickeln und neue aufzubauen. Unser CLIMATE Readiness Check kann diese Kredibilität nach außen tragen. Je nach Ergebnis erhält das Unternehmen ein CLIMATE Rating-Label in Gold, Silber oder Bronze, das zur externen Kommunikation der erzielten Ergebnisse genutzt werden kann.

CHIEF HUMAN RESOURCE OFFICER (CHRO)

Eine klimafokussierte Unternehmenskultur aufbauen und neue Talente zu fördern, sind die Aufgaben des Chief Human Resource Officer. Mitarbeiter:innen-Recruiting und Leistungsbewertung lassen sich im Sinne des sozialen Nachhaltigkeitsgedankens umsetzen und ermöglichen somit Chancengleichheit und stärkt einen unternehmensinternen Transformationsgeist.

Berufseinsteiger:innen und Bewerber:innen der jüngeren Generationen suchen verstärkt nach Berufsmöglichkeiten in Unternehmen, die die Klimatransformation aktiv angehen. Die FAZ bezieht sich auf eine Studie des Zukunftsinstituts aus dem Jahr 2019, wonach 87 Prozent der Millennials einen sinnvollen und erfüllenden Job als wichtig erachten. Die Klimatransformation des Unternehmens transparent nach außen zu kommunizieren, unterstützt Chief Human Resource Officer dabei, neue Talente für das Unternehmen zu gewinnen. 

Doch auch für das bestehende Team birgt die Klimatransformation Potential. Das Verhalten der Mitarbeiter:innen zahlt direkt auf die CO2-Emissionen einer Firma ein, z.B. durch Geschäftsreisen und Brennstoffverbräuche, Catering, Einkäufe oder Abfälle. Setzt ein Team hier mit motivierenden Klimazielen gemeinsam an, können später auch größere Klimaschutzkonzepte mit geteilter Unterstützung verwirklicht werden. Hier können Chief Human Ressource Officer einen entscheidenden Anteil dazu beitragen, den Transformationsgeist innerhalb des Teams zu stärken. Mehr Infos dazu findest Du in unserem CLIMATE Magazin.

Fazit

Führungskräfte sind die treibende Kraft hinter der Klimatransformation im Unternehmen. Stellen sie jetzt gemeinsam die richtigen Weichen, werden sie das kommende Jahrzehnt beispielhaft bestreiten. 
Du willst mehr darüber erfahren, wie die Software-Tools von THE CLIMATE CHOICE Dein Unternehmen bei der Klimatransformation unterstützen können? Dann kontaktiere uns.