Mobilitätsdaten in der Lieferkette erfassen und CO2 reduzieren

Lesedauer: 3 Minuten

Im CHOICE Event #18 haben Anna Alex (CEO planetly) und Jakob Muus (CEO TRACKS) über Mobilitätsdaten in der Lieferkette gesprochen und wie Unternehmen diese nutzen können, um Emissionen zu senken. 

Unsere Expert*innen

Anna Alex hat vor ihrer Zeit bei planetly das Unternehmen OUTFITTERY gegründet, das es sich zur Mission gemacht hat die Männerwelt vom Mode Shopping zu erlösen. Nun bringt sie Unternehmen das Thema der CO2 Messung näher.

Jakob Muus ist Gründer von TRACKS, ein Softwareanbieter, der künstliche Intelligenz verwendet, um den Kraftstoffverbrauch im Straßengüterverkehr vorherzusagen und somit CO2-Emissionen zu reduzieren. 

Was wir nicht messen können, können wir nicht managen.

Diese alte Managementweisheit gilt auch im Emissionsmanagement. Anna erklärt uns, dass das GHG-Protocol als wichtigster Standard im Carbon Accounting hilt und Treibhausgase in drei Gruppen unterteilt.

Scope 1: Direkte Emissionen von kontrollierten Quellen

Scope 2: Indirekte Emission von der Erzeugung gekaufter Energie

Scope 3: Indirekte Emissionen vor- und nachgelagerter Emissionen

Heute entspricht der Scope 3 oft 70 – 90% des Fußabdruckes eines Unternehmens und macht somit den größten Teil der Gesamtemissionen aus. Allerdings nur rund 35% aller Unternehmen kennen und veröffentlichen ihre Scope 3 Emissionen (Quelle: CDP).

Das Problem mit der Logistik 

Der Gütertransport erzeugt schon heute den größten Anteil an CO2 im Transportbereich. Expert*innen schätzen diesen auf etwa 11% und sind sich zugleich sicher, dass sich der Anteil bis 2050 verdreifachen wird. Darüber hinaus sind Lieferketten und die gesamte Logistikbranche stark fragmentiert, was eine zusätzliche Herausforderung im Management dieser komplexen Sachverhalte darstellt. So haben 80% der LKW Flotten weniger als 10 Fahrzeuge und gar 90% der LKW Flotten weniger als 20 Fahrzeuge. Unternehmen wie TRACKS nutzen fortschrittliche Technologien um diese Daten einfacher zu erfassen.

Jakob erklärte uns im CHOICE Event, dass es in der Logistik große Lücken bei der Offenlegung von Daten gibt. Zu diesem Ergebnis kam das Carbon Disclosure Project in 2020. Die Ergebnisse zeigen, dass 62% der Emissionen aus dem Bereich des Straßengüterverkehrs kommen, offengelegt wurden jedoch  nur 18%.

Die Lösung für Mobilitätsdaten

Welche konkreten Lösungsansätze gibt es also für Unternehmen, um ihre Logistik-Emissionen zu analysieren und so ihren Weg in eine klimaneutrale Zukunft zu gestalten? Für den Transport gibt es drei Möglichkeiten um CO2-Daten zu erheben.

1. Primary Data: Direkte absolute Emissionsdaten. Diese stehen jedoch selten zur Verfügung.
2. Modelled Data:  Mathematische Modelle zur Berechnung spezifischer Intensitätsfaktoren. Bspw. Fahrzeugtyp, Motortyp, die gefahrene Route, uvm.
3. Default Emission Factors: Statische, generische Faktoren für verschiedene Aktivitäten. Bspw. die Distanz von A nach B, kombiniert mit dem Kraftstoffverbrauch.

Primärdaten sind zwar am wertvollsten und genauesten, gleichzeitig aber auch schwer zu erheben. Default Emission Factors zeigen eine hohe Fehleranfälligkeit bei der Kalkulation auf und sind somit wenig aussagekräftig. Die Datenbasis der dritten Kategorie ist daher in keinem Falle ausreichend, um strategische Entscheidungen zu treffen. Hierbei wäre man auf modellierte Daten oder Primärdaten angewiesen.

Die Teilnehmer*innen des Webinars konnten am Ende verstehen, dass eine Vereinfachung des Datenaustauschs zwischen Transportanbieter*innen und Transportkäufer*innen eine potenzielle Lösung darstellt. So kann die Bewegung von Default Data (Kategorie 3) zu Primärdaten (Kategorie 1) gelingen und strategische Entscheidungen zur Erreichung von Klimaziele getroffen werden.

Entdecke das gesamte CHOICE Event

https://www.youtube.com/watch?v=LLtcmxt3Wq4

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