Warum Unternehmen in der Corona-Krise zu KlimaaktivistInnen werden!

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Lesezeit: 3 Minuten

„Eine nie da gewesene Herausforderung verlangt eine nie da gewesene Reaktion.. und es benötigt die Mitarbeit der 7,5 Milliarden derzeit lebenden Menschen.“

Berichtet the Lancet Countdown.

Die Aussage klingt zunächst verdächtig ähnlich wie ein Aufruf zum Handeln gegen den Corona-Virus, bezieht sich aber auf den Klimawandel und ist von 2019. Krise gegen Krise ausspielen ist hier aber nicht das Ziel. Vielmehr, was können wir von der Einen für die Andere lernen oder was würde passieren wenn die Welt ähnlich auf den Klimawandel reagiert wie auf COVID-19?

Firmen wie Unilever, E.ON, L’Oreal, Danone, Coca Cola und H&M wünschen eine grüne Wirtschaft nach Corona!

Initiative, bestehenden aus 200 PolitikerInnen, Unternehmen, GewerkschaftsvertreterInnen und Nichtregierungsorganisationen.
Unternehmen wünschen Grün.

2020 ist das Jahr der Neubeginne und des Wunderns. Was ist passiert? Wie kommt es, dass die Wirtschaft gemeinsam mit NGOs und PolitikerInnen eine Wende in der Krisendebatte wünscht? 

„Der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft, der Schutz der Artenvielfalt und die Umgestaltung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bieten die Möglichkeit zum schnellen Aufbau von Jobs und Wachstum – und können dazu beitragen, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen.”

So die Aussage der Initiative, bestehenden aus 200 PolitikerInnen, Unternehmen, GewerkschaftsvertreterInnen und Nichtregierungsorganisationen.

Wo aber stehen unser Klima und die Wirtschaft heute? 

  1. Deutschland hatte bereits in 2018 1.200 Klimatote (Hitzewelle / Stürme) und Ernteausfälle bei starker Trockenheit in Millionenhöhe. Insgesamt waren es in den Hitzejahren 2003, 2006 und 2015 fast 20.000 Menschen alleine in Deutschland, die als Klimatote ums Leben gekommen sind.
  2. Hinzu kamen 2018 44.800 frühzeitige Todesfälle in der Bundesrepublik durch schlechte Luftqualität, 8000 davon wurden direkt auf die Verbrennung von Kohle zurückgeführt. Feinstaub sorgt generell für niedrige Luftqualität, dieser stammt unter anderem aus dem Verkehr und der Industrie.
  3. Wirtschaftliche Verluste und Gesundheitskosten durch Feinstaub alleine beliefen sich weltweit auf 20 Milliarden Euro. Die Luftverschmutzung insgesamt hat 2016 zu 7 Millionen Todesfällen geführt, 2,9 Millionen davon habe Feinstaub verursacht.

So zeigt sich die Klimakrise in Zukunft, laut IPCC Report

  • Überschwemmungen 
  • Hitze und Wassermangel
  • Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit
  • Luftverschmutzung
  • Krankheiten wie Malaria und Dengue verbreiten sich in neue Gebiete 
  • Belastungen wegen Mangelernährung, Durchfall, Herzerkrankungen, Erkrankungen der Atmungsorgane und Infektionserkrankungen.
  • Artensterben

Laut IPCC Report, sind schon für 2030 starke gesundheitliche Gefahren für uns Menschen, wirtschaftliche Risiken für Unternehmen sowie das Aussterben von vielen Tierarten vorhergesagt, erreichen wir innerhalb der nächsten 10 Jahre keine CO2-Reduktion um 50%. Eine große Zahl und für viele eine provokative Forderung, gerade in der aktuellen Zeit. Doch der Corona-Virus scheint die Aufmerksamkeit wieder zu erwecken und zeigt, dass wir im Hier und Jetzt handeln und Dinge global verändern können. 

Was kann uns Corona also für das Klima beibringen? 

Lernen sollten wir schnell und nicht den selben Fehler wiederholen.
Blick in die Zukunft, wir können sie mitgestalten.

Lernen sollten wir schnell und nicht den selben Fehler wiederholen. Warten alleine kann nicht viel bringen, aber heute können wir handeln. Auch wenn die Klimakrise und ihre Ausmaße weit weg scheint, sie ist im Gange und ihre Risiken werden exponentiell größer. Die aktuellen, nötigen Veränderungen in Richtung Gesundheit und Klimaschutz sind daher immer klarer.

  1. Die freigesetzten Gelder mit Berücksichtigung von Klimaschutz und Gesundheit investieren.
  2. Den Green New Deal auf Kurs halten und umsetzen. 
  3. Die niedrigen Ölpreise zum Ausstieg nutzen: Ab sofort keine Kohle und Erdöl nutzen und innerhalb der nächsten 10 Jahre komplett abschaffen. 
  4. Umfassend unternehmerische und private CO2-Ausstöße in den 7 Impact Kategorien reduzieren: Energie, Bau & Gebäude, Produktion, Transport & Mobilität, Ernährung, Konsum und Digitales.
  5. DrawDown vorantreiben und aktiv CO2 aus der Luft holen.
  6. Offsetting durch kontrollierten CO2-Zertifikathandel nutzen, um weltweit strukturierten Wandel zu unterstützen.
  7. Langfristig das Gelernte aus der Corona-Krise umsetzen: Bewusster konsumieren (auch Fleisch), Pendeln durch Homeoffice und unnötige Geschäftsreisen durch digitales Know-How ersetzen.

Keine dieser Maßnahmen ist einfach umzusetzen. Vor Corona schienen einige sogar kaum denkbar. Aber heute, was ist da noch unmöglich?

Bildquelle: Library of Congress und Unsplash.

CLIMATE TRANSFORMATION Summit, 26. Juni 2020, 9.00 - 18.00 Uhr

Die Online Konferenz für Climate Champions & Klimabeauftragte in Unternehmen.