Baumringe

CO2-Reduktion durch Circular Economy – Die Wirtschaft gemeinsam neu denken

07.01.2022 | Lesedauer: 3 Minuten

Ressourcen und Wertstoffe sind endlich – das ist uns allen schon lange bewusst. Dennoch hat die globale Wirtschaft heute extreme Formen von Produktion und Konsum entwickelt. Konventionelle Geschäftsmodelle sind nicht auf Ressourcenknappheit ausgelegt und somit nicht zukunftsfähig, wenn die Erde ein bewohnbarer Ort bleiben soll. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, durch ihr Handeln eine Transformation im Interesse des Klimas und der Gesellschaft zu unterstützen.

Circular Economy als Rahmen für verantwortungsbewusstes Wirtschaften

Ein zirkuläres Geschäftsmodell zielt darauf ab, Roh- und Werkstoffe möglichst lange im Kreislauf zu halten und damit den Lebensweg eines Produktes ressourceneffizient, umweltfreundlich und kostengünstig zu gestalten. Die Produktion erfordert grundlegendes Umdenken, insbesondere im Bereich des Produktdesigns, aber auch in allen anderen Phasen des Produktlebenszyklus. Schließlich geht das Konzept der zirkulären Wertschöpfung weit über Recycling hinaus, denn bereits verwendete Ressourcen werden nicht als Abfall, sondern als Ausgangspunkt für neue Werkstoffe oder Produkte betrachtet. 

Auf diese Weise lassen sich Umweltbelastungen, wie die Zerstörung der Ökosysteme und der Verlust der Biodiversität sowie Schadstoffeinträge in Boden, Luft und Wasser vermindern. Eine Circular Economy ermöglicht, innerhalb der planetarischen Grenzen zu wirtschaften, die begrenzten Rohstoffe effizient zu nutzen und wenig bis keinen Abfall zu produzieren. Jährlich kann durch eine Circular Economy in Deutschland von einem erheblichen Rückgang von Primärrohstoffen ausgegangen werden:

CO2-Einsparung durch zirkuläre Prozesse 

2019 machte der Anteil von wiedergewonnen Ressourcen bei Produktionsmaterialien in Deutschland nur rund 10 % aus. Die Substitution importierter durch recycelter Rohstoffe hinterlässt jedoch einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als durch herkömmliche Produktionsweisen. Laut einer Studie vom BDI ermöglicht eine Circular Economy in Deutschland eine Reduktion von 5,5 Millionen Tonnen CO2. Während durch Aufbereitungsprozesse und Recycling von sekundären Rohstoffen in Deutschland rund 9 Mio Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen entstehen, werden rund 14,5 Mio Tonnen CO2-Emissionen eingespart, die durch Importe von Rohstoffen wegfallen. Auf globaler Ebene stehen laut dem Circularity Gap Report 2021 70 % der weltweiten Treibhausgasemissionen in direktem Zusammenhang mit Gewinnung, Transport, Verarbeitung und Nutzung von Materialien. Wenn das klassische, lineare Wirtschaftsmodell durch zirkuläre Prozesse ersetzt würde, entstehe laut der gleichen Studie das Potenzial, die globalen Treibhausgasemissionen um 39% und den Verbrauch von Rohstoffen um 28% zu senken.

Doch wo können wir ansetzen, um Geschäftsmodelle zirkulär und ressourcenschonend zu gestalten? Im Folgenden finden sich die 7 Stufen einer Circular Economy, welche den gesamten Lebenszyklus von Rohstoffen und Produkten in den Blick nehmen.

7 Stufen der Circular Economy 

  1. Rohstoffeinsatz – möglichst geringer Einsatz von Primärrohstoffen durch das Ersetzen mit sekundären Rohstoffen und dem Einsatz von biogenen Rohstoffen und erneuerbaren Energien
  2. Produktdesign – Langlebigkeit steigern, indem Wiederaufbereitung der Produkte und Reparierbarkeit beim Design bedacht werden (z. B. Produkte mit leicht austauschbaren Akkus, etc.)
  3. Herstellung und Distribution – Optimierung der Material- und Energieeffizienz bei Herstellung, Lagerung und Transport (z. B. Mehrwegverpackungen, optimierte Distributionslogistik, etc.)
  4. Nutzung – Fokus auf längere und häufigere Nutzung der Produkte (z. B. Car-Sharing, etc.)
  5. Sammlung – Sortierung und Zuführung einer stofflichen Wiederverwendung (z. B. Textilrecycling, Recycling von PET-Flaschen, etc.)
  6. Weiter- und Wiederverwendung – Wiedereinspeisung in Wirtschaftskreislauf (z. B. Einschmelzung von gemischten Kunststoffabfällen zu neuen Kunststoffrohstoffen, etc.)
  7. Stoffverluste – Ausschleusen von Reststoffen, deren Recycling technisch nicht möglich oder ökonomisch nicht sinnvoll ist 

Fazit: Eine Circular Economy birgt großes Potenzial, globale Emissionen zu reduzieren und die Klimatransformation voranzutreiben. Sie ermöglicht es, die Wirtschaft neu zu denken und bildet die Grundlage dafür, in Einklang mit Umwelt und Klima zu wirtschaften. Unternehmen und Startups können heute beginnen, in Zusammenarbeit mit Lieferanten und Stakeholder:innen, Herstellungsprozesse zu optimieren und mit innovativen Produktdesigns nicht nur die eigene Klimawirkung zu verbessern, sondern auch einen Beitrag zur Transformation hin zu einer klimakompatiblen und kreislauffähigen Wirtschaft zu leisten. 

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