Nachhaltigkeitsreport: Das sollte bei der Erstellung beachtet werden.

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Lesezeit: 3 Minuten

Kapitalmarkt orientierte Unternehmen mit mehr als 500 MitarbeiterInnen stehen bereits seit 2017 in der Pflicht einen jährlichen CSR (Corporate Social Responsibility)-Bericht abzulegen. Für kleinere Unternehmen wird das Veröffentlichen solchen Reports immer mehr zur gefühlten Pflicht. Zusätzlich verlangen VerbraucherInnen nach Transparenz in der unternehmerischen Klimastrategie, womit der Druck zur Offenlegung der firmeneigenen sozialen, umweltbezogenen und ökonomischen Einflüsse steigt. Ein transparentes „Nachhaltigkeitsreporting“ ist heute einer der wichtigsten Baustein für die Glaubwürdigkeit von Unternehmen und kann außerdem die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Wie kann aber ein solches Reporting aussehen und wo liegen die Unterscheide zwischen CSR- und Nachhaltigkeitsreport? Im Folgenden eine Übersicht als Einstieg.

CSR- versus Nachhaltigkeitsreport

Im Gegensatz zum gesetzlichen CSR-Bericht lässt der freiwillige Nachhaltigkeitsreport mehr Freiheiten: Hier können die VerfasserInnen selbst bestimmen, wo Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Der Nachhaltigkeitsreport enthält jedoch üblicherweise Informationen aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Wer sich hingegen nur auf das Klima bezieht, spricht heute oft von einem Klimareport. Dieser beleuchtet hauptsächlich die Ergebnisse einer CO2-Bilanzierung des Unternehmens und soll hier zunächst nicht weiter erläutert werden.

Wichtige Kriterien zur Bestimmung der Inhalte eines Nachhaltigkeitsreports

  1. Einbindung von StakeholderInnen: StakeholderInnen sollten einen grundlegenden Inhaltspunkt des Reports darstellen. Wichtig ist hierbei die Erwartungen und Interessen der SkateholderInnen zu erläutern.
  2. Nachhaltigkeitskontext: Die dargestellten Leistungen des Unternehmens sollten einen Bezug zur Nachhaltigkeit aufweisen. Bestmöglich in den Bereichen der Ökonomie, Ökologie und Soziales.
  3. Wesentlichkeit: Wesentlich sind die erheblichen ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der unternehmerischen Handlungen, welche StakeholderInnen erheblich beeinflussen. Diese Punkte können durch eine Wesentlichkeitsmatrix gesammelt und gewichtet werden.
  4. Vollständigkeit: Die im Bericht behandelten Themen sollten in ihrer Gesamtheit ausreichen, um die erheblichen ökonomischen, ökologischen und / oder sozialen Auswirkungen des Unternehmens aufzuzeigen und es StakeholderInnen zu ermöglichen, das Unternehmen zu beurteilen.

Hilfreiche Kriterien zur Sicherstellung der Qualität

Sind die einzelnen Themen und zu berichtenden Punkte eines Unternehmens erst einmal ausgewählt und sorgfältig abgestimmt, bleibt die Herausforderung für Qualität zu sorgen. Dabei gilt Folgendes zu beachten.

  • Genauigkeit: Die im Bericht enthaltenen Informationen sollten für eine Bewertung ausreichend genau und detailliert sein.
  • Ausgewogenheit: Die enthaltenen Informationen sollten neben den positiven auch die negativen Aspekte beleuchten.
  • Verständlichkeit: Eine verständliche und zugängliche Art und Weise der Berichterstattung ist von hoher Bedeutung, beispielsweise durch graphische Darstellungen.
  • Vergleichbarkeit: Die Berichterstattung sollte einheitlich sein, sodass Änderungen der Leistungen im Zeitverlauf ersichtlich werden und diese auch mit anderen Unternehmen verglichen werden können.
  • Zuverlässigkeit: Die verwendeten Informationen sollten zuverlässig sein, sodass diese eine Überprüfung die Qualität und Wesentlichkeit sicherstellt.
  • Aktualität: Eine rechtzeitige Berichterstattung ist wichtig für akute Bewertungen von SkateholderInnen.

Hilfestellungen

Eine gute Starthilfe bei der Erstellung und Festlegung einzelner Nachhaltigkeitsziele sind die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs )der UN. Mit ihrer Hilfe können sich Unternehmen zu den verschiedenen Ziele positionieren und intern abstimmen, welches der Ziele durch die eigene Tätigkeit am besten unterstützt und umgesetzt wird. Eine gute Orientierung bietet ebenso die Global Reporting Initiative (GRI), die Richtlinien der Organisation sind international anerkannt und bieten einen ausführlichen Fahrplan zur Erstellung von CSR-Reports. 80% der größten Unternehmen der Welt, welche CSR-Berichte verfassen, berichten nach GRI-Kriterien.

Lade hier die GRI-Standards herunter.

Quelle: GRI, 2020.

Für kleine Unternehmen kann der GRI allerdings etwas zu umfangreich oder durch die internationale Auslegung zu weitreichend erscheinen. Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) etabliert sich daher zunehmend als Reporting-Standard in Deutschland. Er ist einfach anwendbar und lässt sich an umfassenderen Standards wie den GRI anknüpfen. Besonders in KMUs trifft der DNK zunehmend auf positive Resonanz, da er an den unternehmerischen Realitäten von kleinen und mittelständischen Unternehmen orientiert ist.

Finde hier die Check-Liste zum CSR-Report des DNK.

In 6 Schritten zum NachhaltigkeitsRreport

Zusammenfassend lassen sich die folgenden 6 Schritte als Anleitung zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsreports darstellen.

  1. Definieren der Vision und Strategie in puncto Nachhaltigkeit.
  2. Festlegen der Rahmenbedingungen für den Nachhaltigkeitsreport.
  3. Identifizieren von StakeholderInnen und wesentlichen Themen.
  4. Sammeln von Daten und Informationen zu den wesentlichen Themen.
  5. Ableiten konkreter Ziele und Maßnahmen.
  6. Schreiben, gestalten und verbreiten des Reports.

Positive Beispiele

Jeder Report ist einzigartig, wenn er auch an Standards und Vorgaben angelehnt sein sollt. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung zusammen mit der Unternehmensinitiative Future veröffentlicht zur Inspiration alle drei Jahre eine Liste der besten CSR-Reports von KMUs sowie Großkonzernen. Das Projekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Diese CSR-Berichte gewannen 2018

Zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsreports kann ein Blick auf die Pioniere und VorreiterInnen der CSR-Berichte helfen.

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Alle Fragen geklärt? Dann kann es an die Umsetzung gehen. Bei Fragen helfen wir gerne weiter.

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