Die Klimaschutzoffensive – Praxisnahe Tipps für mehr Klimaschutz im Einzelhandel

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Die Klimatransformation der Wirtschaft treibt alle um. Wer genau ist betroffen und vor allem beteiligt in der Umsetzung? In Deutschland gibt es rund 300.000 Einzelhändler:innen, wovon klein und mittelständische Unternehmen den Großteil ausmachen. Wir sprachen mit Jelena Nikolic von der Klimaschutzoffensive des Handelsverbands HDE darüber, wie vor allem KMUs ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft wahrnehmen und ihre Unternehmensstrategie ganzheitlich auf Nachhaltigkeit ausrichten können.

Gastbeitrag in Kürze: Klimaschutz in die eigene Geschäftstätigkeit zu integrieren sehen zwar viele Unternehmen noch immer als Herausforderung, jedoch bietet die nachhaltige Unternehmensführung auch Chancen. Die Investition in CO2-Reduktionsmaßnahmen senkt durch energieeffizienteres Arbeiten nicht nur Kosten, sondern ist auch aufgrund der zunehmend strengeren Klimapolitik von Vorteil. Die Klimaschutzoffensive des HDE setzt hier an und erleichtert es KMUs, Klimaschutz in die eigene Tätigkeit zu integrieren. Die eigene Klimaperformance zu verstehen ist die Grundlage für Unternehmen, CO2 zu reduzieren und den eigenen Klimaeinfluss zu verbessern. Im folgenden Gastbeitrag findest Du praxisnahe Tipps für Klimaschutz im Einzelhandel.

Die Klimaschutzoffensive im Einzelhandel

Über 50% CO2-Emissionen hat der Einzelhandel seit 1990 eingespart – das kann sich sehen lassen. Ein Grund zum Ausruhen? Noch lange nicht! Die Themen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit rücken zunehmend in den Fokus von Einzelhandelsunternehmen, nicht zuletzt, weil Nachhaltigkeitsaspekte auch für Verbraucher:innen immer mehr von Bedeutung gewinnen. 

Klimaschutz in kleinen und mittelständischen Unternehmen

Während die großen Handelsketten, die in Deutschland etwa ein Prozent der Einzelhändler:innen ausmachen, beim Klimaschutz bereits sehr gut aufgestellt sind, rückt das Thema bei kleinen und mittelständischen Händler:innen im Tagesgeschäft noch oftmals in den Hintergrund. Genau hier setzt die Klimaschutzoffensive des HDE an. Bereits seit 2017 vermittelt sie technisches Know-how und bietet KMUs praxisnahe Maßnahmen und Möglichkeiten an, mit denen sie nicht nur klimaschädliche Emissionen vermeiden, sondern vor allem auch ihre Energiekosten senken können. Die Initiative wurde vom HDE gemeinsam mit dem Projektpartner adelphi ins Leben gerufen und wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Virtuell erkennen, was in der Realität machbar ist

Die Grundlage dafür, im eigenen Unternehmen CO2 zu reduzieren, ist es die direkt und indirekt ausgestoßenen Treibhausgasemissionen zu messen und die individuellen Reduktionspotenziale aufzudecken. Die Webseite der Klimaschutzoffensive möchte Einzelhändler:innen direkt aufzeigen, wo genau Einsparmöglichkeiten im eigenen Ladengeschäft möglich sind. Erlebbar wird dies vor allem beim Rundgang durch die virtuelle „Marktstraße“. Hinein in ein Modegeschäft, einen Supermarkt, vorbei an einer E-Ladesäule und Lieferfahrzeugen – hier wird die Vielfalt der Handelsbranche mit seinen spezifischen Anforderungen an den täglichen Handel- und Kund:innenbetrieb deutlich. 

Zusätzlich können sich Einzelhändler:innen konkreter mit dem Energieverbrauch in den eigenen vier Geschäftswänden beschäftigen. Dazu sind folgende Fragen entscheidend:

• Wie hoch ist der jährliche Stromverbrauch?

• Wie effizient arbeitet die Heizungsanlage?

• Wie teuer ist ein Austausch der Beleuchtung?

• Wird eine Modernisierung der Heizanlage oder eine Photovoltaikanlage auf dem Dach gefördert?

Die Antworten auf all diese Fragen finden sich auf der Webseite: Tools zur Ermittlung des eigenen Energieverbrauchs sowie eine Übersicht über Fördermöglichkeiten.

Best-Practice-Beispiele: Erste Erfolgsgeschichten

Wie gut Klimaschutz tatsächlich funktioniert, davon erzählen die ersten Erfolgsgeschichten des HDE. Die Best-Practice-Beispiele reihcen vom kleinen Reformhaus bis zu großen Modegeschäften und zeigen, dass sich Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich umsetzen lassen und sich wirtschaftlich lohnen. Neben konkreten Einsparungen bei den Betriebskosten, verbessert sich in den Geschäften, je nachdem, was in dem Projekt umgesetzt wurde, das Raumklima, die Präsentation der Waren und das Zusammenwirken mit Kund:innen. 

Ganz nah dabei: Veranstaltungen und Workshops

Klimaschutz gehört vor allem für kleine und mittlere Handelsunternehmen noch nicht zum Tagesgeschäft. Viele Unternehmen verfügen nicht über technisch ausgebildetes Personal, welches die installierte Anlagentechnik (Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, etc.) hinterfragt und auf korrektes Nutzerverhalten achtet. Dabei liegt hier großes Potenzial für KMUs, ihre Klimaperformance zu verbessern. Energiekosten können schon mit geringfügigen Änderungen merklich gesenkt werden.

Besonders wichtig ist hierbei: Die Vernetzung! In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern führt die Klimaschutzoffensive regelmäßig Workshops, Vorträge und Veranstaltungen durch. Eine Übersicht über aktuelle Termine findest Du hier.

Grundsätzlich lässt sich festhalten: Die eigene Klimaperformance zu verstehen wird immer wichtiger für KMUs. Die Tools dafür gibt es schon! So können sie Klimaschutz als langfristiges Unternehmensziel in die Geschäftstätigkeiten integrieren. Unternehmen nutzen jetzt die Chance, die eigene Unternehmenstätigkeit durch klimarelevante Innovation und Veränderung nachhaltig zu gestalten.

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