Die Uhr tickt. Unser Bestes zu tun ist nicht länger gut genug. Wir müssen jetzt das scheinbar Unmögliche tun.

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Lesezeit: 3 Minuten

Der „Greta-Effekt“ hatte in den letzten 2 Jahren für ein gesteigertes Klimabewusstsein und mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die Corona-Krise zeigte jedoch, wie Krise wirklich geht. Internationale Sondergremien werden berufen, Politik und Wirtschaft stellen sich hinter das Wohl der Allgemeinheit und Umstellungen im privaten und beruflichen Raum werden schnell akzeptiert. Für die voranschreitende Klimatransformation kein Rückschritt, wohl aber ein Hinweis, dass Wandel auch anders geht. Kollektiv, entschlossen und mit „Wums“.

EU-Gipfel ringt um Einigung. Wird das Klima zum Thema?

Nun, da in Brüssel die 27 Mitgliedsstaaten das 750 € Milliarden schwere EU-Konjunkturpaket gestalten, werden die Stimmen der Klimabewegung wieder lauter. Heute, hier und jetzt wird Zukunft gestaltet. Der 7-jährige Finanzrahmen der EU festgelegt und darüber hinaus ihre Ausrichtung in Sachen #GreenNewDeal. Pünktlich zu den Verhandlungen haben Luisa Neubauer und Greta Thunberg einen offenen Brief an die EU verfasst, indem sie fordern Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sofort zu stoppen. 50.000 Menschen haben den Brief bereits unterzeichnet. Darüber hinaus rufen sie die EU-Mitgliedstaaten dazu auf schwere Umweltzerstörung – auch „Ökozide“ genannt – als Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof zu ahnden. Schließlich soll ein jährliches CO2-Budget festgelegt werden, um die Zweidrittelchance auf eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs unter 1,5° C (berechnet durch das IPCC) zu wahren.

„Die EU hat dazu die wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten, weshalb es unsere moralische Pflicht ist etwas zu tun“,

heißt es im offenen Brief.
Klimaaktivistinnen Neubauer und Thunberg (Bildquelle: Oliver Berg/dpa)

Was tut die Wirtschaft schon heute?

Diese wirtschaftlichen Möglichkeiten, haben wir allerdings nicht erst seit heute. Beim #CTS2020 haben wir gemeinsam mit 50 ExpertInnen entlang der 7 Climate Impact Kategorien aufgezeigt, wie wir die klimaneutrale Wirtschaft von morgen jetzt aufbauen können. Dazu bedarf es einer klaren Abkehr vom bisherigen System: Fossile Brennstoffe, ineffiziente Industrieprozesse und Verbrennermotoren gehören genauso der Vergangenheit an, wie ressourcenintensives Bauen, Lebensmittelüberproduktion und ungleiche Bildungschancen.

„Unser derzeitiges System ist nicht ‚kaputt‘ — das System tut genau das, was es soll. Es kann nicht länger ‚repariert‘ werden. Wir brauchen ein neues System.“

Offener Brief an die EU.

Ein klimaneutrales Wirtschaftssystem

Wie ein solches System aussehen soll, steht heute noch nicht fest. Sicher ist aber, dass sich die Wirtschaft bereits in ihrer Klimatransformation befindet. In Deutschland alleine treiben Wirtschaftsverbände wie LeadersforClimateAction, UnternehmensGrün, GreenTechAlliance, Klima-Allianz, BUND und viele mehr den Wandel an. Dem entgegen stehen Subventionen in fossile Brennstoffe in Höhe von 50 € Milliarden pro Jahr in Deutschland und über 300 € Milliarden in der EU. Ein neues System muss für Unternehmen Anreize schaffen, ihre CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Steuervorteile für Firmen mit nachhaltigem Geschäftszweck, ein fairer CO2-Preis, die Förderungen von klimarelevanten Lösungen sowie ein einheitliches Lieferkettengesetz sind denkbare Schritte hin zu einer erfolgreichen Klimatransformation. Die EU denkt außerdem über eine deutliche Plastikabgabesteuer, die Ausweitung des Emissionshandels auf Flugzeuge und Schiffe, eine Digitalsteuer oder ein Sonderzoll auf Produkte aus Drittländern, die es mit dem Klimaschutz nicht so genau nehmen, nach. 

Welche Möglichkeiten zeigt uns die Forschung auf?

“The next few years are probably the most important in our history.”

Debra Roberts Co-Chair of IPCC Working Group II

Die Exponential Roadmap empfiehlt PolitikerInnen genau welche Technologien und Innovationen in den nächsten 10 Jahren weiter ausgebaut werden müssen, um mindestens 50% der weltweiten CO2-Emissionen zu halbieren.

Ein Bild, das Screenshot enthält.  Automatisch generierte Beschreibung

Klimarelevante Lösungen, die 50% unserer Emissionen einsparen

Die 36 Lösungen haben das Potential bereits in 10 Jahren unsere CO2-Emissionen zu halbieren. 29 davon fokussieren sich darauf CO2 zu reduzieren, 7 Lösungen dienen dazu CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen. Die Zahlen auf der rechten Seite der Grafik (zum Vergrößern anklicken) zeigen das Reduktionspotential zwischen 2020-2030 auf. Energie zeigt hier das Reduktionspotential der Energiebranche (6,1 Gt), aber anderer Sektoren durch den Bezug von Wärme und Energie auf.

CO2-Reduktion ist also kein leeres Versprechen, keine Ausgleichszahlung oder politisches Hexenwerk. CO2-Reduktion ist jetzt sofort machbar. Sie muss auch Teil des EU-Gipfels sein. Eine enkeltaugliche und zukunftsorientierte Wirtschaft braucht mutige Entscheidungen und Unterstützung. Zahlreiche Unternehmen machen die Klimatransformation vor, die Politik hat jetzt die Chance mitzuziehen und entsprechende Rahmenwerke zu setzten.

2020 ist das Jahr des Wandels.

Was macht dein Unternehmen schon in Sachen Klimaneutralität und Transformation? Welche der SDGs sind euer Fokus? Bei Fragen helfen wir gerne weiter.

CLIMATE TRANSFORMATION Summit, 26. Juni 2020, 9.00 - 18.00 Uhr

Die Online Konferenz für Climate Champions & Klimabeauftragte in Unternehmen.