BECCS Technologie. CO2-Abschneidung aus Biomasse.

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Lesezeit: 3 Minuten

Im CHOICE Webinar #5 haben uns Dr. Stefan Max Garzarolli und Arne Knöchel ihre Arbeit zur Umsetzung einer BECCS – Anlage vorgestellt. Das Webinar findest du unten zum Nachschauen. Hier stellen wir dir gerne die Kernaussagen vor.

Wo stehen wir heute in Sachen Klima?

Max und Arne beschäftigen sich beide aktiv mit dem Klima. Max promovierte über theoretische Ökologie und Arne gründete Waldmenschen eG. Sie setzen sich beide für Umweltschutz ein, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass wir heute für das Klima mehr tun müssen. Sie berufen sich auf den IPCC Report und Forschung aus Schweden, die davon ausgehen, dass sich eine Erderwärmung auf 3-4°C bis Ende des Jahrhunderts kaum noch aufhalten lässt, da schon große Mengen CO2 in der Atmosphäre sind. Diese können auch durch CO2-Reduktion nicht „unschädlich“ gemacht werden. Es benötigt also Methoden, die das CO2 wieder aus der Atmosphäre in die Geosphäre bringen. Max und Arne sehen dabei BECCS als effizienteste Technologie.

Was hat BECCS damit zu tun?

BECCS steht für die Abkürzung von „Bio-Energy with Carbon Capture and Storage“ oder auf Deutsch „Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung“. BECCS bezeichnet also das Verfahren der CO2-Abscheidung und -Speicherung, bei dem Biomasse in strukturellen Prozessen verbrannt wird, um das dabei entstehende CO2 anschließend abzuscheiden und zu speichern. Der IPCC Report und andere Quellen, schätzen BECCS als theoretisch vielversprechendes Verfahren ein, dessen Anwendung zum Erreichen des 2°C-Ziels aus dem Pariser Abkommen beitragen soll. Nur tatsächlich gibt es sollte Anlagen laut Max und Arne noch nicht in Deutschland. Das hat finanzielle Gründe, aber auch Vorbehalte gegenüber der Technologie.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Max und Arne kennen die Herausforderungen und haben uns offen dargestellt, dass sie das Investment nicht alleine tragen können. Sie suchen daher noch PilotkundInnen und ProjektpartnerInnen. Eine andere Frage ist die Nachhaltigkeit.

  • Ist es wirklich sinnvoll Biomasse zu verbrennen, um dann daraus CO2 abzuschneiden?
  • Wie soll die Speicherung passieren?
  • Und können solche Anlagen nicht günstiger durch Bäume ersetzt werden?

Die beiden erklären das so.

  • Aktuell entsteht weltweit viel Biomasse, durch absterbende Wälder, die nicht genutzt wird. Diese toten Bäume binden kein CO2 mehr und setzen es mit der Zeit frei. Pro 1 Hektor Wald, sind das 4 t CO2.
  • Wird die Biomasse also nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln oder als Monokultur extra angepflanzt, sondern aus solchen „Resten und Abfällen“ gewonnen, entsteht ein Win-Win-WIn.
  • Die Speicherung ist da kritischer. Ein Entweichen aus Land- oder Unterwasserspeichern würde in der betroffene Region Lebewesen töten. Sie schlagen daher abgelegenen Orte (z.B. Meeresböden) vor, um die Technologie zu testen. Im übrigen nichts Neues. Carbon Capturing und Speicher-Technologie (CCS) wird bereits Firmen weltweit genutzt. Hier sind kritische Projekte entstanden, da die CO2-Abscheidung hier hauptsächlich bei der Ölgewinnung eigesetzt wird.
  • Die finanzielle Seite ist ein Hebel, der über die Seit gestemmt werden kann. Max und Arne führen an, dass bei einem zukünftigen CO2 Preis von 50€ pro Tonne, die BECCS Technologie mit 30€ pro Tonne CO2 rentabel wird. Somit wäre sie wirtschaftlicher als zum Beispiel aktuelle Direct Air Carbon Capturing Maßnahmen.

Dein CHOICE Webinar zur Inspiration

Wie geht es weiter?

BECCS steckt noch in der Entwicklungsphase. Das heißt aber nicht, dass es nicht in Zukunft entscheidend werden könnte, um CO2 aus der Atmosphäre zu binden. Dabei verstehen Max und Arne die Technologie nicht in Konkurrenz oder gar als Ersatz für Reduktionmaßnahmen.  Diese müssen schon heute konsequent umgesetzt werden.

Fragen

Du hast Fragen zu BECCS oder möchtest mit Max und Arne ins Gespräch kommen? Schreib uns einfach an, wir helfen Dir gerne weiter.

CLIMATE TRANSFORMATION Summit, 26. Juni 2020, 9.00 - 18.00 Uhr

Die Online Konferenz für Climate Champions & Klimabeauftragte in Unternehmen.