Der CO2-Preis. Worauf sich Unternehmen jetzt einstellen.

Lesedauer: 4 Minuten

Susan Gille und Harald Rettich, Myclimate

Im vergangenen CHOICE Webinar #16 zeigten Susan Gille und Harald Rettich von myclimate, wie der CO2-Preis den Markt verändert. Dazu stellten sie die Hintergründe des deutschen CO2-Preises vor und verglichen diesen mit verschiedenen CO2-Steuern weltweit. Dabei betonen sie, was gerade jetzt für Unternehmen wichtig ist und warum es immer noch auf freiwilligen Klimaschutz ankommt. Finde hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte sowie die Aufzeichnung des gesamten Webinars.

Der CO2-Preis als Klimasteuer

Die Bepreisung von CO2 gilt als politischer Schlüssel zur Reduktion von CO2. Der Preis dient als Marktregulation, welche Investitionen in CO2-arme Technologien, Infrastrukturen und Prozesse lenken soll. Gleichzeitig soll die Bepreisung niedrige CO2-Vermeidungskosten erzeugen: Die Emissionen werden dort reduziert, wo es am kostengünstigsten ist. So die Theorie.

Der CO2-Preis ist kein neues Modell, schon 1990 führte Finnland als erstes Land der Welt eine CO2-Steuer ein. Deutschland zieht nun nach, mit einem Preis von 25€ pro Tonne CO2 in den Sektoren Verkehr und Gebäude (Wärme). Diese Bepreisung ist jedoch kein regulärer CO2-Preis, sondern es handelt sich um ein Emissionshandelssystem. Worum?

Das Emissionshandelssystem als Basis für den CO2-Preis

Die deutsche Bepreisung von CO2 wird definiert in einem Emissionshandelssystem.

Das Emissionshandelssystem

Das Prinzip dieses Systems funktioniert einfach: Jede Emittent*in von Treibhausgasen darf eine festgelegte Menge an CO2 in einem festgelegten Zeitraum ausstoßen. Unternehmen, die darüber hinaus CO2 emittieren, müssen Zertifikate zukaufen. Unternehmen, mit einem kleineren CO2-Fußabdruck, dürfen Zertifikate verkaufen. Mit der Zeit wird die Gesamtanzahl an handelbaren Zertifikaten verringert und die Emissionswerte verkleinern sich.

Das deutsche Emissionshandelssystem wird gerne mit einer CO2-Steuer verwechselt, das liegt an folgenden Regulierungen:

Das Handelssystem beschränkt sich auf die Sektoren Verkehr sowie Gebäude und wirkt somit ergänzend zum europäischen Emissionshandelssystem (EU-EHS). Dieses erfasst vor allem energieintensive Unternehmen wie Kraftwerke oder den binneneuropäischen Luftverkehr. Außerdem funktioniert das deutsche Emissionshandelssystem nach dem Quellenprinzip. Zertifikate benötigt also z.B., wer Brennstoffe in den Verkehr bringt, die Brennstoffhändler*innen. Dies bedeutet, dass der Preis auch an die Endverbraucher*innen weitergegeben wird.

Auf diese CO2-Preise müssen sich Unternehmen einstellen

Die Bundesregierung legte einen Stufenplan fest, der die Bepreisung von CO2 bis 2026 auf bis zu 65€ ansteigen lässt.

Chancen und Risiken des nationalen Emissionshandelssystems

Die Chancen

Betrachten wir die Bepreisung, so fallen folgende positive Auswirkungen besonders auf:

Die Risiken

Neben den Chancen, entstehen jedoch auch Risiken für Wirtschaft und Gesellschaft:

Umgang mit dem Emissionshandelssystem

Die Einführung des Emissionshandelssystems bürgt also neben den erwarteten positiven Effekten, auch viele Risiken. Um diese Risiken gesamtheitlich zu minimieren, ist das weitere Engagement aller von großer Bedeutung, denn das Handelssystem beendet derzeit nicht das Problem und lagert durch den niedrig angesetzten Preis die Problematiken eher um.

Was ist nun wichtig für Unternehmen?

Firmen müssen ihre eigenen Emissionen verstehen und durch langfristige Reduktionswege verringern. Daneben ist das freiwillig Engagement wichtig, um gemeinsam etwas bewegen zu können.

Das gesamte Webinar

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Titelbild: Unsplash